Schwangerschaftsdiabetes: infos & behandlung

Die Schwangerschaft ist eine wunderschöne und aufregende Zeit im Leben einer Frau. Doch für manche Frauen kann sie auch mit Herausforderungen verbunden sein. Eine davon ist der Schwangerschaftsdiabetes, auch Gestationsdiabetes genannt. Dieser tritt bei 2 bis 14 Prozent aller Schwangeren auf und wird durch einen erhöhten Insulinbedarf während der Schwangerschaft verursacht.

In diesem Artikel erfahren Sie alles über Schwangerschaftsdiabetes: Was ist er, wie wird er erkannt, wie wird er behandelt und welche Auswirkungen hat er auf Sie und Ihr Baby?

Inhaltsverzeichnis

Was ist Schwangerschaftsdiabetes?

Schwangerschaftsdiabetes ist eine Zuckerregulationsstörung, die während der Schwangerschaft auftritt. Frauen, die vorher nicht an Diabetes mellitus (Typ 1 oder Typ 2) erkrankt waren, können während der Schwangerschaft an Schwangerschaftsdiabetes erkranken.

In der zweiten Schwangerschaftshälfte sorgt die Hormonumstellung im Körper der Frau für einen erhöhten Insulinbedarf. Insulin ist ein Hormon, das den Blutzuckerspiegel reguliert, indem es Glukose aus dem Blut in die Zellen transportiert.

Kann der Körper den erhöhten Insulinbedarf nicht decken, verbleibt ein Großteil der Glukose im Blut und der Blutzuckerspiegel ist erhöht. Dies ist in der Schwangerschaft zunächst nicht ungewöhnlich. Wenn der Blutzuckerspiegel jedoch ständig oder noch lange nach Mahlzeiten stark erhöht ist, spricht man von einem Schwangerschaftsdiabetes, der behandelt werden sollte.

Symptome von Schwangerschaftsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes ist in den meisten Fällen symptomfrei. Daher erkennen viele Frauen die Krankheit nicht selbst. Allerdings können einige Symptome auftreten, wie:

  • Häufiger Harndrang
  • Starker Durst
  • Unerklärlicher Gewichtsverlust
  • Müdigkeit
  • Schlechte Wundheilung
  • Häufige Infektionen
  • Sehstörungen

Wenn Sie eines dieser Symptome bemerken, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen.

Risikofaktoren für Schwangerschaftsdiabetes

Obwohl Schwangerschaftsdiabetes jede Frau treffen kann, gibt es einige Risikofaktoren, die das Risiko erhöhen:

  • Übergewicht oder Fettleibigkeit
  • Alter über 35 Jahre
  • Familienanamnese mit Diabetes
  • Vorherige Geburt eines großen Kindes
  • Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)
  • Gestationsdiabetes in einer früheren Schwangerschaft
  • Ethnische Zugehörigkeit (z. B. Afroamerikaner, Hispanoamerikaner, Amerikanische Ureinwohner)

Diagnose von Schwangerschaftsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes wird in der Regel im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft festgestellt. Zwischen der 2und 2Schwangerschaftswoche wird ein Glukosetoleranztest durchgeführt. Dieser Test besteht aus zwei Teilen:

Nüchternblutzucker

Zunächst wird Ihnen nüchtern Blut abgenommen, um den Blutzuckerspiegel zu messen.

Belastungstest

Anschließend trinken Sie eine zuckerhaltige Lösung. Eine Stunde später wird erneut Blut abgenommen, um den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren.

Grenzwerte für Schwangerschaftsdiabetes:

BlutzuckerspiegelGrenzwert
Nüchternblutzucker≥ 92 mg/dl (≥ 5,1 mmol/l)
Blutzuckerspiegel nach 1 Stunde≥ 180 mg/dl (≥ 10 mmol/l)
Blutzuckerspiegel nach 2 Stunden≥ 153 mg/dl (≥ 8,5 mmol/l)

Liegen Ihre Blutzuckerwerte über den Grenzwerten, wird der Test in den nächsten Tagen mit einer höher konzentrierten Zuckerlösung und über einen Zeitraum von zwei Stunden wiederholt. Zeigt der erneute Test wieder eine erhöhte Zuckerkonzentration, liegt ein Schwangerschaftsdiabetes vor.

Behandlung von Schwangerschaftsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes kann gut behandelt werden. Die wichtigsten Maßnahmen sind:

Ernährungsumstellung

Die wichtigste Maßnahme zur Behandlung von Schwangerschaftsdiabetes ist eine Ernährungsumstellung. Um Ihren Blutzuckerspiegel niedrig zu halten, sollten Sie auf eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung mit vielen Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Gemüse und fettarmen Nahrungsmitteln achten.

Verzichten Sie auf zuckerhaltige Getränke und Süßigkeiten. Auch bei bestimmten Obstsorten sollten Sie vorsichtig sein und sie nur in Maßen zu sich nehmen. Weintrauben, Banane und Ananas etwa enthalten relativ viel Fruchtzucker. Bei Schwangerschaftsdiabetes sind Beeren, Melone, Zitrusfrüchte und Äpfel daher eine bessere Wahl.

Ihr Eiweißbedarf ist in der Schwangerschaft leicht erhöht und lässt sich mit Lebensmitteln wie mageren Milchprodukten, Käse, magerem Fleisch und Fisch decken. Ein weiterer Vorteil: Eiweiß wirkt in Ihrem Körper als Blutzuckerbremse. In Kombination mit anderen Lebensmitteln kann Eiweiß einem raschen Blutzuckeranstieg nach einer Mahlzeit entgegenwirken.

