Die Geburt eines Kindes ist ein wundervolles Ereignis, das jedoch auch mit einer Reihe von finanziellen Herausforderungen einhergeht. Neben den zusätzlichen Kosten für Windeln, Kleidung und Spielzeug stellt sich vor allem die Frage, wie die Elternzeit finanziell abgesichert werden kann. Denn während der Elternzeit entfällt das reguläre Gehalt, und viele Familien müssen ihre Ausgaben neu kalkulieren. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über die Finanzierung der Elternzeit, wie Sie diese planen und welche Möglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen, um die finanzielle Belastung zu bewältigen.
- Elternzeit: Ein Recht auf Familienzeit
- Elterngeld: Die finanzielle Unterstützung während der Elternzeit
- Finanzierung der Elternzeit: So planen Sie Ihre Ausgaben
- Kredit in Elternzeit: Ja oder Nein?
- Alternativen zum Kredit in Elternzeit
- Häufig gestellte Fragen
- Fazit: Finanzielle Planung ist der Schlüssel
Elternzeit: Ein Recht auf Familienzeit
Die Elternzeit ist ein gesetzlich verankertes Recht in Deutschland, das Eltern ermöglicht, nach der Geburt eines Kindes eine Auszeit von der Arbeit zu nehmen, um sich um ihr Kind zu kümmern. Die Elternzeit kann von beiden Elternteilen in Anspruch genommen werden und ist grundsätzlich bis zum vollendeten dritten Lebensjahr des Kindes möglich.
Wer hat Anspruch auf Elternzeit?
Anspruch auf Elternzeit haben alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland, unabhängig von der Art des Arbeitsvertrages (Vollzeit, Teilzeit, befristet, unbefristet) oder der Beschäftigungsart (geringfügige Beschäftigung, Ausbildung). Auch Auszubildende haben Anspruch auf Elternzeit.
Kein Anspruch auf Elternzeit haben:
- Studierende
- Schülerinnen und Schüler
- Praktikantinnen und Praktikanten
- Selbstständige
- Erwerbslose
Elterngeld: Die finanzielle Unterstützung während der Elternzeit
Während der Elternzeit erhalten Eltern kein Gehalt von ihrem Arbeitgeber. Um die finanzielle Absicherung der Familie zu gewährleisten, gibt es das Elterngeld. Das Elterngeld ist eine staatliche Leistung, die Eltern während der Elternzeit gewährt wird und einen Teil des ausgefallenen Einkommens ersetzt.
Wie hoch ist das Elterngeld?
Die Höhe des Elterngeldes richtet sich nach dem Einkommen des Elternteils, der das Elterngeld beantragt. Es gibt verschiedene Varianten des Elterngeldes, die je nach Bedarf und individueller Situation kombiniert werden können:
Basiselterngeld
Das Basiselterngeld wird für maximal 12 Monate gewährt und beträgt 65 % des durchschnittlichen Nettoeinkommens der letzten 12 Monate vor der Geburt des Kindes. Der maximale Betrag liegt bei 800 Euro pro Monat.
ElterngeldPlus
ElterngeldPlus ermöglicht es Eltern, die Elternzeit auf bis zu 24 Monate zu verlängern, erhalten aber dafür nur die Hälfte des Basiselterngeldes. Mit ElterngeldPlus können Eltern die Elternzeit flexibel gestalten und die Zeit mit ihrem Kind intensiver genießen.
Partnerschaftsbonus
Der Partnerschaftsbonus ist ein zusätzlicher finanzieller Anreiz für Eltern, die die Elternzeit gemeinsam nutzen. Wenn beide Elternteile mindestens zwei Monate Elternzeit nehmen, erhalten sie einen Bonus von 300 Euro pro Monat.
Wichtig: Das Elterngeld ist nicht pfändbar, das heißt, es kann nicht von Gläubigern eingefordert werden.

Finanzierung der Elternzeit: So planen Sie Ihre Ausgaben
Die Geburt eines Kindes bringt viele neue Ausgaben mit sich. Neben den zusätzlichen Kosten für Windeln, Kleidung und Spielzeug fallen auch Ausgaben für die Ausstattung des Kinderzimmers, den Kinderwagen oder den Autositz an. Um die finanzielle Belastung während der Elternzeit zu bewältigen, ist eine gute Planung unerlässlich.
Tipps für die Planung Ihrer Ausgaben:
- Erstellen Sie einen Haushaltsplan: Notieren Sie Ihre monatlichen Einnahmen und Ausgaben, um einen Überblick über Ihre finanzielle Situation zu erhalten.
- Reduzieren Sie unnötige Ausgaben: Überprüfen Sie Ihre Ausgaben und identifizieren Sie Bereiche, in denen Sie sparen können.
- Schaffen Sie finanzielle Reserven: Legen Sie regelmäßig Geld beiseite, um für unvorhergesehene Ausgaben gewappnet zu sein.
- Nutzen Sie staatliche Förderungen: Informieren Sie sich über staatliche Förderungen wie das Elterngeld, die Kinderzulage oder das Wohngeld.
- Sprechen Sie mit Ihrer Bank: Informieren Sie Ihre Bank über Ihre Situation und vereinbaren Sie gegebenenfalls einen Stundung oder eine Ratenzahlung für bestehende Kredite.
Kredit in Elternzeit: Ja oder Nein?
Wenn die finanziellen Reserven nicht ausreichen, um die Ausgaben während der Elternzeit zu decken, stellt sich die Frage, ob ein Kredit in Frage kommt. Ein Kredit kann Ihnen helfen, die Ausgaben zu finanzieren und die finanzielle Belastung zu reduzieren. Allerdings ist es wichtig zu bedenken, dass ein Kredit auch zusätzliche Kosten mit sich bringt, wie z.B. Zinsen und Gebühren.
