Elterngeld: wann beginnt die auszahlung?

Die Geburt eines Kindes ist ein freudiges Ereignis, das aber auch mit vielen neuen Herausforderungen verbunden ist. Eine davon ist die finanzielle Absicherung der Eltern während der Zeit, in der sie sich um ihr Neugeborenes kümmern. Hier kommt das Elterngeld ins Spiel, eine staatliche Leistung, die Eltern in Deutschland finanziell unterstützt.

In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über das Elterngeld, insbesondere wann Sie mit der ersten Auszahlung rechnen können. Wir beleuchten die wichtigsten Aspekte des Elterngeldes und geben Ihnen hilfreiche Tipps für die Beantragung.

Inhaltsverzeichnis

Der Bezugszeitraum des Elterngeldes

Die Zeitspanne, in der Sie Elterngeld beziehen können, wird als Bezugszeitraum bezeichnet. Dieser Zeitraum umfasst die Lebensmonate Ihres Babys, für die Sie Elterngeld beantragen.

Die Aufteilung der möglichen Bezugsmonate zwischen den Eltern ist entscheidend, da eine ungünstige Aufteilung zu finanziellen Einbußen führen kann.

Wie lange kann Elterngeld bezogen werden?

  • Beide Elternteile haben zusammen einen Anspruch auf 12 Monatsbeträge Elterngeld.
  • Zusätzlich gibt es zwei weitere Monatsbeträge (Partnermonate), wenn mindestens ein Elternteil für mindestens 2 Lebensmonate des Kindes auf einen Teil seines bisherigen Erwerbseinkommens verzichtet.
  • Maximal können von einem Elternteil 12 Monatsbeträge, von beiden Elternteilen zusammen 14 Monatsbeträge Elterngeld beantragt werden.
  • Eine Beantragung von weniger als 2 Monatsbeträgen Elterngeld ist nicht möglich.

Die Eltern können die gewünschten Bezugsmonate frei auf die ersten 14 Lebensmonate ihres Kindes aufteilen. Es ist sogar möglich, die Bezugsmonate zu stückeln oder mit denen des Partners zu überlappen.

Elterngeld bei Adoption

Für adoptierte Kinder oder Kinder, die mit dem Ziel der Adoption in den Haushalt aufgenommen werden, kann Elterngeld ab dem Tag der Haushaltsaufnahme für die Dauer von bis zu 14 Monaten, längstens bis zur Vollendung des achten Lebensjahres des Kindes bezogen werden.

Elterngeld und Erwerbstätigkeit

Während des Elterngeldbezugs dürfen Sie arbeiten und Einkommen erzielen. Allerdings sollten Sie die Auswahl der Bezugsmonate im Hinblick auf die Anrechnung des Zuverdienstes im Bezugszeitraum gut überdenken, da dies Auswirkungen auf die Höhe des Elterngeldes hat.

Verzicht auf Einkommen

Es ist wichtig zu beachten, dass der Anspruch auf die zwei zusätzlichen Monatsbeträge (die sogenannten Väter- oder Partnermonate ) entfällt, wenn nicht wenigstens ein Elternteil auf einen gewissen Teil seines bisherigen Einkommens verzichtet.

Mutterschaftsgeld

Lebensmonate des Kindes, in denen die Mutter Mutterschaftsgeld der gesetzlichen Krankenkassen oder ähnliche Leistungen aus dem Ausland erhält, gelten automatisch als von ihr für Elterngeld beantragte Lebensmonate. Diese Lebensmonate müssen zwingend von der Mutter für Elterngeld beantragt werden, was die freie Verteilung der Monatsbeträge unter den Eltern bei Müttern mit Anspruch auf Mutterschaftsleistungen einschränkt.