Welche Lebensmittel genau Ihren Blutzuckerspiegel in die Höhe treiben können, variiert. Deshalb sollten Sie sich dazu ausführlich von Ihrem Diabetologen beraten lassen.

diabetologe schwangerschaft - Was macht ein Diabetologe in der Schwangerschaft

Bewegung

Regelmäßige Bewegung hilft, Ihren Blutzuckerspiegel zu senken und Ihren Körper fit zu halten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Sportarten für Sie während der Schwangerschaft geeignet sind.

Insulintherapie

In manchen Fällen reicht eine Ernährungsumstellung und Bewegung nicht aus, um den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Dann kann eine Insulintherapie notwendig sein. Ihr Diabetologe wird Sie über die Anwendung von Insulin beraten.

Kontrollen während der Schwangerschaft

Wenn Sie an Schwangerschaftsdiabetes erkrankt sind, müssen Sie während der Schwangerschaft regelmäßige Kontrollen beim Diabetologen durchführen lassen. Diese Kontrollen umfassen:

  • Blutzuckermessungen
  • Kontrolle des Blutdrucks
  • Ultraschalluntersuchungen
  • Weitere Untersuchungen, falls erforderlich

Risiken von Schwangerschaftsdiabetes für Mutter und Kind

Schwangerschaftsdiabetes kann sowohl für die Mutter als auch für das Kind Risiken bergen.

Risiken für die Mutter

  • Erhöhtes Risiko für Präeklampsie (eine schwere Schwangerschaftskomplikation mit hohem Blutdruck und Wassereinlagerungen)
  • Erhöhtes Risiko für Infektionen (z. B. Harnwegsinfektionen)
  • Erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt
  • Erhöhtes Risiko für eine Kaiserschnittgeburt
  • Erhöhtes Risiko für einen Diabetes Typ 2 nach der Schwangerschaft

Risiken für das Kind

  • Erhöhtes Risiko für eine Makrosomie (Übergewicht des Kindes)
  • Erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt
  • Erhöhtes Risiko für Atembeschwerden
  • Erhöhtes Risiko für Hypoglykämie (niedriger Blutzuckerspiegel)
  • Erhöhtes Risiko für Fettleibigkeit und Diabetes Typ 2 im späteren Leben

Durch eine gute Behandlung von Schwangerschaftsdiabetes können diese Risiken jedoch minimiert werden.

Schwangerschaftsdiabetes nach der Geburt

In den meisten Fällen verschwindet Schwangerschaftsdiabetes nach der Geburt von selbst. Ein weiterer Zuckertest nach der Schwangerschaft gibt Aufschluss darüber, ob sich Ihre Werte wieder normalisiert haben. Dennoch sollten Sie sich vorsorglich in größeren Abständen weiter testen lassen, da das Risiko, an Diabetes mellitus zu erkranken, nach der Erkrankung mit Schwangerschaftsdiabetes steigt.

Häufig gestellte Fragen

Was macht ein Diabetologe bei der ersten Untersuchung?

Bei der ersten Untersuchung wird der Diabetologe Ihre Krankengeschichte aufnehmen, Ihre Risikofaktoren für Schwangerschaftsdiabetes besprechen und Ihre Blutzuckerwerte kontrollieren. Außerdem wird er Sie über die Behandlungsmöglichkeiten von Schwangerschaftsdiabetes informieren und Ihnen Tipps für eine gesunde Ernährung und Lebensweise geben.

Wie lange dauert die Behandlung von Schwangerschaftsdiabetes?

Die Behandlung von Schwangerschaftsdiabetes dauert in der Regel bis zum Ende der Schwangerschaft. In einigen Fällen kann die Behandlung auch noch einige Wochen nach der Geburt fortgesetzt werden.

diabetologe schwangerschaft - Was macht ein Diabetologe bei der ersten Untersuchung

Kann ich während der Schwangerschaft Sport treiben?

Ja, in den meisten Fällen ist es während der Schwangerschaft möglich, Sport zu treiben. Sprechen Sie jedoch vorher mit Ihrem Arzt, welche Sportarten für Sie geeignet sind.

Welche Lebensmittel sollte ich bei Schwangerschaftsdiabetes meiden?

Sie sollten Lebensmittel mit hohem Zuckergehalt wie Süßigkeiten, Kuchen, Gebäck, zuckerhaltige Getränke und Weißbrot meiden. Auch Obst mit hohem Fruchtzuckergehalt wie Weintrauben, Banane und Ananas sollten Sie nur in Maßen essen.

Was sind die Folgen von unbehandeltem Schwangerschaftsdiabetes?

Unbehandelter Schwangerschaftsdiabetes kann sowohl für die Mutter als auch für das Kind schwerwiegende Folgen haben. Bei der Mutter kann es zu Präeklampsie, Infektionen, Frühgeburten und Kaiserschnittgeburten kommen. Beim Kind kann es zu Übergewicht, Frühgeburt, Atembeschwerden, Hypoglykämie, Fettleibigkeit und Diabetes Typ 2 im späteren Leben kommen.

Fazit

Schwangerschaftsdiabetes ist eine häufige Erkrankung, die jedoch mit einer guten Behandlung gut kontrolliert werden kann. Wenn Sie an Schwangerschaftsdiabetes erkrankt sind, sollten Sie regelmäßig Ihren Diabetologen aufsuchen und seine Anweisungen befolgen. So können Sie sicherstellen, dass Sie und Ihr Baby gesund bleiben.

Wenn Sie andere Artikel kennenlernen möchten, die Schwangerschaftsdiabetes: infos & behandlung ähneln, können Sie die Kategorie Schwangerschaftsdiabetes besuchen.

Go up