Die Geburt eines Kindes ist ein aufregendes und wunderschönes Ereignis, aber auch ein Prozess, der mit vielen Fragen und Unsicherheiten verbunden ist. Gerade Erstgebärende sind oft nervös und suchen nach Möglichkeiten, sich auf die bevorstehende Geburt vorzubereiten. Eine beliebte Methode ist die Akupunktur. Aber ab wann ist Akupunktur bei der Geburt sinnvoll?
Akupunktur: Eine Traditionelle Methode mit Potenzial
Die Akupunktur ist ein Teil der traditionellen chinesischen Medizin und basiert auf der Idee, dass der Körper von Energiebahnen (Meridianen) durchzogen ist. Diese Meridiane werden durch Akupunkturnadeln stimuliert, um den Energiefluss im Körper zu harmonisieren und so verschiedene Beschwerden zu lindern. In der Schwangerschaft wird Akupunktur häufig eingesetzt, um Beschwerden wie Übelkeit, Sodbrennen oder Karpaltunnelsyndrom zu lindern. Aber auch die geburtsvorbereitende Akupunktur gewinnt immer mehr an Bedeutung.
Wie wirkt geburtsvorbereitende Akupunktur?
Die geburtsvorbereitende Akupunktur soll die Frau sowohl körperlich als auch mental auf die Geburt vorbereiten. Durch das Setzen von Akupunkturnadeln an bestimmten Punkten an den Beinen und Füßen wird angestrebt:
- Verbesserung der Zervixreifung: Die Akupunktur soll den Gebärmutterhals weicher und elastischer machen, um die Öffnung des Geburtskanals zu erleichtern.
- Stärkung der Muskulatur: Die Akupunktur kann die Muskeln im Beckenboden und der Gebärmutter stärken, was die Wehenarbeit erleichtern kann.
- Entspannung und Stressabbau: Die Akupunktur wirkt entspannend und kann helfen, Ängste und Stress abzubauen, was die Geburt positiver erleben lässt.
- Steigerung des Energieflusses: Die Akupunktur soll den Energiefluss im Körper stärken und die Frau mit mehr Kraft und Energie in die Geburt gehen lassen.
Studien zeigen, dass geburtsvorbereitende Akupunktur die Geburtsdauer verkürzen kann. Eine Studie aus dem Jahr 1997/1999 in Mannheim ergab, dass die Geburtsdauer bei Frauen, die Akupunktur erhielten, durchschnittlich zwei Stunden kürzer war. Allerdings ist es wichtig zu betonen, dass jede Schwangerschaft und Geburt individuell verläuft und die Akupunktur nicht bei jeder Frau den gleichen Effekt hat.
Ab wann kann Akupunktur bei der Geburt eingesetzt werden?
Die geburtsvorbereitende Akupunktur wird in der Regel ab der 3Schwangerschaftswoche eingesetzt. Es werden vier Sitzungen im Abstand von einer Woche empfohlen. Bei den ersten beiden Sitzungen werden drei Nadeln pro Bein gesetzt, bei den beiden letzten Sitzungen jeweils drei Nadeln pro Bein. Die Nadeln bleiben jeweils 20 Minuten gesteckt und werden dann wieder entfernt.
Die Akupunkturpunkte, die bei der geburtsvorbereitenden Akupunktur verwendet werden, haben unterschiedliche Wirkungen:
Wichtige Akupunkturpunkte für die Geburtsvorbereitung
| Akupunkturpunkt | Meridian | Wirkung |
|---|---|---|
| Ma 36 | Magenmeridian | Unterstützung der Zervixreifung |
| Gb 34 | Gallenblasenmeridian | Kräftigung der Muskulatur |
| MP 6 | Milz-Pankreas-Meridian | Stärkung der Körpermitte |
| Bl 67 | Blasenmeridian | Tonisierung des Uterus, wehenauslösend |
Der Punkt Bl 67 wird erst in den beiden letzten Sitzungen stimuliert, da er eine wehenauslösende Wirkung hat. Daher ist es wichtig, dass die Akupunktur nur von erfahrenen und qualifizierten Akupunkteuren durchgeführt wird, die sich mit der geburtsvorbereitenden Akupunktur auskennen.
Ist Akupunktur bei der Geburt für mich geeignet?
Die geburtsvorbereitende Akupunktur ist im Allgemeinen eine sichere und effektive Methode, um die Geburt vorzubereiten. Allerdings ist es wichtig, dass Sie sich mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Gynäkologen besprechen, ob Akupunktur für Sie geeignet ist.
Die Akupunktur ist nicht für alle Frauen geeignet. Sie sollten von der Akupunktur absehen, wenn Sie:
- Eine komplizierte Schwangerschaft haben
- Eine Blutungsstörung haben
- Starke Angst vor Nadeln haben
- Andere medizinische Gründe haben, die gegen Akupunktur sprechen.
Risiken und Nebenwirkungen der Akupunktur
Die geburtsvorbereitende Akupunktur ist im Allgemeinen sehr sicher. Allerdings können einige Nebenwirkungen auftreten, wie zum Beispiel:
- Leichter Schwindel
- Blaue Flecken an der Einstichstelle
- Müdigkeit
- Übelkeit
- Erhöhte Kindsbewegungen
Diese Nebenwirkungen sind in der Regel mild und verschwinden von selbst. Wenn Sie jedoch starke Nebenwirkungen verspüren, sollten Sie sich umgehend an Ihren Arzt oder Ihre Hebamme wenden.
Kosten der Akupunktur
Die Akupunktur ist in der Regel keine Kassenleistung und muss von den Frauen selbst bezahlt werden. Die Kosten für eine Sitzung variieren je nach Akupunkteur und Region. Es lohnt sich jedoch, bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen, ob Zuschüsse für die Akupunktur gezahlt werden. Eventuell werden zumindest Teile der Kosten von der Krankenkasse übernommen.
Zur Akupunktur bei der Geburt
Kann Akupunktur Wehen auslösen?
Ja, Akupunktur kann Wehen auslösen. Bestimmte Akupunkturpunkte, wie zum Beispiel Bl 67, haben eine wehenauslösende Wirkung. Daher wird dieser Punkt erst in den beiden letzten Sitzungen stimuliert, um eine vorzeitige Weheneinleitung zu vermeiden.
Tut das Setzen der Nadeln weh?
Das Setzen der Nadeln ist in der Regel nicht schmerzhaft. Sie spüren nur einen leichten Piks. Ist der Punkt aber gut getroffen, kann es zu leichtem Kribbeln, Druckgefühl, einem leichten Brennen und einem Wärmegefühl kommen. Das ist aber normal und vor allem ganz harmlos.
Wie oft sollte man Akupunktur zur Geburtsvorbereitung machen?
Es werden in der Regel vier Sitzungen im Abstand von einer Woche empfohlen. Die erste Sitzung sollte ab der 3Schwangerschaftswoche stattfinden.
Kann Akupunktur die Geburt beschleunigen?
Studien zeigen, dass geburtsvorbereitende Akupunktur die Geburtsdauer verkürzen kann. Allerdings ist es wichtig zu betonen, dass jede Schwangerschaft und Geburt individuell verläuft und die Akupunktur nicht bei jeder Frau den gleichen Effekt hat.
Was sollte ich vor der Akupunktur beachten?
Es ist wichtig, dass Sie sich mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Gynäkologen besprechen, ob Akupunktur für Sie geeignet ist. Informieren Sie den Akupunkteur über Ihre Schwangerschaft und alle bestehenden gesundheitlichen Probleme.
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