Alleinerziehende

Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch ein Elternteil allein 14 Monatsbeträge Elterngeld beantragen. Dies gilt für Alleinerziehende, die das alleinige Sorgerecht für ihr Kind haben oder wenn die Betreuung durch den anderen Elternteil nicht gewährleistet werden kann (z.B. Wegen Verbüßung einer Haftstrafe).

ab wann elterngeld nach geburt - Wann bekomme ich das erste Mal Elterngeld

Elterngeld bei Frühgeburten

Wenn Ihr Kind mindestens 6 Wochen zu früh geboren wird, erhalten Sie einen weiteren Basismonat Elterngeld. Bei noch früheren Geburten kommen weitere Monate hinzu.

Zusätzliche Basismonate

  • 8 Wochen : Zwei zusätzliche Basismonate
  • 12 Wochen : Drei zusätzliche Basismonate
  • 16 Wochen : Vier zusätzliche Basismonate

Gleichzeitig erhöht sich auch die von einem Elternteil maximal verwendbare Anzahl an Basismonaten um jeweils einen weiteren Monat. Bei einer Frühgeburt von mindestens 16 Wochen kann ein Elternteil somit anstatt der üblichen 12 maximal 16 Basismonate für sich verwenden.

Elterngeld Plus

Der letztmögliche Beginn des Bezugs des Elterngeld Plus verschiebt sich auch um jeweils einen Monat. Müssen die Eltern normalerweise das Elterngeld Plus spätestens im 1Lebensmonat beginnen, können die Eltern von Frühgeborenen sich mit dem Beginn entsprechend der Anzahl der zusätzlichen Basismonate Zeit lassen. Wenn das Kind mindestens 6 Wochen zu früh kommt, brauchen diese Eltern erst im 1Lebensmonat mit dem Elterngeld Plus Bezug beginnen.

Wann beginnt der Elterngeldbezug?

Wichtig: Bezugsmonate von Elterngeld sind immer Lebensmonate Ihres Kindes - keine Kalendermonate!

Wenn Ihr Baby beispielsweise am 102023 geboren wurde und Sie vom bis und vom bis 1Lebensmonat Elterngeld beantragen, dann geht Ihr Elterngeldbezugszeitraum vom 102023 bis 12023 und vom 102024 bis 0202

Beispiele für Elterngeldbezug

Beispiel 1

Frau Müller beantragt Elterngeld für den bis und für den 1Lebensmonat. Herr Müller entscheidet sich für einen Elterngeldbezug im bis und bis Lebensmonat des gemeinsamen Kindes.

In Summe kommen beide Eltern auf 14 Monatsbeträge Elterngeld. Für die Lebensmonate 11 bis 13 beantragt keiner von beiden Elterngeld.

Beispiel 2

Frau Müller erzielte vor der Geburt des gemeinsamen Babys kein eigenes Einkommen. Herr Müller ist als Physiotherapeut im Umfang von 30 Wochenstunden angestellt.

Frau Müller erhält für die von ihr gewählten Bezugsmonate 01 bis 06 und 14 Elterngeld in Höhe des Mindestbetrages von jeweils 300 €. Herr Müller hat gelesen, dass man während des Elterngeldbezuges weiter mit max. 32 Wochenstunden arbeiten darf und entscheidet sich dafür. Da sein Einkommen im Elterngeldbezug angerechnet wird, erhält er ebenfalls Elterngeld in Höhe des Mindestbetrages.

Außerdem teilt die Elterngeldstelle Familie Müller mit, dass die Aufteilung der Bezugsmonate korrigiert werden muss. Da keiner der beiden Elternteile auf Einkommen verzichtet, haben beide zusammen nur 12 statt 14 Monatsbeträge Elterngeld zur Verfügung.

Beispiel 3

Frau und Herr Rose haben davon gehört, dass man für Lebensmonate des Kindes, in denen die Mutter Mutterschaftsgeld bezieht, kein Elterngeld ausgezahlt bekommt. Also erscheint es den Eltern sinnvoll, wenn Herr Rose Elterngeld für den und Lebensmonat beantragt und Frau Rose ihren Elterngeldbezug erst nach dem Ende ihrer Mutterschutzfrist mit dem Lebensmonat beginnt.

