Die Geburt von Kätzchen ist ein wunderschönes und aufregendes Ereignis, das die meisten Katzenbesitzer miterleben dürfen. Doch die Schwangerschaft und Geburt einer Katze kann auch mit Herausforderungen verbunden sein. Umso wichtiger ist es, dass Katzenbesitzer gut vorbereitet sind und die Anzeichen einer bevorstehenden Geburt erkennen können. Dieser Artikel bietet Ihnen einen umfassenden Leitfaden zur Geburt bei Katzen, von den ersten Anzeichen bis hin zur Nachsorge.
Anzeichen der Geburt bei Katzen
Die Trächtigkeit einer Katze dauert etwa neun Wochen. In den letzten Wochen der Schwangerschaft zeigen Katzen verschiedene Anzeichen, die auf eine bevorstehende Geburt hindeuten. Diese Anzeichen können je nach Katze unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
Erste Anzeichen der Geburt:
- Vermehrtes Schlafen: Katzen schlafen in den letzten Wochen der Trächtigkeit deutlich mehr als sonst.
- Gewichtszunahme: Die Katze nimmt in der letzten Phase der Trächtigkeit noch einmal deutlich an Gewicht zu.
- Vergrößerte Zitzen: Die Zitzen der Katze wachsen und werden rot.
- Veränderung des Bauches: Form und Größe des Bauches verändern sich deutlich.
- Geschwollene Milchleisten: Die Milchleisten schwellen an und bei leichtem Druck kommen Milchtropfen hervor.
- Nestbauverhalten: Die Katze sucht verstärkt nach einem geeigneten Platz zum Gebären.
Anzeichen kurz vor der Geburt:
- Unruhe: Die Katze wird unruhig und nervös.
- Verweigerung von Nahrung: Die Katze nimmt in den letzten Stunden vor der Geburt keine Nahrung mehr zu sich.
- Häufiges Toilettenbesuch: Die Katze sucht die Katzentoilette immer wieder auf, ohne Erfolg.
- Eröffnungswehen: Die Katze zeigt stetig zunehmende Eröffnungswehen, die ein bis zwei Stunden vor der Geburt einsetzen.
Sobald Sie diese Anzeichen bemerken, sollten Sie sich auf die Geburt vorbereiten. Stellen Sie sicher, dass ein geeigneter Geburtsplatz, auch Wurfkiste genannt, bereit steht. Die Wurfkiste sollte mit glatten Tüchern ausgelegt sein und einen erhöhten Einstieg haben. Sie sollte außerdem mit einem abnehmbaren Deckel verschlossen werden, um die Kätzchen vor dem Herausfallen zu schützen.
Die Geburt bei Katzen begleiten
Die Geburt einer Katze ist ein natürlicher Prozess, den die meisten Katzen ohne Hilfe meistern. Doch es ist wichtig, die Katze während der Geburt zu begleiten und auf Anzeichen von Komplikationen zu achten.
Die drei Phasen der Geburt:
Die Geburt bei Katzen verläuft in drei Phasen:
Phase 1: Eröffnungsphase
Die Eröffnungsphase kann zwischen 12 und 30 Stunden dauern. In dieser Zeit weitet sich der Geburtsweg und der Gebärmutterhals öffnet sich. Die Katze zeigt erste Wehen, die die Kitten in den Geburtskanal drücken. Äußerlich kann man diese Phase daran erkennen, dass die Katze unruhig wird und schneller atmet.
Phase 2: Austreibungsphase
In der Austreibungsphase sind die Wehen deutlich stärker und die Kitten werden durch den Geburtskanal gepresst. Das Katzenbaby wird geboren, wobei ebenfalls das Fruchtwasser und ein vaginales Sekret ausgeschieden werden.
