Brustschmerzen beim stillen: ursachen & lösungen

Stillen ist ein wunderschönes und intimer Moment zwischen Mutter und Kind. Doch leider kann es vorkommen, dass das Stillen mit Schmerzen verbunden ist. Diese Schmerzen können in den ersten Tagen nach der Geburt auftreten, aber auch über einen längeren Zeitraum anhalten. In diesem Artikel erklären wir, warum Brustschmerzen beim Stillen auftreten können, wie Sie diese Schmerzen lindern können und welche Auswirkungen Schmerzen auf die Stillbeziehung haben können.

Inhaltsverzeichnis

Warum tut das Ansaugen beim Stillen weh?

Stillen sollte eigentlich nicht wehtun. Dennoch ist es eine häufige Erfahrung, dass Mütter in den ersten Tagen nach der Geburt unter schmerzende Brustwarzen und einem starken Ansaugschmerz leiden. Dieser Schmerz wird durch das kräftige Saugen des Babys ausgelöst. Viele Mütter sind überrascht von der Kraft, mit der ein Neugeborenes saugt. Doch dieses starke Saugen löst den Milchspendereflex aus, die Milch beginnt zu fließen und der Schmerz lässt in der Regel nach wenigen Tagen nach, sobald die Milchproduktion angeregt ist und die Milch besser fließt.

Anhaltende Schmerzen während des Stillens: Mögliche Ursachen

Wenn der Schmerz beim Stillen jedoch anhält, kann dies ein Hinweis auf eine falsche Anlegetechnik des Babys sein. Wenn das Baby die Brustwarze nicht weit genug in den Mund nimmt, kann es kein Vakuum aufbauen und somit auch nicht richtig saugen. Dies führt zu einer Überlastung der Brustwarze, die zu wunden, geröteten und schmerzhaften Stellen führen kann.

Weitere Ursachen für anhaltende Schmerzen beim Stillen können sein:

  • Brustentzündung (Mastitis): Eine Brustentzündung ist eine bakterielle Infektion der Brust, die zu starken Schmerzen, Rötung, Schwellung und Fieber führen kann.
  • Verstopfte Milchgänge: Wenn die Milchgänge verstopft sind, kann dies zu Schmerzen und Druckempfindlichkeit in der Brust führen.
  • Soor-Infektion (Candida-Infektion): Eine Soor-Infektion kann sowohl bei der Mutter als auch beim Baby zu Schmerzen und Brennen in der Brustwarze führen.
  • Eingewachsener Haar: Ein eingewachsenes Haar in der Nähe der Brustwarze kann ebenfalls Schmerzen beim Stillen verursachen.
  • Zungenbändchen- oder Lippenbändchenverkürzung beim Baby: Ein zu kurzes Zungenbändchen kann die Saugkraft des Babys beeinträchtigen und zu Schmerzen bei der Mutter führen.

Schmerzen beim Stillen: Folgen für das Baby

Schmerz ist ein Warnsignal unseres Körpers. Mütter, die unter Schmerzen beim Stillen leiden, zögern oft unbewusst die Stillmahlzeiten hinaus. Das Baby wird also seltener und meist auch kürzer angelegt, wodurch die Brüste nicht optimal entleert werden. Dies kann zu einer Reduktion der Milchproduktion führen, sodass das Baby möglicherweise nicht genügend Muttermilch erhält.

Darüber hinaus kann der Schmerz beim Stillen die Mutter-Kind-Beziehung beeinflussen. Die Angst vor dem Schmerz kann bei der Mutter zu einer erhöhten Ausschüttung von Stresshormonen führen. Diese Hormone wiederum stören die Bildung der Stillhormone Oxytocin und Prolaktin, die eine wichtige Rolle beim Aufbau der Bindung zwischen Mutter und Kind spielen. Diese Hormone fördern den Wunsch, sich einem geliebten Menschen selbstlos zu verhalten und vermitteln Glücksgefühle und Geborgenheit im Zusammensein.

Eine reduzierte Ausschüttung der Stillhormone kann also dazu führen, dass eine Mutter tatsächlich weniger Glücksgefühle im Kontakt mit dem Kind erlebt. Auch das Neugeborene spürt die Angst und Anspannung der Mutter beim Stillen, was sich zum Beispiel durch vermehrte Unruhe beim Stillen äußern kann.

