Erste hilfe bei kindern: beatmung im notfall

Kinder sind voller Energie und Neugierde. Sie erkunden die Welt mit all ihren Sinnen und erleben dabei nicht selten kleine und harmlose Unfälle. Doch manchmal passieren auch schwerwiegendere Ereignisse, die eine sofortige Reaktion erfordern. Ein Atem- oder Kreislaufstillstand bei einem Kind ist eine lebensbedrohliche Situation, die schnelles und kompetentes Handeln erfordert.

In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über die Beatmung bei Kindern, wie Sie im Notfall richtig reagieren und welche Schritte Sie unternehmen müssen, um Ihrem Kind zu helfen.

Inhaltsverzeichnis

Notfallcheck: Bewusstsein und Atmung

Das Wichtigste ist, Ruhe zu bewahren und die Situation richtig einzuschätzen. Beginnen Sie mit einem Notfallcheck, um den Zustand des Kindes zu beurteilen.

  • Bewusstsein prüfen: Sprechen Sie das Kind laut mit seinem Namen an und berühren Sie es gleichzeitig. Achten Sie dabei auf eine deutlich spürbare Berührung, beispielsweise am Oberarm. Bei Säuglingen kann ein leichter Schmerzreiz hilfreich sein, indem Sie sanft in die Innenseite des Oberarms kneifen. Vermeiden Sie jedoch das Schütteln, da dies zu einem Schütteltrauma führen kann.
  • Atmung prüfen: Bringen Sie das Kind in Rückenlage und legen Sie seinen Kopf leicht in den Nacken (bei Kindern über einem Jahr). Achten Sie darauf, dass das Kinn leicht angehoben ist. Bei Säuglingen wird der Kopf nicht überstreckt. Halten Sie Ihr Ohr an Nase und Mund des Kindes und schauen Sie gleichzeitig auf den Brustkorb. Atmet das Kind, können Sie Atemgeräusche hören oder einen Luftstrom spüren und den Brustkorb heben und senken sehen.

Die Kontrolle der Atmung sollte nicht länger als zehn Sekunden dauern. Reagiert das Kind auf Ansprache und Berührung, verständigen Sie den Rettungsdienst unter der Rufnummer 11

Stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit

Ist das Kind bewusstlos, aber atmet noch, bringen Sie es in die stabile Seitenlage. Diese Position verhindert, dass sich die Zunge in den Rachen rutscht und die Atemwege blockiert. Außerdem wird so verhindert, dass Erbrochenes in die Luftröhre gelangt. Die stabile Seitenlage funktioniert bei Kindern genauso wie bei Erwachsenen.

Reanimation beim Kind: Beatmung

Atmet das Kind nicht, führen Sie umgehend eine Mund-zu-Mund-Beatmung durch. Die Lunge von Babys und Kindern ist kleiner als die eines Erwachsenen und kann deshalb weniger Luft aufnehmen. Daher ist es wichtig, besonders behutsam, aber trotzdem schnell zu handeln.

  • Unterlage: Legen Sie das Kind auf eine feste Unterlage, beispielsweise auf den Boden.
  • Kopfposition: Legen Sie den Kopf des Kindes leicht in den Nacken, sodass das Kinn leicht angehoben ist. Bei Säuglingen wird der Kopf nicht überstreckt.
  • Atemwege freimachen: Befinden sich noch Essensreste oder Ähnliches in der Mundhöhle, entfernen Sie diese sehr behutsam mit den Fingern, sofern nicht die Gefahr besteht, dass Sie sie dabei weiter in den Rachen oder Hals drücken.
  • Beatmung: Atmen Sie normal ein, halten Sie die Nase des Kindes mit den Fingern zu, umschließen Sie den Mund fest mit Ihren Lippen und atmen Sie dann in den Mund des Kindes aus. Bei einem Säugling umschließen Sie sowohl die Nase als auch den Mund mit Ihren Lippen und atmen in Nase und Mund des Babys hinein.
  • Atemvolumen: Beachten Sie, dass die Lunge umso weniger Luft fasst, je kleiner das Kind ist. Atmen Sie für etwa eine Sekunde gleichmäßig aus. Schauen Sie dabei auf die Brust des Kindes: Sie sollte sich erkennbar heben.

Herzdruckmassage bei Kindern

Gibt das Kind weiterhin kein Lebenszeichen von sich, müssen Sie als nächstes eine Herzdruckmassage durchführen.

Herzdruckmassage bei Säuglingen (bis zu einem Jahr)

Bei der Reanimation eines Babys nutzen Sie nicht den gesamten Handballen, sondern lediglich zwei Finger (Zeige- und Mittelfinger). Legen Sie die Finger aneinander und setzen Sie sie senkrecht mit den Fingerspitzen im unteren Bereich des Brustkorbs auf das Brustbein auf, etwa mittig zwischen den Brustwarzen. Drücken Sie nun insgesamt 30-mal mit einer Frequenz von 120/min (zweimal drücken innerhalb einer Sekunde) auf die Brust. Dabei sollten Sie das Brustbein etwa drei bis vier Zentimeter tief nach unten drücken. Es ist wichtig, dass Sie den Brustkorb nach jedem Druck kurz vollständig entlasten, damit sich das Herz ausreichend mit Blut füllen kann.

Herzdruckmassage bei Kleinkindern (ein bis drei Jahre)

Bei Kleinkindern verwenden Sie nicht zwei Finger, sondern Ihren Handballen, den Sie im unteren Bereich des Brustbeins auf den Brustkorb aufsetzen. Dann drücken Sie den Brustkorb mit durchgestrecktem Arm etwa fünf Zentimeter tief nach unten.

