Ein Fingerbruch, auch bekannt als Fingerfraktur, ist eine häufige Verletzung, die durch einen Sturz, einen starken Anprall oder eine Stauchung des Fingers in der Längsachse verursacht wird. Letzteres tritt häufig beim Ballsport auf. Ein Fingerbruch kann starke Schmerzen, Schwellungen und eine erhebliche Bewegungseinschränkung verursachen. In den meisten Fällen kann ein Fingerbruch mit einer mehrwöchigen Ruhigstellung behandelt werden. Wenn der Bruch jedoch verdreht, verschoben oder in der Nähe eines Gelenks liegt, ist eine Operation erforderlich, um bleibende Fehlstellungen zu vermeiden.
Symptome eines Fingerbruchs
Die häufigsten Symptome eines Fingerbruchs sind:
- Druckschmerz
- Bewegungsschmerz
- Starke Schwellung
- Bewegungseinschränkung
- Schmerzhaftes Hämatom unter dem Fingernagel (wenn das Endglied betroffen ist)
Wenn Sie nach einem Unfall diese Symptome verspüren, sollten Sie noch am gleichen Tag einen Arzt aufsuchen.
Anatomie des Fingers
Die Finger bestehen aus mehreren Gliedern, die anatomisch als Phalangen bezeichnet werden und im Strahl angeordnet sind. Der Daumen hat zwei Phalangen, die restlichen Finger jeweils drei: Grundglied, Mittelglied und Endglied. Die Fingerglieder sind über die Fingergelenke verbunden, die durch Gelenkkapsel und Bänder verstärkt werden. Darüber liegen Sehnen und Muskeln.
Ursachen für einen Fingerbruch
Da die Finger ständig und ungeschützt im Einsatz sind, gibt es viele Möglichkeiten, sie zu brechen. Die häufigsten Ursachen sind:
- Quetschung (z. B. In der Autotür)
- Zerrung
- Verdrehung
- Direkte Gewalt
- Schlag auf den Finger (z. B. Beim Handwerken)
- Sport (insbesondere Ballsportarten)
Besonders häufig ist das Endglied des Mittelfingers betroffen. Bei Menschen über 65 Jahren sind vor allem Frauen von Fingerbrüchen betroffen, wahrscheinlich aufgrund der im Alter schlechter werdenden Knochensubstanz.
Arten von Fingerbrüchen
Je nachdem, welches Fingerglied betroffen ist, unterscheidet man:
- Proximale Brüche (am Grundglied)
- Mediale Brüche (am Mittelglied)
- Distale Brüche (am Fingerendglied)
Im Vergleich zu Brüchen an größeren Knochen verlaufen Fingerbrüche häufiger schräg oder spiralförmig. Die Bruchflächen verschieben sich dadurch häufig gegeneinander oder verkippen sogar.
Diagnose eines Fingerbruchs
Die oben genannten Symptome lassen sofort den Verdacht auf einen möglichen Fingerbruch aufkommen. Oft lassen sich die Schmerzen verstärken, wenn der Arzt den betroffenen Finger in seiner Längsachse staucht – ein einfacher, aber nicht ganz sicherer Test.
Zur Diagnosesicherung sind Röntgenaufnahmen erforderlich. Bei komplizierteren Verletzungen mit Gelenkbeteiligung ist auch eine CT zur besseren Beurteilung notwendig. Um begleitende Verletzungen von Gefäßen und Nerven nicht zu übersehen, prüft der Arzt die Durchblutung, Beweglichkeit (Motorik) und Sensibilität von Hand und Fingern. Besteht diesbezüglich ein Verdacht, wird meist ein MRT veranlasst.
Differenzialdiagnosen
Prellungen und Zerrungen sowie Sehnen- und Bandverletzungen können ebenfalls erhebliche Schmerzen und Bewegungseinschränkungen an den Fingern verursachen. Des Weiteren muss abgeklärt werden, ob andere Brüche vorliegen, z. B. Ein Mittelhandbruch, ein Handwurzel- oder Kahnbeinbruch oder ein Speichenbruch.
Erste Hilfe bei einem Fingerbruch
Sofort nach der Verletzung (schon vor dem Gang in die Arztpraxis) sind die Maßnahmen der PECH-Regel angebracht:
- P ause: Hand sofort ruhig stellen und schonen.
- E is: Gelenk 15 bis 20 Minuten lang kühlen. Dabei dürfen Eiswürfel und Coolpacks nicht direkt, sondern nur in ein Tuch gewickelt auf die Haut kommen, da sie sonst Kälteschäden hervorrufen.
- C ompression: Ein Kompressionsverband lindert das Anschwellen. Achtung, nicht zu stramm anlegen, damit Blutzu- und abfuhr gewährleistet bleiben!
- H ochlagern: Das Hochlagern von Hand und Arm verhindert eine zu starke Durchblutung des Fingers und wirkt ebenfalls dem Anschwellen entgegen.
