Nach der Geburt ist es wichtig, dass sich die Gebärmutter, auch Uterus genannt, wieder in ihre ursprüngliche Größe zurückbildet. Dieser Prozess wird als Involution bezeichnet. Dabei zieht sich die Gebärmutter zusammen und senkt sich nach unten. Die Höhe des Fundus, der oberen Spitze der Gebärmutter, gibt Aufschluss über den Fortschritt der Involution. Ein hoher Fundusstand nach der Geburt kann ein Zeichen für Komplikationen sein und sollte daher ernst genommen werden.
Was ist ein hoher Fundusstand?
Der Fundusstand wird in Zentimetern gemessen und bezieht sich auf die Höhe der Gebärmutteroberkante über dem Schambein. Normalerweise sinkt der Fundus nach der Geburt jeden Tag um etwa 1-2 Zentimeter. Ein hoher Fundusstand liegt vor, wenn die Gebärmutter nach der Entlassung aus dem Krankenhaus noch deutlich über dem Nabel liegt, oder wenn der Fundusstand in den Tagen nach der Geburt nicht wie erwartet sinkt.
Ursachen für einen hohen Fundusstand
Es gibt verschiedene Gründe, warum der Fundusstand nach der Geburt zu hoch sein kann:
- Uterusrückstände: Wenn Teile der Plazenta oder des Fruchtwassers in der Gebärmutter zurückbleiben, kann dies die Involution verzögern und zu einem hohen Fundusstand führen.
- Gebärmutterinfektion (Endometritis): Eine Infektion der Gebärmutter kann zu Entzündungen und Schwellungen führen, die die Involution behindern.
- Blutungen: Starke Blutungen nach der Geburt können die Kontraktionen der Gebärmutter schwächen und so den Abstieg des Fundus verzögern.
- Mehrlingsschwangerschaft: Nach einer Mehrlingsschwangerschaft ist es normal, dass die Gebärmutter länger braucht, um sich wieder in ihre ursprüngliche Größe zurückzubilden.
- Übergewicht: Übergewichtige Frauen haben ein höheres Risiko für einen hohen Fundusstand, da die Gebärmutter durch das zusätzliche Gewicht stärker belastet wird.
Symptome eines hohen Fundusstandes
Ein hoher Fundusstand kann verschiedene Symptome verursachen, darunter:

- Schmerzen im Unterleib: Die Gebärmutterkontraktionen können bei einem hohen Fundusstand stärker und schmerzhafter sein.
- Starker Ausfluss: Ein erhöhter Ausfluss, der möglicherweise auch blutig oder übelriechend ist, kann ein Zeichen für eine Infektion sein.
- Fieber: Eine Gebärmutterinfektion kann zu Fieber führen.
- Schwäche und Müdigkeit: Ein hoher Fundusstand kann zu Schwäche und Müdigkeit führen, da der Körper Energie für die Regeneration benötigt.
Diagnose und Behandlung eines hohen Fundusstandes
Wenn Sie einen hohen Fundusstand nach der Geburt bemerken, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen. Er wird den Fundusstand abtasten und die Gebärmutter auf Veränderungen untersuchen. Zusätzlich kann er weitere Untersuchungen wie eine Ultraschalluntersuchung oder Bluttests durchführen, um die Ursache des hohen Fundusstandes zu klären.
Die Behandlung eines hohen Fundusstandes hängt von der Ursache ab. In vielen Fällen genügt es, die Gebärmutter durch Massage und Wärmetherapie zu stimulieren, um die Kontraktionen zu verstärken und die Involution zu fördern. Bei einer Infektion werden Antibiotika verabreicht. Blutungen werden durch Medikamente oder eine Kürettage (Ausschabung der Gebärmutter) gestoppt.
Wie senkt sich der Fundus pro Tag?
Der Fundus sinkt normalerweise jeden Tag um etwa 1-2 Zentimeter. In den ersten Tagen nach der Geburt sinkt der Fundus besonders schnell, danach verlangsamt sich der Prozess. Nach etwa 6 Wochen sollte sich die Gebärmutter wieder in ihre ursprüngliche Größe zurück gebildet haben.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Involution individuell unterschiedlich verläuft. Einige Frauen bemerken einen schnellen Abfall des Fundusstands, während andere länger brauchen, bis sich die Gebärmutter wieder in ihre ursprüngliche Größe zurückbildet. Wenn Sie sich Sorgen über Ihren Fundusstand machen, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert es, bis sich der Fundus normalisiert?
Der Fundus sollte sich innerhalb von 6 Wochen nach der Geburt wieder in seine ursprüngliche Größe zurückbilden. Es ist jedoch wichtig, dass Sie Ihren Arzt aufsuchen, wenn Sie sich Sorgen über Ihren Fundusstand machen.
Was kann ich tun, um den Fundusstand zu senken?
Sie können den Fundusstand durch verschiedene Maßnahmen unterstützen, darunter:
- Häufiges Stillen: Das Stillen stimuliert die Gebärmutterkontraktionen und fördert so die Involution.
- Wärmetherapie: Eine Wärmflasche oder ein Heizkissen auf den Unterleib kann die Gebärmutterkontraktionen verstärken.
- Massage: Eine sanfte Massage des Unterleibs kann die Gebärmutterkontraktionen fördern.
- Ausreichend Flüssigkeit: Trinken Sie viel Flüssigkeit, um die Gebärmutterkontraktionen zu unterstützen.
Welche Komplikationen können auftreten, wenn der Fundus zu hoch bleibt?
Wenn der Fundus zu hoch bleibt, kann dies zu verschiedenen Komplikationen führen, darunter:
- Gebärmutterinfektion: Ein hoher Fundusstand kann das Risiko für eine Gebärmutterinfektion erhöhen.
- Nachblutungen: Ein hoher Fundusstand kann zu Nachblutungen führen, da die Gebärmutter nicht richtig zusammenzieht.
- Schmerzen im Unterleib: Ein hoher Fundusstand kann zu Schmerzen im Unterleib führen.
Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?
Sie sollten Ihren Arzt aufsuchen, wenn Sie einen hohen Fundusstand bemerken, oder wenn Sie eines der folgenden Symptome haben:
- Starke Schmerzen im Unterleib
- Starker Ausfluss
- Fieber
- Schwäche und Müdigkeit
Fazit
Ein hoher Fundusstand nach der Geburt kann ein Zeichen für Komplikationen sein und sollte ernst genommen werden. Wenn Sie einen hohen Fundusstand bemerken, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen. Er wird die Ursache des hohen Fundusstandes klären und die richtige Behandlung einleiten.
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