Ein Hodenhochstand, auch bekannt als Maldescensus testis, ist eine häufige Erkrankung bei neugeborenen Jungen. Dabei befindet sich ein oder beide Hoden nicht an ihrer normalen Position im Hodensack, sondern sind im Bauchraum oder im Leistenkanal stecken geblieben. Dieser Zustand kann verschiedene Ursachen haben und erfordert in den meisten Fällen eine Behandlung, um Spätschäden zu vermeiden.
- Was ist ein Hodenhochstand?
- Ursachen für einen Hodenhochstand
- Symptome eines Hodenhochstands
- Diagnose eines Hodenhochstands
- Behandlung eines Hodenhochstands
- Operative Behandlung eines Hodenhochstands
- Nachsorge nach der Operation
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- Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?
- Ist ein Hodenhochstand gefährlich?
- Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Hodenhochstand von alleine verschwindet?
- Was passiert, wenn ein Hodenhochstand nicht behandelt wird?
- Kann ein Hodenhochstand vererbt werden?
- Welche Risiken bestehen bei der Operation eines Hodenhochstands?
- Was kann ich nach der Operation tun, um die Genesung meines Kindes zu unterstützen?
- Zusammenfassung
Was ist ein Hodenhochstand?
Normalerweise wandern die Hoden während der Schwangerschaft vom Bauchraum in den Hodensack. Dieser Prozess, der als Hodenabsteigen bezeichnet wird, sollte bis zum Ende des ersten Lebensjahres abgeschlossen sein. Bei einem Hodenhochstand ist dieser Prozess gestört, und der Hoden befindet sich nicht an seinem angestammten Platz im Hodensack.
Formen des Hodenhochstands:
- Bauchhoden: Der Hoden befindet sich im Bauchraum.
- Kanalhoden: Der Hoden befindet sich im Leistenkanal.
- Leistenhoden: Der Hoden befindet sich unterhalb des Leistenkanals und ist in der Leiste tastbar.
- Ektoper Hoden: Der Hoden befindet sich an einer anderen Stelle als im Hodensack, z.B. In der Oberschenkelgegend.
Ein Hodenhochstand kann einseitig oder beidseitig auftreten. In den meisten Fällen ist nur ein Hoden betroffen.
Ursachen für einen Hodenhochstand
Die genaue Ursache für einen Hodenhochstand ist nicht immer klar. Es gibt jedoch einige Faktoren, die das Risiko erhöhen können:
- Frühgeburt: Frühgeborene haben ein höheres Risiko für einen Hodenhochstand.
- Genetische Faktoren: Ein Hodenhochstand kann vererbt werden.
- Hormonelle Störungen: Ein Ungleichgewicht von Hormonen kann die Hodenwanderung beeinflussen.
- Bauchfellbruch: Ein Bauchfellbruch kann den Hodenweg blockieren.
Symptome eines Hodenhochstands
Ein Hodenhochstand ist in den meisten Fällen nicht mit Schmerzen verbunden. Das einzige Symptom ist das Fehlen eines Hodens im Hodensack. Ein erfahrener Kinderarzt kann den Hoden bei der körperlichen Untersuchung oft ertasten, auch wenn er sich nicht im Hodensack befindet.
Diagnose eines Hodenhochstands
Die Diagnose eines Hodenhochstands wird in der Regel durch eine körperliche Untersuchung gestellt. Der Kinderarzt wird den Hodensack abtasten und versuchen, den Hoden zu lokalisieren. Wenn der Hoden nicht im Hodensack tastbar ist, wird der Arzt weitere Untersuchungen durchführen, um die Ursache des Hodenhochstands zu klären.
Folgende Untersuchungen können durchgeführt werden:
- Ultraschall: Ein Ultraschall kann die Position des Hodens genau bestimmen.
- Hormontests: Hormontests können helfen, hormonelle Störungen als Ursache des Hodenhochstands auszuschließen.
Behandlung eines Hodenhochstands
Die Behandlung eines Hodenhochstands hängt vom Alter des Kindes und der Schwere des Hodenhochstands ab.
Behandlung bis zum Lebensmonat
Bis zum Lebensmonat kann man noch abwarten, ob der Hoden nicht doch noch von alleine in seine angestammte Position im Hodensack wandert. Der Arzt wird den Hoden in regelmäßigen Abständen kontrollieren.
Behandlung ab dem Lebensmonat
Wenn der Hoden nach dem Lebensmonat immer noch nicht im Hodensack ist und sich auch nicht in den Hodensack verschieben lässt, ist in jedem Fall eine Behandlung angebracht. Die Behandlung erfolgt in der Regel durch einen operativen Eingriff.
Operative Behandlung eines Hodenhochstands
Die operative Behandlung eines Hodenhochstands ist ein Routineeingriff und wird in der Regel ambulant durchgeführt. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose und dauert etwa 20 bis 45 Minuten.
