Gebärmutterhals verkürzt: wann kommt das baby?

Die Schwangerschaft ist eine aufregende und oft herausfordernde Zeit im Leben einer Frau. Während der Schwangerschaft durchläuft der Körper viele Veränderungen, die sich auf die körperliche und emotionale Verfassung der werdenden Mutter auswirken. Eine dieser Veränderungen betrifft den Gebärmutterhals, der sich im Verlauf der Schwangerschaft verkürzt und weicher wird, um sich auf die bevorstehende Geburt vorzubereiten.

Der Gebärmutterhals, auch Zervix genannt, ist das untere Ende der Gebärmutter und verbindet diese über den Muttermund mit der Scheide. In der Schwangerschaft verlängert sich der Gebärmutterhals von seinen sonst 2 bis 2,5 Zentimetern auf etwa 3 bis 5 Zentimeter. Der Muttermund ist normalerweise bis zur Geburt fest verschlossen, um Keime und Bakterien daran zu hindern, in die Gebärmutter einzudringen.

Wenn sich der Geburtstermin nähert, dehnt sich der Gebärmutterhals durch den Druck des Kindes aus, bis sich der Muttermund öffnet. Dabei wird der Gebärmutterhals auch wieder kürzer. Der Muttermund weitet sich während der Geburt auf einen Durchmesser von etwa 10 Zentimetern – so, dass der Kopf des Kindes hindurch passt.

Inhaltsverzeichnis

Gebärmutterhalsverkürzung: Wann ist es normal?

Normalerweise verkürzt sich der Gebärmutterhals erst gegen Ende der Schwangerschaft und vor der Geburt. Der innere Muttermund öffnet sich früher als der äussere und es bildet sich eine Art Trichter. Die Zervixlänge hat nichts damit zu tun, ob es sich um das erste oder ein nachfolgendes Kind handelt. Allerdings ist der Gebärmutterhals bei Mehrlingsschwangerschaften meist verkürzt.

Normale Zervixlänge in der Schwangerschaft

Die normale Länge des Gebärmutterhalses während der Schwangerschaft hängt vom Schwangerschaftsstadium ab:

SchwangerschaftswocheNormale Zervixlänge (mm)
Vor der 2SchwangerschaftswocheGrösser als 40 Millimeter
Zwischen der 2und 3Schwangerschaftswoche40 Millimeter
Nach der 3SchwangerschaftswocheUngefähr 35 Millimeter

Man geht heute davon aus, dass eine Zervixlänge von weniger als 15 Millimeter ein alarmierendes und eine von weniger als 25 Millimeter ein ernst zu nehmendes Frühgeburtsrisiko anzeigt. Werte zwischen 25 und 35 Millimeter sollten sorgfältig beobachtet werden. Von drei Messungen bestimmt der kürzeste Wert, ob gehandelt werden muss oder nicht. Bei Werten zwischen 15 und 30 Millimeter kann ein Biomarker aus dem Vaginalsekret, das Fibronektin, einen zusätzlichen Hinweis auf die Frühgeburtswahrscheinlichkeit geben.

Ist der Gebärmutterhals dagegen noch über 35 Millimeter lang, braucht sich die Schwangere keine Sorgen zu machen.

Gebärmutterhalsverkürzung: Ursachen und Risiken

Wenn sich der Gebärmutterhals vorzeitig verkürzt und auch der Muttermund weicher wird, spricht man von einer Zervixinsuffizienz. Diese zeigt sich zwischen dem vierten und sechsten Schwangerschaftsmonat. Wenn die Länge des Gebärmutterhalses unter 2,5 Zentimeter beträgt, steigt das Risiko für eine Frühgeburt stark an.

Die Ursachen für eine Zervixinsuffizienz können vielfältig sein:

  • Infektionen : Infektionen können eine Wehentätigkeit auslösen und den Gebärmutterhals schwächen.
  • Vorangegangene komplizierte Geburten : Mehrfache Geburten oder Schwangerschaftsabbrüche können den Gebärmutterhals schwächen.
  • Operationen an der Gebärmutter : Operationen an der Gebärmutter können die Struktur des Gebärmutterhalses beeinträchtigen.
  • Mehrlingsschwangerschaften : Der erhöhte Druck auf den Muttermund bei Mehrlingsschwangerschaften kann zu einer Verkürzung des Gebärmutterhalses führen.
  • Unbekannte Ursachen : Oftmals lässt sich keine Ursache für die Gebärmutterhalsverkürzung finden.

Eine Zervixinsuffizienz kann zu folgenden Risiken führen:

  • Frühgeburt : Das grösste Risiko ist eine Frühgeburt, da der Muttermund bei verkürztem Gebärmutterhals leichter geöffnet werden kann.
  • Vorzeitige Wehen : Die Verkürzung des Gebärmutterhalses kann zu vorzeitigen Wehen führen.
  • Geburtskomplikationen : Eine Zervixinsuffizienz kann zu Geburtskomplikationen führen, wie zum Beispiel einer Nabelschnurvorfall.

