Pablo Picasso, ein Name, der untrennbar mit der Kunst des 20. Jahrhunderts verbunden ist, wurde am 2Oktober 1881 in der andalusischen Stadt Málaga, Spanien, geboren. Sein vollständiger Name war Pablo Diego José Francisco de Paula Juan Nepomuceno María de los Remedios Crispiniano de la Santísima Trinidad Ruiz y Picasso – ein Beweis für die spanische Tradition, Kindern zahlreiche Vornamen zu geben.
Picassos Eltern, José Ruiz Blasco, ein Maler und Kunstlehrer, und María Picasso y López, eine Hausfrau, erkannten früh das künstlerische Talent ihres Sohnes. Schon im Alter von sieben Jahren begann Pablo zu malen und seine Eltern förderten seine Leidenschaft mit großer Hingabe. Sie wünschten sich eine klassische Kunstausbildung für ihren Sohn und schrieben ihn an den Schulen ein, an denen sein Vater als Kunstlehrer tätig war.
Die frühen Jahre: Von Málaga nach Barcelona
Im Jahr 1897, im zarten Alter von 16 Jahren, begann Pablo seinen eigenen künstlerischen Weg zu beschreiten. Er brach seine Ausbildung an der Königlichen Akademie von San Fernando nach kurzer Zeit ab, um das Großstadtleben in Madrid zu genießen. Gemeinsam mit einem Freund verbrachte er auch einige Zeit in einem katalanischen Dörfchen.
Nach zwei Jahren, in denen er seine künstlerische Karriere nur sporadisch verfolgte, zog Pablo nach Barcelona, wo seine Familie mittlerweile lebte. Er hatte sich verändert, sprach nun Katalanisch und entschied sich, die klassische Kunstausbildung, die seine Eltern für ihn vorgesehen hatten, endgültig aufzugeben. Von nun an signierte er seine Werke nicht mehr mit p. ruiz, dem Nachnamen seines Vaters, sondern immer häufiger mit p. picasso , dem Nachnamen seiner Mutter.
Im Jahr 1900 stellte Pablo Picasso erstmals seine Gemälde in einer Einzelausstellung in Barcelona aus. Im selben Jahr war eines seiner Werke im spanischen Bereich der Weltausstellung in Paris zu sehen. Dies war Picassos erster Besuch in Montmartre, dem pulsierenden Kunstviertel von Paris.
Die Blaue Periode: Melancholie und Traurigkeit
Der Verlust eines engen Freundes im Jahr 1901 traf Picasso schwer. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er vor allem Porträts, Stillleben und Landschaften gemalt und mit verschiedenen Formen, Farben und Perspektiven experimentiert. Nach dem tragischen Verlust seines Freundes wandte sich Picasso neuen Themen und Techniken zu. Seine Werke spiegelten nun seine melancholische Stimmung wider.
Seine Gemälde zeigten oft mittellose, traurige und verzweifelte Menschen. Die dominierenden Blautöne in seinen Werken führten dazu, dass diese Zeit als blaue periode bezeichnet wird. Ein bekanntes Werk aus dieser Zeit ist der blaue raum , das 1901 entstand.
Die Rosa Periode: Wärme und Zirkusatmosphäre
Picassos Umzug nach Paris im Jahr 1904 markierte das Ende der Blauen Periode. Eine neue Lebensphase begann, die sich auch in seinem Schaffen widerspiegelte: die rosa periode .
Picasso verwendete nun wärmere Farbtöne wie Ocker, Rosa und Erdfarben. Seine Motive waren oft Akrobaten, Harlekine und andere Zirkuskünstler, die damals eher am Rande der Gesellschaft standen. Seine Pinselstriche wurden weicher und fließender, die Formen teilweise leicht verzerrt. Die Rosa Periode endete im Jahr 1906.
Die fräulein von avignon : Der Beginn des Kubismus
Picasso begann an einer großen Komposition zu arbeiten, die später den Namen die fräulein von avignon (Originaltitel: les demoiselles d'avignon ) erhielt. Das Werk, das fünf nackte Frauen in zweideutigen Positionen und mit maskenartigen Gesichtern zeigte, wurde von Kritikern als menschenunwürdig und provokant empfunden.

Picasso brach mit traditionellen Formen und Perspektiven und schuf eine neue, abstrakte Welt. Mit diesem Gemälde legte er den Grundstein für den kubismus , den er später zusammen mit dem französischen Künstler Georges Braque entwickelte.
Der Kubismus: Eine Revolution der Kunst
Der Begriff kubismus leitet sich vom französischen Wort cube (Würfel) ab. Picasso und Braque zerlegten Objekte in ihre geometrischen Grundformen und zeigten sie aus verschiedenen Blickwinkeln. Dies war eine absolute Neuerung in der Kunstwelt.
Bis dahin hatten Künstler Gegenstände so dargestellt, wie man sie in der Wirklichkeit sehen würde. Kubisten wie Picasso zeigten beispielsweise eine Vase nicht nur von vorne, sondern auch von oben, unten und den Seiten. Die Werke, die Picasso zwischen 1907 und 1920 schuf, wirken oft zersplittert wie ein Mosaik.
