Schilddrüsenunterfunktion: symptome, ursachen & behandlung

Eine Schilddrüsenunterfunktion, auch als Hypothyreose bezeichnet, tritt auf, wenn die Schilddrüse nicht genügend Schilddrüsenhormone produziert. Diese Hormone sind essenziell für den Stoffwechsel und beeinflussen zahlreiche Körperfunktionen. Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, die von leicht bis schwer reichen können. Die Symptome können individuell stark variieren und sich langsam entwickeln, was die Diagnose erschwert.

Inhaltsverzeichnis

Häufige Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion

Zu den häufigsten Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion gehören:

  • Müdigkeit und Erschöpfung : Ein häufiges Symptom, das sich als allgemeines Gefühl der Schwäche und Trägheit äußern kann.
  • Gewichtszunahme : Trotz unveränderter Ernährungsgewohnheiten kann es zu einer Gewichtszunahme kommen, da der Stoffwechsel verlangsamt ist.
  • Verstopfung : Die Verdauung verlangsamt sich, was zu Verstopfung führen kann.
  • Kälteempfindlichkeit : Die Körpertemperatur sinkt, was zu einer verstärkten Kälteempfindlichkeit führt.
  • Trockene Haut : Die Haut kann trocken, rauh und schuppig werden.
  • Haarausfall : Die Haare können dünner und brüchiger werden, Haarausfall ist möglich.
  • Verlangsamte Herzfrequenz : Der Herzschlag kann sich verlangsamen, was zu niedrigerem Blutdruck führen kann.
  • Verlangsamte Reflexe : Die Reaktionszeit kann sich verlangsamen.
  • Stimmungsschwankungen : Depressionen, Angstzustände und Konzentrationsschwierigkeiten können auftreten.
  • Schwellungen im Gesicht und im Augenbereich : Das Gesicht kann geschwollen und die Augenlider können sich anschwellen.
  • Heisere Stimme : Die Stimme kann tiefer und heiser klingen.
  • Vergrößerte Schilddrüse (Kropf) : In einigen Fällen kann die Schilddrüse vergrößert sein, aber bei der Hashimoto-Thyreoiditis, der häufigsten Form der Schilddrüsenunterfunktion in Deutschland, ist die Schilddrüse in der Regel normal groß oder verkleinert sich im Verlauf der Erkrankung.
  • Zyklusstörungen : Bei Frauen können unregelmäßige Menstruationszyklen auftreten.
  • Einschränkungen von Libido, Fruchtbarkeit und Potenz : Eine Schilddrüsenunterfunktion kann die Libido und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Weitere Symptome und Komplikationen

Neben den oben genannten Symptomen können bei einer Schilddrüsenunterfunktion auch weitere Symptome auftreten, wie zum Beispiel:

  • Muskelschwäche und -schmerzen : Die Muskeln können schwach und schmerzhaft sein.
  • Schlafstörungen : Es kann zu Schwierigkeiten beim Einschlafen oder zu einem unruhigen Schlaf kommen.
  • Verdauungsstörungen : Neben Verstopfung können auch andere Verdauungsstörungen wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen auftreten.
  • Gelenkschmerzen : Gelenkschmerzen und -steifigkeit können auftreten.
  • Kognitiv beeinträchtigte Funktionen : Schwierigkeiten mit Konzentration, Gedächtnis und Denken können auftreten.

In schweren Fällen kann eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion zu schwerwiegenden Komplikationen führen, wie zum Beispiel:

  • Myxödem : Eine schwere Form der Schilddrüsenunterfunktion, die zu einer Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe führt, was zu Schwellungen im Gesicht, den Händen und den Füßen führt.
  • Bradykardie : Eine lebensbedrohliche Verlangsamung des Herzschlags.
  • Koma : In seltenen Fällen kann eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion zum Koma führen.

Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion

Die Ursachen für eine Schilddrüsenunterfunktion können vielfältig sein. Die häufigsten Ursachen sind:

  • Hashimoto-Thyreoiditis : Eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Schilddrüse angreift und zerstört.
  • Jodmangel : Jod ist essenziell für die Produktion von Schilddrüsenhormonen. Ein Jodmangel kann zu einer Unterfunktion der Schilddrüse führen.
  • Medikamentennebenwirkungen : Einige Medikamente, wie zum Beispiel Lithium, können die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen.
  • Operationen an der Schilddrüse : Nach einer Operation an der Schilddrüse kann es zu einer Unterfunktion der Schilddrüse kommen.
  • Bestrahlung der Schilddrüse : Eine Bestrahlung der Schilddrüse kann ebenfalls zu einer Unterfunktion führen.
  • Genetische Faktoren : In einigen Fällen kann eine Schilddrüsenunterfunktion erblich bedingt sein.

Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion

Die Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus Anamnese, körperlicher Untersuchung und Laboruntersuchungen.

  • Anamnese : Der Arzt wird Sie nach Ihren Symptomen, Ihrer Krankengeschichte und Ihren Familienanamnese fragen.
  • Körperliche Untersuchung : Der Arzt wird Ihre Schilddrüse abtasten und Ihren Blutdruck, Ihre Herzfrequenz und Ihre Körpertemperatur messen.
  • Laboruntersuchungen : Blutuntersuchungen werden durchgeführt, um die Konzentration von Schilddrüsenhormonen (TSH, T3, T4) im Blut zu bestimmen.

TSH-Wert

Der TSH-Wert (Thyreotropin) ist ein wichtiger Indikator für die Schilddrüsenfunktion. TSH ist ein Hormon, das von der Hirnanhangdrüse produziert wird und die Schilddrüse zur Produktion von Schilddrüsenhormonen anregt. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist der TSH-Wert in der Regel erhöht, da die Hirnanhangdrüse versucht, die Schilddrüse zur Produktion von mehr Hormonen anzuregen.

Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion

Die Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion erfolgt in der Regel mit Schilddrüsenhormonen, die in Tablettenform eingenommen werden. Die Dosis der Hormone wird individuell angepasst, um den TSH-Wert zu normalisieren und die Symptome zu lindern.

Die Behandlung mit Schilddrüsenhormonen ist in der Regel lebenslang notwendig. Es ist wichtig, die Medikamente regelmäßig einzunehmen und die Dosis regelmäßig vom Arzt kontrollieren zu lassen.

Vorbeugung einer Schilddrüsenunterfunktion

Es gibt keine allgemeingültigen Maßnahmen, um einer Schilddrüsenunterfunktion vorzubeugen. Jedoch können einige Maßnahmen das Risiko einer Unterfunktion verringern:

  • Jodreiche Ernährung : Eine ausreichende Jodzufuhr ist wichtig für die Schilddrüsenfunktion. Jodreiche Lebensmittel sind zum Beispiel Seefisch, Meeresfrüchte, Milchprodukte und Jodsalz.
  • Gesunde Lebensweise : Eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung kann das allgemeine Wohlbefinden verbessern und das Risiko für verschiedene Krankheiten, einschließlich Schilddrüsenerkrankungen, verringern.
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen : Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt können dazu beitragen, Schilddrüsenerkrankungen frühzeitig zu erkennen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Schilddrüsenunterfunktion und einer Schilddrüsenüberfunktion?

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion produziert die Schilddrüse zu wenig Schilddrüsenhormone, während bei einer Schilddrüsenüberfunktion die Schilddrüse zu viele Schilddrüsenhormone produziert. Die Symptome der beiden Erkrankungen sind daher gegensätzlich.

Kann eine Schilddrüsenunterfunktion geheilt werden?

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann in der Regel nicht geheilt werden, aber sie kann mit einer lebenslangen Behandlung mit Schilddrüsenhormonen gut kontrolliert werden.

Kann eine Schilddrüsenunterfunktion zu Unfruchtbarkeit führen?

Ja, eine Schilddrüsenunterfunktion kann die Fruchtbarkeit bei Frauen und Männern beeinträchtigen.

Welche Auswirkungen hat eine Schilddrüsenunterfunktion auf die Schwangerschaft?

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann die Schwangerschaft beeinträchtigen. Es ist wichtig, dass die Schilddrüsenunterfunktion vor einer Schwangerschaft behandelt wird.

Was sollte ich tun, wenn ich den Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion habe?

Wenn Sie den Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Zusammenfassung

Eine Schilddrüsenunterfunktion ist eine häufige Erkrankung, die zu einer Vielzahl von Symptomen führen kann. Die Behandlung mit Schilddrüsenhormonen ist in der Regel lebenslang notwendig. Es ist wichtig, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und behandeln zu lassen, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden.

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