Geburtstermin naht: erste anzeichen erkennen

Neun Monate voller Vorfreude und Vorbereitung sind vorbei. Jetzt ist es endlich soweit: Dein Baby ist bereit, die Welt zu erkunden und Du spürst die ersten Anzeichen der Geburt. In diesem Artikel erfährst Du alles, was Du über die verschiedenen Phasen der natürlichen Entbindung wissen musst, damit Du dich auf diese besondere Reise gut vorbereitet fühlst.

Inhaltsverzeichnis

Wie erkenne ich den Beginn der Geburt?

Die Tage um den errechneten Geburtstermin herum sind für viele Schwangere von großer Spannung geprägt. Jeder kleine Schmerz, jede Veränderung im Körper kann als mögliches Zeichen der Geburt interpretiert werden. Doch welche Anzeichen sind wirklich relevant?

Abgang des Schleimpfropfens

Ein häufiges Vorzeichen der Geburt ist der Abgang des Schleimpfropfens. Dieser zähe Schleim hat während der Schwangerschaft den Gebärmutterhals verschlossen und vor Infektionen geschützt. Wenn sich der Muttermund langsam öffnet, löst sich der Schleimpfropfen. Sein Aussehen kann von Frau zu Frau unterschiedlich sein: er kann weißlich, durchsichtig, bräunlich oder auch mit Spuren von Blut vermischt sein. Manche Frauen bemerken den Abgang des Schleimpfropfens gar nicht, während andere einen verstärkten Ausfluss oder einen zähen Schleim feststellen.

Blasensprung

Ein weiteres häufiges Zeichen für den bevorstehenden Beginn der Geburt ist der Blasensprung. Dies bedeutet, dass die Fruchtblase, die das Baby im Mutterleib umgibt, platzt. In etwa 90% der Fälle markiert der Blasensprung den Beginn der Geburt. Es muss nicht unbedingt ein schwallartiges Abgehen des Fruchtwassers sein, wie es oft in Filmen dargestellt wird. Häufig tritt das Fruchtwasser tröpfchenweise aus, manchmal erst im weiteren Verlauf der Geburt oder auch gar nicht.

Weitere Anzeichen

Neben dem Abgang des Schleimpfropfens und dem Blasensprung gibt es noch weitere Anzeichen, die auf eine bevorstehende Geburt hindeuten können:

  • Regelmäßige Wehen: Wehen, die in regelmäßigen Abständen auftreten und immer stärker werden, sind ein klares Zeichen dafür, dass die Geburt im Gange ist.
  • Vermehrter Ausfluss: Ein stärkerer, wässriger Ausfluss kann ein Zeichen für den Blasensprung oder den Abgang des Schleimpfropfens sein.
  • Rücken- und Unterleibsschmerzen: Schmerzhafte Kontraktionen im Rücken und Unterleib sind ein typisches Merkmal von Wehen.
  • Durchfall: In einigen Fällen kann es kurz vor der Geburt zu Durchfall kommen.
  • Übelkeit und Erbrechen: Auch Übelkeit und Erbrechen können Anzeichen für die Geburt sein.
  • Nestbautrieb: Ein starker Wunsch, alles zu putzen und zu organisieren, kann ebenfalls ein Zeichen für eine bevorstehende Geburt sein.

Es ist wichtig zu wissen, dass nicht alle Frauen alle Anzeichen der Geburt erleben. Manche Frauen spüren nur leichte Wehen, während andere den Blasensprung erst im Krankenhaus bemerken. Wenn Du unsicher bist, ob es sich um echte Geburtswehen handelt, wende dich an deine Hebamme oder deinen Arzt.

Was passiert während der verschiedenen Geburtsphasen?

Die Geburt lässt sich in vier Phasen einteilen: die Latenzphase, die Eröffnungsphase, die Übergangsphase und die Austreibungsphase. Jede Phase hat ihre eigenen Besonderheiten und Herausforderungen.