Bei starken Schmerzen helfen entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen (z. B. Dolgit® oder Ibuprofen AbZ). Achtung: Aspirin (Acetylsalicylsäure) darf zur Schmerzbehandlung nicht verwendet werden, weil es blutverdünnend wirkt und es dadurch zu einer vermehrten Einblutung in das betroffene Gewebe kommen kann.
Hinweis: Bei Verletzungen der Hand sind Ringe, Armbänder und Uhren abzulegen, da das Anschwellen der Finger droht.
Behandlung eines Fingerbruchs
Die Behandlung eines Fingerbruchs hängt von der Schwere der Verletzung ab. In den meisten Fällen kann ein Fingerbruch konservativ behandelt werden, d. H. Ohne Operation. Bei komplizierteren Brüchen ist jedoch eine Operation notwendig.
Konservative Behandlung
Bei unverschobenen Brüchen, vor allem am Fingerendglied, reicht die Ruhigstellung des Fingers oft aus. Dazu verordnet der Arzt über 3 bis 4 Wochen eine Schiene oder einen Gips. Danach wird der betroffene Finger noch für 3 bis 4 Wochen mithilfe eines Tapes oder Pflasterverbands am Nachbarfinger fixiert und so geschützt.
Nach Abnahme des Gipses wird sofort vorsichtig mit der Physiotherapie begonnen, um das Einsteifen der Finger zu vermeiden.
Operative Behandlung
Um Fehlstellungen und Funktionseinschränkungen zu vermeiden, werden folgende Fingerbrüche meist operiert:
- Verschobene oder verdrehte Brüche
- Offene Brüche, Brüche mit mehreren Bruchstücken
- Brüche mit begleitender Verletzung von Nerven, Gefäßen, Sehnen oder Bändern
- Begleitende schwere Verletzung des Nagels oder Nagelbetts
- Begleitende Gelenkverletzungen
Bei der Operation richtet der Handchirurg die Knochenteile wieder ein und verbindet sie mit Schrauben, Drähten oder kleinen Platten. Nach der Operation wird der Finger in einem Gipsverband ruhiggestellt.
Prognose
Einfache Brüche heilen in der Regel folgenlos aus – vorausgesetzt, sie wurden frühzeitig entdeckt und behandelt. Bei komplizierten Brüchen kann es monatelang dauern, bis die Knochen wieder zusammengewachsen sind. In seltenen Fällen bleiben auch Funktionseinschränkungen – z. B. Als steifer Finger – zurück.
Häufig gestellte Fragen
Was kann ich selbst tun, um einen Fingerbruch zu vermeiden?
Fingerbrüche können durch verschiedene Maßnahmen vorgebeugt werden:
- Technik erlernen : Fingerbrüche drohen bei vielen Tätigkeiten. Vor allem beim Sport lassen sich Unfälle vermeiden, wenn man die Technik gut beherrscht. Bei Sportarten mit hohem Sturzrisiko ist ein Falltraining sinnvoll.
- Finger tapen : Vor allem bei Volleyball, Basketball, Handball oder auch beim Rugby versuchen die Spieler, ihre Finger durch prophylaktisches Tapen zu stabilisieren und damit vor Verletzungen zu schützen.
Wie lange dauert es, bis ein gebrochener Finger verheilt ist?
Die Heilungszeit eines Fingerbruchs hängt von der Schwere der Verletzung ab. Einfache Brüche heilen in der Regel innerhalb von 6-8 Wochen. Komplizierte Brüche können jedoch mehrere Monate dauern, bis sie vollständig verheilt sind.
Was passiert, wenn ich einen gebrochenen Finger nicht behandeln lasse?
Wenn ein gebrochener Finger nicht behandelt wird, kann es zu folgenden Komplikationen kommen:
- Fehlstellung des Fingers : Der gebrochene Knochen kann falsch zusammenwachsen und zu einer bleibenden Fehlstellung des Fingers führen.
- Bewegungseinschränkung : Der Finger kann steif werden und seine volle Beweglichkeit verlieren.
- Chronische Schmerzen : Auch nach der Heilung können noch Schmerzen im Finger auftreten.
Kann ich nach einem Fingerbruch wieder Sport treiben?
Wann Sie nach einem Fingerbruch wieder Sport treiben können, hängt von der Schwere der Verletzung und dem Heilungsverlauf ab. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wann Sie wieder mit dem Sport beginnen können.
Zusammenfassung
Ein Fingerbruch ist eine häufige Verletzung, die starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen kann. Die Behandlung hängt von der Schwere der Verletzung ab. In den meisten Fällen kann ein Fingerbruch konservativ behandelt werden. Bei komplizierteren Brüchen ist jedoch eine Operation notwendig. Mit der richtigen Behandlung heilen die meisten Fingerbrüche folgenlos aus.
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