Die Adnexitis, auch bekannt als Entzündung der Eierstöcke und Eileiter, ist eine häufige Erkrankung bei Frauen im gebärfähigen Alter. Sie kann starke Schmerzen verursachen und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. In diesem Artikel werden wir die Symptome, Ursachen, Diagnose und Behandlung der Adnexitis im Detail besprechen.

Was ist Adnexitis?
Die Adnexitis ist eine Entzündung der weiblichen Geschlechtsorgane, die Eierstöcke und Eileiter betrifft. Die medizinische Bezeichnung für diese Erkrankung lautet Pelvic Inflammatory Disease (PID). Die Entzündung kann akut oder chronisch verlaufen und wird in den meisten Fällen durch bakterielle Infektionen ausgelöst.
Symptome der Adnexitis
Die Symptome einer Adnexitis können sehr unterschiedlich sein und von Frau zu Frau variieren. Einige Frauen haben nur leichte Beschwerden, während andere unter starken Schmerzen leiden. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Unterleibsschmerzen: Die Schmerzen sind meist im Unterbauch lokalisiert, können aber auch in den Rücken oder die Leiste ausstrahlen. Sie können stechend, krampfartig oder dumpf sein.
- Fieber: Ein Fieber über 38 Grad Celsius ist ein häufiges Symptom einer akuten Adnexitis.
- Ausfluss: Ein ungewöhnlicher, übelriechender Ausfluss aus der Scheide kann ein Zeichen für eine Adnexitis sein. Der Ausfluss kann wässrig, schleimig oder eitrig sein.
- Vaginale Blutungen: Unregelmäßige oder starke Blutungen zwischen den Menstruationszyklen können ebenfalls auf eine Adnexitis hindeuten.
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr: Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) können ein Symptom einer Adnexitis sein.
- Schmerzen beim Wasserlassen: Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie) können ebenfalls ein Symptom einer Adnexitis sein.
- Unregelmäßige Menstruationszyklen: Eine Adnexitis kann zu unregelmäßigen Menstruationszyklen führen.
Symptome einer chronischen Adnexitis
Eine chronische Adnexitis kann zu folgenden Symptomen führen:
- Anhaltender Unterleibsschmerz: Der Schmerz kann chronisch werden und über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben.
- Rückenschmerzen: Vor allem nach Geschlechtsverkehr können Rückenschmerzen auftreten.
- Verdauungsbeschwerden: Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung oder Durchfall können ebenfalls ein Symptom einer chronischen Adnexitis sein.
- Menstruationsbeschwerden: Die Menstruation kann stärker oder schmerzhafter sein.
Ursachen der Adnexitis
Die häufigste Ursache für eine Adnexitis sind bakterielle Infektionen. Die Bakterien gelangen meist durch den Geschlechtsverkehr in die Gebärmutter und wandern dann in die Eileiter und Eierstöcke. Die häufigsten Erreger sind:
- Chlamydien: Chlamydien sind die häufigste Ursache für eine Adnexitis. Die Infektion verläuft oft symptomlos.
- Gonokokken: Gonokokken sind eine weitere häufige Ursache für eine Adnexitis. Die Infektion kann zu einer Gonorrhoe führen.
- Andere Bakterien: Auch andere Bakterien wie Mycoplasmen, Ureaplasmen und Gardnerella vaginalis können eine Adnexitis auslösen.
Neben bakteriellen Infektionen können auch andere Faktoren eine Adnexitis begünstigen:

- Scheidenspülungen: Scheidenspülungen können die natürliche Scheidenflora stören und das Risiko für eine Infektion erhöhen.
- Spirale: Die Einlage einer Spirale kann das Risiko für eine Adnexitis erhöhen.
- Bauch-Operationen: Auch nach Bauch-Operationen kann es zu einer Adnexitis kommen.
- Rauchen: Rauchen schwächt das Immunsystem und erhöht das Risiko für eine Adnexitis.
Diagnose der Adnexitis
Die Diagnose einer Adnexitis erfolgt durch eine gynäkologische Untersuchung, eine Abstrichuntersuchung und gegebenenfalls eine Blutuntersuchung.
Gynäkologische Untersuchung
Bei der gynäkologischen Untersuchung tastet der Arzt den Unterbauch ab, um nach Auffälligkeiten zu suchen. Auch der Muttermund wird untersucht.
Abstrichuntersuchung
Ein Abstrich aus der Scheide oder dem Muttermund wird im Labor auf Bakterien untersucht. So können die Erreger der Adnexitis identifiziert werden.
Blutuntersuchung
Eine Blutuntersuchung kann Hinweise auf eine Entzündung im Körper geben.
Weitere Untersuchungen
In manchen Fällen können weitere Untersuchungen wie eine Ultraschalluntersuchung oder eine Bauchspiegelung notwendig sein, um die Diagnose zu bestätigen oder andere Erkrankungen auszuschließen.
