In der Schweiz ist es üblich, dass Babys im Krankenhaus geboren werden. Doch immer mehr Frauen entscheiden sich für eine Hausgeburt, um eine natürliche und selbstbestimmte Geburt in ihrem vertrauten Umfeld zu erleben.
Eine Hausgeburt mit Hebamme bietet eine einzigartige Möglichkeit, die Geburt des eigenen Kindes in einer entspannten und intimen Atmosphäre zu erleben. Die Hebamme begleitet die werdende Mutter während der gesamten Schwangerschaft und Geburt und steht ihr mit ihrem Fachwissen und ihrer Erfahrung zur Seite.
Wann ist eine Hausgeburt die richtige Wahl?
Die Entscheidung für eine Hausgeburt ist eine sehr persönliche. Es gibt viele Faktoren, die bei der Entscheidung eine Rolle spielen, wie zum Beispiel:
- Persönliche Einstellung zur Geburt: Möchten Sie eine möglichst natürliche Geburt mit minimalen Interventionen?
- Wunsch nach einem vertrauten Umfeld: Fühlen Sie sich in Ihrem Zuhause am wohlsten und möchten Sie die Geburt in Ihrer gewohnten Umgebung erleben?
- Beziehung zur Hebamme: Haben Sie eine Hebamme, der Sie vertrauen und die Sie während der Schwangerschaft und Geburt begleiten soll?
Es ist wichtig, dass Sie sich im Vorfeld gut informieren und Ihre Bedürfnisse und Wünsche mit Ihrer Hebamme besprechen.
Voraussetzungen für eine Hausgeburt
Nicht jede Schwangerschaft und jede Frau ist für eine Hausgeburt geeignet. Die Hebamme beurteilt anhand folgender Kriterien, ob eine Hausgeburt möglich ist:
- Gesundheit der Mutter: Die werdende Mutter muss gesund sein und darf keine vorbestehenden Erkrankungen haben, die den Geburtsverlauf beeinträchtigen könnten.
- Schwangerschaftsverlauf: Die Schwangerschaft muss ohne Komplikationen verlaufen und das Baby muss gesund sein.
- Lage des Babys: Das Baby muss in Kopflage liegen.
- Mehrlingsschwangerschaft: Eine Hausgeburt ist bei einer Mehrlingsschwangerschaft nicht möglich.
- Geburtszeitpunkt: Die Hausgeburt kann frühestens 3 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin (SSW 37/0) bis spätestens 2 Wochen nach dem errechneten Geburtstermin (SSW 41/7) stattfinden.
- Krankenhausanmeldung: Die werdende Mutter muss in einem Krankenhaus angemeldet sein, in das sie verlegt werden könnte, falls es medizinische Komplikationen gibt.
- Vertrauensverhältnis: Zwischen der Hebamme, der Gebärenden und den bei der Geburt Anwesenden muss ein Vertrauensverhältnis bestehen.
Vorteile einer Hausgeburt
Eine Hausgeburt bietet viele Vorteile, die für viele Frauen attraktiv sind:
- Natürliche Geburt: Die Geburt kann in einem vertrauten Umfeld ohne unnötige Interventionen stattfinden.
- Selbstbestimmte Geburt: Die Frau kann die Geburt selbst gestalten und ihre Wünsche und Bedürfnisse mit der Hebamme besprechen.
- Intimes Umfeld: Die Frau kann die Geburt mit ihren Liebsten in einer entspannten und intimen Atmosphäre erleben.
- Kontinuierliche Betreuung: Die Hebamme ist während der gesamten Geburt anwesend und steht der Frau mit ihrer Erfahrung und ihrem Fachwissen zur Seite.
- Wochenbett zu Hause: Die Frau kann die erste Zeit nach der Geburt in ihrem Zuhause verbringen und sich erholen.
- Stillstart: Der Stillstart gelingt nach einer Hausgeburt oft reibungsloser, da die Frau und das Baby in Ruhe und ohne Stress miteinander in Kontakt treten können.
- Weniger Infektionen: Die Frau und das Baby sind keinen Krankenhauskeimen ausgesetzt und haben ein geringeres Risiko, sich zu infizieren.
- Interventionsarme Geburt: Hausgeburten werden in der Regel interventionsarm begleitet, was das Risiko für Dammschnitte, Geburtsverletzungen und Kaiserschnitte reduziert.
Nachteile einer Hausgeburt
Neben den vielen Vorteilen gibt es auch einige Punkte, die Sie bei der Entscheidung für eine Hausgeburt beachten sollten:
- Verlegung ins Krankenhaus: Bei etwa jeder vierten bis fünften Schwangeren bei der Geburt des ersten Kindes ist eine Verlegung ins Krankenhaus notwendig. Dies ist in der Regel kein Notfall, sondern ein Zeichen dafür, dass die Geburt länger dauert oder nicht wie erwartet voranschreitet.
- Risiko für Komplikationen: Hausgeburtskinder haben ein leicht erhöhtes Risiko für Komplikationen, falls nach der Geburt Schwierigkeiten auftreten. Dies liegt daran, dass es etwas länger dauert, bis ein Kinderarzt bei einem Notfall zur Verfügung steht.
- Weniger Unterstützung im Wochenbett: Im Krankenhaus werden Sie nach der Geburt rundum betreut und müssen sich in den ersten Tagen um nichts kümmern. Zu Hause müssen Sie sich selbst um die Versorgung des Babys und Ihre eigene Erholung kümmern.
