Die Stillzeit ist eine wunderschöne, aber auch herausfordernde Zeit im Leben einer Frau. Während dieser Zeit kann es vorkommen, dass die Mutter an verschiedenen Krankheiten erkrankt. Oftmals stellt sich dann die Frage: Kann ich trotz Krankheit weiter stillen?
Die gute Nachricht ist: In den meisten Fällen ist Stillen auch bei Krankheit möglich und sogar empfehlenswert. Muttermilch bietet dem Säugling einen wertvollen Schutz vor Infektionen und stärkt sein Immunsystem. Es gibt jedoch einige Ausnahmen, bei denen das Stillen unterbrochen werden sollte. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte zum Thema stillende mutter mit fieber, und wann das Stillen unterbrochen werden sollte.
Muttermilch: Ein Schutzschild für das Baby
Muttermilch ist die perfekte Nahrung für Säuglinge und bietet zahlreiche Vorteile für die Gesundheit des Kindes. Sie enthält wertvolle Nährstoffe, Antikörper und andere wichtige Bestandteile, die das Baby vor Infektionen schützen und seine Entwicklung fördern.
Antikörper in der Muttermilch sind spezifisch gegen die Erreger gerichtet, mit denen die Schleimhäute der Mutter in Kontakt gekommen sind. Das bedeutet, dass das gestillte Kind einen zusätzlichen Schutz gegen die Erreger aus der Umgebung der Mutter erhält, auch bei akuten Erkrankungen der Mutter.
Auch wenn Muttermilch das Baby nicht vor jeder Krankheit schützen kann, so trägt sie doch dazu bei, dass die Erkrankung milder verläuft und das Kind seltener ins Krankenhaus muss. Das Stillen ist daher in der Regel auch bei einer Erkältung der Mutter möglich und empfehlenswert.
Fieber bei der stillenden Mutter: Was ist zu tun?
Fieber ist ein Zeichen dafür, dass der Körper gegen eine Infektion kämpft. Für die stillende Mutter kann Fieber jedoch eine zusätzliche Belastung darstellen. Der Körper benötigt mehr Flüssigkeit, um die Körpertemperatur zu regulieren.
Wichtig: Eine stillende Mutter mit Fieber sollte ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Empfehlenswert sind Wasser, Tee, verdünnte Fruchtsäfte und Brühe.
Stillen: Das Stillen ist auch bei Fieber in der Regel möglich und sogar sinnvoll. Die Muttermilch enthält Antikörper, die das Baby vor der Infektion schützen können.
Medikamente: Wenn die Mutter Medikamente einnehmen muss, sollte sie dies unbedingt mit ihrem Arzt besprechen. Es gibt viele Medikamente, die während der Stillzeit bedenkenlos eingenommen werden können.
Ruhe: Eine stillende Mutter mit Fieber sollte sich ausreichend Ruhe gönnen und sich schonen.

Welche Krankheiten können das Stillen beeinflussen?
Es gibt einige Krankheiten, die das Stillen beeinflussen können. In manchen Fällen ist das Stillen sogar kontraindiziert. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten Krankheiten und die entsprechenden Empfehlungen zum Stillen:
HIV-Infektion
HIV kann durch Muttermilch auf das Kind übertragen werden. In Industrieländern wird HIV-infizierten Müttern daher vom Stillen abgeraten. In Entwicklungsländern, in denen das Risiko für Säuglinge, an anderen Krankheiten zu sterben, höher ist, wird unter der Einnahme von antiretroviraler Therapie auch HIV-positiven Müttern zum Stillen geraten.
HTLV-I-Infektion
HTLV-I ist ein Virus, das ebenfalls durch Muttermilch übertragen werden kann. In manchen Regionen der Erde ist HTLV-I stark verbreitet. Auch bei einer HTLV-I-Infektion wird in Industrieländern vom Stillen abgeraten.
Herpes simplex-Infektion
Eine Herpes simplex-Infektion kann beim Neugeborenen schwere Erkrankungen auslösen. Ein direkter Hautkontakt des Kindes mit infizierten Partien muss daher unbedingt vermieden werden. Stillen ist erlaubt, wenn an der Brust keine Herpes-Läsionen vorhanden sind oder wenn diese gut abgedeckt werden können. Wenn die Brustwarze selbst betroffen ist, sollte das Baby bis zur Abheilung der Läsion nicht an der betroffenen Seite angelegt werden.