Das geht leider nicht. Nach dem Elterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) gelten Lebensmonate des Kindes, die (wenn auch nur einen einzigen Tag) von Mutterschaftsleistungen betroffen sind, automatisch als von der Mutter für Elterngeld verbraucht. Die Elterngeldstelle wird Herrn Rose also mitteilen, dass sein Anspruch nur noch für 10 Lebensmonate besteht, da seine Frau bereits 4 Monatsbeträge in Anspruch nimmt.

Beispiel 4

Familie Müller freut sich über die Geburt der kleinen Emilia. Herr Müller verdient als freiberuflicher Architekt gut und möchte entsprechend für 12 Lebensmonate Elterngeld beantragen. Um den Kontakt zu seinen Auftraggebern nicht zu verlieren, beschließt Herr Müller, auch während seines Elterngeldbezuges mit 30 Wochenstunden weiterzuarbeiten.

Herr Müller hat sich informiert und weiß, dass man seinen Elterngeldbezug unterbrechen darf. Entsprechend beantragt er die Lebensmonate 1 bis 4, 6 bis 9 und 11 bis 1In die dazwischen liegenden Zeiträume legt Herr Müller seine Rechnungsstellungen mit der Bitte um zeitnahe Überweisung.

Häufig gestellte Fragen

Wann erhalte ich das erste Mal Elterngeld?

Die erste Auszahlung des Elterngeldes erfolgt in der Regel zwei bis drei Monate nach der Geburt Ihres Kindes. Die genaue Zeitspanne kann je nach Bundesland und Bearbeitung der Elterngeldstelle variieren.

Wie hoch ist das Elterngeld?

Die Höhe des Elterngeldes hängt von Ihrem vorherigen Einkommen ab. Es wird als Prozentsatz Ihres durchschnittlichen Nettoeinkommens der letzten 12 Monate vor der Geburt Ihres Kindes berechnet. Der Höchstsatz liegt derzeit bei 800 Euro pro Monat.

Kann ich während des Elterngeldbezugs arbeiten?

Ja, Sie dürfen während des Elterngeldbezugs arbeiten, jedoch ist die Höhe des Elterngeldes von Ihrem Einkommen abhängig. Wenn Sie mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten, wird das Elterngeld gekürzt.

Kann ich Elterngeld auch für ein adoptiertes Kind erhalten?

Ja, Elterngeld kann auch für adoptierte Kinder beantragt werden. Der Bezugszeitraum beginnt mit dem Tag der Haushaltsaufnahme des Kindes und endet spätestens mit der Vollendung des achten Lebensjahres des Kindes.

Welche Unterlagen benötige ich für die Beantragung des Elterngeldes?

Für die Beantragung des Elterngeldes benötigen Sie verschiedene Unterlagen, darunter:

  • Geburtsurkunde des Kindes
  • Einkommensnachweise der letzten 12 Monate vor der Geburt
  • Bescheinigung der Krankenkasse über die Höhe des Mutterschaftsgeldes (falls zutreffend)
  • Bei Alleinerziehenden: Sorgerechtsbeschluss oder Nachweis über die alleinige Betreuung des Kindes
  • Bei Adoption: Adoptionsurkunde

Weitere Informationen und die notwendigen Formulare erhalten Sie auf der Website der Elterngeldstelle Ihres Bundeslandes.

Fazit

Das Elterngeld ist eine wichtige finanzielle Unterstützung für Eltern in Deutschland. Die Beantragung ist unkompliziert, und die Höhe des Elterngeldes ist abhängig von Ihrem vorherigen Einkommen.

Um das Elterngeld optimal zu nutzen, sollten Sie sich vorab gut über die verschiedenen Möglichkeiten der Aufteilung der Bezugsmonate informieren und gegebenenfalls eine Beratung in Anspruch nehmen. So können Sie sicherstellen, dass Sie die für Sie bestmögliche finanzielle Unterstützung erhalten und sich voll und ganz auf die Betreuung Ihres Kindes konzentrieren können.

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