Ein brummendes Geräusch beim Einatmen, auch bekannt als Stridor, ist ein alarmierendes Symptom, das auf eine Verengung der Atemwege hinweisen kann. Dieser Artikel erklärt, was Stridor ist, welche Ursachen dahinterstecken und wie er behandelt wird. Außerdem geben wir Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Thema Brummen beim Einatmen.
Was ist Stridor?
Stridor ist ein laut pfeifendes oder zischendes Geräusch, das beim Ein- oder Ausatmen hörbar ist. Es entsteht, wenn die Atemwege durch eine Schwellung, einen Fremdkörper, einen Tumor oder andere Faktoren verengt werden. Die Luft, die durch die verengten Atemwege strömt, erzeugt ein charakteristisches Brummen, Pfeifen oder Zischen.
Stridor kann sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen auftreten und ist in der Regel ein Zeichen für eine ernstzunehmende Erkrankung. Es ist wichtig, schnellstmöglich einen Arzt aufzusuchen, wenn Sie oder jemand in Ihrer Umgebung unter Stridor leiden, da unbehandelte Atemwegsverengungen lebensbedrohlich sein können.
Ursachen für Stridor
Die Ursachen für Stridor sind vielfältig. Je nach Lokalisation des Brummens können verschiedene Faktoren eine Rolle spielen:
Inspiratorischer Stridor (Brummen beim Einatmen):
Dieser Typ von Stridor tritt beim Einatmen auf und wird durch eine Verengung der oberen Atemwege oberhalb der Stimmlippen verursacht. Häufige Ursachen sind:

- Fremdkörperaspiration: Das Einatmen von Fremdkörpern wie Spielzeug, Lebensmittel oder Flüssigkeiten.
- Krupp: Eine akute Entzündung der Kehlkopf- und Luftröhrenschleimhaut, die vor allem bei Kindern vorkommt.
- Pseudokrupp: Eine ähnliche Erkrankung wie Krupp, die jedoch nicht durch eine bakterielle Infektion, sondern durch einen Virus verursacht wird.
- Epiglottitis: Eine schwere Entzündung des Kehldeckels (Epiglottis), die zu einer starken Verengung der Atemwege führt.
- Angioödem: Eine allergische Reaktion, die zu einer Schwellung im Gesicht, Hals und Rachenbereich führt.
- Tumoren: Gutartige oder bösartige Tumoren im Bereich des Kehlkopfes oder der Luftröhre.
- Schilddrüsenvergrößerung: Eine Vergrößerung der Schilddrüse kann die Luftröhre einengen.
- Atemwegsinfektionen: Verschiedene Atemwegsinfektionen können zu einer Schwellung der Schleimhaut und einer Verengung der Atemwege führen.
Exspiratorischer Stridor (Brummen beim Ausatmen):
Dieser Typ von Stridor tritt beim Ausatmen auf und wird durch eine Verengung der unteren Atemwege unterhalb der Stimmlippen verursacht. Häufige Ursachen sind:
- Asthma: Eine chronische Entzündung der Bronchien, die zu einer Verengung der Atemwege führt.
- Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD): Eine chronische Lungenerkrankung, die zu einer Verengung der Atemwege führt.
- Bronchitis: Eine Entzündung der Bronchien, die zu einer Verengung der Atemwege führt.
- Fremdkörperaspiration: Das Einatmen von Fremdkörpern kann auch die unteren Atemwege verengen.
- Tumoren: Gutartige oder bösartige Tumoren in den Bronchien.
Biphasischer Stridor (Brummen beim Ein- und Ausatmen):
Dieser Typ von Stridor tritt sowohl beim Einatmen als auch beim Ausatmen auf und wird durch eine Verengung der Atemwege an mehreren Stellen verursacht. Häufige Ursachen sind:
- Fremdkörperaspiration: Ein Fremdkörper kann sowohl die oberen als auch die unteren Atemwege verengen.
- Kombination aus verschiedenen Erkrankungen: Eine Kombination aus Asthma und einer Infektion kann zu einem biphasischen Stridor führen.
Symptome von Stridor
Neben dem brummenden Geräusch beim Einatmen können weitere Symptome auftreten, die je nach Ursache variieren:
- Atemnot: Schwierigkeiten beim Atmen, insbesondere beim Einatmen.
- Husten: Trockener oder feuchter Husten, der durch die Verengung der Atemwege ausgelöst wird.
- Heiserkeit: Veränderungen der Stimme, die durch eine Schwellung der Stimmlippen verursacht werden.
- Fieber: Ein Fieber kann auf eine Infektion als Ursache des Stridors hindeuten.
- Zyanosen: Eine bläuliche Verfärbung der Haut und der Lippen, die auf einen Sauerstoffmangel hinweist.
- Schweißausbrüche: Starker Schweißausbruch kann ein Zeichen für einen schweren Sauerstoffmangel sein.
- Unruhe: Unruhe und Verwirrtheit können bei schwerem Sauerstoffmangel auftreten.
Diagnose von Stridor
Um die Ursache des Stridors zu ermitteln, wird der Arzt eine gründliche Anamnese (Befragung des Patienten) und eine körperliche Untersuchung durchführen. Dazu gehören:

- Anamnese: Der Arzt wird nach den Beschwerden, dem Beginn des Stridors, eventuellen Vorerkrankungen und anderen relevanten Informationen fragen.
- Körperliche Untersuchung: Der Arzt wird die Atemwege abhören, den Rachenraum untersuchen und den Hals abtasten.