- Medizinische Gründe: Es kann medizinische Gründe geben, die gegen eine Hausgeburt sprechen. In diesem Fall müssen Sie sich nach einer alternativen Geburtsstätte umsehen.
Planung einer Hausgeburt
Wenn Sie sich für eine Hausgeburt entscheiden, ist es wichtig, frühzeitig mit der Planung zu beginnen:
- Suche nach einer Hebamme: Nicht alle Hebammen führen Hausgeburten durch. Es kann schwierig sein, eine Hebamme zu finden, die Hausgeburten betreut.
- Terminvereinbarung: Hausgeburtshebammen können nicht beliebig viele Schwangere gleichzeitig betreuen. Je früher Sie sich melden, desto größer ist die Chance, dass die Hebamme Ihrer Wahl noch freie Kapazitäten hat.
- Vertrauensverhältnis: Das Vertrauensverhältnis zwischen der Hebamme und der werdenden Mutter ist bei einer Hausgeburt besonders wichtig. Die Hebamme sollte Sie bereits während der Schwangerschaft betreuen, um ein gutes Vertrauensverhältnis aufzubauen.
- Vorbereitung: Sie sollten Ihre Vorbereitungen für die Geburt und das Wochenbett rechtzeitig abschließen. Die Hebamme berät Sie, was Sie für die Geburt und das Wochenbett alles brauchen und worauf Sie bei der Einrichtung des Gebärzimmers achten sollten.
- Krankenhaus-Tasche: Packen Sie eine Kliniktasche, falls eine Verlegung ins Krankenhaus notwendig wäre.
- Betreuung für andere Kinder: Wenn Sie bereits Kinder haben, sollten Sie eine Betreuungsperson organisieren, die auf Abruf bereitsteht.
Ablauf einer Hausgeburt
Wenn die Wehen einsetzen, rufen Sie Ihre Hebamme an. Sie wird Sie untersuchen, die Herztöne des Babys abhören und die Lage des Babys ertasten. Die Hebamme wird die Geburt so natürlich wie möglich begleiten und auf unnötige Interventionen verzichten.
Ist das Baby da, bleibt die Hebamme noch einige Stunden bei Ihnen, um zu überwachen, ob es Ihnen und dem Neugeborenen gut geht.
Falls es während der Geburt zu Komplikationen kommt, müssen Sie ins Krankenhaus verlegt werden. Die Hebamme ist darauf vorbereitet und wird Sie und Ihr Kind bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes oder des Kindernotarztes versorgen.
Kosten einer Hausgeburt
Die Kosten für die Hausgeburt sowie die Hausbesuche im Wochenbett werden von der Krankenkasse übernommen. Die Mietkosten für einen Geburtspool sind nicht durch die Grundversicherung gedeckt, werden aber oftmals von der Zusatzversicherung übernommen.
Häufig gestellte Fragen
Ist eine Hausgeburt sicher?
Eine Hausgeburt ist genauso sicher wie eine Geburt im Krankenhaus, wenn sie von einer erfahrenen Hebamme betreut wird. Die Hebamme ist darauf vorbereitet, Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Falls es zu einem Notfall kommt, wird die Frau umgehend ins Krankenhaus verlegt.
Welche Risiken birgt eine Hausgeburt?
Die Risiken einer Hausgeburt sind gering, aber es gibt einige Punkte, die Sie beachten sollten:
- Verlegung ins Krankenhaus: Die Wahrscheinlichkeit einer Verlegung ins Krankenhaus ist bei einer Hausgeburt höher als bei einer Geburt im Krankenhaus.
- Komplikationen: Hausgeburtskinder haben ein leicht erhöhtes Risiko für Komplikationen, falls nach der Geburt Schwierigkeiten auftreten.
- Mangelnde Unterstützung im Wochenbett: Im Krankenhaus werden Sie nach der Geburt rundum betreut und müssen sich in den ersten Tagen um nichts kümmern. Zu Hause müssen Sie sich selbst um die Versorgung des Babys und Ihre eigene Erholung kümmern.
Was passiert, wenn es zu Komplikationen kommt?
Die Hebamme ist darauf vorbereitet, Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Falls es zu einem Notfall kommt, wird die Frau umgehend ins Krankenhaus verlegt.
Wie finde ich eine Hebamme für eine Hausgeburt?
Sie können sich bei Ihrer Krankenkasse oder bei der Hebammenvereinigung Schweiz (HVS) nach Hebammen erkundigen, die Hausgeburten betreuen.
Was kostet eine Hausgeburt?
Die Kosten für die Hausgeburt sowie die Hausbesuche im Wochenbett werden von der Krankenkasse übernommen. Die Mietkosten für einen Geburtspool sind nicht durch die Grundversicherung gedeckt, werden aber oftmals von der Zusatzversicherung übernommen.
Fazit
Eine Hausgeburt mit Hebamme ist eine natürliche und selbstbestimmte Möglichkeit, Ihr Kind in Ihrem vertrauten Umfeld zur Welt zu bringen. Es ist wichtig, dass Sie sich im Vorfeld gut informieren und Ihre Bedürfnisse und Wünsche mit Ihrer Hebamme besprechen.
Wenn Sie sich für eine Hausgeburt entscheiden, können Sie eine entspannte und intime Geburt erleben, die Sie und Ihr Kind positiv prägen wird.
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