Zusammen mit Braque fertigte Picasso auch Collagen an, bei denen Papier, Zeitungsausschnitte und andere Materialien auf Leinwände geklebt wurden. Picasso griff nach langer Zeit wieder vermehrt zu bunteren Farben. Er malte vor allem Stillleben und Porträts, wobei die Formen oft ineinander übergingen. Die Darstellung eines Gegenstands aus unterschiedlichen Blickwinkeln ist typisch für den Kubismus.
Mit ihrer revolutionären Herangehensweise ebneten Picasso und Braque den Weg für die abstrakte Kunst der Moderne und lösten weitere wegweisende Entwicklungen in der Kunstszene aus.

Surrealistische Einflüsse und Politisches Engagement
Die Werke aus Picassos kubistischer Phase stehen im Gegensatz zu denen, die er in den folgenden Jahrzehnten schuf. Diese wirkten naturgetreuer und er verwendete wieder mehr klassische Techniken. Es lassen sich auch Einflüsse des Surrealismus erkennen, obwohl Picasso selbst dies anders sah.
Der Surrealismus ist eine künstlerische Bewegung des 20. Jahrhunderts, deren Vertreter traumähnliche, unlogische Welten in ihren Werken darstellten. Ein bekannter Surrealist ist der Spanier Salvador Dalí. Auch einige von Picassos Werken zeigen unwirkliche Perspektiven und Szenen aus einer anderen, magischen Welt.
In den 1930er Jahren probierte sich Picasso in anderen Kunstfeldern aus: Er baute Skulpturen und formte Keramiken. Seine Skulpturen fanden jedoch erst nach seinem Tod Beachtung, da er sie zu Lebzeiten nicht ausstellte.
Während des spanischen Bürgerkriegs ( 1936-1939 ) unterstützte Picasso die demokratisch gewählten Republikaner und schuf das berühmte Gemälde guernica . Damit reagierte er auf den Bombenangriff deutscher und italienischer Soldaten auf die spanische Stadt Guernica.
Der Mythos Picasso: Ruhm und Kritik
Picassos politisches Engagement für die Rechte von Armen und Unterdrückten wurde nicht von allen geteilt. Auch sein Lebensstil war immer wieder Gegenstand der Kritik. Obwohl er zweimal heiratete, hatte er während seiner Ehen zahlreiche Affären. Seine zweite Frau war 18 Jahre jünger als er und zu Beginn ihrer Beziehung noch minderjährig. Viele sahen Picasso als Macho, der Frauen verachtete und von sich selbst sehr überzeugt war.
Nichtsdestotrotz gilt Picasso heute als einer der berühmtesten und einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Er starb 1973 im Alter von 91 Jahren in seiner Wahlheimat Frankreich und hinterließ der Nachwelt tausende Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und Keramiken, die heute in Museen auf der ganzen Welt zu sehen sind.
Häufig gestellte Fragen
Wo wurde Pablo Picasso geboren?
Pablo Picasso wurde am 2Oktober 1881 in Málaga, Spanien, geboren.
Wann begann Picasso mit dem Malen?
Picasso begann bereits im Alter von sieben Jahren mit dem Malen.
Was war Picassos berühmteste Kunstphase?
Picasso ist bekannt für seine verschiedenen Kunstphasen, darunter die Blaue Periode, die Rosa Periode und der Kubismus. Jede Phase zeichnet sich durch einzigartige Stile, Themen und Farben aus.
Was ist guernica ?
Guernica ist ein berühmtes Gemälde von Picasso, das als Reaktion auf den Bombenangriff auf die spanische Stadt Guernica während des Spanischen Bürgerkriegs entstand. Es ist ein kraftvolles Anti-Kriegs-Statement.
Welche anderen Kunstformen beherrschte Picasso?
Neben der Malerei war Picasso auch ein begabter Keramiker und Bildhauer. Seine Skulpturen fanden jedoch erst nach seinem Tod größere Beachtung.
Wo kann man Werke von Picasso sehen?
Werke von Picasso sind in Museen auf der ganzen Welt zu sehen. Einige der wichtigsten Sammlungen befinden sich im Musée Picasso in Paris, im Museo Picasso Málaga und im Museum of Modern Art (MoMA) in New York.
Tabellarische Zusammenfassung
| Kunstphase | Zeitraum | Merkmale | Beispiele |
|---|---|---|---|
| Blaue Periode | 1901-1904 | Dominierende Blautöne, melancholische Themen, mittellose Menschen | der blaue raum |
| Rosa Periode | 1904-1906 | Wärmere Farbtöne, Zirkusmotive, weichere Pinselstriche | die familie der akrobaten |
| Kubismus | 1907-1920 | Zerlegung von Objekten in geometrische Formen, Darstellung aus verschiedenen Blickwinkeln | die fräulein von avignon |
Pablo Picasso war ein Künstler, der die Kunstwelt für immer veränderte. Sein Werk ist ein Spiegelbild seiner Zeit, seiner Emotionen und seiner Vision. Er hinterließ ein Vermächtnis, das bis heute Künstler und Kunstliebhaber inspiriert.
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