Die Flexionslage, auch bekannt als vordere Hinterhauptslage, ist die ideale Ausgangsposition für eine natürliche Geburt. In dieser Lage liegt der Kopf des Kindes mit dem Hinterkopf nach unten und dem Gesicht zur Rückseite der Mutter. Diese Position ermöglicht es dem Kopf des Kindes, sich optimal durch das Becken der Mutter zu bewegen und die Geburt zu erleichtern.
Was ist die normale Geburtslage?
Während der Schwangerschaft genießt das Baby viel Platz im Mutterleib und kann sich frei bewegen. Je näher der Geburtstermin rückt, desto wichtiger wird die Lage des Kindes. Die meisten Babys nehmen eine bestimmte Position ein, die sie während der gesamten Schwangerschaft beibehalten. Manche Babys drehen sich jedoch noch in den letzten Wochen vor der Entbindung. Die endgültige Lage des Fötus ist entscheidend für die Geburt. Es gibt bestimmte Positionen, die eine natürliche vaginale Entbindung erschweren oder gar unmöglich machen.
Die Lage des Kindes wird bei jeder Mutter-Kind-Pass-Untersuchung mittels Ultraschall beurteilt. Der Frauenarzt trägt die Position mit einem Kürzel (z.B. SEL oder BEL) in den Mutter-Kind-Pass ein. Die meisten Ungeborenen sind sehr aktiv und ändern ihre Lage im Laufe der Schwangerschaft häufig. Manche Babys drücken ihren Kopf gerne gegen das Becken der Mutter, andere bevorzugen es zu sitzen, wieder andere liegen quer in der Gebärmutter.
Zusätzlich zum Ultraschall können Hebammen und Ärzte die Lage des Kindes auch von außen ertasten. Sie verwenden dazu die sogenannten Leopold-Handgriffe, eine definierte Abfolge von Untersuchungsschritten, mit deren Hilfe die Position des Kindes im Uterus ermittelt werden kann.
Die Position des Babys spielt während der Schwangerschaft eine untergeordnete Rolle, wird aber gegen Ende hin immer wichtiger. Ultraschalluntersuchungen im Rahmen der letzten beiden Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen (zwischen der 30. Und 3Schwangerschaftswoche sowie zwischen der 3und 3Schwangerschaftswoche) können erste wichtige Hinweise auf die mögliche Ausgangslage für die Geburt geben.
Optimale Startposition: Die Flexionslage
Die Flexionslage, auch bekannt als vordere Hinterhauptslage, ist die ideale Startposition für eine natürliche Geburt. In dieser Position liegt der Kopf des Kindes mit dem Hinterkopf nach unten und dem Gesicht zur Rückseite der Mutter. Diese Position wird im Mutter-Kind-Pass mit der Abkürzung SL (Schädellage) vermerkt. Der Hinterkopf des Babys zeigt zum Bauch der Mutter, mit dem Gesicht blickt das ungeborene Baby zum Rücken der Mutter.
Die Flexionslage ist die optimale Ausgangsposition für eine natürliche Geburt, da der Kopf des Kindes und Beckenumfang der Mutter an der günstigsten Position aufeinandertreffen. Etwa 95% aller Babys begeben sich rechtzeitig vor der Geburt in diese Position. Je nach Lage des kindlichen Rückens (auf der linken oder auf der rechten Seite) unterscheidet man zwischen SL I oder SL II. Für die Geburt hat dies jedoch keine Bedeutung, da sich der Kopf ohnehin erst richtig ins Becken dreht, wenn die Geburt kurz bevorsteht.
Vorteile der Flexionslage
- Optimale Position für den Geburtsvorgang: Der Kopf des Kindes kann sich optimal durch das Becken der Mutter bewegen.
- Weniger Komplikationen: Die Flexionslage ist mit einem geringeren Risiko für Komplikationen während der Geburt verbunden.
- Höhere Wahrscheinlichkeit für eine natürliche Geburt: Die Flexionslage erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine natürliche Geburt ohne Kaiserschnitt.
Lageanomalien: Wenn die Geburt erschwert wird
In etwa 5% aller Fälle erschwert die Lage des Babys eine natürliche Entbindung oder macht sie sogar unmöglich. Man spricht dann von einer Lageanomalie des Kindes.
Beckenendlage/Steißlage (BEL)
Bei der Beckenendlage oder Steißlage liegt der Kopf des Babys nicht nach unten, sondern nach oben (unter den Rippen der Mutter). Das Kind sitzt sozusagen im Mutterleib, der Rücken zeigt nach vorne. Es gibt 7 verschiedene Positionen, die sich nach der Lage der Arme, Beine und des Kopfes des Kindes unterscheiden. Manche Babys haben beide Beine gestreckt, andere kauern im Schneidersitz.
Eine natürliche Geburt aus Beckenendlage ist grundsätzlich möglich, wird aber nur selten durchgeführt. Es handelt sich um eine komplizierte Ausgangslage, die hohe Kompetenz und Erfahrung seitens des Entbindungsteams erfordert. Wird natürlich entbunden, muss die Geburt schneller vorangehen, Mutter und Kind müssen strenger überwacht werden, und es kommt häufiger zu einem Dammschnitt, um Platz für das Baby zu machen.
In der Entbindungspraxis erblicken Kinder in Beckenendlage meist per Kaiserschnitt das Licht der Welt.
