Erhöhte leberwerte in der schwangerschaft: ursachen & behandlung

Erhöhte Leberwerte in der Schwangerschaft sind ein häufiges Problem, das etwa 3-5% aller Schwangeren betrifft. Sie können aus verschiedenen Gründen auftreten, darunter akute Lebererkrankungen, die während der Schwangerschaft auftreten, wie z. B. Gallensteine oder virale Hepatitiden, sowie vorbestehende chronische Lebererkrankungen. Darüber hinaus gibt es fünf schwangerschaftsassoziierte Lebererkrankungen, die ebenfalls zu erhöhten Leberwerten führen können.

Inhaltsverzeichnis

Was sind erhöhte Leberwerte?

Leberwerte sind Blutwerte, die die Leberfunktion widerspiegeln. Zu den wichtigsten Leberwerten gehören:

  • Transaminasen (AST und ALT): Diese Enzyme werden in der Leber produziert und geben Aufschluss über die Gesundheit der Leberzellen. Erhöhte Transaminasen können auf eine Schädigung der Leberzellen hinweisen.
  • Gamma-GT (GGT): Dieses Enzym ist ebenfalls in der Leber vorhanden und kann bei verschiedenen Lebererkrankungen erhöht sein.
  • Bilirubin: Dieser Farbstoff entsteht bei der Abbau von Hämoglobin und wird normalerweise von der Leber ausgeschieden. Ein erhöhter Bilirubinspiegel kann auf eine gestörte Leberfunktion hinweisen.
  • Albumin: Dieses Protein wird in der Leber produziert und spielt eine wichtige Rolle für den Flüssigkeitshaushalt und den Transport von Medikamenten. Ein niedriger Albuminspiegel kann ebenfalls auf eine Leberfunktionsstörung hindeuten.

Erhöhte Leberwerte in der Schwangerschaft können verschiedene Ursachen haben, die in zwei Kategorien eingeteilt werden können:

Schwangerschaftsassoziierte Lebererkrankungen

Diese Erkrankungen treten während der Schwangerschaft auf und werden durch die hormonellen Veränderungen und die physiologischen Anpassungen des Körpers an die Schwangerschaft verursacht. Es gibt fünf bekannte schwangerschaftsassoziierte Lebererkrankungen, die sich in zwei Kategorien einteilen lassen:

Präeklampsie-assoziierte Lebererkrankungen

Diese Erkrankungen sind mit einer Präeklampsie verbunden, einer Schwangerschaftskomplikation, die durch Bluthochdruck und Protein im Urin gekennzeichnet ist. Zu den Präeklampsie-assoziierten Lebererkrankungen gehören:

A) Präeklampsie

Präeklampsie selbst kann zu erhöhten Leberwerten führen. Die genauen Mechanismen sind noch nicht vollständig geklärt, aber es wird vermutet, dass eine gestörte Blutversorgung der Leber eine Rolle spielt. Die Symptome der Präeklampsie sind vielfältig und reichen von Bluthochdruck und Proteinurie bis hin zu Kopfschmerzen, Sehstörungen und Ödemen.

B) HELLP-Syndrom

Das HELLP-Syndrom ( H emolysis, E levated Liver enzymes, L ow Platelet count) ist eine schwerwiegende Komplikation der Präeklampsie, die durch eine Zerstörung von roten Blutkörperchen (Hämolyse), erhöhte Leberwerte (EL) und eine niedrige Thrombozytenzahl (LP) gekennzeichnet ist. Das HELLP-Syndrom kann zu Leberversagen, Blutungen und anderen lebensbedrohlichen Komplikationen führen.

C) Akute Schwangerschaftsfettleber

Die akute Schwangerschaftsfettleber ist eine seltene, aber schwere Lebererkrankung, die meist im letzten Schwangerschaftsdrittel auftritt. Sie ist gekennzeichnet durch eine Ansammlung von Fett in den Leberzellen, die zu einer Leberfunktionsstörung und anderen Komplikationen führen kann. Die akute Schwangerschaftsfettleber kann lebensbedrohlich sein und eine rasche Entbindung des Kindes ist oft notwendig, um das Leben von Mutter und Kind zu retten.

Nicht-Präeklampsie-assoziierte Lebererkrankungen

Diese Erkrankungen sind nicht mit einer Präeklampsie verbunden und treten aus anderen Gründen auf. Zu den nicht-Präeklampsie-assoziierten Lebererkrankungen gehören:

A) Hyperemesis gravidarum

Die Hyperemesis gravidarum ist eine starke Übelkeit und Erbrechen, die im ersten Schwangerschaftsdrittel auftritt. Bei etwa 50% der Frauen mit Hyperemesis gravidarum kommt es zu erhöhten Leberwerten. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt, aber es wird vermutet, dass hormonelle Veränderungen und eine gestörte Magenentleerung eine Rolle spielen.

B) Schwangerschaftsinduzierte Cholestase

Die schwangerschaftsinduzierte Cholestase ist eine Lebererkrankung, die im zweiten oder dritten Schwangerschaftsdrittel auftritt und durch einen starken Juckreiz, insbesondere an Handflächen und Fußsohlen, gekennzeichnet ist. Die Cholestase führt zu einer Ansammlung von Gallensäuren im Blut, die zu erhöhten Leberwerten und anderen Symptomen wie Gelbsucht führen kann. Die schwangerschaftsinduzierte Cholestase kann ein Risiko für den Fetus darstellen, da sie zu Frühgeburten, Totgeburten und anderen Komplikationen führen kann.

