Listeriose ist eine durch das BakteriumListeria monocytogenesVerursachte Infektionskrankheit, die zwar vergleichsweise selten auftritt, aber insbesondere für Schwangere ein ernstzunehmendes Risiko darstellt. Die Infektion kann schwere Komplikationen für die werdende Mutter und das ungeborene Kind verursachen. Daher ist es wichtig, sich über die Häufigkeit der Listeriose in der Schwangerschaft, die Risikofaktoren und die möglichen Schutzmaßnahmen zu informieren.
Häufigkeit der Listeriose in der Schwangerschaft
Die Listeriose ist in Deutschland und der EU zwar selten, aber die Zahl der Fälle nimmt seit einigen Jahren kontinuierlich zu. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) wurden im Jahr 2017 in Deutschland 771 Fälle von Listeriose gemeldet, im Jahr 2009 waren es noch 396 Fälle. Die tatsächliche Häufigkeit der Listeriose ist wahrscheinlich höher, da viele Fälle nicht gemeldet werden.
Die Häufigkeit der Listeriose in der Schwangerschaft ist zwar nicht genau bekannt, aber Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 1 von 1000 Schwangeren an einer Listeriose erkrankt. Die Infektion ist besonders gefährlich für das ungeborene Kind, da sie zu Früh- oder Fehlgeburten, Totgeburten oder schweren Komplikationen für das Neugeborene führen kann.
Risiken der Listeriose in der Schwangerschaft
Eine Listeriose-Infektion in der Schwangerschaft kann zu verschiedenen Komplikationen führen, darunter:

- Frühgeburt: Die Infektion kann zu einer vorzeitigen Geburt führen, da sie die Plazenta schädigen kann.
- Fehlgeburt: In einigen Fällen kann eine Listeriose-Infektion zu einer Fehlgeburt führen.
- Totgeburt: In seltenen Fällen kann eine Listeriose-Infektion zu einer Totgeburt führen.
- Sepsis: Die Infektion kann sich im Körper der Mutter ausbreiten und eine lebensbedrohliche Blutvergiftung (Sepsis) verursachen.
- Meningitis: Die Listerien können das Gehirn und die Hirnhäute befallen und zu einer Meningitis führen.
- Pneumonie: Die Infektion kann auch die Lunge befallen und zu einer Lungenentzündung führen.
- Infektion des Neugeborenen: Das Bakterium kann während der Geburt oder kurz danach auf das Neugeborene übertragen werden und zu schweren Komplikationen wie Sepsis, Meningitis, Pneumonie oder Leber- und Milzvergrößerung führen.
Die Symptome einer Listeriose in der Schwangerschaft sind oft unspezifisch und können denen einer Grippe ähneln. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Fieber
- Muskelschmerzen
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfall
- Steifheit des Nackens
Wenn Sie während der Schwangerschaft diese Symptome bemerken, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.
Ursachen der Listeriose
Die Listeriose wird durch das BakteriumListeria monocytogenesVerursacht. Dieses Bakterium kommt in der Umwelt weit verbreitet vor und kann in verschiedenen Lebensmitteln vorkommen, darunter:
- Rohmilch und rohe Milchprodukte
- Weichkäse (z. B. Brie, Camembert, Roquefort)
- Rohfleisch und roher Fisch
- Wurstwaren
- Gemüse
- Obst
- Fertiggerichte
Listeria monocytogenesKann auch in verarbeiteten Lebensmitteln vorkommen, wenn diese nicht richtig erhitzt oder gekühlt werden. Die Bakterien können sich sogar bei Kühlschranktemperaturen vermehren.
Schutz vor Listeriose in der Schwangerschaft
Um das Risiko einer Listeriose-Infektion in der Schwangerschaft zu verringern, sollten Sie folgende Vorsichtsmaßnahmen treffen:
- Verzehren Sie keine rohen oder unzureichend erhitzten Lebensmittel: Dazu gehören rohe Milchprodukte, Weichkäse, Rohfleisch, roher Fisch und rohes Geflügel.
- Waschen Sie Obst und Gemüse gründlich: Vor dem Verzehr sollten Sie Obst und Gemüse gründlich unter fließendem Wasser waschen, um eventuelle Bakterien zu entfernen.
- Kochen Sie Fleisch und Geflügel gründlich: Achten Sie darauf, dass das Fleisch und Geflügel durchgegart sind, bevor Sie es essen. Die Kerntemperatur sollte mindestens 70 °C betragen.
- Lagern Sie Lebensmittel richtig: Bewahren Sie leicht verderbliche Lebensmittel im Kühlschrank bei einer Temperatur von maximal 5 °C auf.
- Waschen Sie Ihre Hände gründlich: Waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Seife und Wasser, bevor Sie Lebensmittel zubereiten oder essen.
- Reinigen Sie Arbeitsflächen und Küchengeräte: Reinigen Sie Arbeitsflächen und Küchengeräte regelmäßig mit heißem Wasser und Spülmittel.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die Symptome einer Listeriose?
Die Symptome einer Listeriose können sehr unterschiedlich sein und ähneln oft einer Grippe. Zu den häufigsten Symptomen gehören Fieber, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Steifheit des Nackens. Bei Schwangeren kann die Infektion auch zu Frühgeburten, Fehlgeburten oder Totgeburten führen.
Wie wird die Listeriose diagnostiziert?
Die Listeriose wird durch eine Blutuntersuchung diagnostiziert. Wenn ein Arzt eine Listeriose vermutet, wird er eine Blutprobe entnehmen und im Labor untersuchen lassen.
Wie wird die Listeriose behandelt?
Die Listeriose wird mit Antibiotika behandelt. Die Behandlungsdauer hängt von der Schwere der Infektion und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab.
Kann ich Listeriose vorbeugen?
Ja, Sie können das Risiko einer Listeriose-Infektion durch die Einhaltung der oben genannten Vorsichtsmaßnahmen verringern. Es ist wichtig, rohe oder unzureichend erhitzte Lebensmittel zu vermeiden, Obst und Gemüse gründlich zu waschen, Fleisch und Geflügel gründlich zu kochen und Lebensmittel richtig zu lagern.
Was sollte ich tun, wenn ich schwanger bin und Symptome einer Listeriose habe?
Wenn Sie schwanger sind und Symptome einer Listeriose haben, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Es ist wichtig, die Infektion so schnell wie möglich zu behandeln, um das Risiko von Komplikationen für Sie und Ihr ungeborenes Kind zu verringern.
Zusammenfassung
Listeriose ist eine seltene, aber schwerwiegende Infektionskrankheit, die insbesondere für Schwangere ein ernstzunehmendes Risiko darstellt. Die Infektion kann zu Frühgeburten, Fehlgeburten, Totgeburten oder schweren Komplikationen für das Neugeborene führen. Daher ist es wichtig, sich über die Häufigkeit der Listeriose in der Schwangerschaft, die Risikofaktoren und die möglichen Schutzmaßnahmen zu informieren. Durch die Einhaltung der oben genannten Vorsichtsmaßnahmen können Sie das Risiko einer Listeriose-Infektion in der Schwangerschaft deutlich verringern.
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