Ein Abgang in der Schwangerschaft, auch bekannt als Fehlgeburt, ist ein schmerzhaftes und emotionales Erlebnis. Es ist wichtig zu verstehen, dass Abgänge relativ häufig vorkommen und in den meisten Fällen nicht auf ein Versagen der Frau zurückzuführen sind. In diesem Artikel werden wir die Ursachen, Risiken und die Bewältigung von Abgängen in der Schwangerschaft genauer betrachten.
Häufigkeit von Abgängen
Es wird geschätzt, dass etwa 10-20% aller Schwangerschaften in einem Abgang enden. Die meisten Abgänge ereignen sich im ersten Trimester der Schwangerschaft, also in den ersten 12 Wochen. Das Risiko eines Abgangs sinkt mit jeder Woche der Schwangerschaft.
Wann sind Abgänge am häufigsten?
Die meisten Abgänge ereignen sich vor der Schwangerschaftswoche. In vielen Fällen bemerkt die Frau die Schwangerschaft noch gar nicht und hält den Abgang für eine verspätete oder starke Regelblutung.
Nach der 1Schwangerschaftswoche ist das Risiko eines Abgangs sehr gering und liegt unter 5%. Wenn eine Ultraschalluntersuchung im ersten Trimester einen lebenden, gesunden Embryo mit intakter Herzaktion zeigt, ereignet sich nur noch in 2% aller Fälle eine Fehlgeburt im zweiten Schwangerschaftsdrittel. Dieser Wert ist jedoch abhängig vom Alter der Schwangeren.
Ursachen von Abgängen
Die Ursachen für Abgänge sind vielfältig und oft nicht eindeutig zu klären. In den meisten Fällen liegt ein genetisches Problem beim Embryo vor.
- Chromosomenfehler: Die häufigsten Ursachen für Abgänge sind Chromosomenfehler im Embryo. Diese Fehler können zu einer Fehlentwicklung des Embryos führen, die nicht mit dem Leben vereinbar ist.
- Einnistungsprobleme: In einigen Fällen kann sich der Embryo nicht richtig in der Gebärmutter einnisten. Dies kann zu einer Fehlgeburt führen.
- Hormonelle Störungen: Hormonelle Störungen können ebenfalls zu Abgängen führen. So kann eine Gelbkörperschwäche dazu führen, dass die Gebärmutterschleimhaut nicht ausreichend mit Hormonen versorgt wird, um den Embryo zu erhalten.
- Infektionen: Infektionen während der Schwangerschaft können ebenfalls zu Abgängen führen.
- Autoimmunerkrankungen: Autoimmunerkrankungen können dazu führen, dass das Immunsystem der Mutter den Embryo als Fremdkörper angreift und abstößt.
- Gebärmutteranomalien: Anomalien der Gebärmutter können ebenfalls zu Abgängen führen.
- Zervixinsuffizienz: Eine Zervixinsuffizienz liegt vor, wenn der Gebärmutterhals sich vorzeitig öffnet. Dies kann zu einem Abgang führen.
- Uterine Fibrome: Uterine Fibrome können ebenfalls zu Abgängen führen.
- Rauchen, Alkohol und Drogen: Der Konsum von Rauchen, Alkohol und Drogen während der Schwangerschaft kann das Risiko eines Abgangs erhöhen.
- Übergewicht und Untergewicht: Übergewicht und Untergewicht können ebenfalls das Risiko eines Abgangs erhöhen.
- Alter der Schwangeren: Das Risiko eines Abgangs steigt mit dem Alter der Schwangeren. Frauen über 35 Jahre haben ein höheres Risiko für Abgänge als jüngere Frauen.
Risikofaktoren für Abgänge
Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die das Risiko eines Abgangs erhöhen können.
- Alter der Schwangeren: Frauen über 35 Jahre haben ein höheres Risiko für Abgänge als jüngere Frauen.
- Vorherige Abgänge: Frauen, die bereits einen oder mehrere Abgänge hatten, haben ein erhöhtes Risiko für weitere Abgänge.
- Medizinische Erkrankungen: Bestimmte medizinische Erkrankungen, wie z.B. Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen oder Autoimmunerkrankungen, können das Risiko für Abgänge erhöhen.
- Lifestyle-Faktoren: Rauchen, Alkoholkonsum und Drogenkonsum können das Risiko für Abgänge erhöhen.
- Umweltfaktoren: Bestimmte Umweltfaktoren, wie z.B. Umweltgifte oder Strahlung, können das Risiko für Abgänge erhöhen.
