Die Geburt eines Kindes ist ein wunderschönes und zugleich herausforderndes Erlebnis. Nach der Geburt ist es wichtig, dass sich der Körper der Mutter wieder erholt und die Gebärmutter sich zurückbildet. Ein wichtiger Teil dieses Prozesses ist der Wochenfluss, der aus Blut, Schleim und Geweberesten besteht und die Gebärmutterhöhle reinigt. In manchen Fällen kann es jedoch zu einem Blutstau nach Geburt (auch bekannt als Wochenflussstau, Lochialstau oder Lochiometra) kommen. Dieser Zustand kann schmerzhaft und unangenehm sein und erfordert eine medizinische Behandlung.
Was ist Blutstau nach Geburt?
Ein Blutstau nach Geburt tritt auf, wenn der Wochenfluss nicht vollständig aus der Gebärmutter abfließen kann. Dies kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel:
- Ein unzureichend geöffneter Muttermund, z. B. Nach einem Kaiserschnitt
- Verstopfung des Muttermunds durch Reste der Eihaut oder geronnenes Blut
- Eine Infektion der Gebärmutter
- Eine Schwäche der Gebärmuttermuskulatur
Ein Blutstau kann zu einer Entzündung der Gebärmutterschleimhaut ( Endometritis ) führen, die wiederum zu einem Kindbettfieber führen kann. Daher ist es wichtig, die Symptome eines Blutstaus frühzeitig zu erkennen und einen Arzt aufzusuchen.

Symptome eines Blutstaus nach Geburt
Die häufigsten Symptome eines Blutstaus nach Geburt sind:
- Fehlender oder stark verminderter Wochenfluss
- Weiche, druckschmerzhafte Gebärmutter
- Vergrößerte Gebärmutter
- Bauchschmerzen
- Kopfschmerzen, typischerweise ziehend bis stechend an beiden Schläfen (Stirnkopfschmerzen)
- Hohes Fieber
Wenn Sie eines oder mehrere dieser Symptome nach der Geburt bemerken, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen.
Diagnose eines Blutstaus nach Geburt
Ein Arzt kann einen Blutstau nach Geburt anhand der Symptome und einer körperlichen Untersuchung diagnostizieren. Er wird Ihre Gebärmutter abtasten und nach Anzeichen einer Vergrößerung oder Druckempfindlichkeit suchen. Eine Ultraschalluntersuchung kann helfen, die Gebärmutterhöhle zu visualisieren und zu bestätigen, ob sich Flüssigkeit darin angesammelt hat.
Behandlung eines Blutstaus nach Geburt
Die Behandlung eines Blutstaus nach Geburt hängt von der Schwere des Zustands ab. In leichteren Fällen kann der Arzt folgende Maßnahmen ergreifen:
- Oxytocin : Dieses Medikament hilft, die Gebärmutter zusammenzuziehen und den Wochenfluss zu fördern.
- Methylergometrin : Dieses Medikament hat ebenfalls eine wehenfördernde Wirkung und kann helfen, den Blutstau zu lösen.
- Krampflösende Medikamente : Diese Medikamente können helfen, den Muttermund zu entspannen und den Abfluss des Wochenflusses zu erleichtern.
- Wärmetherapie : Heiße Sitzbäder oder Wärmepackungen können den Wochenfluss fördern und die Schmerzen lindern.
- Bauchmassage : Eine sanfte Bauchmassage in Gebärmutterhöhe kann ebenfalls helfen, die Gebärmutter zusammenzuziehen.
In schwereren Fällen kann eine operative Behandlung notwendig sein. Der Arzt kann den Muttermund manuell erweitern oder die Gebärmutterhöhle mit einem Katheter ausspülen, um den Blutstau zu lösen.
Selbstbehandlung bei Blutstau nach Geburt
Während es wichtig ist, einen Arzt aufzusuchen, wenn Sie Symptome eines Blutstaus haben, können Sie auch selbst einige Maßnahmen ergreifen, um die Heilung zu fördern:
- Häufiges Aufstehen : Bewegung hilft, die Durchblutung zu fördern und die Gebärmutter zusammenzuziehen.
