Herpesvirus in der schwangerschaft: gefahr für neugeborene

Eine Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus (HSV) ist bei Erwachsenen weit verbreitet. Das Virus kann sexuell übertragen werden und eine Infektion des Genitaltrakts verursachen. Das Virus verschwindet nie vollständig und bleibt in verschiedenen Geweben lebenslang inaktiv (schlafend = dormant). Manchmal wird das Virus reaktiviert.

Während eine Herpes-simplex-Virusinfektion bei gesunden Erwachsenen in der Regel nur unangenehme, wiederkehrende Wundbläschen verursacht, kann sie bei Neugeborenen eine lebensbedrohliche Infektion auslösen.

Inhaltsverzeichnis

Herpesvirus bei Neugeborenen: Eine ernste Gefahr

Neugeborene können sich bei der Geburt oder nach der Geburt mit dem Herpes-simplex-Virus infizieren. Die Infektion kann schwere Folgen für das Baby haben, bis hin zum Tod.

Wie wird das Virus übertragen?

Normalerweise wird das Herpes simplex Virus (HSV) während der Entbindung durch den infizierten Geburtskanal der Mutter übertragen. Auch infizierte Mütter, die selbst keine Symptome durch Herpes haben, können die Infektion übertragen. Manchmal infizieren sich Neugeborene nach der Geburt, wenn die Infektion von jemandem mit einer aktiven Infektion übertragen wird.

Symptome einer HSV-Infektion bei Neugeborenen

Die Symptome einer Herpes-simplex-Virusinfektion beginnen gewöhnlich zwischen der ersten und dritten Lebenswoche, treten aber in seltenen Fällen auch erst nach der vierten Woche auf. Das erste Symptom ist in der Regel ein Ausschlag mit kleinen, mit Flüssigkeit gefüllten Blasen. Die Bläschen können auch im Mund und um die Augen herum auftreten.

Bei manchen Neugeborenen betrifft die Infektion nur bestimmte Bereiche (lokale Infektion). Sie kann beispielsweise nur um die Augen, Haut oder den Mund herum auftreten. Manchmal sind nur das Gehirn und das Nervensystem betroffen. Wenn eine lokale Infektion nicht behandelt wird, dehnt sie sich bei manchen Neugeborenen auf den ganzen Körper aus. Bei anderen Neugeborenen ist die Infektion großflächig und betrifft viele Bereiche. Bei diesen Säuglingen sind alle Organe wie Augen, Lunge, Leber, Gehirn und Haut betroffen.

Zu den weiteren Symptomen zählen Trägheit, verringerte Muskelspannung, Atembeschwerden, Atemaussetzer (Apnoe) und Krampfanfälle.

herpesvirus schwangerschaft - Wie schlimm ist es Genitalherpes zu haben

Diagnose einer HSV-Infektion bei Neugeborenen

Um eine Herpes-simplex-Virusinfektion zu diagnostizieren, entnehmen Ärzte eine Gewebeprobe aus den Bläschen und anderen Körperflüssigkeiten. Diese Proben werden dann in einem Labor untersucht, um das Virus zu identifizieren. Ein PCR-Test kann ebenfalls durchgeführt werden, um das genetische Material des Virus nachzuweisen.

Wenn der Arzt vermutet, dass das Neugeborene eine Gehirninfektion hat, kann eine Spinalpunktion bzw. Lumbalpunktion durchgeführt werden, um eine Probe aus der Rückenmarksflüssigkeit zu entnehmen.

Prognose bei HSV-Infektion für Neugeborene

Wird eine Herpes-Infektion des Neugeborenen nicht behandelt, entwickeln sich daraus in der Regel schwerwiegende Probleme für das Baby. Etwa 85 Prozent der Babys mit unbehandelter, ausgedehnter Herpesinfektion sterben. Etwa 50 Prozent der Neugeborenen mit unbehandelter Infektion des Gehirns sterben. Selten kommt es jedoch bei Neugeborenen, deren Infektion auf Haut, Augen oder Mund beschränkt ist, zum Tod.

Ohne Behandlung haben mindestens 65 Prozent der Überlebenden einer ausgedehnten Erkrankung oder Infektion des Gehirns schwere neurologische Probleme. Eine geeignete Behandlung mit antiviralen Medikamenten senkt die Sterberate und erhöht die Wahrscheinlichkeit einer normalen Entwicklung erheblich.

