Die Entwicklung von Babys und Kleinkindern ist eine faszinierende Reise, die von verschiedenen Wachstumsschüben, auch bekannt als Entwicklungssprünge, geprägt ist. Diese Sprünge sind Momente intensiver Entwicklung, in denen dein Kind neue Fähigkeiten erlernt und seine Persönlichkeit weiterentwickelt. Während diese Phasen für Eltern manchmal herausfordernd sein können, sind sie ein wichtiger Teil der gesunden Entwicklung deines Kindes.
Die Entwicklungssprünge im ersten Lebensjahr
Im ersten Lebensjahr durchläuft dein Baby eine rasante Entwicklung und insgesamt acht Entwicklungssprünge. Diese Sprünge sind in der Regel nicht immer eindeutig zu erkennen, aber sie können sich auf das Verhalten deines Babys auswirken.
Die ersten acht Sprünge sind:
- Sprung 1: 5 Wochen
- Sprung 2: 8 Wochen
- Sprung 3: 12 Wochen
- Sprung 4: 19 Wochen
- Sprung 5: 26 Wochen
- Sprung 6: 37 Wochen
- Sprung 7: 46 Wochen
- Sprung 8: 55 Wochen
Diese Sprünge können sich auf verschiedene Bereiche der Entwicklung deines Babys auswirken, wie zum Beispiel:
- Motorische Fähigkeiten: Dein Baby kann anfangen, sich zu drehen, zu krabbeln oder zu sitzen.
- Sprachentwicklung: Dein Baby kann beginnen, erste Laute zu machen, zu brabbeln oder sogar erste Wörter zu sprechen.
- Soziale Entwicklung: Dein Baby kann anfangen, mehr Interesse an anderen Menschen zu zeigen und mit ihnen zu interagieren.
- Kognitive Entwicklung: Dein Baby kann beginnen, Dinge zu verstehen und zu lernen, wie zum Beispiel das Verstecken und Suchen von Gegenständen.
Die Entwicklungssprünge im Kleinkindalter
Mit etwa zwölf Monaten wechselt dein Baby ins Kleinkindalter, aber die Zeit der sogenannten schübe ist damit noch lange nicht vorbei. Gemäß dem Buch oje, ich wachse! sind im Kleinkindalter drei weitere Wachstumsschübe – die Sprünge acht bis zehn – bekannt. Diese Sprünge finden in der Regel in folgenden Altersabschnitten statt:
Die drei Wachstumsschübe im Kleinkindalter
- Sprung 8: Etwa 12 Monate
- Sprung 9: Etwa 15 Monate
- Sprung 10: Etwa 17 Monate
Obwohl diese Sprünge als offiziell anerkannt sind, gibt es vermutlich noch weitere Phasen während der Kleinkindzeit, die allerdings nicht als offizielle Wachstumsschübe anerkannt sind.
Diese Sprünge können sich auf verschiedene Bereiche der Entwicklung deines Kindes auswirken, wie zum Beispiel:
- Motorische Fähigkeiten: Dein Kind kann anfangen, zu laufen, zu springen oder mit Spielzeug zu spielen.
- Sprachentwicklung: Dein Kind kann anfangen, mehr Wörter zu sprechen, einfache Sätze zu bilden oder sogar Lieder zu singen.
- Soziale Entwicklung: Dein Kind kann anfangen, mit anderen Kindern zu spielen, Regeln zu verstehen und sich in soziale Situationen einzufügen.
- Kognitive Entwicklung: Dein Kind kann anfangen, komplexere Aufgaben zu lösen, Probleme zu lösen und sich selbstständig zu beschäftigen.
Die drei Wachstumsschübe im Kleinkindalter im Detail
55-Wochen-Schub (Sprung 8)
In diesem Wachstumsschub tut sich motorisch richtig viel. Dein Kind macht vielleicht bereits die ersten Schritte. Außerdem wächst der (passive) Wortschatz rasant und dein Kind spricht bereits erste Worte. Darüber hinaus wächst das Verständnis für gewohnte Abläufe, etwa beim Anziehen. Es ist somit wichtig für dein Kind, diese beizubehalten und an Routinen festzuhalten.