- Röntgenaufnahmen: Röntgenaufnahmen des Brustkorbs oder des Halses können helfen, die Ursache des Stridors zu identifizieren.
- Lungenfunktionstest: Ein Lungenfunktionstest kann die Funktion der Lunge messen und Hinweise auf eine Verengung der Atemwege geben.
- Bronchoskopie: Bei einer Bronchoskopie wird ein dünner Schlauch mit einer Kamera in die Atemwege eingeführt, um diese zu untersuchen und gegebenenfalls einen Fremdkörper zu entfernen.
- Blutuntersuchungen: Blutuntersuchungen können helfen, Infektionen oder andere Erkrankungen als Ursache des Stridors zu erkennen.
Behandlung von Stridor
Die Behandlung des Stridors hängt von der Ursache ab. In einigen Fällen kann der Stridor durch einfache Maßnahmen wie die Entfernung eines Fremdkörpers behoben werden. In anderen Fällen sind weitere Behandlungen notwendig.
Behandlung des inspiratorischen Stridors:
- Fremdkörperentfernung: Wenn ein Fremdkörper die Atemwege blockiert, muss dieser schnellstmöglich entfernt werden. Dies kann durch Husten, Klopfen auf den Rücken oder das Heimlich-Manöver erfolgen.
- Medikamente: Bei Atemwegsinfektionen können Antibiotika oder Antivirale Medikamente eingesetzt werden. Bei allergischen Reaktionen können Antihistaminika und Kortikosteroide helfen.
- Sauerstofftherapie: Bei schwerem Sauerstoffmangel kann eine Sauerstofftherapie notwendig sein.
- Intubation: In schweren Fällen kann eine Intubation erforderlich sein, bei der ein dünner Schlauch in die Luftröhre eingeführt wird, um die Atemwege offen zu halten.
- Operation: In seltenen Fällen kann eine Operation notwendig sein, um einen Tumor oder eine andere Verengung der Atemwege zu entfernen.
Behandlung des exspiratorischen Stridors:
- Medikamente: Bei Asthma oder COPD werden Medikamente eingesetzt, die die Atemwege erweitern und die Entzündung reduzieren.
- Sauerstofftherapie: Bei schwerem Sauerstoffmangel kann eine Sauerstofftherapie notwendig sein.
- Rehabilitation: Atemtherapie und andere Rehabilitationsmaßnahmen können helfen, die Lungenfunktion zu verbessern.
Behandlung des biphasischen Stridors:
Die Behandlung des biphasischen Stridors hängt von der Ursache ab. In der Regel werden die gleichen Behandlungsmethoden wie beim inspiratorischen oder exspiratorischen Stridor eingesetzt.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Brummen beim Einatmen:
Wann sollte ich zum Arzt gehen, wenn ich Brummen beim Einatmen habe?
Sie sollten sofort einen Arzt aufsuchen, wenn Sie oder jemand in Ihrer Umgebung unter Stridor leiden, insbesondere wenn:
- Die Atemnot schwerwiegend ist.
- Das Brummen beim Einatmen plötzlich auftritt.
- Weitere Symptome wie Husten, Heiserkeit oder Fieber auftreten.
- Sie den Verdacht haben, dass ein Fremdkörper die Atemwege blockiert.
Ist Stridor gefährlich?
Ja, Stridor kann gefährlich sein, da er auf eine Verengung der Atemwege hinweist. Unbehandelte Atemwegsverengungen können zu lebensbedrohlicher Atemnot führen. Es ist wichtig, schnellstmöglich einen Arzt aufzusuchen, wenn Sie unter Stridor leiden.
Kann Stridor bei Kindern häufiger vorkommen?
Ja, Stridor tritt bei Kindern häufiger auf als bei Erwachsenen. Dies ist vor allem auf die kleineren und empfindlicheren Atemwege von Kindern zurückzuführen. Häufige Ursachen für Stridor bei Kindern sind Krupp, Pseudokrupp und Fremdkörperaspiration.
Kann Stridor durch Allergien ausgelöst werden?
Ja, Stridor kann durch Allergien ausgelöst werden. Allergische Reaktionen können zu einer Schwellung der Atemwege führen, die zu einem Brummen beim Einatmen führt. Häufige Allergieauslöser sind Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Lebensmittel und Insektenstiche.
Was kann ich tun, um Stridor zu vermeiden?
Es gibt verschiedene Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um das Risiko für Stridor zu verringern:
- Achten Sie auf Ihre Umgebung: Vermeiden Sie Orte, an denen Sie Allergien auslösen könnten.
- Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig: Dies hilft, Infektionen zu vermeiden.
- Impfen Sie sich gegen Grippe: Die Grippeimpfung kann das Risiko für Atemwegsinfektionen verringern.
- Rauchen Sie nicht: Rauchen schädigt die Lunge und erhöht das Risiko für Atemwegserkrankungen.
- Achten Sie auf Ihre Kinder: Bewahren Sie kleine Gegenstände außerhalb der Reichweite von Kindern auf, um das Risiko einer Fremdkörperaspiration zu verringern.
Fazit
Stridor ist ein ernstzunehmendes Symptom, das auf eine Verengung der Atemwege hinweist. Es ist wichtig, schnellstmöglich einen Arzt aufzusuchen, wenn Sie oder jemand in Ihrer Umgebung unter Stridor leiden. Die Behandlung des Stridors hängt von der Ursache ab und kann von einfachen Maßnahmen wie der Entfernung eines Fremdkörpers bis hin zu komplexen Operationen reichen.
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