Geburt: die austreibungsphase im überblick

Die Geburt eines Kindes ist ein Wunder, ein unglaublicher Prozess, der Frauen seit Jahrtausenden fasziniert. Doch die Geburt ist nicht nur ein Fest der Freude, sondern auch ein komplexer und manchmal herausfordernder Prozess, der verschiedene Phasen durchläuft. Eine dieser Phasen ist die Austreibungsphase, die den Höhepunkt der Geburt darstellt und mit der Geburt des Kindes endet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Austreibungsphase?

Die Austreibungsphase beginnt, wenn der Muttermund vollständig geöffnet ist (10 cm) und endet mit der Geburt des Kindes. Diese Phase ist oft die intensivste und schmerzhafteste Phase der Geburt, aber gleichzeitig auch die spannendste, denn sie führt zur Begegnung mit dem neuen Leben.

Symptome der Austreibungsphase:

Die Austreibungsphase ist durch verschiedene Symptome gekennzeichnet, die auf den Beginn der Geburt hindeuten:

  • Starke Wehen: Die Wehen werden in dieser Phase intensiver und regelmäßiger, mit kürzeren Pausen dazwischen.
  • Druckgefühl im Becken: Das Baby drückt nun mit seinem Kopf gegen den Beckenboden und erzeugt ein starkes Druckgefühl.
  • Drang zum Pressen: Dieser Drang wird durch den Druck des Babykopfes auf den Beckenboden ausgelöst und ist ein natürlicher Reflex, der dem Baby hilft, durch den Geburtskanal zu gelangen.

Wie lange dauert die Austreibungsphase?

Die Dauer der Austreibungsphase variiert stark von Frau zu Frau. Bei Erstgebärenden dauert sie durchschnittlich etwa 1 bis 2 Stunden, bei Mehrgebärenden kann sie kürzer sein. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen die Austreibungsphase länger dauert, zum Beispiel bei großen Babys oder bei ungünstiger Beckenlage des Kindes.

Faktoren, die die Dauer beeinflussen:

  • Geburtserfahrung: Erstgebärende brauchen oft länger als Mehrgebärende.
  • Größe des Babys: Große Babys können länger brauchen, um durch den Geburtskanal zu gelangen.
  • Beckenlage des Babys: Eine ungünstige Beckenlage, wie zum Beispiel Steißlage, kann die Austreibungsphase verlängern.
  • Medikamentengabe: Schmerzmittel können die Wehen verlangsamen und die Austreibungsphase verlängern.

Wie verläuft die Austreibungsphase?

Die Austreibungsphase verläuft in mehreren Schritten:

Eröffnungsphase:

Diese Phase beginnt mit dem vollständigen Öffnen des Muttermunds (10 cm) und endet mit dem Beginn des Pressens. Die Wehen werden in dieser Phase immer stärker und regelmäßiger, und der Druck auf den Beckenboden nimmt zu. Die Frau spürt nun einen starken Drang zum Pressen.

Austreibungsphase:

In dieser Phase wird das Baby durch den Geburtskanal geboren. Die Frau presst mit jeder Wehe aktiv mit, um das Baby nach unten zu schieben. Die Hebamme unterstützt die Frau dabei und gibt Anweisungen, wie sie am besten pressen kann.

Geburt des Kindes:

Sobald das Baby vollständig geboren ist, wird die Nabelschnur durchtrennt und das Baby wird der Mutter auf die Brust gelegt. Dieser Moment ist für viele Eltern der schönste Moment ihrer Leben.

Was passiert nach der Geburt des Kindes?

Nach der Geburt des Kindes beginnt die Nachgeburtsphase. In dieser Phase wird die Plazenta, die das Baby während der Schwangerschaft mit Nährstoffen versorgt hat, von der Gebärmutterwand gelöst und ausgestoßen. Dieser Vorgang ist normalerweise schmerzlos und dauert etwa 15 Minuten.

Was ist die Nachgeburtsphase?