64-Wochen-Schub (Sprung 9)
Manche Kleinkinder zeigen während dieses Sprungs vor allem motorische, andere wiederum sprachliche Fähigkeiten. Dein Kind lernt die Welt der prinzipien kennen. Langsam denkt es voraus und kann die Konsequenzen seines Handelns einschätzen. Erste Wutanfälle und trotziges Verhalten sind keine Seltenheit im 64-Wochen-Schub.
75-Wochen-Schub (Sprung 10)
Im zehnten und offiziell letzten Entwicklungsschub im Kleinkindalter lernt dein Kind die Welt der systeme kennen. Was das heißt? Dass es gezielte Handlungen ausführt, um ein gewünschtes Ergebnis zu erzielen. Dabei versteht dein Kind, dass zu Hause andere Regeln gelten als beispielsweise bei den Großeltern oder im Kindergarten.
Wie erkenne ich einen Wachstumsschub bei meinem Kind?
Ein Entwicklungsschub bei Babys ist relativ einfach zu erkennen. Dein Baby sucht plötzlich wieder verstärkt Mamas und Papas Nähe, quengelt, weint, hat sehr großen oder gar keinen Hunger, will den ganzen Tag auf den Arm oder kann in der Nacht nicht schlafen. Bei Kleinkindern sind die Anzeichen ein wenig differenzierter, denn sie wirken sich auf alle Verhaltensbereiche aus.

Hier sind einige Anzeichen, die auf einen Wachstumsschub bei deinem Kleinkind hindeuten können:
- Dein Kind schläft (wieder) schlechter: Hat dein Kind bereits durchgeschlafen, so kann es sein, dass es nun wieder unruhiger schläft und vermehrt aufwacht in der Nacht. Auch das Einschlafen gestaltet sich in dieser Phase schwieriger und kann sich länger als üblich hinziehen.
- Dein Kind verweigert gewohnte Rituale: Du hast gut funktionierende Rituale eingeführt, um das Zähneputzen, Einschlafen oder Aufstehen zu erleichtern? Möglicherweise verweigert dein Kleinkind diese jetzt – und möchte seinen eigenen Willen durchsetzen.
- Dein Kind ist quengelig und unzufrieden: Während der Wachstumsschübe wird dein Kind vermutlich besonders viel zu nörgeln haben. Das Essen schmeckt nicht, die Flasche wird nicht mehr genommen und die Wut bricht sich bahn. Immerhin steht jetzt auch die berüchtigte Autonomiephase in den Startlöchern.
- Dein Kind wird selbstständiger: Mit jedem Entwicklungsschub wird dein Kind selbst- und eigenständiger. Es nabelt sich von seinen Bezugspersonen ab – und orientiert sich an seinen Freund:innen in der Kita. Dann wiederum wird es Phasen geben, wo es wieder besonders anhänglich ist.
Ob dein Kleinkind tatsächlich Schmerzen während eines Wachstumsschubs hat, ist wissenschaftlich nicht erwiesen. Dennoch berichten viele Kinder von Schmerzen im Knie oder den Beinen, die vor allem nachts auftreten. Also zur Schlafenszeit, in der bekanntlich vermehrt Wachstumshormone ausgeschüttet werden.
In welchen Phasen verläuft das Wachstum deines Kindes?
Das Wachstum eines Kindes verläuft in drei Phasen :
- Erste Phase: Beginn mit der Geburt und endet etwa mit dem dritten Lebensjahr. In dieser Zeit verdoppelt sich die Körpergröße deines Kindes nahezu.
- Zweite Phase: Dauert vom dritten Lebensjahr bis zur Pubertät. Das Wachstum verlangsamt sich, pro Jahr kommen etwa fünf bis sechs Zentimeter Körpergröße hinzu.