Was tun bei Brustschmerzen beim Stillen?

Wenn Sie unter Brustschmerzen beim Stillen leiden, ist es wichtig, die Ursache der Schmerzen zu finden und diese zu beheben. Hier sind einige Tipps, die Ihnen helfen können:

Richtige Anlegetechnik:

Die richtige Anlegetechnik ist der Schlüssel zum erfolgreichen Stillen ohne Schmerzen. Achten Sie darauf, dass das Baby die Brustwarze weit genug in den Mund nimmt und die gesamte Warzenhof in den Mund des Babys gelangt. So kann das Baby ein Vakuum aufbauen und die Brustwarze nicht einklemmen.

Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Ihr Baby richtig anlegen, lassen Sie sich von einer Hebamme oder Stillberaterin beraten. Sie können Ihnen die richtige Technik zeigen und Ihnen wertvolle Tipps geben.

Stillpositionen wechseln:

Es gibt viele verschiedene Stillpositionen, die Sie ausprobieren können. Eine andere Position kann helfen, die Brustwarze zu entlasten und den Schmerz zu reduzieren.

Einige beliebte Stillpositionen sind:

  • Wiegehaltung: Diese Position ist besonders beliebt in den ersten Tagen nach der Geburt. Das Baby liegt auf der Seite und wird mit dem Arm der Mutter gestützt.
  • Kreuzhaltung: Bei dieser Position liegt das Baby auf der gegenüberliegenden Seite der Mutter und wird mit dem Arm der Mutter gestützt.
  • Fußballhaltung: Bei dieser Position liegt das Baby auf der Seite der Mutter, die Füße des Babys zeigen zum Kopf der Mutter.
  • Liegend: Diese Position ist besonders angenehm für Mütter, die sich nach einem Kaiserschnitt erholen. Die Mutter liegt auf dem Rücken und das Baby liegt auf ihrer Brust.

Brustwarzenpflege:

Eine gute Brustwarzenpflege ist wichtig, um wunde Brustwarzen zu vermeiden oder zu heilen.

Hier sind einige Tipps für die Brustwarzenpflege:

  • Luft an die Brustwarzen lassen: Lassen Sie Ihre Brustwarzen nach dem Stillen an der Luft trocknen.
  • Brustwarzencreme verwenden: Verwenden Sie eine Brustwarzencreme, die die Haut pflegt und heilt.
  • Brustwarzenpolster tragen: Tragen Sie saugfähige Brustwarzenpolster, um Feuchtigkeit abzusaugen und die Haut zu schützen.
  • Brustwarzen schützen: Schützen Sie Ihre Brustwarzen vor Reibung durch Kleidung. Tragen Sie weiche und atmungsaktive Kleidung.

Milchstau vorbeugen:

Ein Milchstau kann zu Schmerzen und Druckempfindlichkeit in der Brust führen. Um einen Milchstau zu vermeiden, ist es wichtig, die Brüste regelmäßig zu entleeren.

Hier sind einige Tipps, um einen Milchstau zu vermeiden:

  • Häufiges Stillen: Stillen Sie Ihr Baby auf Anfrage.
  • Brüste vollständig entleeren: Lassen Sie Ihr Baby an beiden Brüsten saugen, bis es satt ist.
  • Brüste massieren: Massieren Sie Ihre Brüste sanft, um den Milchfluss zu fördern.
  • Wärme anwenden: Legen Sie eine warme Kompresse auf Ihre Brust, um die Milchproduktion anzuregen.

Soor-Infektion behandeln:

Eine Soor-Infektion kann sowohl bei der Mutter als auch beim Baby zu Schmerzen und Brennen in der Brustwarze führen. Wenn Sie den Verdacht auf eine Soor-Infektion haben, sollten Sie sich von Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme beraten lassen.

Die Behandlung einer Soor-Infektion erfolgt in der Regel mit Antimykotika, die sowohl von der Mutter als auch vom Baby angewendet werden.

