Fehlgeburten sind ein schmerzhaftes und oft tabuisiertes Thema. In Deutschland werden sie von vielen Frauen verschwiegen, obwohl sie gar nicht so selten sind. Die Ursachen für Fehlgeburten sind vielfältig, und eine davon kann eine unerkannte Blutgerinnungsstörung sein. Besonders wenn eine Frau zwei oder mehr Fehlgeburten hintereinander erleidet, sollte eine Gerinnungsstörung abgeklärt werden. In diesem Artikel gehen wir auf die verschiedenen Arten von Gerinnungsstörungen ein, die Risiken für die Schwangerschaft und die Möglichkeiten der Diagnose und Behandlung.
Was sind Gerinnungsstörungen?
Gerinnungsstörungen sind Erkrankungen, die die Fähigkeit des Blutes beeinflussen, zu gerinnen. Es gibt zwei Haupttypen von Gerinnungsstörungen:
- Thrombophilie: Hier gerinnt das Blut zu schnell, was zu einem erhöhten Risiko für Thrombosen führt.
- Blutungsneigung: Hier gerinnt das Blut zu langsam, was zu einer erhöhten Blutungsneigung führt.
Während der Schwangerschaft ist das Blut der Frau besonders anfällig für Gerinnungsstörungen. Dies liegt an einer Reihe von Faktoren, darunter die Gewichtszunahme, der verlangsamte Blutfluss und die hormonellen Veränderungen.
Gerinnungsstörungen und Schwangerschaft: Die Risiken
Nicht alle Gerinnungsstörungen führen zu Komplikationen in der Schwangerschaft. Allerdings können einige Arten von Gerinnungsstörungen das Risiko für Fehlgeburten erhöhen.
Thrombophilie und Fehlgeburten
Bei einer Thrombophilie kann es zu Mikro-Thrombosen in den Plazentagefäßen kommen, was die Durchblutung der Plazenta beeinträchtigt und den Embryo nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgen kann.
Eine besondere Form der Thrombophilie, das Antiphospholipid-Syndrom (APS), ist mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten verbunden.
Blutungsneigung und Fehlgeburten
Bei einer Blutungsneigung kann es passieren, dass sich die Plazenta nicht richtig festsetzen kann, was zu Blutungen und Fehlgeburten führen kann.
Diagnose von Gerinnungsstörungen in der Schwangerschaft
Wenn eine Frau zwei oder mehr Fehlgeburten hintereinander erlitten hat, ist es wichtig, eine mögliche Gerinnungsstörung als Ursache abzuklären.
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch einen einfachen Bluttest, der im Labor durchgeführt werden kann.
Der Arzt kann auch weitere Tests empfehlen, um die Ursache der Gerinnungsstörung genauer zu untersuchen.
Behandlung von Gerinnungsstörungen in der Schwangerschaft
Die Behandlung von Gerinnungsstörungen in der Schwangerschaft hängt von der Art der Störung und dem Schweregrad ab.
In manchen Fällen kann eine medikamentöse Behandlung mit Blutverdünnern wie Heparin oder Acetylsalicylsäure (ASS) notwendig sein, um das Risiko für Thrombosen zu verringern.
Bei einer Blutungsneigung kann eine Behandlung mit Medikamenten zur Steigerung der Blutgerinnung erforderlich sein.
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist das Risiko für eine Fehlgeburt aufgrund einer Gerinnungsstörung?
Das Risiko für eine Fehlgeburt aufgrund einer Gerinnungsstörung ist abhängig von der Art der Störung und dem Schweregrad.

Bei einem Antiphospholipid-Syndrom liegt das Risiko für eine Fehlgeburt bei etwa 15-20%.
Bei anderen Gerinnungsstörungen ist das Risiko für eine Fehlgeburt niedriger.
Kann man eine Gerinnungsstörung verhindern?
Es gibt keine Möglichkeit, eine Gerinnungsstörung zu verhindern.
Allerdings können bestimmte Faktoren das Risiko für eine Gerinnungsstörung erhöhen. Dazu gehören:
- Rauchen
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Hormonelle Verhütungsmittel
- Familiäre Vorbelastung
Kann eine Gerinnungsstörung auch bei Männern auftreten?
Ja, Gerinnungsstörungen können auch bei Männern auftreten.
Bei Männern können Gerinnungsstörungen zu Thrombosen, insbesondere in den Beinen, führen.
Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?
Wenn Sie eine oder mehrere der folgenden Symptome haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen:
- Häufige Nasenbluten
- Zahnfleischbluten
- Starke Menstruationsblutungen
- Längeres Nachbluten bei Verletzungen
- Schmerzen oder Schwellungen in den Beinen
- Atemnot
- Schwindel
Zusammenfassung
Gerinnungsstörungen können ein komplexes Thema sein, das die Schwangerschaft beeinflussen kann.
Wenn Sie eine Gerinnungsstörung haben oder befürchten, eine solche zu haben, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um die Diagnose zu klären und die richtige Behandlung zu erhalten.
Mit der richtigen Behandlung können Sie das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft verringern und eine gesunde Schwangerschaft erleben.
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