- Dritte Phase: Umfasst die gesamte Pubertät. Jugendliche wachsen wieder stärker, insbesondere Jungen können in dieser Phase bis zu zwölf Zentimeter pro Jahr wachsen. Mädchen wachsen rund sieben bis neun Zentimeter im Jahr, bis sie schließlich mit etwa 17 Jahren ihre vollständige Größe erreicht haben. Bei Jungen ist dies im Durchschnitt etwa ein bis zwei Jahre später.
Der Wachstumsschub bei Kleinkindern liegt also in der ersten Phase und beinhaltet grob gesagt die Verdopplung der Körpergröße. Die weiteren Wachstumsschübe führen zu einer kontinuierlichen Entwicklung und Anpassung des Körpers an die wachsenden Anforderungen.
Was kann ich tun, wenn mein Kind einen Wachstumsschub hat?
Die beste Unterstützung, die du deinem Kind während eines Wachstumsschubs geben kannst, ist Geduld und Verständnis. Dein Kind befindet sich in einer Phase intensiver Entwicklung und braucht deine Unterstützung, um diese neue Herausforderung zu meistern.
Hier sind einige Tipps, die dir helfen können, die Zeit des Wachstumsschubs zu meistern:
- Gib deinem Kind viel Nähe und Trost: Dein Kind braucht in dieser Zeit besonders viel Nähe und Trost. Versuche, ihm so viel Liebe und Zuneigung wie möglich zu geben.
- Behalte die gewohnten Rituale bei: Auch wenn dein Kind die Rituale jetzt vielleicht ablehnt, versuche, sie so gut wie möglich beizubehalten. Das gibt deinem Kind Sicherheit und Orientierung in einer ungewohnten Situation.
- Sei geduldig und verständnisvoll: Dein Kind ist in dieser Zeit vielleicht besonders quengelig und unzufrieden. Versuche, geduldig und verständnisvoll zu bleiben und ihm zu helfen, seine Gefühle zu verarbeiten.
- Sprich mit deinem Kinderarzt: Wenn du dir Sorgen um das Verhalten deines Kindes machst, sprich mit deinem Kinderarzt. Er kann dir helfen, die Situation besser zu verstehen und dir Tipps geben, wie du dein Kind unterstützen kannst.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert ein Wachstumsschub?
Ein Wachstumsschub dauert in der Regel einige Tage bis einige Wochen. Es gibt keine festen Regeln, wie lange ein Wachstumsschub dauert. Manche Kinder gehen schneller durch die Sprünge als andere.
Kann ich etwas tun, um die Symptome eines Wachstumsschubs zu lindern?
Es gibt keine wissenschaftlich bewiesenen Methoden, um die Symptome eines Wachstumsschubs zu lindern. Aber du kannst deinem Kind helfen, sich besser zu fühlen, indem du ihm viel Nähe, Trost und Liebe gibst.
Sollte ich mir Sorgen machen, wenn mein Kind einen Wachstumsschub hat?
Nein, du solltest dir keine Sorgen machen, wenn dein Kind einen Wachstumsschub hat. Es ist ein normaler Teil der Entwicklung und bedeutet, dass dein Kind gesund wächst und lernt.
Was passiert, wenn mein Kind keinen Wachstumsschub hat?
Wenn dein Kind keinen Wachstumsschub hat, kann das ein Zeichen dafür sein, dass es eine Entwicklungsverzögerung hat. Es ist wichtig, dass du in diesem Fall mit deinem Kinderarzt sprichst, um sicherzustellen, dass dein Kind gut entwickelt ist.
Fazit
Wachstumsschübe sind ein normaler Teil der Entwicklung von Babys und Kleinkindern. Sie können für Eltern manchmal herausfordernd sein, aber sie sind ein Zeichen dafür, dass dein Kind gesund wächst und lernt. Mit Geduld, Verständnis und Liebe kannst du deinem Kind helfen, diese Phasen zu meistern.
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