Masern, Röteln, Mumps und Zytomegalie (CMV)
Bei Masern, Röteln, Mumps und Zytomegalie (CMV) wird zum Weiterstillen geraten. Bei CMV-positiven Müttern von Frühgeborenen vor der vollendeten 3Schwangerschaftswoche muss die Muttermilch vor der Verfütterung ggf. Pasteurisiert oder eingefroren werden.
Hepatitis A
Stillen ist erlaubt, wenn sowohl die Mutter als auch das Kind immunisiert werden.
Hepatitis B
Wenn eine schwangere Frau mit Hepatitis B diagnostiziert wird, bekommt der Säugling direkt nach der Geburt mehrfach eine aktive und passive Immunisierung. Stillen ist erlaubt, da die Infektionshäufigkeit sich bei gestillten und nicht gestillten Kindern nicht unterscheidet.
Hepatitis C
Laut Experten der WHO/UNICEF-Initiative Babyfreundlich (2017) gibt es keinen Grund, Müttern mit Hepatitis C vom Stillen abzuraten.
Tuberkulose
Eine Mutter, die an einer geschlossenen Tuberkulose erkrankt ist, darf stillen. Eine vorübergehende Trennung von Mutter und Kind ist nur notwendig, wenn eine offene Lungen-Tbc der Mutter vorliegt und sie noch nicht zwei Wochen lang medikamentös behandelt wurde.
Windpocken
Bei einer Windpocken-Erkrankung der Mutter innerhalb von vier Tagen vor bis vier Tagen nach der Geburt erhält das Kind eine Impfung und eine antivirale Therapie. Das Kind darf bei der Mutter bleiben und gestillt werden. Mutter und Kind sollten gegebenenfalls gemeinsam isoliert werden. Bei einem späteren Auftritt der Erkrankung darf normal gestillt werden.
Zoster / Gürtelrose
Bei einem Zoster / einer Gürtelrose darf weitergestillt werden. Das Baby darf mit dem betroffenen Körperteil allerdings nicht in Berührung kommen.
Borreliose
Bei einer Borreliose darf das Kind weitergestillt werden, während die Mutter behandelt wird.
Häufig gestellte Fragen zum Stillen bei Krankheit
Kann ich trotz Fieber stillen?
Ja, in der Regel ist Stillen auch bei Fieber möglich und sogar empfehlenswert. Muttermilch enthält Antikörper, die das Baby vor der Infektion schützen können. Es ist wichtig, dass Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, um den Flüssigkeitsverlust durch das Fieber und das Stillen auszugleichen.
Welche Medikamente darf ich während der Stillzeit einnehmen?
Nicht alle Medikamente sind während der Stillzeit erlaubt. Sprechen Sie daher unbedingt mit Ihrem Arzt, bevor Sie ein Medikament einnehmen. Es gibt viele Medikamente, die während der Stillzeit bedenkenlos eingenommen werden können.
Wann sollte ich das Stillen unterbrechen?
In einigen Fällen ist das Stillen nicht empfehlenswert. Dies gilt insbesondere bei schweren Infektionen wie HIV oder HTLV-I. Auch bei einer Herpes simplex-Infektion der Brustwarze sollte das Stillen an der betroffenen Seite unterbrochen werden.
Wie kann ich die Milchbildung trotz Krankheit aufrechterhalten?
Um die Milchbildung trotz Krankheit aufrechtzuerhalten, sollten Sie die Brust regelmäßig entleeren. Dies können Sie mit dem Stillen, dem Abpumpen oder durch manuelles Ausstreichen erreichen.
Was ist zu tun, wenn mein Baby krank ist?
Wenn Ihr Baby krank ist, sollten Sie es unbedingt einem Arzt vorstellen. Stillen Sie Ihr Baby weiter, da die Muttermilch Ihrem Baby helfen kann, schneller gesund zu werden.
Fazit: Stillen trotz Krankheit ist in den meisten Fällen möglich
Stillen ist auch bei Krankheit in der Regel möglich und sogar empfehlenswert. Muttermilch bietet dem Säugling einen wertvollen Schutz vor Infektionen und stärkt sein Immunsystem.
Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie trotz Krankheit weiter stillen können, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt oder eine Stillberaterin konsultieren.
Wichtige Hinweise: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie Fragen haben oder Bedenken hinsichtlich Ihrer Gesundheit oder der Gesundheit Ihres Babys haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder eine Stillberaterin.
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