Ablauf der Operation:
Zuerst wird der Leistenkanal mit einem kleinen Schnitt geöffnet und der zum Hoden laufende Samenstrang aufgesucht. Hoden und Samenstrang werden von überflüssigem Bindegewebe befreit, damit sie im Leistenkanal freier beweglich sind. Anschließend werden einige Fasern des sogenannten Cremastermuskels durchtrennt, der normalerweise dafür zuständig ist, dass der Hoden bei Kälte an den Körper herangezogen wird. Jetzt kann der Hoden spannungsfrei in den Hodensack verlagert werden. Damit er nicht erneut nach oben wandert, wird er im Hodensack mit einer kleinen Naht befestigt. Zum Schluss wird die Hautwunde wieder durch eine kleine Naht verschlossen.
Risiken der Operation:
Die Operation eines Hodenhochstands gilt zwar als risikoarmer Eingriff, sie sollte aber wegen der räumlichen Enge zu wichtigen Blutgefäßen von einem erfahrenen Kinderchirurgen vorgenommen werden. Wie bei jedem operativen Eingriff können Komplikationen natürlich nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden. Seltene Komplikationen wie Verletzungen von Gefäßen und Samenleiter oder Entzündungen sind möglich und werden von Ihrem Arzt vor der Operation ausführlich erklärt.
Nachsorge nach der Operation
Nach der Operation bleibt Ihr Kind noch für einige Zeit unter Beobachtung, bis es fit genug für den Heimweg ist. Die Narkose wird relativ schnell nachlassen, sodass Ihr Kind bald wieder ansprechbar und munter ist. 24 Stunden nach dem Eingriff muss auch zu Hause immer eine Aufsichtsperson anwesend sein.
Schon am Tag des Eingriffs können die Kinder kurz aufstehen. Sie sollten aber in den ersten Tagen noch soviel wie möglich liegen. Auch nach erfolgreicher Behandlung eines Hodenhochstandes sollte die Lage der Hoden in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden, da bedingt durch das Wachstum ein zu kurzer Samenstrang den Hoden unter Umständen zurück in den Leistenkanal zieht.
Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?
Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn Sie bei Ihrem neugeborenen Sohn einen Hoden nicht im Hodensack ertasten können. Der Arzt kann dann feststellen, ob es sich um einen Hodenhochstand handelt.
Ist ein Hodenhochstand gefährlich?
Ein Hodenhochstand ist nicht unbedingt gefährlich, aber er kann zu Spätschäden führen. Wenn der Hoden nicht in den Hodensack wandert, kann er sich nicht richtig entwickeln und es besteht ein erhöhtes Risiko für Unfruchtbarkeit und Hodenkrebs.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Hodenhochstand von alleine verschwindet?
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Hodenhochstand von alleine verschwindet, ist relativ gering. In den meisten Fällen ist eine Behandlung erforderlich.
Was passiert, wenn ein Hodenhochstand nicht behandelt wird?
Wenn ein Hodenhochstand nicht behandelt wird, kann es zu Spätschäden wie Unfruchtbarkeit und Hodenkrebs kommen.
Kann ein Hodenhochstand vererbt werden?
Ja, ein Hodenhochstand kann vererbt werden. Wenn ein Vater oder Bruder einen Hodenhochstand hatte, ist das Risiko für den Sohn ebenfalls erhöht.
Welche Risiken bestehen bei der Operation eines Hodenhochstands?
Die Operation eines Hodenhochstands gilt als risikoarmer Eingriff. Seltene Komplikationen können jedoch auftreten, wie z.B. Verletzungen von Gefäßen und Samenleiter oder Entzündungen. Diese Risiken werden von Ihrem Arzt vor der Operation ausführlich erklärt.
Was kann ich nach der Operation tun, um die Genesung meines Kindes zu unterstützen?
Sie können die Genesung Ihres Kindes unterstützen, indem Sie ihm Ruhe gönnen, ihm Schmerzmittel geben, wenn es Schmerzen hat, und die Wunde sauber halten. Sie sollten auch darauf achten, dass Ihr Kind genügend Flüssigkeit zu sich nimmt.
Zusammenfassung
Ein Hodenhochstand ist eine häufige Erkrankung bei neugeborenen Jungen. In den meisten Fällen ist eine Behandlung erforderlich, um Spätschäden zu vermeiden. Die operative Behandlung eines Hodenhochstands ist ein Routineeingriff und wird in der Regel ambulant durchgeführt. Nach der Operation kann Ihr Kind in der Regel schnell wieder nach Hause gehen und sich erholen.
Wenn Sie Fragen zu einem Hodenhochstand haben, sollten Sie sich an einen Arzt wenden. Der Arzt kann Ihnen weitere Informationen geben und Ihnen die bestmögliche Behandlung für Ihr Kind empfehlen.
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