Herzdruckmassage bei älteren Kindern (über drei Jahre)

Bei älteren Kindern können Sie, wie bei Erwachsenen, beide Hände übereinanderlegen, um stärkeren Druck ausüben zu können. Drücken Sie auch in diesem Fall insgesamt 30-mal mit einer Frequenz von 120 pro Minute und beatmen Sie das Kind danach zweimal.

Reanimationsverhältnis: Beatmung und Herzdruckmassage

Führen Sie die Herz-Lungen-Wiederbelebung so lange durch, bis der Rettungsdienst eintrifft oder das Kind ein Lebenszeichen von sich gibt. Dazu zählen zum Beispiel eine normale Atmung, Husten, Schlucken, Bewegungen oder Lautäußerungen.

Das Reanimationsverhältnis bei Kindern ist 30:2, das heißt 30 Kompressionen auf den Brustkorb, gefolgt von 2 Beatmungen.

Reanimation mit einem Defibrillator

An öffentlichen Plätzen steht oft ein Defibrillator (AED-Gerät) zur Verfügung. AED sind für Kinder ab einem Jahr geeignet und leicht zu bedienen.

  • Kinderelektroden: Verwenden Sie für Kinder bis etwa acht Jahre die speziellen Kinderelektroden.
  • Sprachanweisungen: Folgen Sie den Sprachanweisungen des Geräts.
  • Keine Unterbrechung: Unterbrechen Sie die Erste-Hilfe-Maßnahmen nicht, um den AED zu beschaffen. Bitten Sie andere Personen um Hilfe, um den AED zu holen, während Sie die Herzdruckmassage fortsetzen.

Rettungsdienst einschalten: Der richtige Zeitpunkt

Ist ein Kind bewusstlos, ist ein Notruf (112) immer unverzichtbar. Der genaue Zeitpunkt für den Notruf hängt von zwei Faktoren ab:

  • Anwesenheit weiterer Personen: Sind andere Menschen in der Nähe, bitten Sie sie um Hilfe. Kümmern Sie sich umgehend um das Kind, während die andere Person den Notruf absetzt.
  • Zustand des Kindes: Ist das Kind bei Bewusstsein, rufen Sie den Notarzt sofort. Ist es nicht bei Bewusstsein, überprüfen Sie erst die Atmung.

Zusammenfassend:

  • Bewusstes Kind: Rufen Sie den Notarzt sofort.
  • Bewusstloses Kind, atmet: Bringen Sie das Kind in die stabile Seitenlage und rufen Sie den Notarzt.
  • Bewusstloses Kind, atmet nicht: Beginnen Sie sofort mit der Beatmung. Reagiert das Kind auf die ersten fünf Beatmungen, rufen Sie den Notarzt und bringen Sie das Kind in die stabile Seitenlage. Reagiert das Kind nicht, führen Sie die Herzdruckmassage durch und rufen Sie den Notarzt, nachdem Sie die vollständige Herz-Lungen-Wiederbelebung für eine Minute durchgeführt haben.

Erste-Hilfe-Kurs für Eltern

Ein Erste-Hilfe-Kurs für Eltern ist besonders wichtig, da Sie im Notfall ruhig und schnell reagieren können. Viele Hilfsorganisationen wie Malteser oder Johanniter, aber auch Krankenhäuser und andere Einrichtungen bieten Erste-Hilfe-Kurse speziell für Eltern und Betreuungspersonen an.

Auch für Kinder gibt es Erste-Hilfe-Kurse, in denen sie spielerisch an das Thema herangeführt werden.

Was ist bei der Beatmung eines Kindes zu beachten?

Achten Sie darauf, dass Sie das Kind nicht zu stark beatmen. Die Lunge von Babys und Kindern ist klein und kann weniger Luft aufnehmen als die eines Erwachsenen. Atmen Sie für etwa eine Sekunde gleichmäßig aus und beobachten Sie, ob sich der Brustkorb des Kindes hebt.

Wie tief muss ich bei der Herzdruckmassage drücken?

Bei Säuglingen drücken Sie das Brustbein etwa drei bis vier Zentimeter tief nach unten. Bei Kleinkindern sind es etwa fünf Zentimeter. Bei älteren Kindern können Sie, wie bei Erwachsenen, beide Hände übereinanderlegen, um stärkeren Druck ausüben zu können.

Was passiert, wenn ich etwas falsch mache?

Es ist wichtiger, etwas zu tun, als gar nichts zu tun. Sie können im Notfall nichts falsch machen, außer nichts zu tun. Die wichtigsten Schritte sind, die Atmung des Kindes zu kontrollieren, die Atemwege freizumachen und die Herzdruckmassage durchzuführen.

Wie lange soll ich die Reanimation durchführen?

Führen Sie die Herz-Lungen-Wiederbelebung so lange durch, bis der Rettungsdienst eintrifft oder das Kind ein Lebenszeichen von sich gibt.

Was tun, wenn ich allein bin?

Wenn Sie allein sind, beginnen Sie sofort mit der Reanimation und rufen Sie den Notarzt, nachdem Sie die vollständige Herz-Lungen-Wiederbelebung für eine Minute durchgeführt haben.

Zusammenfassung

Dieser Artikel hat Ihnen wichtige Informationen über die Beatmung bei Kindern im Notfall gegeben. Es ist wichtig, sich vorab mit den notwendigen Maßnahmen vertraut zu machen, um im Ernstfall schnell und richtig handeln zu können.

Denken Sie daran: Ruhe bewahren, den Notfallcheck durchführen und die Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten.

Hinweis: Dieser Artikel soll Ihnen allgemeine Informationen geben. Er ersetzt jedoch nicht die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin. Bei Fragen oder Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an einen medizinischen Fachmann.

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