Krank stillen: infos & tipps für mütter

Die Entscheidung, ob und wie lange eine Frau stillt, ist eine sehr persönliche. Viele Frauen wünschen sich nichts sehnlicher, als ihr Baby mit Muttermilch zu ernähren. Doch manchmal kommen Erkrankungen ins Spiel, die die Stillfähigkeit in Frage stellen. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte zum Thema „Krank Stillen“, welche Erkrankungen das Stillen beeinträchtigen können und welche Medikamente stillverträglich sind.

Inhaltsverzeichnis

Wann ist Stillen nicht möglich?

Die gute Nachricht ist: In den meisten Fällen kann eine Frau trotz Krankheit stillen. Viele Medikamente sind stillverträglich und auch viele Erkrankungen stellen kein Hindernis für das Stillen dar. Allerdings gibt es einige Ausnahmen, bei denen das Stillen aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist oder besondere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich sind.

krank stillen - Bei welcher Krankheit nicht Stillen

Infektionskrankheiten, die das Stillen beeinträchtigen können

Bei einigen Infektionskrankheiten wird vom Stillen abgeraten, da die Erreger über die Muttermilch übertragen werden können. Diese Erkrankungen sind:

  • HIV-Infektion : HIV-positive Mütter sollten ihr Baby nicht stillen, da das Virus über die Muttermilch übertragen werden kann.
  • Offene Tuberkulose : Eine offene Tuberkulose, die noch keine zwei Wochen behandelt wurde, ist ebenfalls ein Grund, das Stillen zu unterbrechen. Die Erreger können über die Muttermilch übertragen werden.
  • Cytomegalie-Virus : Cytomegalie-Viren werden beim Stillen übertragen, was jedoch nur bei unreifen Frühgeborenen unter 32 Schwangerschaftswochen zu erheblichen Schädigungen führen kann. Reife Kinder sind nicht gefährdet.

Frauen, die das Hepatitis C-Virus in sich tragen, können unter enger ärztlicher Kontrolle stillen. Es ist jedoch wichtig, blutige Verletzungen im Brustwarzenbereich zu vermeiden.

Weitere Erkrankungen, die das Stillen beeinflussen können

Auch bei folgenden Erkrankungen müssen Mütter besondere Vorsichtsmaßnahmen treffen:

  • Herpes-Simplex-Infektion : Frauen mit einer Herpes-Simplex-Infektion dürfen nur stillen, wenn keine Herpesherde an der Brust vorhanden sind oder diese gut abgedeckt werden können. Sorgfältige Hygiene ist unerlässlich, da der Kontakt mit Herpesviren zu schweren Erkrankungen des Säuglings führen kann.

Stillverträgliche Medikamente

Die meisten Medikamente sind stillverträglich. Dennoch sollten Sie vor der Einnahme eines Medikaments während der Stillzeit Ihren Arzt konsultieren. Dieser kann Ihnen ein Medikament verschreiben, das für Sie und Ihr Baby sicher ist.

Eine Liste mit stillverträglichen Medikamenten finden Sie auf den Seiten des Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Berliner Charité.

Stillen nach Impfungen, Zahnbehandlungen und Allgemeinnarkosen

Viele Mütter fragen sich, ob sie nach Impfungen, Zahnbehandlungen oder Allgemeinnarkosen weiterhin stillen dürfen. Die gute Nachricht ist: In den meisten Fällen ist eine Stillpause nicht notwendig.

  • Impfungen : Impfungen, einschließlich einer HPV-Impfung, können während der Stillzeit vorgenommen werden. Die Substanzen werden vom Körper bereits während der Verteilung abgebaut. Die Restkonzentration, die beim Kind ankommt, ist so gering, dass es nicht beeinträchtigt wird.
  • Zahnbehandlungen : Zahnbehandlungen unter lokaler Betäubung sind während der Stillzeit möglich. Die verwendeten Substanzen werden vom Körper schnell abgebaut.
  • Allgemeinnarkose : Stillen ist nach einer Allgemeinnarkose der Mutter dann wieder möglich, wenn die Mutter aufgewacht ist und dazu in der Lage ist. Eine Stillpause ist nicht notwendig.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich meine Haare färben, wenn ich stille?

Ja, das Färben der Haare mit etablierten Farbstoffen ist in der Stillzeit möglich.

Was ist, wenn ich eine Krankheit habe, die nicht in diesem Artikel erwähnt wird?

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie bei einer bestimmten Erkrankung stillen können, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder eine Stillberaterin. Diese können Ihnen individuell beraten.

Gibt es Möglichkeiten, die Milchmenge zu erhöhen?

Ja, es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Milchmenge zu erhöhen. Dazu gehören:

  • Häufiges Anlegen : Je häufiger Ihr Baby an der Brust saugt, desto mehr Milch produziert Ihr Körper.
  • Stillen auf Anforderung : Lassen Sie Ihr Baby so oft an die Brust, wie es möchte.
  • Ruhe und Entspannung : Stress kann die Milchproduktion beeinträchtigen. Gönnen Sie sich ausreichend Ruhe und Entspannung.
  • Gesunde Ernährung : Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Flüssigkeit.
  • Stilltee : Stilltee kann die Milchproduktion anregen.

Was kann ich tun, wenn mein Baby nicht genug Milch bekommt?

Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Baby nicht genug Milch bekommt, sollten Sie sich an Ihren Arzt oder eine Stillberaterin wenden. Diese können Ihnen helfen, die Ursache für die unzureichende Milchmenge zu finden und Ihnen Tipps geben, wie Sie die Situation verbessern können.

Fazit

Die meisten Frauen können trotz Krankheit stillen. Es gibt viele stillverträgliche Medikamente und auch viele Erkrankungen stellen kein Hindernis für das Stillen dar. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie bei einer bestimmten Erkrankung stillen können, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder eine Stillberaterin. Diese können Ihnen individuell beraten.

Stillen ist ein Geschenk für Mutter und Kind. Es stärkt die Bindung zwischen beiden und bietet dem Baby wichtige Nährstoffe und Antikörper. Mit den richtigen Informationen und der Unterstützung von Fachleuten können Sie die Vorteile des Stillens auch während einer Erkrankung genießen.

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