Die Geburt von Welpen ist ein wunderschönes und aufregendes Ereignis, das jedoch auch mit einigen Herausforderungen verbunden sein kann. Als Hundehalter ist es wichtig, sich über die verschiedenen Phasen der Geburt, mögliche Komplikationen und die optimale Versorgung der Hündin und ihrer Welpen nach der Geburt zu informieren. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Leitfaden, der Ihnen dabei helfen soll, die Geburt Ihres Hundes bestmöglich zu begleiten.
Die Phasen der Geburt beim Hund
Die Geburt eines Hundes, auch als Wurf bezeichnet, verläuft in drei klar definierten Phasen:
Öffnungsphase
Die Öffnungsphase dauert in der Regel sechs bis zwölf Stunden. In dieser Zeit kann die Hündin unruhig sein, hecheln und Nestbauverhalten zeigen. Sie frisst in der Regel nicht mehr. Ein Schleimabgang aus der Vulva ist ein deutliches Zeichen für den beginnenden Geburtsprozess. Die Gebärmutter kontrahiert, allerdings noch ohne Bauchpresse. Es ist wichtig, in dieser Phase für eine ruhige Umgebung zu sorgen, da die Hündin sehr empfindlich auf Störungen reagieren kann.
Austreibungsphase
In der Austreibungsphase geht das Fruchtwasser ab, und die Hündin zeigt eine Bauchpresse, die auf Wehen hinweist. Die Welpen werden von einer Fruchthülle, dem sogenannten Amnion, umgeben geboren. Die Hündin befreit die Welpen von der Hülle und beißt die Nabelschnur durch. Die Zeit zwischen dem Abgang des Fruchtwassers und der Geburt des ersten Welpen sollte maximal vier Stunden betragen. Die Zeit zwischen den einzelnen Welpen darf maximal drei Stunden dauern. Die gesamte Geburtenphase sollte bei Hunden zwölf Stunden nicht überschreiten, wobei Pausen möglich sind, in denen die Hündin ihre Energiereserven wieder auffüllen kann.
Nachgeburtsphase
In der Nachgeburtsphase werden die Nachgeburten ausgeschieden. Pro Welpe wird eine Nachgeburt aus dem Geburtskanal ausgetrieben, entweder direkt mit dem Welpen oder innerhalb der nächsten 15 Minuten. Die Hündin frisst die Nachgeburten meistens auf. Allerdings sollte sie nicht mehr als zwei Nachgeburten fressen, da sie sonst Durchfall entwickeln könnte. Halten Sie die Hündin also davon ab, zu viele Nachgeburten zu verzehren.
Wichtige Vorbereitungen für die Geburt
Um die Geburt Ihres Hundes so reibungslos wie möglich zu gestalten, sollten Sie folgende Vorbereitungen treffen:
- Professionelle Beratung: Konsultieren Sie einen Tierarzt oder eine Tierärztin, um sich über die Trächtigkeit und die Geburt Ihres Hundes zu informieren.
- Wurfkiste: Bereiten Sie eine Wurfkiste vor, in der die Hündin mit den Welpen bequem liegen kann. Die Wurfkiste sollte leicht zu reinigen sein und einen zusätzlichen Rückzugsort für die Hündin bieten.
- Wärmequelle: Stellen Sie eine Wärmequelle, wie z.B. Ein Rotlicht, bereit.
- Welpenmilch: Besorgen Sie sich Welpenmilch und Flaschen, falls die Hündin die Welpen nicht ausreichend säugen kann.
- Ruhige Umgebung: Sorgen Sie für eine ruhige, stressarme und warme Umgebung für die Hündin während der Geburt.
- Beobachtung: Beobachten Sie die Hündin aufmerksam während der Geburt und greifen Sie im Notfall ein.
Mögliche Komplikationen bei der Geburt
Leider kann es bei der Geburt von Hunden zu Komplikationen kommen. Diese können sowohl von der Hündin als auch von den Welpen ausgehen.