Was spricht für einen Kredit in Elternzeit?
- Finanzielle Entlastung: Ein Kredit kann Ihnen helfen, die finanziellen Engpässe während der Elternzeit zu überbrücken.
- Flexibilität: Sie können die Höhe des Kredits individuell an Ihre Bedürfnisse anpassen.
- Ratenzahlung: Sie können den Kredit in flexiblen Raten zurückzahlen.
Was spricht gegen einen Kredit in Elternzeit?
- Zinskosten: Ein Kredit verursacht zusätzliche Kosten durch Zinsen und Gebühren.
- Risiko der Verschuldung: Ein Kredit kann zu einer hohen Verschuldung führen, die Sie langfristig belastet.
- Schwierige Kreditvergabe: Banken vergeben Kredite in Elternzeit oft nur ungern, da das Einkommen während dieser Zeit begrenzt ist.
Tipps für die Kreditaufnahme in Elternzeit:
- Vergleichen Sie die Angebote: Holen Sie Angebote von verschiedenen Banken ein und vergleichen Sie die Konditionen.
- Steigern Sie Ihre Kreditwürdigkeit: Eine positive Schufa-Auskunft und eine schriftliche Wiedereinstellungsgarantie von Ihrem Arbeitgeber können Ihre Chancen auf eine Kreditzusage erhöhen.
- Bieten Sie Sicherheiten: Wenn Sie über Vermögenswerte verfügen, wie z.B. Immobilien oder Autos, können Sie diese als Sicherheit für den Kredit anbieten.
- Wählen Sie einen Privatkredit: Bei einem Privatkredit wird in der Regel nur das Einkommen berücksichtigt, nicht die Art der Beschäftigung.
- Beantragen Sie einen Kleinkredit: Für kleinere Beträge können Sie einen Kleinkredit beantragen, der oft schneller und einfacher bewilligt wird.
Alternativen zum Kredit in Elternzeit
Wenn Sie einen Kredit in Elternzeit nicht bekommen oder die Kosten für einen Kredit zu hoch sind, gibt es verschiedene Alternativen, um die finanzielle Belastung zu bewältigen:
Privatkredit
Ein Privatkredit ist ein Darlehen, das von einer Privatperson vergeben wird. Bei einem Privatkredit spielt die Art der Beschäftigung keine Rolle, sondern nur die Einkommenshöhe. Allerdings sollten Sie auch hier eine positive Schufa-Auskunft vorweisen können.
Kontokorrentkredit
Ein Kontokorrentkredit, auch Dispositionskredit genannt, ist ein Kredit, der Ihnen im Rahmen Ihres Girokontos eingeräumt wird. Sie können jederzeit über den Kreditrahmen verfügen, müssen aber hohe Zinsen zahlen. Ein Dispositionskredit sollte nur für kurzfristige finanzielle Engpässe genutzt werden.
Crowdfunding
Crowdfunding ist eine Möglichkeit, Geld von vielen Menschen zu sammeln, um ein Projekt zu finanzieren. Es gibt verschiedene Plattformen, auf denen Sie Ihr Finanzierungsziel vorstellen können und von Privatpersonen Geld leihen oder Spenden erhalten können.
Verkauf von Wertgegenständen
Wenn Sie über Wertgegenstände verfügen, die Sie nicht mehr benötigen, können Sie diese verkaufen, um zusätzliche finanzielle Mittel zu generieren.
Nebenjob
Wenn Sie die Möglichkeit haben, können Sie einen Nebenjob annehmen, um Ihr Einkommen aufzubessern.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich während der Elternzeit einen Kredit aufnehmen?
Ja, es ist grundsätzlich möglich, einen Kredit während der Elternzeit aufzunehmen. Allerdings können die Konditionen für einen Kredit in Elternzeit schlechter ausfallen, da Banken ein höheres Risiko sehen.
Muss ich mit Nachteilen rechnen, wenn ich einen Kredit in Elternzeit aufnehme?
Ja, Sie müssen mit höheren Zinsen und einer geringeren Kreditsumme rechnen. Die Banken sehen das Einkommen während der Elternzeit als unsicher an, da es zeitlich begrenzt ist.
Wirkt sich eine Kreditzusage auf die Höhe meines Elterngeldes aus?
Nein, die Höhe des Elterngeldes ist unabhängig von einem Kredit. Das Elterngeld ist eine staatliche Leistung und wird nicht von Ihrem Einkommen oder Ihren Schulden beeinflusst.
Wird eine negative Kreditanfrage in der Schufa vermerkt?
Eine negative Anfrage wird nicht in der Schufa vermerkt. Handelt es sich lediglich um eine Konditionsanfrage, wird diese zwar kurzzeitig gespeichert, ist aber nicht für Dritte einsehbar. Die Speicherdauer einer Kreditanfrage liegt hingegen bei einem Jahr und ist für 10 volle Tage sichtbar.
Fazit: Finanzielle Planung ist der Schlüssel
Die Finanzierung der Elternzeit ist eine Herausforderung, die mit guter Planung und den richtigen Strategien bewältigt werden kann. Es ist wichtig, Ihre Ausgaben zu planen, finanzielle Reserven zu schaffen und sich über die Möglichkeiten der staatlichen Unterstützung zu informieren. Wenn Sie einen Kredit in Erwägung ziehen, sollten Sie die Konditionen sorgfältig vergleichen und Ihre Kreditwürdigkeit verbessern.
Mit der richtigen Vorgehensweise können Sie die finanzielle Belastung während der Elternzeit minimieren und die kostbare Zeit mit Ihrem Kind in vollen Zügen genießen.
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