Querlage
Wie der Name schon verrät, liegt das Kind bei der Querlage quer im Bauch der Mutter. Dies kommt zwar selten vor, wird aber durch eine zu hohe Fruchtwassermenge, zu viel Platz in der Gebärmutter, eine vorliegende Plazenta oder eine nachgiebige Gebärmutterwand begünstigt.
Manche Babys drehen sich vor der Geburt noch in die Schädellage. Ist dies nicht der Fall, muss per Kaiserschnitt entbunden werden, da eine natürliche Geburt zu viele Risiken (z.B. Nabelschnurvorfall, Schädigung der Gebärmutter) für Mutter und Kind bedeuten würde.
Hintere Hinterhauptslage
Bei der hinteren Hinterhauptslage liegt das Ungeborene zwar mit dem Kopf nach unten, allerdings befindet sich der Hinterkopf nicht in der richtigen Position. Das Baby sieht bei der Geburt nach oben – daher wird es umgangssprachlich auch als „Sternengucker“ bezeichnet.
Eine vaginale Geburt ist unter Berücksichtigung individueller Faktoren möglich. Hilfsmittel wie Saugglocke oder Geburtszange kommen jedoch im Vergleich zu regelkonformen Geburten häufiger zum Einsatz.
Deflexionshaltungen
Deflexionshaltungen treten erst während der natürlichen Geburt auf, wenn das Kind bereits ins mütterliche Becken eintritt. Von Deflexionshaltung spricht man, wenn sich der Kopf des Kindes von der Brust weg bewegt. Man unterscheidet dann Vorderhaupts-, Stirn-, oder Gesichtslage.
Daraus entstehen möglicherweise Geburtskomplikationen, die ein medizinisches Eingreifen (z.B. Notkaiserschnitt) erfordern können.
Äußere Wendung: Das Baby drehen
Frauen, die sich eine natürliche Geburt wünschen, haben die Möglichkeit, in der 3oder 3Schwangerschaftswoche eine äußere Wendung durchführen zu lassen, sofern sich der Nachwuchs noch nicht in der richtigen Startposition befindet.
Diese spezielle Wende-Technik wird nur in Krankenhäusern oder von erfahrenen Gynäkologen und nur unter bestimmten Voraussetzungen angeboten. Nach einer gründlichen Ultraschalluntersuchung wird der Arzt versuchen, äußeren Druck auf den Bauch auszuüben, um das Baby zu einer Drehung zu animieren.
Risiken wie z.B. Eine vorzeitige Plazentaablösung oder ein Einsetzen der Wehen müssen im Vorfeld sorgsam abgewogen werden, da der Eingriff nur in 50% aller Fälle erfolgreich ist.
Alternativ zur äußeren Wendung gibt es noch andere Methoden, das Baby zur Drehung zu animieren (z.B. Moxibustion oder das Einnehmen einer bestimmten Körperhaltung). Solche Maßnahmen sollten jedoch nur in Absprache mit der Hebamme oder mit dem Arzt beziehungsweise unter fachkundiger Anleitung ergriffen werden.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Deflexionslage?
Eine Deflexionslage liegt vor, wenn sich der Kopf des Kindes während der Geburt nicht richtig in die Flexionslage dreht. Dies kann verschiedene Ursachen haben, z.B. Eine enge Beckenform der Mutter oder eine ungünstige Position des Kindes im Becken. Es kann zu Geburtskomplikationen führen, die ein medizinisches Eingreifen erfordern können.
Was bedeutet bei einer Geburt sternengucker ?
Sternengucker ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für ein Baby in hinterer Hinterhauptslage. In dieser Position liegt der Kopf des Kindes zwar mit dem Hinterkopf nach unten, aber der Hinterkopf zeigt nicht zum Bauch der Mutter, sondern zum Rücken der Mutter. Das Baby schaut sozusagen nach oben zu den Sternen.
Wie kann ich mein Baby zur Drehung in die Flexionslage animieren?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Baby zur Drehung in die Flexionslage zu animieren. Dazu gehören:
- Moxibustion: Eine traditionelle chinesische Heilmethode, bei der getrocknetes Beifußkraut verbrannt wird, um bestimmte Akupunkturpunkte zu stimulieren.
- Spezielle Körperhaltungen: Bestimmte Körperhaltungen können das Baby dazu anregen, sich in die Flexionslage zu drehen.
- Äußere Wendung: Ein medizinischer Eingriff, bei dem der Arzt versucht, das Baby durch Druck auf den Bauch zu drehen.
Es ist wichtig, dass Sie diese Maßnahmen nur in Absprache mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt durchführen.
Ist eine natürliche Geburt bei einer Beckenendlage möglich?
Eine natürliche Geburt bei einer Beckenendlage ist grundsätzlich möglich, aber nicht einfach. Sie erfordert hohe Kompetenz und Erfahrung seitens des Entbindungsteams. In den meisten Fällen wird jedoch ein Kaiserschnitt empfohlen.
Zusammenfassung
Die Flexionslage ist die ideale Ausgangsposition für eine natürliche Geburt. In dieser Position liegt der Kopf des Kindes mit dem Hinterkopf nach unten und dem Gesicht zur Rückseite der Mutter. Diese Position ermöglicht es dem Kopf des Kindes, sich optimal durch das Becken der Mutter zu bewegen und die Geburt zu erleichtern.
Es gibt verschiedene Lageanomalien, die eine natürliche Geburt erschweren oder unmöglich machen. In diesen Fällen kann eine äußere Wendung oder ein Kaiserschnitt erforderlich sein. Es ist wichtig, dass Sie sich mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme über die beste Vorgehensweise für Ihre Situation informieren.
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