Vorbeugung vor einer HSV-Infektion bei Neugeborenen

Die Bemühungen, eine Übertragung der Infektion von der Mutter auf das Neugeborene zu verhindern, sind nicht sehr effektiv. Frauen mit Bläschen an den Genitalien, die kurz vor der Entbindung stehen, sollten jedoch auf eine Herpes-simplex-Infektion getestet werden.

Hat die Frau zum Zeitpunkt der Entbindung eine aktive Herpesinfektion, kann das Baby per Kaiserschnitt (Sectio caesarea) entbunden werden, um das Risiko einer Infektion für das Neugeborene zu senken.

Außerdem sollten fötale Kopfhautmonitore bei gebärenden Frauen mit Genitalherpes während der Wehen nicht verwendet werden, da sie an der Kopfhaut des Neugeborenen festkleben und die Haut beschädigen und so die Infektion verbreiten könnten.

Neugeborene, die mit einer aktiven Herpesinfektion geboren werden, sollten auf eine Herpes-simplex-Virusinfektion getestet werden. Wenn bekannt ist, dass werdende Mütter eine Herpesvirusinfektion hatten, können sie in den letzten Wochen der Schwangerschaft das antivirale Medikament Acyclovir oder Valaciclovir erhalten. Diese Medikamente können Rückfälle zum Zeitpunkt der Entbindung verhindern und die Notwendigkeit für eine Entbindung per Kaiserschnitt verringern.

Genitalherpes: Eine häufige sexuell übertragbare Infektion

Genitalherpes wird durch Herpes-simplex-Viren (HSV) ausgelöst und zählt zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Wer sich einmal angesteckt hat, trägt die Viren lebenslang in sich.

Bei vielen Menschen kommt es trotz einer HSV-Infektion nicht zu einer Erkrankung. Bricht der Herpes jedoch aus, können die Beschwerden belastend sein: Im Genitalbereich bildet sich ein schmerzhafter Ausschlag, oft begleitet von Fieber und Krankheitsgefühl. Die Beschwerden lassen meist nach 1 bis 2 Wochen von allein nach.

Es gibt aber auch Therapien, die den Heilungsverlauf beschleunigen und die Symptome lindern. Ist der Genitalherpes einmal ausgebrochen, muss man damit rechnen, dass er wiederkommt. Mit der Zeit werden die Ausbrüche aber schwächer und seltener.

Häufig gestellte Fragen

Was sind die Symptome von Genitalherpes?

Die Symptome von Genitalherpes können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Bei manchen Menschen treten gar keine Symptome auf. Andere haben nur leichte Beschwerden, wie z.B. Leichtes Brennen oder Jucken. Bei manchen Menschen kommt es zu einem schmerzhaften Ausschlag mit Bläschen, der von Fieber, Kopfschmerzen und geschwollenen Lymphknoten begleitet sein kann.

Wie wird Genitalherpes behandelt?

Genitalherpes kann nicht geheilt werden, aber die Symptome können mit Medikamenten gelindert werden. Antivirale Medikamente wie Acyclovir, Valaciclovir und Famciclovir können die Dauer und Schwere der Ausbrüche reduzieren und das Risiko einer Übertragung verringern.

Kann Genitalherpes während der Schwangerschaft auf das Kind übertragen werden?

Ja, Genitalherpes kann während der Schwangerschaft auf das Kind übertragen werden. Das Risiko einer Übertragung ist jedoch am höchsten, wenn die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt einen aktiven Herpesausbruch hat. Wenn die Mutter eine aktive Herpesinfektion hat, kann eine Entbindung per Kaiserschnitt empfohlen werden, um das Risiko einer Übertragung auf das Kind zu verringern.

Wie kann ich mich vor Genitalherpes schützen?

Die beste Möglichkeit, sich vor Genitalherpes zu schützen, ist die Verwendung von Kondomen bei jedem Geschlechtsverkehr. Es ist auch wichtig, sich über die Symptome von Genitalherpes zu informieren und einen Arzt aufzusuchen, wenn Sie Symptome bemerken.

Zusammenfassung

Eine Herpesvirusinfektion kann für Neugeborene lebensbedrohlich sein. Es ist wichtig, dass werdende Mütter sich über die Risiken einer Herpesvirusinfektion informieren und mit ihrem Arzt darüber sprechen. Wenn Sie eine Herpesvirusinfektion haben, gibt es Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um das Risiko einer Übertragung auf Ihr Kind zu verringern.

Genitalherpes ist eine häufige sexuell übertragbare Infektion. Es ist wichtig, sich über die Symptome und Risiken von Genitalherpes zu informieren und sich bei Bedarf an einen Arzt zu wenden.

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