Phase 3: Nachgeburtsphase
Zu jedem neugeborenen Kitten gehört eine Plazenta, die mit ihm ausgeschieden wird. Die meisten Katzen fressen die Plazenta instinktiv auf, da dies evolutionär bedingt ist. Dieses Verhalten sollte bei Hauskatzen jedoch etwas reguliert werden, da zu große Mengen zu Verdauungsstörungen führen können. Die Katze befreit ihre Kinder von der Fruchthülle, durchtrennt die Nabelschnur und säubert die Kitten. Die Kitten suchen dann die Zitzen ihrer Mutter für Muttermilch.
Wichtige Hinweise während der Geburt:
Während der Geburt bei Katzen sollten Sie unbedingt auf folgende Anzeichen achten, bei denen Sie den Tierarzt rufen sollten:

- Verlängerte Eröffnungsphase: Die Eröffnungswehen ziehen sich über sechs bis acht Stunden hin, die erste Babykatze ist aber immer noch nicht zur Welt gekommen.
- Starke Presswehen ohne Erfolg: Starke Presswehen, also deutlich sichtbare Kontraktionen der Bauchmuskulatur, dauern über eine zehn Minuten an, ohne dass sich die Babykatze zeigt.
- Lange Pausen zwischen den Geburten: Zwischen der Geburt zweier Kitten vergehen mehr als eineinhalb Stunden.
- Fehlende Nachgeburt: Die Plazenta tritt auch nach der Geburt des nächsten Kittens nicht aus.
- Verlängerte Trächtigkeit: Eine verlängerte Trächtigkeit (die letzte Paarung ist also länger als 69 Tage her) kann ein Hinweis auf Komplikationen sein.
- Unerklärlicher Ausfluss: Die Katze hat Ausfluss, der übermäßig schlecht riecht und blutig ist.
- Fruchtwasser ohne Presswehen: Das Fruchtwasser tritt aus, ohne dass die Bauchpresse einsetzt.
- Kitten stecken fest: Das Kitten ist bereits erkennbar, wird aber nicht innerhalb von Minuten vollkommen geboren.
Störungen während der Geburt:
Eine Dystokie beschreibt einen gestörten Verlauf der Geburt bei Katzen. Dies kann verschiedene Ursachen haben, wie zum Beispiel:

- Wehenschwäche: Die Katze hat zu schwache Wehen, um das Kitten auszutreiben.
- Verengungen des Geburtsweges: Der Geburtsweg ist zu eng, um das Kitten passieren zu lassen.
- Gebärmutterdrehung: Die Gebärmutter dreht sich, wodurch die Blutzufuhr zum Kitten unterbrochen wird.
- Zustand der Feten: Die Kitten sind zu groß, liegen quer oder sind bereits im Mutterbauch verstorben.
In diesen Fällen ist es wichtig, einen Tierarzt zu rufen, der die Katze untersuchen und gegebenenfalls Geburtshilfe leisten kann. In manchen Fällen ist ein Kaiserschnitt notwendig, um das Leben der Kitten oder der Katzenmutter zu retten.
Wie hilft man einer Katze bei der Geburt?
Es ist wichtig, dass Sie dem Tag der Geburt gut vorbereitet und zuversichtlich entgegensehen. Wenn Sie sich für eine Hausgeburt entscheiden, sollten Sie einige Vorkehrungen treffen, um sicherzustellen, dass Ihre Katze glücklich und gesund ist und in einer stressfreien Umgebung gebären kann.
Vorbereitung auf die Geburt:
- Wurfkiste vorbereiten: Richten Sie eine Wurfkiste ein, in der Ihre Katze gebären kann. Die Kiste sollte groß genug sein, dass die Katze sich hinlegen kann und über ausreichend große Seiten verfügen, damit die Kätzchen nicht herausfallen.
- Wärmequelle bereitstellen: Die Kiste sollte wärmer sein als der Rest des Raumes, um die Kätzchen in den ersten Lebenstagen zu unterstützen. Eine Infrarotlampe eignet sich dafür gut.
