Die Geburt eines Kindes ist ein Wunder, aber manchmal verläuft sie nicht ganz so, wie man es erwartet. Eine Besonderheit ist die Steißgeburt, bei der das Kind mit den Füßen zuerst zur Welt kommt. Während die meisten Babys mit dem Kopf voran geboren werden, liegt bei einer Steißgeburt der Kopf des Kindes nach oben in der Gebärmutter. Dies wird auch als Beckenendlage (BEL) bezeichnet.
Was ist eine Steißgeburt?
In der Schwangerschaft liegt das Kind normalerweise mit dem Kopf nach unten in der Gebärmutter. Dies ist die optimale Position für eine natürliche Geburt. Bis zur 3Schwangerschaftswoche haben sich etwa 80 % der Kinder in diese Position gedreht, und bis zum Geburtstermin haben sich weitere 15 % umgedreht. Allerdings drehen sich nicht alle Kinder, und etwa 4 % der Geburten erfolgen in Steißlage. Bei Frühgeburten ist diese Lage mit 10–15 % sogar noch häufiger.
Bei einer Steißgeburt kommt das Kind mit dem Kopf nach oben und dem Steiß nach unten zur Welt. Es gibt verschiedene Arten der Steißlage, zum Beispiel:
- Reine Steißlage: Der Steiß des Kindes ist nach unten gerichtet, die Beine sind gestreckt und die Füße sind zusammen.
- Kniebeuge-Steißlage: Die Beine des Kindes sind an den Knien gebeugt, und die Füße befinden sich in der Nähe des Gesäßes.
- Fußlage: Die Füße des Kindes sind nach unten gerichtet, und der Steiß befindet sich in der Nähe des Gesäßes.
Risiken einer Steißgeburt
Die Geburt bei Steißlage ist aus mehreren Gründen risikoreicher als Geburten, bei denen der Schädel vorangeht:
Nabelschnurvorfall
Der Steiß dichtet den Geburtskanal nach unten nicht so gut ab wie der größere Kopf. Das bedeutet, dass die Nabelschnur am Steiß vorbeirutschen und zum Nabelschnurvorfall führen kann. Dies ist ein Notfall, da die Nabelschnur abgeklemmt wird und das Kind keinen Sauerstoff mehr erhält.
Verhakte Arme
Die Arme des Kindes können sich im Geburtskanal verhaken und unter Umständen nur mit Zug gelöst werden. Dies kann zu einer Schädigung der Armnerven führen.
Schwierige Geburt des Kopfes
Der Steiß des Kindes hat einen geringeren Umfang als der Kopf und dehnt den Geburtskanal deshalb nicht genügend. Die Geburt des Kopfes wird dadurch erschwert. Es besteht das Risiko, dass der Kopf des Kindes nicht genügend Platz hat, um durch den Geburtskanal zu gelangen.
Sauerstoffmangel
Wenn erst der Nabel und danach der Kopf geboren wird, wird die Nabelschnur zwangsläufig abgedrückt und der Säugling erhält keinen Sauerstoff. Diese Zeit ist die kritischste während einer Steißgeburt. Wird der Kopf nicht innerhalb von 3–5 Minuten geboren, erstickt das Kind oder kann eine schwere Schädigung erleiden.
Möglichkeiten zur Geburtsvorbereitung
Wegen dieser Risiken versucht die Geburtshelferin, entweder das Kind ab der 3Schwangerschaftswoche vor der Geburt aus der Steißlage in eine Schädellage zu drehen ( äußere Wendung ). Gelingt dies nicht, kann die Frau das Kind trotzdem natürlich entbinden. Allerdings haben nicht alle Kliniken Erfahrung bei Geburten aus der Beckenendlage. Deshalb lohnt es sich, vor der Geburt das Gespräch mit der Klinik zu suchen.
Alternative Methoden zur äußeren Wendung
Als Alternativen zur äußeren Wendung werden die Indische Brücke (Lagerungsübung), Moxibustion (Wärmebehandlung der Akupunkturpunkte), Akupunktur und die Zilgrei-Methode (Atemtechnik) angeboten. Ihre Wirksamkeit ist aber umstritten.
Wann ist ein Kaiserschnitt notwendig?
Es gibt aber auch Umstände, unter denen sich ein Kaiserschnitt nicht vermeiden lässt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn:
- Ein Missverhältnis zwischen Größe des Kopfs und Geburtskanal besteht.
- Fehlbildungen des Kindes oder besondere mütterliche Risiken bestehen.
- Das Kind mehr als 3 500 g wiegt.
- Das Kind den Kopf nicht überstreckt und beide Füße nicht gerade nach unten liegen (reine Fußlage).
Häufig gestellte Fragen
Kann man mit den Füßen zuerst geboren werden?
Ja, es ist möglich, mit den Füßen zuerst geboren zu werden. Dies wird als Steißgeburt oder Beckenendlage bezeichnet. Es ist zwar weniger häufig als eine Schädellage, aber es ist keine Seltenheit.
Ist eine Steißgeburt gefährlich?
Eine Steißgeburt ist risikoreicher als eine Schädellage, aber mit der richtigen Betreuung und Planung kann sie sicher sein. Es gibt verschiedene Faktoren, die das Risiko einer Steißgeburt erhöhen, wie z. B. Das Gewicht des Kindes, die Größe des Beckens der Mutter und die Position des Kindes im Geburtskanal.
Was kann man tun, um eine Steißgeburt zu verhindern?
Es gibt keine Garantie, dass ein Kind nicht in Steißlage geboren wird. Allerdings gibt es einige Dinge, die Sie tun können, um die Wahrscheinlichkeit einer Steißgeburt zu verringern, wie z. B. Regelmäßige Bewegung, Yoga und bestimmte Übungen während der Schwangerschaft.
Was passiert, wenn ein Kind in Steißlage geboren wird?
Die meisten Kinder, die in Steißlage geboren werden, sind gesund. Es gibt jedoch einige Risiken, die mit einer Steißgeburt verbunden sind, wie z. B. Eine Nabelschnurvorfall, eine Schädigung der Armnerven und eine schwierige Geburt des Kopfes.
Was sind die Vorteile einer Steißgeburt?
Es gibt keine besonderen Vorteile einer Steißgeburt. Es ist wichtig, die Risiken und Vorteile einer Steißgeburt mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme zu besprechen, um die beste Entscheidung für Sie und Ihr Kind zu treffen.
Fazit
Eine Steißgeburt ist zwar keine ideale Situation, aber mit der richtigen Betreuung und Planung kann sie sicher sein. Es ist wichtig, mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme über die Risiken und Vorteile einer Steißgeburt zu sprechen, um die beste Entscheidung für Sie und Ihr Kind zu treffen. Wenn Sie Fragen oder Bedenken haben, zögern Sie nicht, sich an Ihren Arzt oder Ihre Hebamme zu wenden.
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