Die Frage, bis wann eine Schwangerschaft abgebrochen werden kann, ist komplex und hängt von verschiedenen Faktoren ab. In Deutschland ist ein Schwangerschaftsabbruch grundsätzlich strafbar, da das Grundgesetz das menschliche Leben schützt. Dennoch gibt es gesetzlich festgelegte Bedingungen, unter denen ein Abbruch straffrei ist und somit erlaubt ist.
- Wann ist eine Abtreibung erlaubt?
- Welche Methoden gibt es?
- Welche Risiken gibt es?
- Was macht eine Abtreibung mit der Psyche?
- Wer führt eine Abtreibung durch?
- Wer bezahlt eine Abtreibung?
-
- Wie lange dauert ein Schwangerschaftsabbruch?
- Ist ein Schwangerschaftsabbruch schmerzhaft?
- Kann ich nach einem Schwangerschaftsabbruch wieder schwanger werden?
- Ist ein Schwangerschaftsabbruch gefährlich?
- Kann man einen Schwangerschaftsabbruch bereuen?
- Was passiert, wenn ich einen illegalen Schwangerschaftsabbruch durchführen lasse?
- Zusammenfassung
Wann ist eine Abtreibung erlaubt?
Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland nur in einem vorgegebenen Zeitraum und unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
- Der Abbruch muss innerhalb von zwölf Wochen nach der Empfängnis geschehen.
- Die Schwangere muss mindestens drei Tage vor dem Abbruch eine sogenannte Schwangerschaftskonfliktberatung wahrnehmen.
- Der Abbruch muss von einem Arzt oder einer Ärztin vorgenommen werden.
Diese drei Bedingungen müssen erfüllt sein, damit der Abbruch straffrei bleibt. Zusätzlich gibt es noch zwei weitere Ausnahmefälle, in denen ein Abbruch erlaubt ist:
- Abbruch nach einer Vergewaltigung
- Abbruch, wenn die psychische oder physische Gesundheit der Mutter auf dem Spiel steht (medizinische oder kriminologische Indikation)
In diesen Fällen ist der Abbruch unabhängig von der Schwangerschaftswoche erlaubt.
Abtreibung nach der 1Woche
Liegt ein medizinischer Grund vor, kann eine Abtreibung auch noch nach der 1Woche durchgeführt werden. Eine Behinderung oder Krankheit des ungeborenen Kindes kann aus rechtlicher Sicht aber nie der Grund für einen Abbruch sein. Der Grund ist immer die Gefahr für die Schwangere.
Abbrüche nach der 2Woche finden nur in extremen Ausnahmefällen statt, da der Fötus ab diesem Zeitpunkt bereits lebensfähig sein kann. Solche Spätabbrüche machen nur einen geringen Prozentsatz aller Abtreibungen aus.
Welche Methoden gibt es?
Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, eine Schwangerschaft abzubrechen: medikamentös oder operativ.
Medikamentöse Methode
Die medikamentöse Methode kann bis zur neunten Schwangerschaftswoche angewendet werden und erfolgt in zwei Schritten:
- Schritt 1: Das erste Medikament löst die Gebärmutterschleimhaut und die Fruchtblase mit dem Embryo. Bei den meisten Frauen kommt es dann zu einer Blutung, die ähnlich wie bei der Periode sein kann.
- Schritt 2: Drei bis vier Tage danach, wenn der Embryo abgestorben ist, löst ein zweites Medikament Wehen aus und es kommt innerhalb von etwa drei Stunden zu einer stärkeren Abbruchblutung. Dabei werden die Gebärmutterschleimhaut und die Fruchtblase mit Embryo ausgestoßen. Nach der Behandlung haben viele Frauen noch zwei bis vier Wochen lang Blutungen.
Operative Methode
Nach der neunten Schwangerschaftswoche ist ein Abbruch nur noch operativ möglich. Die operative Methode wird überwiegend ambulant durchgeführt, entweder mit örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose.
Die häufigste operative Methode ist die Absaugung, auch Vakuumaspiration genannt. Dabei wird ein Röhrchen in die Gebärmutterhöhle eingeführt und der Embryo samt Gebärmutterschleimhaut abgesaugt. Der Eingriff dauert 10 bis 15 Minuten. Im Anschluss kann es zu wehenartigen Schmerzen kommen, während sich die Gebärmutter wieder auf die ursprüngliche Größe zusammenzieht. In den kommenden zwei Wochen kann es zu Blutungen kommen.
Welche Risiken gibt es?
Beide Abbruch-Techniken gelten als sicher. Doch wie bei jedem Medikament oder jedem Eingriff, kann es zu Nebenwirkungen kommen.
- Medikamentöse Methode: Vergleichbare Symptome wie bei der Regelblutung.
- Operative Methode: In seltenen Fällen können Verletzungen der Gebärmutter, hoher Blutverlust, Narkoseprobleme oder Entzündungen auftreten. Diese können zum Beispiel durch verbleibendes Restgewebe in der Gebärmutter entstehen. Ein Anzeichen dafür ist Fieber.