Die Nachgeburtsphase ist die letzte Phase der Geburt. Sie beginnt mit der Geburt des Kindes und endet mit der Ausstoßung der Plazenta. Diese Phase dauert normalerweise 15 bis 30 Minuten und ist in der Regel nicht schmerzhaft.

Symptome der Nachgeburtsphase:

  • Nachwehen: Nach der Geburt des Kindes spürt die Frau oft leichte Wehen, die dazu dienen, die Gebärmutter zusammenzuziehen und die Blutung zu stoppen.
  • Ausstoßung der Plazenta: Die Plazenta wird normalerweise innerhalb von 15 bis 30 Minuten nach der Geburt des Kindes ausgestoßen.

Was passiert nach der Ausstoßung der Plazenta?

Nach der Ausstoßung der Plazenta wird die Hebamme diese auf Vollständigkeit kontrollieren. Die Gebärmutter wird nun durch die Nachwehen auf ihre ursprüngliche Größe zurückkehren. Die Hebamme wird die Blutung kontrollieren und den Blutdruck der Frau messen.

Was passiert, wenn die Plazenta nicht ausgestoßen wird?

In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass die Plazenta nicht von selbst ausgestoßen wird. In diesem Fall muss die Hebamme die Plazenta manuell entfernen. Dies ist ein kleiner Eingriff, der unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird.

Was sind Nachwehen?

Nachwehen sind leichte Wehen, die die Frau nach der Geburt des Kindes spürt. Sie dienen dazu, die Gebärmutter zusammenzuziehen und die Blutung zu stoppen. Nachwehen können einige Stunden oder sogar Tage nach der Geburt anhalten. Sie sind normalerweise nicht schmerzhaft, können aber in einigen Fällen etwas unangenehm sein.

Was kann man gegen Nachwehen tun?

Es gibt verschiedene Dinge, die man gegen Nachwehen tun kann:

  • Wärme: Eine Wärmflasche oder ein Heizkissen auf den Bauch legen kann die Schmerzen lindern.
  • Massage: Eine sanfte Massage des Bauches kann ebenfalls helfen.
  • Schmerzmittel: In einigen Fällen können Schmerzmittel helfen, die Schmerzen zu lindern.

Was ist ein Dammschnitt?

Ein Dammschnitt ist ein kleiner Schnitt, der während der Geburt in den Damm gemacht wird, um den Geburtskanal zu erweitern. Dies wird in der Regel durchgeführt, wenn das Baby zu groß ist oder wenn die Geburt schnell voranschreitet. Ein Dammschnitt wird unter örtlicher Betäubung vorgenommen und ist in der Regel nicht schmerzhaft.

Was ist eine Dammriss?

Ein Dammriss ist ein Riss im Damm, der während der Geburt auftritt. Dieser Riss kann unterschiedlich stark sein, von einem kleinen Riss bis zu einem tiefen Riss, der bis zum After reicht. Ein Dammriss wird in der Regel unter örtlicher Betäubung genäht.

Wie wird ein Dammschnitt oder Dammriss genäht?

Ein Dammschnitt oder Dammriss wird in der Regel unter örtlicher Betäubung genäht. Die Hebamme oder der Arzt verwendet dafür dünne Fäden, die sich nach einigen Wochen von selbst auflösen. Die Wunde sollte in den ersten Tagen nach der Geburt sauber gehalten werden und regelmäßig mit Wasser und Seife gereinigt werden.

Was ist die U1-Untersuchung?

Die U1-Untersuchung ist die erste Vorsorgeuntersuchung des Kindes. Sie wird in der Regel direkt nach der Geburt durchgeführt. Bei der U1-Untersuchung wird das Baby auf verschiedene körperliche Merkmale untersucht, um sicherzustellen, dass es gesund ist. Die Hebamme oder der Arzt wird das Gewicht, die Länge, den Kopfumfang und den Allgemeinzustand des Kindes überprüfen.

