Du hast ein kleines Wunder zur Welt gebracht und möchtest jetzt endlich wieder fit werden? Das ist verständlich! Doch bevor du voller Eifer in dein Sportprogramm startest, solltest du einige wichtige Dinge beachten. Denn zu schnell zu viel Sport zu machen, kann deine Rückbildung und deine Gesundheit negativ beeinflussen.

Die Bedeutung der Rückbildung
Die Schwangerschaft und die Geburt stellen deinen Körper vor große Herausforderungen. Dein Beckenboden, der deine inneren Organe stützt, wird stark beansprucht. Auch deine Bauchmuskulatur wurde gedehnt und benötigt Zeit zur Regeneration.
Ein Rückbildungskurs ist daher der Grundstein für einen erfolgreichen und sicheren Wiedereinstieg in den Sport. Dort lernst du, wie du deinen Beckenboden und deine Bauchmuskulatur wieder stärkst.
Wichtig ist, dass du dich in die Hände einer erfahrenen Rückbildungstrainerin begibst. Diese kann dir individuelle Übungen zeigen, die auf deine Bedürfnisse abgestimmt sind.
Wann kann ich mit der Rückbildung beginnen?
Nach dem Wochenbett, etwa ab der oder Woche nach der Geburt, kannst du mit einer gezielten Rückbildungsgymnastik beginnen.
Was passiert, wenn ich keine Rückbildung mache?
Eine fehlende Rückbildungsgymnastik kann zu Inkontinenz (unfreiwilliger Urinverlust) und einer Rektusdiastase (Abstand zwischen den geraden Bauchmuskeln) führen. Diese Probleme können sich negativ auf dein Wohlbefinden auswirken und langfristig zu Beschwerden führen.
Der sichere Start in den Sport
Hast du einen guten Rückbildungskurs absolviert, solltest du wissen, ob dein Beckenboden stabil ist und ob eine Rektusdiastase vorliegt. Wenn beides der Fall ist, kannst du langsam wieder mit Sport beginnen.
Wie starte ich am besten mit Sport?
Beginne mit Sportarten, die deinen Beckenboden und deine Bauchmuskeln nicht stark belasten. Vermeide zunächst hochintensive Übungen und schnelle Bewegungen.
- Leichte Ausdauertrainings wie Walking, Radfahren oder Schwimmen sind ideal, um langsam wieder in Form zu kommen.
- Krafttraining kannst du ebenfalls beginnen, aber achte auf ein geringes Gewicht und steigere die Intensität langsam.
- Atmung spielt eine wichtige Rolle beim Krafttraining. Atme während der Anstrengung aus und spanne deinen Beckenboden leicht an. Atme beim Nachlassen der Kraft wieder ein.
- Verzichte auf Sit-Ups und trainiere deinen Bauch lieber mit funktionellen Übungen wie Planke oder Seitstütz.
Was tun bei anhaltenden Beschwerden?
Solltest du nach dem Rückbildungskurs immer noch Beschwerden wie Beckenbodenprobleme oder eine Rektusdiastase haben, verzichte auf belastende Sportarten.
Wiederhole regelmäßig die Rückbildungsübungen und führe nur Übungen oder Sportprogramme durch, die speziell für Mütter entwickelt wurden.
Warnsignale: Wann ist die Belastung zu hoch?
Dein Körper sendet dir Signale, wenn die Belastung zu hoch ist. Achte auf folgende Symptome:
- Druckgefühl in der Scheide
- Fremdkörpergefühl in der Scheide
- Unfreiwilliger Urinverlust während der Belastung (Sport, Lachen, Niesen, Husten)
- Unfreiwilliger Urinverlust auch in Ruhe
- Starke Rückenschmerzen
- Nabelbruch (hervorstehender Nabel)
- Starke Rektusdiastase (starker Blähbauch)
Sollten diese Symptome auftreten, kontaktiere einen Arzt, eine Hebamme oder eine Physiotherapeutin. Schalte deine Belastung bis dahin zurück, um weitere Schäden zu vermeiden.
Sportarten, die deinen Beckenboden und Bauch stark belasten
In den ersten 6 Monaten nach der Geburt solltest du folgende Sportarten vermeiden:
- Joggen
- Sit-Ups (auch schräge Sit-Ups)
- Aerobic, Zumba, o.ä.
- Sportarten mit Kind auf dem Arm oder Rücken (das Gewicht des Kindes kann zu viel für deinen Beckenboden sein)
- Trampolinspringen, Hüpfen, o.ä.
- Bodybuilding (sehr hohe Gewichte)
Wenn du nach 6 Monaten eine stabile Rektusdiastase hast und keine Beckenbodenprobleme mehr, kannst du diese Sportarten langsam wieder beginnen. Achte dabei aber immer auf deine körperlichen Signale.
Häufige Fragen zum Sport nach der Schwangerschaft
Wann darf ich nach einem Kaiserschnitt Sport treiben?
Nach einem Kaiserschnitt dauert die Genesungsphase länger. Sprich mit deinem Arzt, wann du mit Sport beginnen kannst. In der Regel solltest du mindestens 6 Wochen warten.
Kann ich nach der Schwangerschaft wieder meinen alten Sport machen?
Ja, aber beginne langsam und steigere die Intensität allmählich. Achte auf deine körperlichen Signale und höre auf deinen Körper.
Was kann ich tun, wenn ich keine Rückbildung gemacht habe?
Melde dich bei einer erfahrenen Rückbildungstrainerin. Es ist nie zu spät, mit der Rückbildung zu beginnen.
Wie kann ich meine Rektusdiastase trainieren?
Es gibt spezielle Übungen für die Rektusdiastase. Sprich mit deiner Rückbildungstrainerin oder einem Physiotherapeuten.
Wie lange dauert es, bis ich wieder fit bin?
Die Genesungszeit ist individuell unterschiedlich. Manche Frauen sind schneller wieder fit als andere. Hab Geduld mit dir selbst und höre auf deinen Körper.
Fazit
Sport nach der Schwangerschaft ist wichtig für deine körperliche und mentale Gesundheit. Achte aber darauf, dass du deinen Körper nicht überlastest. Beginne langsam und steigere die Intensität allmählich.
Eine gute Rückbildung ist der Schlüssel für einen sicheren und erfolgreichen Wiedereinstieg in den Sport. Wenn du Fragen hast, sprich mit deinem Arzt, deiner Hebamme oder einer Rückbildungstrainerin.
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