Latenzphase

Etwa 80% aller Geburten beginnen mit der Latenzphase. In dieser Phase sind die Wehen oft noch schwach und unregelmäßig. Sie können wieder nachlassen oder ganz verschwinden. Die Latenzphase dient dazu, den Körper auf die Geburt vorzubereiten und den Muttermund auf bis zu drei Zentimeter zu öffnen.

Badewannentest: Ein guter Indikator dafür, ob es sich um echte Geburtswehen handelt, ist der Badewannentest. Wenn die Wehen sich in der Badewanne entspannen, handelt es sich in der Regel noch um Übungs- oder Senkwehen. Wenn die Wehen jedoch anhalten und regelmäßig im Abstand von 20 bis 30 Minuten auftreten, handelt es sich wahrscheinlich um Eröffnungswehen.

Eröffnungsphase

Die Eröffnungsphase ist die längste Phase der Geburt. In dieser Phase werden die Wehen immer stärker und länger, bis sie alle zwei bis drei Minuten kommen und etwa eine Minute lang dauern. Jede Wehe presst das Baby ein kleines Stück weiter in den Geburtskanal. Der Kopf des Babys drückt dabei gegen den Muttermund und öffnet ihn so weiter.

Was passiert im Krankenhaus? Wenn Du im Krankenhaus bist, wird die Hebamme den Geburtsfortschritt beobachten. Sie wird den Abstand und die Intensität der Wehen messen, die Lage des Babys und die Öffnung des Muttermundes ertasten. Die Herztöne des Babys werden regelmäßig überwacht.

Blasensprung: Wenn die Fruchtblase noch nicht vor Wehenbeginn geplatzt ist, kann es im Laufe der Eröffnungsphase dazu kommen. Die Fruchtblase kann auch manuell geöffnet werden, um die Geburt zu beschleunigen.

Übergangsphase

Die Übergangsphase ist die kürzeste, aber oft auch die intensivste Phase der Geburt. In dieser Phase öffnet sich der Muttermund auf acht bis zehn Zentimeter und erreicht seine vollständige Öffnung. Die Wehen werden stärker und unregelmäßiger, die Erholungspausen dazwischen kürzer. Auch Übelkeit, Zittern und ein Gefühl der Kraftlosigkeit können auftreten.

erste anzeichen geburt - Wie merke ich den Beginn der Geburt

Unterstützung: In dieser Phase ist die Unterstützung deiner Partnerin/deines Partners oder deiner Begleitperson besonders wichtig. Sie können dich ermutigen, dir Massagen geben oder dich auf andere Weise unterstützen.

Austreibungsphase

Sobald der Muttermund vollständig geöffnet ist, beginnt die Austreibungsphase. In dieser Phase spürst Du starke Wehen, die dein Kind Stück für Stück weiter in den Geburtskanal schieben und drehen. Der Druck auf den Enddarm wächst, was den natürlichen Drang zum Pressen auslöst.

Pressen: Sobald der Kopf des Babys in der richtigen Position liegt, kannst Du dem Druck nach unten aktiv nachgeben und pressen. Die Wehen sind in der Austreibungsphase zwar am intensivsten, aber dein Körper schüttet nun auch verstärkt Hormone aus, die den Schmerz dämpfen und dir ungeahnte Kräfte verleihen. Viele Frauen beschreiben diese Phase als Rausch, in dem sie sich nur auf ihren Körper und die Geburt konzentrieren.

Geburtsposition: Du kannst die Wehen mit Tönen unterstützen und die Geburtsposition wählen, die für dich am bequemsten ist: Liegen, Sitzen, Hocken oder in der Wanne. Nach einigen Presswehen wird das Köpfchen deines Babys von außen sichtbar. Deine Hebamme wird deinen Damm von außen stützen, um den Kopf des Babys sanft abzubremsen und Verletzungen zu vermeiden.

Geburt des Babys: Mit der nächsten Wehe folgen Schultern und Körper. Sobald dein Baby auf der Welt ist und seinen ersten Atemzug getan hat, kannst Du es endlich willkommen heißen. In der Regel wird nur kurz sein Gesicht von Schleim befreit und es dir anschließend, noch durch die Nabelschnur mit der Plazenta verbunden, direkt auf den Bauch oder die Brust gelegt.