Wie lange bleibt die Familie im Kreißsaal?

Die Familie kann in der Regel noch etwa zwei Stunden nach der Geburt im Kreißsaal bleiben. In dieser Zeit können die Eltern das Baby kennenlernen und sich an die neue Situation gewöhnen. Die Hebamme oder der Arzt wird die Mutter und das Baby weiterhin beobachten und bei Bedarf helfen.

Was passiert nach dem Aufenthalt im Kreißsaal?

Nach dem Aufenthalt im Kreißsaal wird die Familie auf die Wöchnerinnenstation verlegt, wo die Mutter und das Baby weiter beobachtet werden. Wenn die Geburt ambulant stattgefunden hat, kann die Familie nach Hause gehen.

Was sind die häufigsten Komplikationen der Austreibungsphase?

Die häufigsten Komplikationen der Austreibungsphase sind:

  • Langsame oder verzögerte Geburt: Wenn die Geburt zu langsam oder verzögert voranschreitet, kann es notwendig sein, ein Kaiserschnitt durchzuführen.
  • Schwierige Beckenlage des Babys: Wenn das Baby in einer ungünstigen Beckenlage liegt, kann die Geburt schwierig sein. In diesem Fall kann es notwendig sein, das Baby mit einer Vakuum- oder Zangenextraktion zu entbinden.
  • Dammriss: Ein Dammriss kann während der Geburt auftreten, wenn der Geburtskanal zu eng ist oder wenn das Baby zu groß ist.
  • Geburtsverletzungen: In seltenen Fällen können während der Geburt Verletzungen an der Mutter oder dem Baby auftreten.

Wie kann ich die Austreibungsphase besser bewältigen?

Es gibt verschiedene Dinge, die Sie tun können, um die Austreibungsphase besser zu bewältigen:

  • Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training können Ihnen helfen, die Schmerzen besser zu bewältigen.
  • Atmung: Richtiges Atmen kann Ihnen helfen, die Wehen besser zu verarbeiten.
  • Unterstützung: Eine unterstützende Person, wie Ihr Partner oder eine Doula, kann Ihnen während der Geburt emotional und körperlich zur Seite stehen.
  • Bewegung: Bewegung während der Austreibungsphase kann helfen, das Baby in eine bessere Position zu bringen und die Wehen zu fördern.
  • Massage: Eine sanfte Massage des Rückens oder der Schultern kann Ihnen helfen, die Schmerzen zu lindern.

Was sollte ich tun, wenn ich starke Schmerzen während der Austreibungsphase habe?

Wenn Sie starke Schmerzen haben, sollten Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme sprechen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Schmerzen während der Austreibungsphase zu lindern, wie zum Beispiel Schmerzmittel, Entspannungstechniken oder eine PDA (Periduralanästhesie).

Wie kann ich mich auf die Austreibungsphase vorbereiten?

Sie können sich auf die Austreibungsphase vorbereiten, indem Sie:

  • Geburtsvorbereitungskurse besuchen: In Geburtsvorbereitungskursen lernen Sie verschiedene Entspannungstechniken, Atmungstechniken und andere hilfreiche Tipps für die Geburt.
  • Einen Geburtsplan erstellen: Ein Geburtsplan hilft Ihnen, Ihre Wünsche und Erwartungen für die Geburt zu formulieren.
  • Mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme sprechen: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme über Ihre Ängste und Sorgen bezüglich der Austreibungsphase.

Fazit

Die Austreibungsphase ist ein wichtiger Teil der Geburt, der mit der Geburt des Kindes endet. Sie ist oft die intensivste und schmerzhafteste Phase der Geburt, aber gleichzeitig auch die spannendste, denn sie führt zur Begegnung mit dem neuen Leben. Es ist wichtig, dass Sie sich gut auf die Austreibungsphase vorbereiten und sich während der Geburt von einer vertrauten Person unterstützen lassen. Wenn Sie Fragen oder Bedenken haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme.

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