Komplikationen bei der Hündin
- Gebärmuttererkrankungen: Erkrankungen der Gebärmutter können die Geburt erschweren oder unmöglich machen.
- Enger Geburtsweg: Ein zu enger Geburtsweg kann die Geburt erschweren und zu einem Kaiserschnitt führen.
- Rassebedingte Probleme: Manche Rassen, wie z.B. Der Boston Terrier, haben häufiger Probleme bei der Geburt.
Komplikationen bei den Welpen
- Zu viele Welpen: Eine große Anzahl von Welpen kann zu Komplikationen führen, da der Platz im Geburtskanal begrenzt ist.
- Fehlbildungen: Fehlbildungen bei Welpen können die Geburt erschweren oder unmöglich machen.
- Große Welpen: Zu große Welpen können ebenfalls den Geburtsweg blockieren.
- Wasserkopf: Der Wasserkopf (Hydrocephalus) ist eine schwerwiegende Fehlbildung des Gehirns, die bei Hunden vorkommen kann.
- Tote Welpen: Tote Welpen können zu Komplikationen führen und die Hündin gefährden.
- Lage-, Stellungs- und Haltungsanomalien: Die Welpen können falsch herum oder falsch positioniert in den Geburtskanal eintreten, was die Geburt erschwert.
- Einlingsgeburt: Eine Einlingsgeburt ist als Risiko anzusehen, da der einzige Welpe häufiger zu Schwergeburten führt.
Wann Tierärztliche Hilfe erforderlich ist
Es gibt verschiedene Anzeichen, die auf Komplikationen bei der Geburt hindeuten und die sofortige tierärztliche Hilfe erfordern. Dazu gehören:
- Temperatur unter 37 Grad: Wenn die Körpertemperatur der Hündin unter 37 Grad Celsius sinkt, beginnt die Geburt in der Regel innerhalb der nächsten 24 Stunden. Wenn nach 24 Stunden noch kein Welpe geboren ist, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen.
- Keine Geburt nach 20 Minuten Bauchpresse: Wenn die Hündin trotz Bauchpresse nach 20 Minuten keinen Welpen geboren hat, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen.
- Grüner oder eitriger Vaginalausfluss: Grüner oder eitriger Vaginalausfluss sowie starke Blutungen während der Geburt sind Anzeichen für eine mögliche Infektion und erfordern tierärztliche Hilfe.
- Feststeckender Welpe: Wenn ein Welpe im Geburtskanal feststeckt, sollten Sie sofort einen Tierarzt kontaktieren.
- Tote Welpen: Tote Welpen können zu Komplikationen führen und die Hündin gefährden. Suchen Sie in diesem Fall sofort einen Tierarzt auf.
- Gestörtes Allgemeinbefinden der Hündin: Wenn die Hündin während der Geburt ein gestörtes Allgemeinbefinden zeigt, z.B. Schwäche, Apathie oder Atemnot, sollten Sie sofort einen Tierarzt kontaktieren.
- Mehr als 3 Stunden zwischen den Welpen: Wenn zwischen der Geburt zweier Welpen mehr als drei Stunden liegen, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen.
Die optimale Versorgung nach der Geburt
Nach der Geburt ist es wichtig, sowohl die Hündin als auch die Welpen optimal zu versorgen.
Versorgung der Hündin
- Temperaturkontrolle: Kontrollieren Sie die Temperatur der Hündin täglich in der Woche nach der Geburt.
- Wundkontrolle: Wenn ein Kaiserschnitt durchgeführt wurde, kontrollieren Sie die Wunde täglich.
- Gesäugekontrolle: Überprüfen Sie das Gesäuge der Hündin regelmäßig auf Schwellungen, Rötungen und Wärme.
- Ernährung: Geben Sie der Hündin während der Laktation ein energie-, calcium- und proteinreiches Futter.