Solange keine Komplikationen auftreten, steht einem späteren Kinderwunsch auch nach einer Abtreibung nichts im Wege. Allerdings gibt es wissenschaftliche Hinweise darauf, dass vor allem operative Abbrüche das Risiko für eine Frühgeburt erhöhen könnten.
Was macht eine Abtreibung mit der Psyche?
Es gibt zahlreiche Studien zu den möglichen Folgen von Schwangerschaftsabbrüchen. Manche kommen zu dem Ergebnis, dass es einen Zusammenhang zwischen Abtreibungen und psychischen Problemen danach gibt, vor allem, wenn die Betroffenen sowieso schon in belastenden Lebensumständen (Gewalt, Armut, psychische Vorerkrankungen) leben.
Dass eine Abtreibung allein das Risiko erhöhe, psychisch krank zu werden, wurde in anderen Studien wiederum widerlegt. Eine Studie der University of California sammelte zum Beispiel Daten über drei Jahre: 95 Prozent derer, die eine Schwangerschaft abgebrochen hatten, bereuten demnach ihre Entscheidung nicht - auch wenn ihnen die Entscheidung dafür zunächst schwer gefallen war.
Ein Schwangerschaftsabbruch kann aber auch psychisch belasten. In diesem Fall sollten Frauen sich therapeutische Unterstützung suchen.
Wer führt eine Abtreibung durch?
In Deutschland führen Ärzte und Ärztinnen Schwangerschaftsabbrüche durch. Allerdings gibt es immer weniger Ärzte und Ärztinnen, die Abbrüche vornehmen. Das liegt unter anderem an dem bestehenden Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche.
Wer bezahlt eine Abtreibung?
Grundsätzlich muss man Abtreibungen in Deutschland aus eigener Tasche bezahlen. Je nach Methode und Praxis kostet eine Abtreibung zwischen 200 und 700 Euro. Ein medikamentöser Abbruch ist dabei günstiger als ein operativer.
Für Menschen, die wenig Einkommen haben, und bei Abbrüchen, die aufgrund von medizinischer oder kriminologischer Gründe wie bei einer Vergewaltigung, werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen. Behandlungskosten während der Schwangerschaft – also vor dem Abbruch – und die Nachbehandlung möglicher Komplikationen werden generell bezahlt.
Wie lange dauert ein Schwangerschaftsabbruch?
Die Dauer eines Schwangerschaftsabbruchs hängt von der Methode ab. Ein medikamentöser Abbruch dauert in der Regel etwa zwei bis drei Tage. Ein operativer Abbruch dauert etwa 10 bis 15 Minuten.
Ist ein Schwangerschaftsabbruch schmerzhaft?
Die medikamentöse Methode kann zu Krämpfen und Blutungen führen, die ähnlich wie bei einer Periode sind. Ein operativer Abbruch wird in der Regel unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt und ist daher nicht schmerzhaft.
Kann ich nach einem Schwangerschaftsabbruch wieder schwanger werden?
Ja, Sie können nach einem Schwangerschaftsabbruch wieder schwanger werden. Es ist jedoch wichtig, dass Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin sprechen, um sicherzustellen, dass Sie bereit sind für eine weitere Schwangerschaft.
Ist ein Schwangerschaftsabbruch gefährlich?
Schwangerschaftsabbrüche sind in der Regel sicher, aber wie bei jedem medizinischen Eingriff gibt es auch Risiken. Die Risiken sind jedoch gering und können durch eine sorgfältige medizinische Betreuung minimiert werden.
Kann man einen Schwangerschaftsabbruch bereuen?
Es ist normal, dass Sie sich nach einem Schwangerschaftsabbruch traurig oder verwirrt fühlen. Die Entscheidung für einen Abbruch ist eine schwierige Entscheidung und es ist wichtig, dass Sie sich Zeit nehmen, um Ihre Gefühle zu verarbeiten. Wenn Sie sich mit Ihren Gefühlen kämpfen, sollten Sie mit einem Arzt, einer Ärztin oder einem Therapeuten sprechen.
Was passiert, wenn ich einen illegalen Schwangerschaftsabbruch durchführen lasse?
Illegale Schwangerschaftsabbrüche sind in Deutschland strafbar und können zu schweren gesundheitlichen Folgen führen. Es ist wichtig, dass Sie sich an einen Arzt oder eine Ärztin wenden, wenn Sie eine Schwangerschaft abbrechen möchten.
Zusammenfassung
In Deutschland ist ein Schwangerschaftsabbruch nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Die Entscheidung für einen Abbruch ist eine schwierige Entscheidung, die von vielen Faktoren abhängt. Es ist wichtig, dass Sie sich gut informieren und mit einem Arzt oder einer Ärztin sprechen, um die beste Entscheidung für sich zu treffen.
Wenn Sie andere Artikel kennenlernen möchten, die Schwangerschaftsabbruch: wann ist er erlaubt? ähneln, können Sie die Kategorie Schwangerschaftsabbruch besuchen.
