Die Geburt eines Kindes ist ein unglaublicher Moment, der mit vielen Emotionen und körperlichen Veränderungen einhergeht. Eine Frage, die viele werdende Mütter beschäftigt, ist die nach Essen und Trinken während der Wehen. Früher galt ein striktes Essverbot während der Geburt, doch die moderne Geburtshilfe hat diese Ansichten über den Haufen geworfen. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über Essen und Trinken während der Geburt, von den Mythen bis hin zu den aktuellen Empfehlungen.
- Essen und Wehen: Ein Tabu der Vergangenheit
- Welche Lebensmittel sind während der Geburt geeignet?
- Trinken und Wehen: Was ist wichtig?
- Ab wann darf nicht mehr gegessen und getrunken werden?
- Essen und Trinken bei Kaiserschnitt
- Zum Essen und Trinken während der Geburt
- Fazit: Essen und Trinken während der Geburt
Essen und Wehen: Ein Tabu der Vergangenheit
Lange Zeit war es in der Geburtshilfe üblich, dass Frauen während der Wehen nichts essen oder trinken durften. Dies beruhte auf Untersuchungen aus den 1940er Jahren, die eine Verbindung zwischen Nahrungsaufnahme während der Wehen und einem erhöhten Risiko für Geburtskomplikationen aufzeigten. Die Befürchtung war, dass Nahrung während einer Vollnarkose in die Atemwege gelangen und zu Erstickungsgefahr führen könnte.
Heutzutage ist die Vollnarkose bei Kaiserschnitten jedoch seltener geworden. Stattdessen werden meist Peridural- oder Spinalanästhesien eingesetzt, bei denen die Frauen bei Bewusstsein bleiben. Daher ist das Risiko einer Aspiration (Einatmung von Mageninhalt) deutlich geringer. Zudem können Geburtshelfer und Anästhesisten durch spezielle Maßnahmen dieses Risiko effektiv minimieren.
Wissenswertes über Essen und Wehen:
- Kein striktes Essverbot mehr: Die meisten Geburtsstationen akzeptieren heute, dass Frauen selbst entscheiden können, ob und was sie während der Wehen essen oder trinken möchten.
- Der Körper meldet den Bedarf: Wenn Sie während der Geburt Hunger verspüren, signalisiert Ihr Körper, dass er Energie benötigt. Es ist empfehlenswert, diesem Bedürfnis nachzukommen.
- Ausreichend Flüssigkeit ist wichtig: Trinken Sie während der Geburt ausreichend Flüssigkeit, um Dehydration vorzubeugen.
Welche Lebensmittel sind während der Geburt geeignet?
Es gibt keine festen Regeln für die Nahrungsaufnahme während der Wehen. Essen Sie, worauf Sie Appetit haben. Allerdings sollten Sie schwere, fettreiche Speisen vermeiden, da diese schwer verdaulich sind und zu einer zusätzlichen Belastung führen können.
Zuckerhaltige Lebensmittel wie Schokolade oder Süßigkeiten bieten zwar einen kurzzeitigen Energieschub, dieser Effekt lässt aber schnell nach. Besser geeignet sind kohlenhydratreiche Lebensmittel, die dem Körper über einen längeren Zeitraum Energie liefern.
Empfehlenswerte Lebensmittel während der Geburt:
- Brot: Vollkornbrot, Ciabatta, Toastbrot, Knäckebrot
- Nudeln, Reis, Kartoffeln: Kohlenhydratreiche Beilagen
- Hühner- oder Rinderbrühe: Klar oder mit Nudeln und Gemüse
- Früchte: Besonders energiereich sind Bananen
- Trockenobst: Nahrhaft und leicht zu verdauen
- Nicht zu süße Kekse: Eine gute Quelle für Kohlenhydrate
Achten Sie darauf, dass Sie während der Wehen nur so viel essen, wie Sie vertragen. Es ist besser, die Energie für die Geburt allmählich zu sammeln, zum Beispiel durch kleine Snacks in regelmäßigen Abständen.

Trinken und Wehen: Was ist wichtig?
