Folsäuremangel: symptome, ursachen & behandlung

Folsäure, auch bekannt als Vitamin B9 oder Vitamin M, ist ein essenzielles Nährstoff, das für viele wichtige Körperfunktionen unerlässlich ist. Es spielt eine entscheidende Rolle bei der Zellteilung und -entwicklung, insbesondere bei der Bildung von roten Blutkörperchen im Knochenmark. Ein Mangel an Folsäure kann zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen, darunter eine Folsäuremangel-Anämie.

Inhaltsverzeichnis

Was sind die Symptome eines Folsäuremangels?

Ein Folsäuremangel kann sich durch verschiedene Symptome bemerkbar machen. Diese können je nach Schweregrad des Mangels variieren. Einige häufige Symptome sind:

  • Müdigkeit und Schwäche
  • Kopfschmerzen und Schwindelgefühle
  • Atemnot
  • Herzklopfen
  • Blässe
  • Magenschleimhautentzündung
  • Lähmungserscheinungen und Unsicherheit beim Gehen
  • Empfindungsstörungen
  • Gelegentlicher Ausfall der Muskelreflexe

In schweren Fällen kann ein Folsäuremangel auch zu folgenden Symptomen führen:

  • Schmerzen und ein Engegefühl in der Brust
  • Herzrhythmusstörungen

Wie lange dauert es, bis der Folsäurespeicher aufgefüllt ist?

Die Zeit, die es braucht, um den Folsäurespeicher wieder aufzufüllen, hängt von der Schwere des Mangels ab. In der Regel dauert es etwa einen Monat, um den akuten Folsäuremangel auszugleichen. Um den Folsäurespeicher langfristig zu verbessern, ist eine dauerhafte Ernährungsumstellung notwendig.

Ursachen für einen Folsäuremangel

Ein Folsäuremangel kann verschiedene Ursachen haben. Die häufigsten Ursachen sind:

  • Ungenügende Folsäureaufnahme über die Nahrung: Eine einseitige Ernährung, die wenig frisches Obst und Gemüse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte enthält, kann zu einem Folsäuremangel führen. Auch ältere Menschen sind oft von einem Folsäuremangel betroffen, da sie sich häufig nicht ausgewogen ernähren.
  • Erhöhter Folsäurebedarf: Schwangerschaft, Stillzeit, Wachstumsphasen (z.B. Pubertät) und bestimmte Erkrankungen (z.B. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen) erhöhen den Folsäurebedarf. Wenn der Körper den erhöhten Bedarf nicht decken kann, entsteht ein Mangel.
  • Gestörte Folsäureaufnahme im Darm: Bestimmte Erkrankungen des Darms, wie z.B. Eine Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie), können die Folsäureaufnahme im Darm beeinträchtigen und zu einem Mangel führen.
  • Alkoholmissbrauch: Alkohol schädigt die Leber, die Folsäure speichert. Dadurch kann es zu einem Folsäuremangel kommen.
  • Medikamenteneinnahme: Bestimmte Medikamente, wie z.B. Methotrexat (Rheumamittel), die Antibabypille und Medikamente gegen epileptische Anfälle, können den Folsäurestoffwechsel beeinflussen und zu einem Mangel führen.

Folsäuremangel in der Schwangerschaft

Ein Folsäuremangel während der Schwangerschaft kann schwerwiegende Folgen für das ungeborene Kind haben. Zu den möglichen Komplikationen zählen:

  • Neuralrohrdefekte: Ein offener Rücken (Spina bifida) oder eine Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte sind die häufigsten Neuralrohrdefekte, die durch einen Folsäuremangel während der Schwangerschaft entstehen können.
  • Frühgeburt: Ein Folsäuremangel kann das Risiko für eine Frühgeburt erhöhen.
  • Niedriges Geburtsgewicht: Ein Folsäuremangel kann zu einem niedrigen Geburtsgewicht des Kindes führen.

Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass schwangere Frauen ausreichend Folsäure zu sich nehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Schwangeren eine tägliche Dosis von 400 Mikrogramm Folsäure. Diese Dosis kann durch eine ausgewogene Ernährung und gegebenenfalls durch die Einnahme von Folsäuretabletten erreicht werden.

Diagnose eines Folsäuremangels

Um einen Folsäuremangel zu diagnostizieren, wird der Arzt zunächst eine Anamnese erheben und den Patienten nach seinen Beschwerden befragen. Anschließend wird ein Blutbild erstellt, um den Folsäurespiegel im Blut zu bestimmen. Ein niedriger Folsäurespiegel im Blut deutet auf einen Folsäuremangel hin.

