Die Geburt eines Kindes ist ein wunderschöner und aufregender Moment, doch manchmal können Komplikationen auftreten, die sowohl die Mutter als auch das Baby betreffen. Eine dieser Komplikationen ist die Gruppe-B-Streptokokken-Infektion (GBS), die bei Neugeborenen zu schweren Erkrankungen führen kann. In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie über Antibiotika kurz vor der Geburt und deren potenziellen Auswirkungen auf Ihr Baby wissen müssen.
Was sind Gruppe-B-Streptokokken (GBS)?
Gruppe-B-Streptokokken (GBS) sind Bakterien, die bei vielen Menschen vorkommen, ohne dass diese Symptome zeigen. Sie leben oft im Verdauungstrakt, in der Scheide und in der Harnröhre. In den meisten Fällen sind GBS harmlos, aber sie können bei Neugeborenen schwere Infektionen verursachen, wenn sie während der Geburt übertragen werden.
Risiken für Neugeborene
GBS-Infektionen bei Neugeborenen können zu verschiedenen Problemen führen, darunter:
- Atemwegserkrankungen: GBS kann die Lunge des Babys angreifen und zu Atembeschwerden führen.
- Sepsis („Blutvergiftung“): GBS kann in den Blutkreislauf des Babys gelangen und eine schwere Infektion des gesamten Körpers verursachen.
- Hirnhautentzündung: GBS kann das Gehirn und die Hirnhäute des Babys infizieren, was zu schweren neurologischen Schäden führen kann.
Die meisten GBS-Infektionen bei Neugeborenen treten in der ersten Lebenswoche auf. Das Baby steckt sich während der Geburt bei der Mutter an.
Antibiotika kurz vor der Geburt: Pro und Contra
Wenn eine Frau positiv auf GBS getestet wird, wird ihr in der Regel kurz vor der Geburt ein Antibiotikum verabreicht, um das Risiko einer Übertragung auf das Baby zu reduzieren. Die häufigsten Antibiotika, die in diesem Fall verwendet werden, sind Ampicillin und Penicillin.
Vorteile von Antibiotika
Die Gabe von Antibiotika kurz vor der Geburt kann das Risiko einer GBS-Infektion beim Neugeborenen deutlich senken. Studien haben gezeigt, dass die Anzahl der GBS-Bakterien in der Scheide der Mutter durch die Antibiotikagabe rapide zurückgeht.
Nachteile von Antibiotika
Antibiotika können auch negative Auswirkungen haben, sowohl für die Mutter als auch für das Baby. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören:
- Allergische Reaktionen: Einige Frauen können allergisch auf Antibiotika reagieren, was zu schweren Reaktionen wie Atemnot oder Schwellungen führen kann.
- Resistenz gegen Antibiotika: Die Übergabe von Antibiotika kann zur Entwicklung von resistenten Bakterien beitragen, die in Zukunft schwieriger zu behandeln sind.
- Pilzinfektionen: Antibiotika können das natürliche Gleichgewicht der Bakterien in der Scheide stören und so das Risiko für Pilzinfektionen erhöhen.
GBS-Screening und Behandlung
In vielen Ländern wird ein GBS-Screening während der Schwangerschaft empfohlen. Das Screening besteht aus einem Abstrich aus der Scheide und dem Anus der Mutter, der zwischen der 3und 3Schwangerschaftswoche durchgeführt wird. Wenn der Abstrich positiv auf GBS ist, wird die Mutter während der Geburt Antibiotika erhalten.
Die Entscheidung, ob Antibiotika während der Geburt verabreicht werden sollen, wird vom Arzt oder der Hebamme in Absprache mit der Mutter getroffen. Es gibt verschiedene Faktoren, die bei der Entscheidung berücksichtigt werden, darunter:

- Das Ergebnis des GBS-Screenings: Wenn das Screening positiv ist, wird die Mutter in der Regel Antibiotika erhalten.
- Die Schwangerschaftswoche: Bei Frühgeburten ist das Risiko einer GBS-Infektion höher.
- Die Dauer des Blasensprungs: Wenn die Fruchtblase vor der Geburt für mehr als 12 Stunden geplatzt ist, ist das Risiko einer GBS-Infektion ebenfalls erhöht.
- Die Herzfrequenz des Babys: Ungewöhnliche Veränderungen in der Herzfrequenz des Babys können auf eine GBS-Infektion hindeuten.
- Schwangerschaftsdiabetes: Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes haben ein höheres Risiko, GBS zu tragen.
Häufig gestellte Fragen
Was passiert, wenn ich während der Schwangerschaft nicht auf GBS getestet werde?
Wenn Sie nicht auf GBS getestet werden, besteht das Risiko, dass Sie GBS tragen, ohne es zu wissen. In diesem Fall erhalten Sie während der Geburt keine Antibiotika, obwohl Ihr Baby ein erhöhtes Risiko für eine GBS-Infektion hat. Es ist daher wichtig, mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme über ein GBS-Screening zu sprechen.
Kann ich etwas tun, um das Risiko einer GBS-Infektion bei meinem Baby zu senken?
Es gibt keine Garantie dafür, dass Sie eine GBS-Infektion bei Ihrem Baby verhindern können. Allerdings können Sie das Risiko senken, indem Sie:
- An einem GBS-Screening teilnehmen: So können Sie feststellen, ob Sie GBS tragen und gegebenenfalls während der Geburt Antibiotika erhalten.
- Ihre Hände regelmäßig waschen: So können Sie die Ausbreitung von Bakterien reduzieren.
- Eine gesunde Ernährung einhalten: So stärken Sie Ihr Immunsystem.
Kann ich GBS an mein Baby weitergeben, auch wenn ich keine Symptome habe?
Ja, das können Sie. Viele Frauen tragen GBS, ohne es zu wissen. Daher ist es wichtig, sich testen zu lassen und gegebenenfalls Antibiotika während der Geburt zu erhalten.
Gibt es einen Impfstoff gegen GBS?
Leider gibt es derzeit keinen Impfstoff gegen GBS. Forscher arbeiten jedoch daran, einen wirksamen Impfstoff zu entwickeln.
Fazit
Antibiotika kurz vor der Geburt können das Risiko einer GBS-Infektion beim Neugeborenen deutlich senken. Es ist jedoch wichtig, die potenziellen Nebenwirkungen von Antibiotika zu berücksichtigen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme über die Risiken und Vorteile von Antibiotika und entscheiden Sie gemeinsam, was für Sie und Ihr Baby am besten ist.
Es ist wichtig, sich über GBS und die möglichen Risiken für Ihr Baby zu informieren. Wenn Sie Fragen haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme. Sie können Ihnen alle notwendigen Informationen geben und Ihnen helfen, die beste Entscheidung für Ihre Gesundheit und die Ihres Babys zu treffen.
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