Diagnose von Abgängen
Wenn eine Frau Symptome einer Fehlgeburt hat, wie z.B. Blutungen, Krämpfe oder Schmerzen im Unterleib, sollte sie sofort einen Arzt aufsuchen. Der Arzt wird eine körperliche Untersuchung durchführen, um die Symptome zu beurteilen.

Um die Ursache des Abgangs zu ermitteln, kann der Arzt verschiedene Tests durchführen, wie z.B.
- Ultraschalluntersuchung: Eine Ultraschalluntersuchung kann die Größe und Position des Embryos sowie die Herzaktion zeigen.
- Blutuntersuchungen: Blutuntersuchungen können den HCG-Spiegel (Schwangerschaftshormon) und andere Hormone im Blut messen.
- Gebärmutterspiegelung: Eine Gebärmutterspiegelung kann helfen, Anomalien der Gebärmutter zu erkennen.
- Chromosomenanalyse: Eine Chromosomenanalyse kann durchgeführt werden, um festzustellen, ob der Embryo Chromosomenfehler aufweist.
Behandlung von Abgängen
Es gibt keine spezifische Behandlung für Abgänge. Die Behandlung konzentriert sich darauf, die Symptome der Frau zu lindern und sie emotional zu unterstützen.
Die meisten Frauen werden eine leichte Blutung und Krämpfe haben, die mit Schmerzmitteln behandelt werden können. In einigen Fällen kann eine Kürettage (Ausschabung) erforderlich sein, um die Überreste des Embryos aus der Gebärmutter zu entfernen.
Emotionale Bewältigung von Abgängen
Ein Abgang ist ein sehr emotionales Erlebnis. Die Frau kann Trauer, Wut, Schuldgefühle und Verzweiflung empfinden. Es ist wichtig, dass die Frau sich Zeit nimmt, um ihre Gefühle zu verarbeiten und zu trauern.
Es kann hilfreich sein, mit einem Arzt, einer Hebamme oder einem Psychotherapeuten zu sprechen. Auch die Unterstützung von Familie und Freunden kann in dieser schwierigen Zeit sehr wichtig sein.
Es gibt auch Selbsthilfegruppen und Online-Foren, in denen sich Frauen austauschen und gegenseitig unterstützen können.
Schwangerschaft nach einem Abgang
Die meisten Frauen können nach einem Abgang wieder schwanger werden. Es ist jedoch wichtig, dass die Frau sich eine Ruhepause gönnt, bevor sie es erneut versucht. Die Gebärmutter braucht Zeit, um sich zu erholen.
Es ist ratsam, mit einem Arzt zu sprechen, um die beste Vorgehensweise zu besprechen.
Häufige Fragen
Ich habe immer mal wieder leichte Schmierblutungen, aber bis jetzt (1Woche) war bei den Untersuchungen immer alles in Ordnung. Was hat das zu bedeuten?
Leichte Schmierblutungen in der Frühschwangerschaft sind relativ häufig und treten bei etwa einem Viertel aller Schwangeren auf. Oft sind leichte Blutungen nur ein Zeichen dafür, dass Sie sich etwas mehr schonen sollten, und nach ein paar Tagen Ruhe ist fast immer alles wieder in Ordnung. Wenn die Blutungen jedoch stark sind oder mit Schmerzen verbunden sind, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.
Nach dem Geschlechtsverkehr hatte ich (1SSW) neulich eine einmalige leichte Blutung. Was hat das zu bedeuten?
In der Schwangerschaft ist das Gewebe in der Scheide und am äußeren Muttermund sehr stark durchblutet. Beim Geschlechtsverkehr, aber auch nach einer vaginalen Untersuchung, kann es durch die Verletzung feiner Blutgefässe am Muttermund zu kurzfristigen und harmlosen Schmierblutungen kommen. Dies ist normalerweise kein Grund zur Sorge. Wenn die Blutungen jedoch stark sind oder mit Schmerzen verbunden sind, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.
Fazit
Ein Abgang in der Schwangerschaft ist ein schmerzhaftes und emotionales Erlebnis. Es ist wichtig zu verstehen, dass Abgänge relativ häufig vorkommen und in den meisten Fällen nicht auf ein Versagen der Frau zurückzuführen sind.
Wenn Sie Symptome einer Fehlgeburt haben, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Es gibt verschiedene Tests, um die Ursache des Abgangs zu ermitteln. Die Behandlung konzentriert sich darauf, die Symptome der Frau zu lindern und sie emotional zu unterstützen.
Die meisten Frauen können nach einem Abgang wieder schwanger werden. Es ist jedoch wichtig, dass die Frau sich eine Ruhepause gönnt, bevor sie es erneut versucht.
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