Nachgeburtsphase

Kurz nach der Geburt deines Kindes zieht sich die Gebärmutter stark zusammen – die Nachgeburtswehen. Durch die Kontraktionen löst sich die Plazenta von der Gebärmutterwand und wird mit einer kräftigen Wehe aus der Gebärmutter gedrückt. Deine Hebamme wird dich anleiten und dabei unterstützen, die Plazenta durch leichtes Schieben auf die Welt zu bringen.

Stillen: Das Stillen deines Babys fördert die Ausschüttung des Hormons Oxytocin, das wehenfördernd wirkt und das Ablösen der Plazenta unterstützt. Das Ausscheiden der Plazenta tut nicht weh, da sie im Vergleich zu deinem Kind wesentlich kleiner und weich ist.

Nachsorge: Anschließend wird sorgfältig geprüft, ob sich die Nachgeburt vollständig gelöst hat. Falls es unter der Geburt zu Verletzungen kam, werden diese behandelt und wenn notwendig genäht. Während du nach der kräftezehrenden Geburt versorgt wirst, wird auch dein Neugeborenes zum ersten Mal untersucht, gemessen und gewogen, bevor ihr euch dann in aller Ruhe kennenlernen könnt.

Häufig gestellte Fragen

Wann sollte ich ins Krankenhaus fahren?

Wenn du regelmäßige Wehen hast, die immer stärker werden und im Abstand von drei bis sechs Minuten auftreten, solltest du dich auf den Weg ins Krankenhaus machen oder deine Hebamme benachrichtigen. Auch bei einem Blasensprung, insbesondere bei Quer- oder Beckenendlage des Kindes, bei einer Mehrlingsschwangerschaft vor der 3Schwangerschaftswoche oder wenn das Fruchtwasser grünlich ist, solltest du sofort ins Krankenhaus fahren.

Wie lange dauert die Geburt?

Die Dauer der Geburt ist sehr unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab, wie z.B. Der Größe des Babys, der Position des Babys im Geburtskanal und der Erfahrung der Mutter. Eine normale Geburt dauert in der Regel zwischen 8 und 12 Stunden, aber es kann auch länger dauern.

Was kann ich tun, um die Geburt zu erleichtern?

Es gibt viele Dinge, die du tun kannst, um die Geburt zu erleichtern, z.B.:

  • Geburtsvorbereitungskurs: Ein Geburtsvorbereitungskurs kann dir helfen, dich auf die Geburt vorzubereiten und die verschiedenen Phasen der Geburt besser zu verstehen.
  • Atemtechniken: Lerne Atemtechniken, die dir helfen können, mit den Wehen umzugehen.
  • Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Massage können dir helfen, dich zu entspannen und die Schmerzen zu lindern.
  • Geburtsposition: Wähle eine Geburtsposition, die für dich bequem ist und die dir hilft, die Wehen besser zu bewältigen.
  • Unterstützung: Lasse dich von deiner Partnerin/deinem Partner oder deiner Begleitperson unterstützen.

Was passiert, wenn die Geburt nicht von alleine beginnt?

Wenn die Geburt nicht von alleine beginnt, kann dein Arzt oder deine Hebamme eine Einleitung der Geburt empfehlen. Eine Einleitung der Geburt kann mit verschiedenen Methoden erfolgen, z.B. Mit Medikamenten, die die Wehen anregen, oder mit einer künstlichen Blasensprengung.

Fazit: Die Geburt ist ein Wunder

Die Geburt ist ein natürlicher Prozess, der mit einer Reihe von Anzeichen und Phasen einhergeht. Es ist wichtig, sich auf diese Reise gut vorzubereiten, die verschiedenen Phasen der Geburt zu verstehen und sich von deiner Hebamme oder deinem Arzt beraten zu lassen. Die Geburt deines Babys ist ein einzigartiges Erlebnis, das du nie vergessen wirst.

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