Schulterdystokie: ursachen, risiken & behandlung

Schulterdystokie ist eine potenziell gefährliche Komplikation der Geburt, die auftritt, wenn der Kopf des Babys geboren wird, aber die Schulter stecken bleibt und nicht durch den Geburtskanal gleitet. Dies kann zu einer Reihe von Komplikationen für das Baby führen, darunter Sauerstoffmangel, Verletzungen des Plexus brachialis und sogar Tod.

In diesem Artikel werden wir die Ursachen, Risikofaktoren, Diagnose und Behandlung von Schulterdystokie sowie die Folgen für das Neugeborene untersuchen. Darüber hinaus werden wir die häufigsten Manöver zur Lösung einer Schulterdystokie erläutern und die Bedeutung der präventiven Maßnahmen hervorheben.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen und Risikofaktoren für Schulterdystokie

Schulterdystokie tritt auf, wenn die Schulter des Babys nach dem Austritt des Kopfes im Geburtskanal stecken bleibt. Dies kann aus verschiedenen Gründen geschehen, darunter:

  • Fetal Macrosomie: Wenn das Baby zu groß ist, kann es schwierig sein, die Schultern durch den Geburtskanal zu bewegen.
  • Beckendysproportion: Wenn das Becken der Mutter zu klein ist, um das Baby zu befördern, kann dies zu einer Schulterdystokie führen.
  • Ungünstige Präsentation des Fötus: Wenn das Baby nicht in der optimalen Position für die Geburt liegt, kann dies die Wahrscheinlichkeit einer Schulterdystokie erhöhen.
  • Geburtshilfe-Eingriffe: Bestimmte Geburtshilfe-Eingriffe, wie z. B. Eine Vakuumextraktion oder eine Zangenentbindung, können das Risiko einer Schulterdystokie erhöhen.
  • Andere Risikofaktoren: Andere Risikofaktoren für Schulterdystokie sind Diabetes mellitus, Fettleibigkeit, Mehrlingsschwangerschaft, vorherige Schulterdystokie und eine schnelle Entbindung.

Risikofaktoren im Detail

Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, die mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Schulterdystokie verbunden sind. Diese Faktoren können in verschiedene Kategorien eingeteilt werden:

Mütterliche Risikofaktoren:

  • Diabetes mellitus: Diabetische Mütter haben ein höheres Risiko, ein großes Baby zu bekommen, das zu einer Schulterdystokie führen kann.
  • Fettleibigkeit: Fettleibige Mütter haben ein höheres Risiko, ein großes Baby zu bekommen, das zu einer Schulterdystokie führen kann.
  • Mehrlingsschwangerschaft: Mehrlinge haben ein höheres Risiko, zu früh geboren zu werden oder ein niedriges Geburtsgewicht zu haben, was zu einer Schulterdystokie führen kann.
  • Vorherige Schulterdystokie: Mütter, die bereits eine Schulterdystokie erlitten haben, haben ein erhöhtes Risiko, diese Komplikation bei einer späteren Schwangerschaft zu entwickeln.
  • Schnelle Entbindung: Eine schnelle Entbindung kann die Zeit für die Anpassung der Schulter des Babys an den Geburtskanal verkürzen, was zu einer Schulterdystokie führen kann.

Fötale Risikofaktoren:

  • Fetal Macrosomie: Ein großes Baby hat ein höheres Risiko, eine Schulterdystokie zu entwickeln.
  • Ungünstige Präsentation des Fötus: Wenn das Baby nicht in der optimalen Position für die Geburt liegt, kann dies die Wahrscheinlichkeit einer Schulterdystokie erhöhen.

Diagnose der Schulterdystokie

Die Diagnose der Schulterdystokie erfolgt in der Regel während der Geburt. Wenn der Kopf des Babys geboren wird, aber die Schulter nicht durch den Geburtskanal gleitet, ist dies ein klares Zeichen für eine Schulterdystokie.

Die Diagnose kann durch die folgenden Symptome bestätigt werden:

  • Kopf des Babys ist geboren, aber die Schulter bleibt stecken.
  • Der Kopf des Babys zieht sich nach der Geburt wieder in den Geburtskanal zurück (Turtlesign).
  • Der Geburtshelfer kann die Schulter des Babys nicht fühlen.
  • Die Nabelschnur wird abgeklemmt.

Behandlung der Schulterdystokie

Die Behandlung der Schulterdystokie ist ein Notfall und erfordert schnelles Handeln. Die Hauptziele der Behandlung sind:

  • Sicherstellung der Sauerstoffversorgung des Babys.
  • Befreiung der Schulter des Babys vom Geburtskanal.
  • Minimierung der Komplikationen für das Baby und die Mutter.

