Es ist ein erschreckender Anblick: Ihr Kind erbricht sich heftig und unaufhaltsam, wirkt kraftlos und krank. Vielleicht kommt noch Durchfall hinzu. Diese Symptome können Eltern in große Sorge versetzen. Doch was steckt hinter diesem Schleim-Erbrechen? In vielen Fällen könnte es sich um das FPIES (Food Protein Induced Enterocolitis Syndrom) handeln, eine durch Nahrungsmittelallergie ausgelöste Entzündung der Dünn- und Dickdarmschleimhaut.
FPIES: Eine Seltene Form der Nahrungsmittelallergie
FPIES ist eine relativ seltene Form der Nahrungsmittelallergie, die häufig bei Säuglingen und Kleinkindern auftritt. Die Diagnose ist komplex und erfordert eine gründliche Abklärung. „FPIES ist echte Detektivarbeit“, erklärt Prof. Dr. André Hörning, Oberarzt und Leiter der Pädiatrischen Gastroenterologie und Hepatologie am Uniklinikum Erlangen. „Es gibt viel Aufklärungsbedarf hinsichtlich der Ursachen, der passenden Diagnostik und Therapie.“
Symptome von FPIES
Die Symptome von FPIES können sehr unterschiedlich sein, aber häufig treten folgende Beschwerden auf:
- Heftiges Erbrechen , oft mit Schleim und Galle, aber ohne Mageninhalt
- Durchfall
- Müdigkeit und Kraftlosigkeit
- Appetitlosigkeit
- Fieber
- Bauchschmerzen
- Dehydration
- Blutdruckabfall
Wichtig ist zu beachten, dass der Brechreiz bei FPIES erst einige Stunden nach dem Essen einsetzt, wenn die Nahrung bereits den Magen passiert hat und im Darm angekommen ist.
Was löst FPIES aus?
Die Auslöser für FPIES sind vielfältig. Häufig sind es Kuhmilch und Soja, aber auch Reis, Getreide, Süßkartoffeln, Eier, Fisch, Geflügel und andere Lebensmittel können eine Reaktion auslösen. „Die Auslöser sind sehr unterschiedlich“, betont Prof. Hörning. „Auch Bananen oder Kartoffeln können schuld sein.“
Bei FPIES reagiert das Immunsystem des Kindes überempfindlich auf bestimmte Proteine in der Nahrung. Der Darm wehrt sich heftig gegen diese Proteine, was zu einer Entzündung führt. Oft wird FPIES anfänglich als heftige Magen-Darm-Grippe fehlinterpretiert.
Diagnose von FPIES
Die Diagnose von FPIES ist anspruchsvoll und erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Eltern und Arzt. Eine Anamnese, die Erhebung der Krankengeschichte des Kindes, spielt eine wichtige Rolle. Dabei werden die Symptome, die Essgewohnheiten des Kindes und die Familienanamnese berücksichtigt.
Zusätzlich können folgende Untersuchungen hilfreich sein:
- Blutuntersuchungen , um Allergien gegen bestimmte Nahrungsmittel auszuschließen
- Stuhluntersuchungen , um Infektionen oder andere Erkrankungen auszuschließen
- Provokationstests , bei denen das Kind unter Aufsicht des Arztes eine kleine Menge des verdächtigen Nahrungsmittels zu sich nimmt. Die Reaktion des Körpers wird dann beobachtet.
- Eliminationsdiät , bei der das verdächtige Nahrungsmittel für einige Wochen aus dem Speiseplan des Kindes gestrichen wird. Verbessert sich der Zustand des Kindes, deutet dies auf FPIES hin.
Therapie von FPIES
Die wichtigste Therapiemaßnahme bei FPIES ist die strenge Vermeidung des auslösenden Nahrungsmittels. Eine non-allergene Spezialnahrung kann eine gute Alternative darstellen. In den meisten Fällen verschwinden die Symptome von FPIES bis zum sechsten Lebensjahr wieder. Die einst nicht tolerierten Lebensmittel können dann wieder in den Speiseplan integriert werden.
Eine frühzeitige Diagnose und Therapie von FPIES sind wichtig, um die Gesundheit des Kindes zu schützen und Komplikationen zu vermeiden.
FPIES: Häufige Fragen und Antworten
Wie kann ich FPIES vorbeugen?
Es gibt keine sichere Methode, um FPIES zu verhindern. Allerdings kann eine frühzeitige Einführung von verschiedenen Nahrungsmitteln in die Ernährung des Kindes das Risiko von FPIES senken. Sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt über die beste Vorgehensweise für Ihr Kind.
Was passiert, wenn mein Kind versehentlich das auslösende Nahrungsmittel zu sich nimmt?
Wenn Ihr Kind versehentlich das auslösende Nahrungsmittel zu sich nimmt, sollten Sie sofort Ihren Kinderarzt kontaktieren. Er wird Ihnen die geeigneten Maßnahmen empfehlen. In schweren Fällen kann eine Notfallbehandlung erforderlich sein.
Kann FPIES lebensbedrohlich sein?
In den meisten Fällen ist FPIES nicht lebensbedrohlich. Allerdings kann es in schweren Fällen zu Dehydration, Kreislaufversagen oder anderen Komplikationen führen. Daher ist eine frühzeitige Diagnose und Therapie wichtig.

Wie lange dauert es, bis die Symptome von FPIES verschwinden?
Die Symptome von FPIES verschwinden in den meisten Fällen bis zum sechsten Lebensjahr wieder. Allerdings kann es in einigen Fällen länger dauern.
Kann mein Kind jemals wieder das auslösende Nahrungsmittel essen?
In den meisten Fällen können Kinder mit FPIES das auslösende Nahrungsmittel irgendwann wieder essen, nachdem die Symptome verschwunden sind. Allerdings ist es wichtig, dies in Absprache mit dem Kinderarzt zu tun.
Zusammenfassung
FPIES ist eine seltene Form der Nahrungsmittelallergie, die bei Säuglingen und Kleinkindern zu heftigem Erbrechen, Durchfall und anderen Symptomen führen kann. Die Diagnose ist komplex und erfordert eine gründliche Abklärung. Die Therapie besteht in der Vermeidung des auslösenden Nahrungsmittels und gegebenenfalls der Gabe von non-allergener Spezialnahrung. In den meisten Fällen verschwinden die Symptome von FPIES bis zum sechsten Lebensjahr wieder.
Weitere Informationen
Wenn Sie weitere Informationen zu FPIES benötigen, wenden Sie sich bitte an Ihren Kinderarzt oder an einen Spezialisten für Kindergastroenterologie.
Tabelle: Häufige Auslöser für FPIES
| Lebensmittel | Häufigkeit |
|---|---|
| Kuhmilch | Sehr häufig |
| Soja | Sehr häufig |
| Reis | Häufig |
| Getreide | Häufig |
| Süßkartoffeln | Häufig |
| Eier | Häufig |
| Fisch | Häufig |
| Geflügel | Häufig |
| Bananen | Selten |
| Kartoffeln | Selten |
Bitte beachten Sie, dass diese Tabelle nur eine allgemeine Übersicht über häufige Auslöser für FPIES bietet. Es gibt viele weitere Lebensmittel, die eine Reaktion auslösen können. Sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt, um die möglichen Auslöser für Ihr Kind zu besprechen.
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