- Gewicht: Wiegen Sie die Hündin regelmäßig, um auszuschließen, dass sie zu viel Gewicht verliert.
- Entwurmung: Entwurmen Sie die Hündin und die Welpen ab der zweiten Woche regelmäßig in tierärztlicher Rücksprache.
Versorgung der Welpen
- Saugen: Die Welpen sollten innerhalb der ersten vier Stunden bei der Hündin das erste Mal saugen. Legen Sie die Welpen immer wieder an das Gesäuge, bis alle zuverlässig trinken.
- Füttern: Falls die Hündin die Welpen nicht ausreichend säugen kann, müssen Sie die Welpen füttern. Dies kann bedeuten, dass Sie Tag und Nacht alle zwei Stunden die Welpen füttern und anschließend den Bauch massieren müssen, bis die Welpen eigenständig ausreichend feste Nahrung zu sich nehmen.
- Gewicht: Wiegen Sie die Welpen täglich. Bereits am zehnten Tag sollten sie ihr Gewicht verdoppelt haben.
- Welpenfutter: Ab der dritten Woche können Sie Welpenfutter anbieten.
- Feste Nahrung: Ab der sechsten bis achten Woche sollten die Welpen vollständig auf feste Nahrung umgestellt worden sein.
- Umzug: Frühestens ab der achten Woche dürfen die Welpen in ihr neues Zuhause ziehen.
Wie lange dauert die Trächtigkeit bei Hunden?
Die Trächtigkeit bei Hunden dauert in der Regel 63 Tage, kann aber zwischen 58 und 68 Tagen liegen.
Wie erkenne ich, ob meine Hündin trächtig ist?
Es gibt verschiedene Anzeichen für eine Trächtigkeit bei Hunden, darunter Veränderungen im Verhalten, wie z.B. Vermehrtes Schlafen, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Nestbauverhalten, vergrößerte Zitzen, Gewichtszunahme und eine veränderte Körpertemperatur.
Was ist der Unterschied zwischen einer natürlichen Geburt und einem Kaiserschnitt?
Eine natürliche Geburt ist die Geburt eines Welpen durch den natürlichen Geburtsweg der Hündin. Ein Kaiserschnitt ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem die Welpen durch einen operativen Schnitt in der Bauchdecke der Hündin entnommen werden.
Wie viel kostet eine Geburt bei Hunden?
Die Kosten für eine Geburt bei Hunden variieren je nach Tierarztpraxis, der Komplexität der Geburt und möglichen Komplikationen. Im Durchschnitt können die Kosten zwischen 200 und 1000 Euro liegen.
Was ist die beste Art, meine Hündin auf die Geburt vorzubereiten?
Die beste Art, Ihre Hündin auf die Geburt vorzubereiten, ist, sich von einem Tierarzt beraten zu lassen und die notwendigen Vorbereitungen, wie z.B. Die Bereitstellung einer Wurfkiste, einer Wärmequelle und Welpenmilch, zu treffen. Sorgen Sie außerdem für eine ruhige und stressarme Umgebung für die Hündin.
Fazit
Die Geburt von Welpen ist ein wunderschönes und aufregendes Ereignis, das jedoch auch mit einigen Herausforderungen verbunden sein kann. Als Hundehalter ist es wichtig, sich über die verschiedenen Phasen der Geburt, mögliche Komplikationen und die optimale Versorgung der Hündin und ihrer Welpen nach der Geburt zu informieren. Durch eine gute Vorbereitung und die richtige Unterstützung können Sie die Geburt Ihres Hundes so reibungslos wie möglich gestalten.
Dieser Artikel bietet einen umfassenden Leitfaden, der Ihnen dabei helfen soll, die Geburt Ihres Hundes bestmöglich zu begleiten. Wenn Sie jedoch Zweifel oder Fragen haben, sollten Sie immer einen Tierarzt konsultieren.
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