- Ruhige Umgebung schaffen: Sorgen Sie für eine ruhige und stressfreie Umgebung für Ihre Katze.
- Nahrung und Wasser bereitstellen: Stellen Sie Ihrer Katze ausreichend Nahrung und Wasser bereit.
- Tierarzt informieren: Informieren Sie Ihren Tierarzt, dass die Geburt bevorsteht und vereinbaren Sie einen Termin für eine Nachuntersuchung.
Während der Geburt:
- Ruhig bleiben: Bleiben Sie ruhig und unterstützen Sie Ihre Katze.
- Achten Sie auf die Anzeichen: Beobachten Sie die Katze genau und achten Sie auf Anzeichen von Komplikationen.
- Tierarzt rufen: Rufen Sie den Tierarzt, wenn Sie Anzeichen von Komplikationen bemerken.
- Die Katze nicht stören: Stören Sie die Katze nicht während der Geburt. Lassen Sie sie in Ruhe, bis die Geburt abgeschlossen ist.
Nach der Geburt:
- Kätzchen kontrollieren: Kontrollieren Sie die Kätzchen, ob sie atmen und gesund aussehen.
- Mutterkatze unterstützen: Unterstützen Sie die Mutterkatze beim Säugen der Kätzchen.
- Hygiene beachten: Halten Sie die Wurfkiste sauber und wechseln Sie die Bettwäsche regelmäßig.
- Tierarzttermin einhalten: Halten Sie den vereinbarten Termin mit Ihrem Tierarzt für eine Nachuntersuchung ein.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die Geburt bei Katzen?
Die gesamte Geburt bei Katzen kann zwischen 6 und 12 Stunden dauern. Die Eröffnungsphase kann bis zu 30 Stunden dauern, während die Austreibungsphase normalerweise innerhalb einer Stunde abgeschlossen ist. Die Nachgeburtsphase dauert etwa 15 bis 60 Minuten pro Kitten.
Wie viele Kätzchen kann eine Katze bekommen?
Die Anzahl der Kätzchen, die eine Katze bekommen kann, variiert von Katze zu Katze. Die durchschnittliche Wurfgröße liegt zwischen 3 und 5 Kätzchen.
Was tun, wenn die Katze die Nabelschnur nicht durchbeißt?
Wenn die Katze die Nabelschnur nicht selbstständig durchbeißt, sollten Sie dies vorsichtig mit einer sauberen Schere tun. Achten Sie darauf, die Nabelschnur etwa 1 cm vom Bauchnabel des Kittens entfernt zu durchtrennen.
Sollte man die Katze während der Geburt beruhigen?
Es ist wichtig, die Katze während der Geburt nicht zu stören. Sie sollte in Ruhe gelassen werden, um sich auf den Geburtsprozess zu konzentrieren. Wenn Sie die Katze beruhigen möchten, können Sie ihr sanft die Hand auf den Rücken legen oder leise mit ihr sprechen.
Wann sollte man den Tierarzt rufen?
Rufen Sie den Tierarzt, wenn Sie Anzeichen von Komplikationen bemerken, wie zum Beispiel eine verlängerte Eröffnungsphase, starke Presswehen ohne Erfolg, lange Pausen zwischen den Geburten, fehlende Nachgeburt, verlängerte Trächtigkeit, unerklärlicher Ausfluss, Fruchtwasser ohne Presswehen oder ein feststeckendes Kitten.
Fazit
Die Geburt von Kätzchen ist ein natürlicher Prozess, der in den meisten Fällen ohne Komplikationen verläuft. Doch es ist wichtig, dass Katzenbesitzer gut vorbereitet sind und die Anzeichen einer bevorstehenden Geburt erkennen können. Wenn Sie die Katze während der Geburt beobachten und auf Anzeichen von Komplikationen achten, können Sie sicherstellen, dass sowohl die Mutterkatze als auch die Kitten gesund und sicher zur Welt kommen.
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