Die Frage, ob es männliche Hebammen gibt, ist in Deutschland zunehmend relevant geworden. Während der Beruf traditionell mit Frauen verbunden war, hat sich die Situation in den letzten Jahren verändert. Immer mehr Männer entscheiden sich für eine Karriere in der Geburtshilfe, und die Bezeichnung hebamme gilt nun offiziell für alle Geschlechter.
Männliche Hebammen in Deutschland: Eine wachsende Gruppe
In Deutschland gibt es etwa 2000 Hebammen, von denen nur 22 Männer sind. Einer von ihnen ist Tobias Richter, der im Helios Klinikum Berlin-Buch arbeitet. Er ist ein Beispiel dafür, dass der Beruf der Hebamme offen für alle Geschlechter ist. Richter ist seit 2018 examinierte Hebamme und betreut werdende Eltern und ihre Familien während der Schwangerschaft, Geburt und im Wochenbett.
Richter betont, dass der Beruf der Hebamme sehr vielfältig ist und genauso vielfältig wie die Frauen und Paare, die sie begleiten. Er berichtet auf seinem Instagram-Profil hebamme tobi von seinem Arbeitsalltag und möchte mit seinem Beispiel andere junge Männer dazu ermutigen, den Beruf kennenzulernen.
Herausforderungen für männliche Hebammen
Obwohl die Bezeichnung hebamme nun für alle Geschlechter gilt, gibt es immer noch Herausforderungen für männliche Hebammen. Einige Paare wünschen sich eine weibliche Hebamme, und einige ältere Hebammen haben Schwierigkeiten, die Veränderung zu akzeptieren.
Konstantin Wroblewski, ein junger Mann, der seine Ausbildung zum Hebammenschüler beendet, berichtet von Mobbing und Anfeindungen, die er während seiner Ausbildung erlebt hat. Er betont, dass es für Männer in der Hebammenausbildung schwieriger ist, akzeptiert zu werden, und dass es oft an Unterstützung fehlt.
Die Geschichte der männlichen Geburtshilfe
Männer in der Geburtshilfe sind in der europäischen Geschichte nichts Neues. Im Mittelalter waren sie oft als Barbiere, Zahnärzte und Chirurgen tätig und wurden bei schwierigen Geburten gerufen.
Im 1und 1Jahrhundert, mit der Herausbildung der akademischen Medizin, versuchten Ärzte, die Hebammen zu diskreditieren und die Geburtshilfe als ihr eigenes Gebiet zu beanspruchen. Hebammen wurden als dorfweiber dargestellt, die hokus-pokus betrieben.
Die Hebammen selbst wehrten sich gegen die Dominanz der männlichen Ärzte und stellten Männer in der Geburtshilfe als unsittlich, lüstern und grausam dar.
Im Jahr 1985 wurde der Beruf des Entbindungspflegers in der BRD offiziell anerkannt, aber lange Zeit gab es nur wenige männliche Entbindungspfleger.
Die Akademisierung der Hebammenausbildung
Die Akademisierung der Hebammenausbildung, die seit 2020 mit dem Studiengang bachelor of midwifery erfolgt, könnte die Situation für männliche Hebammen verändern.

Michaela Kuhnhenne, Forschungsreferentin bei der Hans-Böckler-Stiftung, sieht die Akademisierung jedoch nicht unbedingt als Garant für mehr Geschlechtergleichheit im Hebammenberuf. Sie argumentiert, dass der Studiengang Menschen ohne (Fach)hochschulreife ausschließt und die Karriereoptionen für Hebammen, sowohl freiberuflich als auch im Krankenhaus, begrenzt sind.
Die Zukunft der männlichen Hebammen
Trotz der Herausforderungen sind männliche Hebammen wie Tobias Richter und Konstantin Wroblewski wichtige Vorbilder für andere junge Männer, die sich für eine Karriere in der Geburtshilfe interessieren.
Sie zeigen, dass es möglich ist, in einem traditionell weiblichen Beruf erfolgreich zu sein und dass Männer mit ihrer eigenen Perspektive und Erfahrung einen wichtigen Beitrag zur Geburtshilfe leisten können.
Warum gibt es so wenige männliche Hebammen?
Es gibt mehrere Gründe, warum es so wenige männliche Hebammen gibt:
- Traditionelle Geschlechterrollen: Der Beruf der Hebamme ist traditionell mit Frauen verbunden.
- Diskriminierung: Männer in Frauenberufen werden oft mit Vorurteilen und Diskriminierung konfrontiert.
- Mangelnde Sichtbarkeit: Es gibt nur wenige männliche Hebammen, die als Vorbilder dienen können.
Welche Vorteile haben männliche Hebammen?
Männliche Hebammen bringen neue Perspektiven in den Beruf und können:
- Väter besser unterstützen und ihre Bedürfnisse verstehen.
- Den Blick auf die Geburtshilfe erweitern und neue Ideen einbringen.
- Die Geschlechterrollen in der Geburtshilfe aufbrechen.
Wie kann ich mich als Mann für den Hebammenberuf bewerben?
Um Hebamme zu werden, musst du eine Ausbildung zum bachelor of midwifery absolvieren. Die Zulassungsvoraussetzungen für das Studium sind an den einzelnen Hochschulen unterschiedlich.
Welche Karriereoptionen gibt es für männliche Hebammen?
Männliche Hebammen können in Krankenhäusern, Geburtshäusern oder freiberuflich arbeiten. Sie können sich auch in der Ausbildung von Hebammen engagieren oder in der Forschung arbeiten.
Fazit
Der Beruf der Hebamme ist offen für alle Geschlechter, und männliche Hebammen leisten einen wichtigen Beitrag zur Geburtshilfe. Obwohl es noch Herausforderungen gibt, wird der Beruf der Hebamme für Männer immer attraktiver.
Die Zukunft der männlichen Hebammen ist vielversprechend. Mit ihrer Expertise und ihrer neuen Perspektive können sie die Geburtshilfe bereichern und zu einer gerechteren und inklusiveren Gesellschaft beitragen.
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