- Rückbildungsgymnastik : Spezielle Übungen können die Gebärmuttermuskulatur stärken und den Wochenfluss fördern.
- Häufiges Stillen : Das Stillen stimuliert die Ausschüttung von Oxytocin, welches die Gebärmutter zusammenzieht.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Maßnahmen nur unterstützende Maßnahmen sind und nicht die medizinische Behandlung ersetzen können.
Prävention eines Blutstaus nach Geburt
Es gibt verschiedene Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um einem Blutstau nach Geburt vorzubeugen:
- Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen : Lassen Sie sich nach der Geburt regelmäßig von Ihrem Arzt untersuchen, um sicherzustellen, dass die Gebärmutter sich gut zurückbildet.
- Frühzeitiges Aufstehen : Versuchen Sie, so bald wie möglich nach der Geburt aufzustehen und sich zu bewegen.
- Rückbildungsgymnastik : Beginnen Sie mit der Rückbildungsgymnastik, sobald es Ihnen möglich ist.
- Häufiges Stillen : Stillen fördert die Ausschüttung von Oxytocin und hilft, die Gebärmutter zusammenzuziehen.
Was passiert, wenn ein Blutstau nicht behandelt wird?
Wenn ein Blutstau nicht behandelt wird, kann er zu einer Entzündung der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis) führen. Eine Endometritis kann wiederum zu einem Kindbettfieber führen, das schwere Komplikationen verursachen kann. In seltenen Fällen kann ein unbehandelter Blutstau auch zu einer Blutvergiftung führen.
Wie lange dauert es, bis ein Blutstau abgeklungen ist?
Die Dauer eines Blutstaus variiert je nach Schweregrad und Ursache. In leichteren Fällen kann der Blutstau innerhalb weniger Tage mit einer medikamentösen Behandlung abgeklungen sein. In schwereren Fällen kann es jedoch mehrere Wochen dauern, bis der Blutstau vollständig abgeklungen ist.
Kann ich nach einem Kaiserschnitt einen Blutstau bekommen?
Ja, auch nach einem Kaiserschnitt kann es zu einem Blutstau kommen. Der Muttermund ist nach einem Kaiserschnitt oft nicht so weit geöffnet wie nach einer natürlichen Geburt, was den Abfluss des Wochenflusses erschweren kann.
Kann ich meinen Wochenfluss anregen?
Ja, Sie können Ihren Wochenfluss anregen, indem Sie sich regelmäßig bewegen, Rückbildungsgymnastik machen und häufig stillen. Außerdem können heiße Sitzbäder oder Wärmepackungen den Wochenfluss fördern.
Welche Hausmittel helfen bei Blutstau?
Einige Hausmittel können helfen, den Wochenfluss zu fördern und die Schmerzen zu lindern. Dazu gehören heiße Sitzbäder mit Kamillenextrakt oder Eichenrindenextrakt, Wärmepackungen und eine Bauchmassage. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Hausmittel nur unterstützende Maßnahmen sind und nicht die medizinische Behandlung ersetzen können.
Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?
Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn Sie eines oder mehrere der Symptome eines Blutstaus nach Geburt bemerken. Auch wenn Sie unsicher sind, ob es sich um einen Blutstau handelt, ist es immer besser, vorsichtshalber einen Arzt zu konsultieren.
Zusammenfassung
Ein Blutstau nach Geburt ist ein ernstzunehmender Zustand, der jedoch mit einer rechtzeitigen Behandlung in der Regel gut ausheilt. Wenn Sie Symptome eines Blutstaus bemerken, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Durch regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen, Bewegung, Rückbildungsgymnastik und häufiges Stillen können Sie einem Blutstau vorbeugen.
Wenn Sie andere Artikel kennenlernen möchten, die Blutstau nach geburt: ursachen, symptome & behandlung ähneln, können Sie die Kategorie Wochenfluss probleme besuchen.