Brustentzündung behandeln:

Eine Brustentzündung ist eine bakterielle Infektion der Brust, die zu starken Schmerzen, Rötung, Schwellung und Fieber führen kann. Wenn Sie den Verdacht auf eine Brustentzündung haben, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Die Behandlung einer Brustentzündung erfolgt in der Regel mit Antibiotika.

Weitere Tipps:

  • Entspannung: Stress kann die Milchproduktion beeinträchtigen und zu Schmerzen in der Brust führen. Entspannen Sie sich so gut wie möglich und gönnen Sie sich ausreichend Ruhe.
  • Gesunde Ernährung: Eine gesunde Ernährung ist wichtig für die Milchproduktion. Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit und essen Sie viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte.
  • Stillberatung: Wenn Sie unter anhaltenden Schmerzen beim Stillen leiden, sollten Sie sich von einer Stillberaterin beraten lassen. Sie kann Ihnen helfen, die Ursache der Schmerzen zu finden und Ihnen individuelle Tipps geben.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Brustschmerzen beim Stillen

Was kann ich tun, wenn meine Brustwarzen wund sind?

Wenn Ihre Brustwarzen wund sind, sollten Sie sie zunächst an der Luft trocknen lassen. Verwenden Sie eine Brustwarzencreme, die die Haut pflegt und heilt. Tragen Sie saugfähige Brustwarzenpolster, um Feuchtigkeit abzusaugen und die Haut zu schützen. Schützen Sie Ihre Brustwarzen vor Reibung durch Kleidung. Tragen Sie weiche und atmungsaktive Kleidung.

Warum tut das Stillen manchmal mehr weh als sonst?

Es gibt verschiedene Gründe, warum das Stillen manchmal mehr weh tut als sonst. Möglicherweise hat sich die Anlegetechnik des Babys verändert, die Brustwarzen sind wund oder es ist ein Milchstau entstanden. Auch Stress und Müdigkeit können zu Schmerzen beim Stillen führen.

Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Wenn die Schmerzen beim Stillen stark sind, nicht nachlassen oder mit anderen Symptomen wie Fieber, Rötung oder Schwellung der Brust einhergehen, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Kann ich trotz Brustschmerzen stillen?

Ja, Sie können trotz Brustschmerzen stillen. Es ist wichtig, die Ursache der Schmerzen zu finden und diese zu beheben. Wenn Sie die Schmerzen lindern können, können Sie weiterhin stillen.

Hilft es, die Brustwarzen vor dem Stillen mit Wasser zu befeuchten?

Es kann hilfreich sein, die Brustwarzen vor dem Stillen mit Wasser zu befeuchten. Dies kann die Haut geschmeidiger machen und die Reibung beim Saugen reduzieren.

Was kann ich tun, wenn mein Baby nicht richtig anliegt?

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Baby richtig anliegt, lassen Sie sich von einer Hebamme oder Stillberaterin beraten. Sie können Ihnen die richtige Technik zeigen und Ihnen wertvolle Tipps geben.

Kann ich Stillhütchen verwenden, wenn meine Brustwarzen wund sind?

Stillhütchen können eine vorübergehende Lösung sein, um wunde Brustwarzen zu schützen. Sie sollten jedoch nicht dauerhaft verwendet werden, da sie die Anlegetechnik des Babys beeinträchtigen und zu einer Reduktion der Milchproduktion führen können.

Zusammenfassung

Brustschmerzen beim Stillen sind ein häufiges Problem, das viele Mütter betrifft. Die Ursachen für Brustschmerzen beim Stillen sind vielfältig und reichen von einer falschen Anlegetechnik bis hin zu einer Brustentzündung.

Es ist wichtig, die Ursache der Schmerzen zu finden und diese zu beheben. Eine gute Anlegetechnik, eine ausreichende Brustwarzenpflege und eine gesunde Ernährung können helfen, Schmerzen beim Stillen zu vermeiden oder zu lindern.

Wenn Sie unter anhaltenden Schmerzen beim Stillen leiden, sollten Sie sich von einer Hebamme oder Stillberaterin beraten lassen. Sie können Ihnen helfen, die Ursache der Schmerzen zu finden und Ihnen individuelle Tipps geben.

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