Behandlung der Adnexitis
Die Behandlung der Adnexitis erfolgt in der Regel mit Antibiotika. Die Antibiotika werden in der Regel über einen Zeitraum von 10 bis 14 Tagen verabreicht. Auch der Partner sollte mitbehandelt werden, um eine erneute Ansteckung zu verhindern.
Hausmittel
Neben der Antibiotika-Therapie können auch Hausmittel die Beschwerden lindern. Dazu gehören:
- Kälteanwendungen: Eine kalte Auflage auf den Bauch kann die Schmerzen lindern.
- Ruhe: Ausreichend Ruhe kann die Heilung beschleunigen.
- Flüssigkeitszufuhr: Genügend Flüssigkeit zu trinken ist wichtig, um den Körper zu entgiften.
- Leichte Kost: Eine leichte, gut verträgliche Kost kann die Verdauung entlasten.
Weitere Behandlungsmöglichkeiten
Wenn die Beschwerden trotz Antibiotika-Therapie anhalten, können weitere Behandlungsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden. Dazu gehören:
- Bauchspiegelung: Bei einer Bauchspiegelung kann der Arzt die inneren Geschlechtsorgane direkt betrachten und mögliche Verwachsungen oder Eiteransammlungen entfernen.
- Schmerzmittel: Schmerzmittel können die Schmerzen lindern.
Komplikationen der Adnexitis
Eine Adnexitis kann zu verschiedenen Komplikationen führen, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird. Zu den häufigsten Komplikationen gehören:
- Chronische Schmerzen: Die Schmerzen können chronisch werden und die Lebensqualität beeinträchtigen.
- Unfruchtbarkeit: Eine Adnexitis kann die Eileiter vernarben und so die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.
- Eileiterschwangerschaft: Eine Eileiterschwangerschaft ist eine gefährliche Komplikation, die bei einer Adnexitis auftreten kann.
- Beckenabszess: Eine Eiteransammlung im Beckenraum kann zu einem Beckenabszess führen.
- Peritonitis: Eine Entzündung des Bauchfells kann zu einer Peritonitis führen.
Prävention der Adnexitis
Es gibt verschiedene Maßnahmen, die das Risiko für eine Adnexitis verringern können:
- Verantwortungsvoller Geschlechtsverkehr: Kondome schützen vor sexuell übertragbaren Infektionen, die eine Adnexitis verursachen können.
- Regelmäßige gynäkologische Untersuchungen: Regelmäßige gynäkologische Untersuchungen ermöglichen eine frühzeitige Diagnose und Behandlung von Infektionen.
- Verzicht auf Scheidenspülungen: Scheidenspülungen können die natürliche Scheidenflora stören und das Risiko für eine Infektion erhöhen.
- Raucherentwöhnung: Rauchen schwächt das Immunsystem und erhöht das Risiko für eine Adnexitis.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Adnexitis und Oophoritis?
Oophoritis ist eine Entzündung des Eierstocks, während Adnexitis eine Entzündung der Eierstöcke und Eileiter ist. Adnexitis ist also ein umfassenderer Begriff, der auch die Oophoritis umfasst.
Kann Adnexitis zu Unfruchtbarkeit führen?
Ja, eine Adnexitis kann zu Unfruchtbarkeit führen. Die Entzündung kann die Eileiter vernarben und so den Transport der Eizelle in die Gebärmutter behindern. Auch die Eizellqualität kann durch eine Adnexitis beeinträchtigt werden.
Wie lange dauert die Behandlung einer Adnexitis?
Die Behandlungsdauer einer Adnexitis hängt von der Schwere der Erkrankung und den verwendeten Medikamenten ab. In der Regel dauert die Behandlung mit Antibiotika 10 bis 14 Tage. Die Beschwerden können aber auch noch länger anhalten.
Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?
Wenn Sie unter Unterleibsschmerzen, Fieber, ungewöhnlichem Ausfluss oder anderen Symptomen einer Adnexitis leiden, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind wichtig, um Komplikationen zu vermeiden.
Kann Adnexitis bei Männern auftreten?
Nein, Adnexitis kann nur bei Frauen auftreten, da sie die Entzündung der Eierstöcke und Eileiter betrifft. Männer können jedoch an einer Epididymitis leiden, einer Entzündung des Nebenhodens, die ähnliche Symptome wie eine Adnexitis verursachen kann.
Zusammenfassung
Die Adnexitis ist eine häufige Erkrankung bei Frauen, die durch bakterielle Infektionen ausgelöst wird. Sie kann starke Schmerzen verursachen und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind wichtig, um Komplikationen zu vermeiden. Wenn Sie unter Unterleibsschmerzen, Fieber oder ungewöhnlichem Ausfluss leiden, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen.
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