Während der Geburt ist es wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, um Dehydration zu vermeiden. Kreißsäle sind oft warm und Ihr Körper verbraucht durch die Anstrengung viel Flüssigkeit.
Empfehlenswerte Getränke während der Geburt:
- Stilles Wasser: Die beste Wahl für die Flüssigkeitszufuhr
- Wasser mit Geschmack: Mit Zitrone, Gurke oder Minze
- Leichte und ungesüßte Fruchtsaftschorlen: In kleinen Mengen
- Ungesüßte Kräutertees: Beruhigend und erfrischend
Vorsicht bei säurehaltigen Fruchtsäften wie Orangensaft oder Grapefruitsaft! Die Fruchtsäure kann den Magen belasten und Übelkeit verursachen. Auch kohlensäurehaltige Limonaden sollten Sie meiden.
Ab wann darf nicht mehr gegessen und getrunken werden?
Es gibt keine festen Vorgaben, ab wann während der Wehen nicht mehr gegessen und getrunken werden darf. In der Regel verspüren Sie kurz vor der Austreibungsphase (vollständiger Muttermund) ohnehin keinen Hunger oder Durst mehr.
Wenn Sie sich für einen Einlauf entscheiden, sollten Sie danach natürlich nichts mehr essen. Die Aufnahme von Flüssigkeit ist jedoch weiterhin erlaubt.
Essen und Trinken bei Kaiserschnitt
Bei einem Kaiserschnitt unter Peridural- oder Spinalanästhesie hat die Nahrungsaufnahme während der Wehen keinen negativen Einfluss. Auch bei einer Vollnarkose entstehen, sofern diese fachgerecht durchgeführt wird, keine Gefahren. Während das Narkosemittel wirkt, übt eine Krankenschwester sanften Druck auf den Ringknorpel am Kehlkopf aus, um die Verbindung zwischen der Speiseröhre und den Atemwegen zu schließen.
Es gibt sogar Hinweise darauf, dass Essen und Trinken während der Wehen das Risiko durch einen Kaiserschnitt minimieren können, da die Frauen hierdurch mehr Energie für den Geburtsprozess gewinnen.
Zum Essen und Trinken während der Geburt
Muss ich während der Geburt unbedingt essen?
Nein, Sie müssen nicht unbedingt essen. Wenn Sie keinen Hunger verspüren, sollten Sie sich nicht zwingen. Es ist wichtig, auf Ihren Körper zu hören.
Was passiert, wenn ich während der Geburt erbrechen muss?
Erbrechen während der Geburt ist nicht ungewöhnlich. Es ist wichtig, dass Sie sich nicht zu sehr sorgen. Die Hebamme wird Ihnen helfen, die Situation zu bewältigen.
Darf ich während der Wehen Kaugummi kauen?
Kaugummi kauen ist während der Wehen in der Regel kein Problem. Es kann sogar helfen, Übelkeit zu lindern.
Was ist, wenn ich während der Geburt keinen Durst verspüre?
Es ist wichtig, dass Sie trotzdem ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Wenn Sie keinen Durst verspüren, können Sie sich von der Hebamme oder dem Arzt erinnern lassen, etwas zu trinken.
Kann ich während der Geburt bestimmte Lebensmittel vermeiden?
Es gibt keine strikten Verbote. Allerdings sollten Sie schwere, fettreiche Speisen vermeiden, da diese schwer verdaulich sind.
Fazit: Essen und Trinken während der Geburt
Essen und Trinken während der Geburt sind heute kein Tabu mehr. Die moderne Geburtshilfe ermöglicht es Frauen, selbst zu entscheiden, ob und was sie während der Wehen zu sich nehmen möchten. Wichtig ist, dass Sie auf Ihren Körper hören und sich wohlfühlen. Wenn Sie Fragen oder Bedenken haben, sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt.
Die Geburt Ihres Kindes ist ein einzigartiges Erlebnis. Genießen Sie diesen besonderen Moment und vertrauen Sie auf Ihren Körper und Ihre Intuition.
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