Kind zu klein: wann eltern zum arzt sollten

Die Größe eines Kindes ist ein Thema, das viele Eltern beschäftigt. Besonders, wenn das Kind kleiner ist als seine Altersgenossen, stellen sich Fragen: Ist es normal, dass mein Kind so klein ist? Muss ich mir Sorgen machen? Kann es noch wachsen? Dieser Artikel soll Eltern aufklären und ihnen helfen, die Entwicklung ihres Kindes besser zu verstehen.

Inhaltsverzeichnis

Das Wachstum im Auge behalten

Die Größe eines Kindes ist in den meisten Fällen genetisch bedingt. Große Eltern haben in der Regel große Kinder, kleine Eltern kleine Kinder. Es ist aber wichtig, das Wachstum des Kindes zu beobachten und bei den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen zu dokumentieren. Nur so können mögliche Störungen oder Erkrankungen rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Bei den U-Untersuchungen werden Körperlänge, Kopfumfang und Gewicht in eine Wachstumskurve eingetragen. Diese Kurve zeigt, wie das Kind im Vergleich zu anderen Kindern in seinem Alter wächst. Liegt die Größe des Kindes unterhalb der Perzentile, spricht man von Kleinwuchs. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass das Kind krank ist. Oft liegt es einfach in der Familie, dass die Kinder kleiner sind. Man spricht dann von familiärem Kleinwuchs.

Wann sollte man sich Sorgen machen?

Wichtiger als die reine Größe des Kindes ist sein persönlicher Wachstumsverlauf. Wenn ein Kind zwar kleiner ist als seine Altersgenossen, aber auf seiner eigenen Wachstumskurve parallel zu den Werten der Perzentile wächst, muss man sich meist keine Sorgen machen. Weicht die Kurve aber plötzlich nach unten ab, sind weitere Untersuchungen nötig.

Mögliche Ursachen für einen Wachstumsrückstand können sein:

  • Mangel- oder Fehlernährung
  • Rauchen, Alkohol- und Drogenkonsum in der Schwangerschaft
  • Chronische Erkrankungen und Stoffwechselstörungen wie Zöliakie, Morbus Crohn, Asthma, Diabetes, Störungen der Nierenfunktion, Herzfehler
  • Wachstumsstörungen der Knochen (z. B. Achondroplasie)
  • Genetische Veränderungen (z. B. Ullrich-Turner-Syndrom)
  • Hormonstörungen (z. B. Mangel an Wachstumshormonen)
  • Psychosoziale Ursachen (z. B. Vernachlässigung, Essstörungen, Depression)

Die Rolle der Hormone

In weniger als 20 Prozent der Fälle von Kleinwuchs ist eine hormonelle Ursache verantwortlich. Die häufigste Ursache ist ein Mangel an Wachstumshormonen. In diesem Fall produziert die Hirnanhangdrüse nicht genügend Somatotropin (SHT), ein Hormon, das für das Größenwachstum verantwortlich ist.

Wie wird ein Wachstumshormonmangel diagnostiziert?

Um einen Wachstumshormonmangel zu diagnostizieren, werden Blutuntersuchungen durchgeführt. Da die Hormone nur nachts produziert werden, wird das Blut auf bestimmte Trägerstoffe für Wachstumshormone untersucht. Sind diese zu gering, wird ein Wachstumshormonstimulationstest durchgeführt. Dieser Test wird zweimal durchgeführt und erfordert, dass das Kind für jeweils zwei Stunden nüchtern bleibt.

Wie wird ein Wachstumshormonmangel behandelt?

Wenn ein Wachstumshormonmangel festgestellt wird, wird eine Hormonersatztherapie durchgeführt. Das Hormon wird jeden Abend ins Unterhautfettgewebe gespritzt, bis das Kind ausgewachsen ist. Die Behandlung ist sehr effektiv und hat in der Regel keine Nebenwirkungen.

Kann ein Kind Wachstum aufholen?

Ob ein Kind noch Wachstum aufholen kann, hängt von der Ursache des Kleinwuchses ab. Bei familiärem Kleinwuchs ist es unwahrscheinlich, dass das Kind noch einen großen Wachstumsschub erfährt. Bei hormonellen Störungen kann die Hormonersatztherapie zu einem deutlichen Wachstumsschub führen.

Es ist wichtig, dass Eltern sich nicht von der Größe ihres Kindes entmutigen lassen. Ein Kind, das kleiner ist als seine Altersgenossen, kann trotzdem ein glückliches und erfülltes Leben führen. Es ist wichtig, das Kind zu unterstützen und ihm zu helfen, sein Selbstbewusstsein zu stärken.

Wie groß wird mein Kind?

Es gibt eine einfache Formel, mit der man die voraussichtliche Größe eines Kindes grob berechnen kann:

Mädchen: Vatergröße plus Muttergröße geteilt durch 2 minus 6,5 cm.

Jungen: Vatergröße plus Muttergröße geteilt durch 2 plus 6,5 cm.

Kann man das Wachstum durch Hormone bremsen?

Ja, aber das ist ethisch nicht vertretbar, weil medizinisch nicht notwendig. Es wird nur in Ausnahmefällen gemacht, z. B. Bei Mädchen, die sehr früh in die Pubertät kommen sollen. Die Behandlung kann zu großen psychischen Problemen führen und die Proportionen des Körpers verändern.

Wie kann ich meinem Kind helfen, wenn es kleiner ist als seine Altersgenossen?

Erklären Sie Ihrem Kind, dass die Größe eines Menschen nichts mit seiner Länge zu tun hat, sondern mit seiner Ausstrahlung. Helfen Sie ihm, seine Stärken zu entdecken und selbstbewusst zu sein.

Was kann ich tun, wenn ich mir Sorgen um das Wachstum meines Kindes mache?

Sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt. Er kann das Wachstum Ihres Kindes beurteilen und bei Bedarf weitere Untersuchungen veranlassen.

Zusammenfassung

Die Größe eines Kindes ist ein komplexes Thema, das von vielen Faktoren beeinflusst wird. In den meisten Fällen ist es genetisch bedingt, aber manchmal können auch Erkrankungen oder hormonelle Störungen das Wachstum beeinflussen. Wenn Sie sich Sorgen um das Wachstum Ihres Kindes machen, sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt. Er kann Ihnen helfen, die Ursache des Kleinwuchses zu finden und die bestmögliche Behandlung zu wählen.

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