Symptome von erhöhten Leberwerten in der Schwangerschaft

Erhöhte Leberwerte in der Schwangerschaft verursachen oft keine Symptome. In einigen Fällen können jedoch folgende Symptome auftreten:

  • Müdigkeit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Juckreiz
  • Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und der Augen)
  • Dunkler Urin
  • Bleichstuhl
  • Schmerzen im Oberbauch
  • Schwellungen der Beine und Füße
  • Bluthochdruck
  • Protein im Urin

Wenn Sie eines dieser Symptome bemerken, sollten Sie sofort Ihren Arzt aufsuchen.

Diagnose von erhöhten Leberwerten in der Schwangerschaft

Um erhöhte Leberwerte in der Schwangerschaft zu diagnostizieren, wird Ihr Arzt eine körperliche Untersuchung durchführen und Ihre Krankengeschichte erfragen. Er wird auch Blutuntersuchungen durchführen, um die Leberwerte zu bestimmen. Weitere Untersuchungen, wie z. B. Ultraschall oder Biopsie der Leber, können erforderlich sein, um die Ursache der erhöhten Leberwerte zu klären.

Behandlung von erhöhten Leberwerten in der Schwangerschaft

Die Behandlung von erhöhten Leberwerten in der Schwangerschaft hängt von der Ursache ab. In einigen Fällen ist keine Behandlung erforderlich, während in anderen Fällen eine Behandlung notwendig ist, um die Symptome zu lindern und das Risiko für Mutter und Kind zu reduzieren.

Die Behandlungsmöglichkeiten für erhöhte Leberwerte in der Schwangerschaft umfassen:

  • Medikamente: Ursodesoxycholsäure (UDCA) ist ein Medikament, das bei schwangerschaftsinduzierter Cholestase eingesetzt wird, um den Juckreiz zu lindern und die Gallensäurespiegel im Blut zu senken. Weitere Medikamente können je nach Ursache der erhöhten Leberwerte eingesetzt werden, z. B. Antibiotika bei bakteriellen Infektionen oder Antivirale bei viralen Infektionen.
  • Ernährungsumstellung: Eine gesunde Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr können helfen, die Leberfunktion zu unterstützen. Vermeiden Sie fettreiche Lebensmittel, Alkohol und Medikamente, die die Leber schädigen können.
  • Ruhe: Ausreichende Ruhe kann helfen, die Leber zu entlasten und die Genesung zu fördern.
  • Entbindung: In einigen Fällen ist eine rasche Entbindung des Kindes notwendig, um das Leben von Mutter und Kind zu retten. Dies gilt insbesondere bei schweren Lebererkrankungen wie der akuten Schwangerschaftsfettleber oder dem HELLP-Syndrom.

Risiken von erhöhten Leberwerten in der Schwangerschaft

Erhöhte Leberwerte in der Schwangerschaft können sowohl für die Mutter als auch für das Kind Risiken bergen. Zu den möglichen Risiken gehören:

  • Frühgeburt
  • Totgeburt
  • Leberversagen
  • Blutungen
  • Krampfanfälle
  • Koma
  • Tod

Es ist wichtig, dass Sie Ihren Arzt aufsuchen, wenn Sie während der Schwangerschaft erhöhte Leberwerte haben. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können das Risiko für Komplikationen reduzieren.

Häufig gestellte Fragen

Was sind die häufigsten Ursachen für erhöhte Leberwerte in der Schwangerschaft?

Die häufigsten Ursachen für erhöhte Leberwerte in der Schwangerschaft sind die schwangerschaftsinduzierte Cholestase, die Präeklampsie und das HELLP-Syndrom.

Wie kann ich das Risiko für erhöhte Leberwerte in der Schwangerschaft verringern?

Es gibt keine Garantie, dass Sie erhöhte Leberwerte in der Schwangerschaft vermeiden können, aber Sie können das Risiko reduzieren, indem Sie eine gesunde Ernährung einhalten, auf Alkohol verzichten, Medikamente nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen und regelmäßig Ihre Leberwerte kontrollieren lassen.

Was passiert, wenn ich während der Schwangerschaft erhöhte Leberwerte habe?

Wenn Sie während der Schwangerschaft erhöhte Leberwerte haben, wird Ihr Arzt Sie sorgfältig überwachen und möglicherweise eine Behandlung einleiten. In einigen Fällen ist eine rasche Entbindung des Kindes notwendig, um das Leben von Mutter und Kind zu retten.

Sind erhöhte Leberwerte in der Schwangerschaft gefährlich?

Erhöhte Leberwerte in der Schwangerschaft können gefährlich sein, insbesondere wenn sie mit schweren Lebererkrankungen wie der akuten Schwangerschaftsfettleber oder dem HELLP-Syndrom verbunden sind. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können das Risiko für Komplikationen reduzieren.

Kann ich während der Schwangerschaft Medikamente einnehmen, wenn ich erhöhte Leberwerte habe?

Ob Sie während der Schwangerschaft Medikamente einnehmen können, hängt von der Ursache der erhöhten Leberwerte und dem jeweiligen Medikament ab. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt, bevor Sie während der Schwangerschaft Medikamente einnehmen.

Fazit

Erhöhte Leberwerte in der Schwangerschaft sind ein ernstzunehmendes Problem, das jedoch in den meisten Fällen gut behandelbar ist. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung können das Risiko für Komplikationen reduzieren und das Leben von Mutter und Kind schützen. Wenn Sie während der Schwangerschaft erhöhte Leberwerte haben, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen.

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