Der Mittagsschlaf, auch Powernap genannt, ist ein beliebtes Mittel, um sich tagsüber zu erholen und die Konzentration zu steigern. Doch wie lange sollte man eigentlich Mittagsschlaf machen, um den größtmöglichen Nutzen zu erzielen und gleichzeitig negative Auswirkungen zu vermeiden?
Die Frage, ob ein regelmäßiger Mittagsschlaf dem Körper eher schadet oder nützt, beschäftigt Mediziner und Medizinerinnen seit langem. Im Fokus steht dabei das Risiko für Herzkrankheiten und Diabetes Typ Einige Studien haben gezeigt, dass Powernapping mit einer geringeren Sterblichkeit einhergeht. Andere Studien hingegen kamen zu gegenteiligen Ergebnissen. Sie fanden bei regelmäßigen Mittagsschläfern ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie eine erhöhte Gesamtsterblichkeit.
Es ist wichtig zu beachten, dass diese Studien oft an Personen mit Vorerkrankungen durchgeführt wurden, wie beispielsweise an Patienten und Patientinnen mit arteriellem Bluthochdruck. Daher ist es schwierig, die Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen Mittagsschlaf und Herzerkrankungen eindeutig zu bestimmen. Eine mögliche Erklärung für die widersprüchlichen Ergebnisse ist, dass Menschen mit Vorerkrankungen dazu neigen, sich häufiger mittags hinzulegen. Der Powernap wäre in solchen Fällen also nicht die Ursache für Herzprobleme, sondern die Befunde würden sich dadurch erklären, dass eine Gruppe mit ohnehin erhöhtem Risiko ihn häufiger ausübt.
Japanische Forscher und Forscherinnen haben zahlreiche Studien zum Thema Powernap und Herzerkrankungen ausgewertet und dabei einen Zusammenhang mit der Dauer des Nickerchens festgestellt. Demnach sinkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme, wenn der Powernap kürzer als 30 Minuten ist. Ein Mittagsschlaf von weniger als 30 Minuten ist also gesund.
Bei einem Powernap von über einer Stunde ist das Risiko für spätere Erkrankungen jedoch um 20 Prozent erhöht. Auch hier ist allerdings nicht klar, wie Ursache und Wirkung zuzuordnen sind. Menschen mit Vorerkrankungen schlafen beispielsweise mittags tendenziell länger.
Die Anzahl an Erholungspausen in Form von Powernaps scheint ebenfalls eine Rolle zu spielen. Personen, die ein- oder zweimal pro Woche ein Nickerchen machen, haben ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wohingegen für häufigere Nickerchen dieser Zusammenhang nicht gefunden wurde.
Zusammengefasst:
- Kurzer Mittagsschlaf (unter 30 Minuten): Reduziertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Langer Mittagsschlaf (über 1 Stunde): Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
- Häufigkeit: 1-2 Powernaps pro Woche scheinen optimal zu sein.
Auch für Kinder ist der Mittagsschlaf wichtig. Er hilft ihnen, sich von den vielen Eindrücken des Tages zu erholen und das Gelernte zu verarbeiten. Forscher gehen davon aus, dass das Gehirn im Schlaf das Erlebt und Gelernte wiederholt und im Gedächtnis verankert. Kinder, die mittags schlafen, erinnern sich besser an Gelerntes und verstehen Sachverhalte besser als Kinder, die tagsüber nicht schlafen.
Der Mittagsschlaf hilft auch, den Tag zu strukturieren und den nächtlichen Schlafrhythmus zu stabilisieren. Die beste Zeit für einen Mittagsschlaf ist zwischen 12 und 14 Uhr, denn nach dem Mittagessen braucht der Körper die Energie für die Verdauung.
Die Dauer des Mittagsschlafs ist individuell, aber eine Dauer von maximal eineinhalb Stunden ist ideal, um sicherzustellen, dass das Kind abends wieder müde ist. Ein Abstand von mindestens vier Stunden zwischen Mittags- und Nachtschlaf ist sinnvoll.
Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind abends nicht müde ist, dauert der Mittagsschlaf wahrscheinlich etwas zu lange. In diesem Fall können Sie eine Woche lang ein Schlafprotokoll führen und entscheiden, ob es sinnvoll wäre, das Kind eine halbe Stunde früher aus dem Mittagsschlaf zu wecken.
Der beste Ort für den Mittagsschlaf ist das eigene Bett. Nach dem ersten Lebensjahr können viele Kinder nicht mehr ungestört überall und unterwegs im Kinderwagen schlafen und brauchen eine ruhige Umgebung zum Einschlafen. Auch das Pyjama und ein Schlafsack signalisieren: Jetzt ist Schlafenszeit. Das Zimmer muss allerdings nicht komplett abgedunkelt sein, denn so kann das Kind den Unterschied zum längeren und tieferen Nachtschlaf erkennen.
Ein Kind kann nicht zum Schlafen gezwungen werden. Ist es nach 20 Minuten noch wach, nehmen Sie es besser wieder aus dem Bett. Damit vermeiden Sie, dass das Kind das Bett als negativer Ort wahrnimmt.
Ab zwei Jahren können Kinder anstelle eines Mittagsschlafs auch eine Mittagsruhe einhalten. Mit einer ruhigen Beschäftigung wie Malen, Puzzeln, Bücher ansehen oder mit Hörspielen kann Ihr Kind auch zu Ruhe kommen und sich erholen. Planen Sie dafür eine feste Zeit ein, an der sich das Kind orientieren kann, zum Beispiel gleich nach dem Mittagessen.
Mit spätestens vier Jahren brauchen die meisten Kinder keinen Mittagsschlaf mehr.
Um die Konzentration zu steigern, reicht ein Powernap von 20-30 Minuten aus.
Nein, es ist nicht schädlich, jeden Tag Mittagsschlaf zu machen, solange die Dauer nicht über eine Stunde hinausgeht.
Ja, wenn der Mittagsschlaf zu lang ist oder zu spät am Tag stattfindet, kann er den Nachtschlaf stören.
Bevor Sie sich hinlegen, sollten Sie eine leichte Mahlzeit zu sich nehmen und auf Koffein und Alkohol verzichten.
Wenn Sie sich nach dem Mittagsschlaf müde fühlen, sollten Sie sich etwas bewegen, zum Beispiel einen kurzen Spaziergang machen.
Fazit
Der Mittagsschlaf kann eine wertvolle Erholungspause sein, die die Konzentration und das Wohlbefinden steigert. Doch die Dauer des Mittagsschlafs spielt eine wichtige Rolle. Kurze Powernaps von unter 30 Minuten sind gesund und fördern die Konzentration. Lange Mittagsschlafs von über einer Stunde hingegen können das Risiko für Herzerkrankungen erhöhen.
Es ist wichtig, auf die eigenen Bedürfnisse und die Reaktionen des Körpers zu achten. Wenn Sie sich nach dem Mittagsschlaf müde oder unwohl fühlen, sollten Sie die Dauer oder die Häufigkeit des Mittagsschlafs anpassen.
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