Diagnose und Behandlung einer Gebärmutterhalsverkürzung

Eine Zervixinsuffizienz entwickelt sich meist, ohne dass die Schwangere es bemerkt. Den Vorsorgeuntersuchungen kommt deswegen eine besondere Bedeutung zu: Hier kann durch Tastbefund und gegebenenfalls mittels Vaginalultraschall die Länge des Gebärmutterhalses immer wieder kontrolliert werden.

Wird festgestellt, dass der Gebärmutterhals verkürzt bzw. Der Muttermund weich ist, ist die Stabilisierung der Schwangerschaft das höchste Ziel. Die Behandlung hängt von der Schwere der Zervixinsuffizienz und dem Schwangerschaftsstadium ab.

Mögliche Behandlungsmethoden:

  • Bettruhe : Die werdende Mutter sollte Bettruhe einhalten, um den Druck auf den Gebärmutterhals zu reduzieren.
  • Stressreduktion : Stress kann Wehen auslösen. Daher ist es wichtig, Stress zu vermeiden und sich zu entspannen.
  • Wehenhemmende Medikamente : Vorzeitige Wehen können mit wehenhemmenden Medikamenten behandelt werden.
  • Geschlechtsverkehr vermeiden : Geschlechtsverkehr kann die Wehentätigkeit stimulieren und sollte deshalb nicht ausgeübt werden.
  • Rauchen, Alkohol und Drogen vermeiden : Diese Substanzen können das Risiko für eine Frühgeburt erhöhen.
  • Antibiotika : Ist eine Infektion die Ursache für die Zervixinsuffizienz, wird die Schwangere mit Antibiotika behandelt.
  • Pessarring : In manchen Fällen kann ein Pessarring in die Scheide eingesetzt werden, um den Gebärmutterhals zu stützen.

In schweren Fällen kann eine Cerclage notwendig sein. Bei einer Cerclage wird der Gebärmutterhals mit einem Band umnäht, um ihn zu stabilisieren. Diese Operation wird in der Regel in einem Krankenhaus durchgeführt.

Gebärmutterhalsverkürzung: Selbsthilfemaßnahmen

Neben den ärztlichen Behandlungsmethoden können Schwangere mit einer Zervixinsuffizienz auch selbst einiges tun, um das Risiko für eine Frühgeburt zu senken:

  • Entspannungstechniken : Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen und die Wahrscheinlichkeit von Wehen zu reduzieren.
  • Gesunde Ernährung : Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten stärkt das Immunsystem und kann die Gesundheit der werdenden Mutter und des Kindes verbessern.
  • Genügend Schlaf : Ausreichend Schlaf ist wichtig für die körperliche und geistige Erholung.
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen : Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bei der Frauenärztin sind wichtig, um die Zervixlänge zu kontrollieren und frühzeitig Probleme zu erkennen.

Zur Gebärmutterhalsverkürzung

Wie schnell verkürzt sich der Gebärmutterhals vor der Geburt?

Die Geschwindigkeit, mit der sich der Gebärmutterhals vor der Geburt verkürzt, ist individuell unterschiedlich. In den meisten Fällen verkürzt sich der Gebärmutterhals in den letzten Wochen der Schwangerschaft. Bei einigen Frauen kann sich der Gebärmutterhals jedoch auch schon früher verkürzen.

Bei welcher Gebärmutterhalslänge geht die Geburt los?

Es gibt keine feste Gebärmutterhalslänge, bei der die Geburt beginnt. Die Geburt kann bei einer Zervixlänge von 1 cm bis 4 cm beginnen. Die Länge des Gebärmutterhalses ist nur ein Faktor unter vielen, die den Beginn der Geburt beeinflussen.

Kann man eine Gebärmutterhalsverkürzung verhindern?

Nicht alle Ursachen für eine Gebärmutterhalsverkürzung lassen sich verhindern. Es gibt jedoch einige Dinge, die Schwangere tun können, um das Risiko zu senken, wie z. B. Eine gesunde Lebensweise, die Vermeidung von Infektionen und die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung.

Was passiert, wenn der Gebärmutterhals zu früh verkürzt ist?

Eine frühzeitige Verkürzung des Gebärmutterhalses kann ein Zeichen für eine drohende Frühgeburt sein. Je kürzer der Gebärmutterhals, desto größer ist das Risiko für vorzeitige Wehen. In diesem Fall ist es wichtig, die Behandlung durch eine Frauenärztin zu suchen, um die Schwangerschaft zu stabilisieren.

Kann man mit einem verkürzten Gebärmutterhals noch normal entbinden?

Ja, in vielen Fällen ist eine normale Entbindung auch mit einem verkürzten Gebärmutterhals möglich. Die Wahrscheinlichkeit einer normalen Entbindung hängt von der Schwere der Zervixinsuffizienz und dem Schwangerschaftsstadium ab.

Es ist wichtig, dass sich Schwangere mit einem verkürzten Gebärmutterhals gut informieren und sich von einer Frauenärztin beraten lassen. So können sie die Schwangerschaft optimal gestalten und das Risiko für eine Frühgeburt minimieren.

Wenn Sie andere Artikel kennenlernen möchten, die Gebärmutterhals verkürzt: wann kommt das baby? ähneln, können Sie die Kategorie Gebärmutterhalsverkürzung besuchen.

Go up