Behandlung eines Folsäuremangels

Die Behandlung eines Folsäuremangels hängt von der Schwere des Mangels und der zugrundeliegenden Ursache ab. In der Regel wird der Arzt die Einnahme von Folsäuretabletten verordnen. Die Dosis der Folsäuretabletten richtet sich nach dem Schweregrad des Mangels. In leichten Fällen reichen oft 400 Mikrogramm Folsäure pro Tag aus, um den Mangel schnell auszugleichen. In schweren Fällen kann die Dosis auf bis zu 5 Milligramm pro Tag erhöht werden.

Zusätzlich zur Einnahme von Folsäuretabletten ist es wichtig, die Ursache des Folsäuremangels zu beheben. Bei einer ungenügenden Folsäureaufnahme über die Nahrung ist eine Ernährungsumstellung notwendig. Bei einer gestörten Folsäureaufnahme im Darm sollte die zugrundeliegende Erkrankung behandelt werden. Auch bei Alkoholmissbrauch ist es wichtig, den Alkoholkonsum einzustellen.

Vorbeugung eines Folsäuremangels

Um einem Folsäuremangel vorzubeugen, ist es wichtig, sich ausgewogen und abwechslungsreich zu ernähren. Folsäure ist in vielen Lebensmitteln enthalten, insbesondere in:

  • Grünes Blattgemüse: Spinat, Grünkohl, Römersalat, Feldsalat, Mangold
  • Hülsenfrüchte: Linsen, Bohnen, Erbsen
  • Vollkornprodukte: Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Vollkornreis
  • Fleisch: Rinderleber, Lammfleisch
  • Obst: Erdbeeren, Orangen, Bananen

Zusätzlich zur Ernährung kann die Einnahme von Folsäuretabletten sinnvoll sein, um den Bedarf zu decken. Insbesondere während der Schwangerschaft, der Stillzeit, bei Wachstumsphasen und bei bestimmten Erkrankungen ist eine zusätzliche Folsäurezufuhr empfehlenswert.

Zum Folsäuremangel

Wie lange dauert es, bis sich ein Folsäuremangel bemerkbar macht?

Die Zeit, die es braucht, bis sich ein Folsäuremangel bemerkbar macht, hängt von der Schwere des Mangels ab. In der Regel dauert es mehrere Wochen bis Monate, bis sich die ersten Symptome zeigen.

Kann ein Folsäuremangel lebensbedrohlich sein?

Ein Folsäuremangel kann in schweren Fällen lebensbedrohlich sein. Insbesondere bei Schwangeren kann ein Folsäuremangel zu schweren Geburtsdefekten führen. Auch bei Menschen mit einer Folsäuremangel-Anämie kann ein unbehandelter Mangel zu Herzproblemen und anderen Komplikationen führen.

Wie viel Folsäure sollte ich täglich zu mir nehmen?

Die empfohlene tägliche Folsäurezufuhr hängt vom Alter und der Lebenssituation ab. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt folgende tägliche Folsäurezufuhr:

AltersgruppeEmpfohlene tägliche Folsäurezufuhr
Säuglinge (0-6 Monate)50 Mikrogramm
Säuglinge (7-12 Monate)60 Mikrogramm
Kinder (1-3 Jahre)80 Mikrogramm
Kinder (4-8 Jahre)100 Mikrogramm
Kinder (9-13 Jahre)150 Mikrogramm
Jugendliche (14-17 Jahre)200 Mikrogramm
Erwachsene (18-64 Jahre)300 Mikrogramm
Schwangerschaft400 Mikrogramm
Stillzeit280 Mikrogramm

Kann man einen Folsäuremangel durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ausgleichen?

Ja, ein Folsäuremangel kann durch die Einnahme von Folsäuretabletten ausgeglichen werden. Allerdings ist es wichtig, die Einnahme von Folsäuretabletten mit dem Arzt zu besprechen, um die richtige Dosierung zu finden. Eine Überdosierung von Folsäure kann zu Nebenwirkungen führen.

Was sind die Nebenwirkungen von Folsäuretabletten?

Folsäuretabletten sind in der Regel gut verträglich. In seltenen Fällen können Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Hautausschlag auftreten. Eine Überdosierung von Folsäure kann zu einer Anämie führen, die durch einen Vitamin-B12-Mangel verursacht wird.

Es ist wichtig, sich bei einem Arzt oder Apotheker zu informieren, wenn Sie Fragen zu Folsäuretabletten haben.

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