Die Behandlung der Schulterdystokie umfasst in der Regel eine Reihe von Manövern, die vom Geburtshelfer durchgeführt werden. Diese Manöver zielen darauf ab, die Schulter des Babys zu befreien und die Sauerstoffversorgung des Babys zu gewährleisten.

Häufige Manöver bei Schulterdystokie

Die folgenden Manöver werden häufig bei Schulterdystokie angewendet:

Manöver nach McRoberts:

Das McRoberts-Manöver beinhaltet die Anhebung der Beine der Mutter in Richtung ihres Bauches. Dies hilft, das Becken zu öffnen und die Schulter des Babys freizugeben.

Suprapubische Druck:

Der suprapubische Druck wird auf die hintere Schulter des Babys ausgeübt, um sie zu drehen und sie aus dem Becken zu befördern.

Rotation des Kopfes des Babys:

Die Rotation des Kopfes des Babys kann helfen, die Schulter des Babys freizugeben. Dies wird durch Drehen des Kopfes des Babys nach links oder rechts erreicht.

Zavanelli-Manöver:

Das Zavanelli-Manöver ist ein komplexer Eingriff, bei dem der Kopf des Babys wieder in den Geburtskanal zurückgedrückt wird, um die Schulter zu befreien. Dieser Eingriff ist selten erforderlich und wird nur durchgeführt, wenn alle anderen Manöver fehlgeschlagen sind.

Symphysiotomie:

Eine Symphysiotomie ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem das Schambeinfuge, der Knorpel zwischen den beiden Schambeinknochen, durchtrennt wird. Dies hilft, das Becken zu erweitern und die Schulter des Babys freizugeben. Dieser Eingriff ist selten erforderlich und wird nur durchgeführt, wenn alle anderen Manöver fehlgeschlagen sind.

Kaiserschnitt:

In einigen Fällen kann ein Kaiserschnitt erforderlich sein, um das Baby zu befreien. Dies ist in der Regel der Fall, wenn alle anderen Manöver fehlgeschlagen sind oder wenn das Baby in Gefahr ist.

Folgen für das Neugeborene

Schulterdystokie kann zu einer Reihe von Komplikationen für das Baby führen, darunter:

  • Sauerstoffmangel: Schulterdystokie kann zu einer Unterversorgung des Babys mit Sauerstoff führen, was zu einer Hirnschädigung führen kann.
  • Verletzungen des Plexus brachialis: Die Nerven des Plexus brachialis können bei der Geburt durch die Schulterdystokie verletzt werden, was zu einer Lähmung des Arms oder der Hand führen kann.
  • Knochenbrüche: Schulterdystokie kann zu Knochenbrüchen im Schlüsselbein oder in der Schulter führen.
  • Asphyxie: Schulterdystokie kann zu Asphyxie führen, wenn das Baby nicht genug Sauerstoff erhält.
  • Tod: In seltenen Fällen kann Schulterdystokie zum Tod des Babys führen.

Prävention der Schulterdystokie

Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die zur Prävention der Schulterdystokie ergriffen werden können, darunter:

  • Kontrolle des Gewichts des Babys während der Schwangerschaft: Diabetische Mütter sollten ihr Gewicht während der Schwangerschaft sorgfältig kontrollieren, um das Risiko eines großen Babys zu minimieren.
  • Frühzeitige Erkennung von Risikofaktoren: Die Erkennung von Risikofaktoren für Schulterdystokie während der Schwangerschaft kann dazu beitragen, das Risiko zu minimieren.
  • Geburtshilfe-Eingriffe: Bestimmte Geburtshilfe-Eingriffe, wie z. B. Eine Vakuumextraktion oder eine Zangenentbindung, sollten nur bei Bedarf durchgeführt werden.
  • Geburtshilfe-Team: Ein erfahrenes Geburtshilfe-Team kann dazu beitragen, die Schulterdystokie zu erkennen und zu behandeln.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Turtlesign?

Das Turtlesign ist ein Zeichen für Schulterdystokie. Es tritt auf, wenn der Kopf des Babys nach der Geburt wieder in den Geburtskanal zurückgezogen wird, weil die Schulter des Babys im Becken feststeckt. Dies ähnelt dem Zurückziehen des Kopfes einer Schildkröte in ihren Panzer, daher der Name turtlesign.

Wie häufig ist Schulterdystokie?

Schulterdystokie ist eine relativ seltene Komplikation der Geburt, die in etwa 0,5 bis 1 % der Geburten auftritt. Das Risiko einer Schulterdystokie ist jedoch bei bestimmten Risikofaktoren, wie z. B. Fetal Macrosomie oder Diabetes mellitus, erhöht.

Kann Schulterdystokie verhindert werden?

Schulterdystokie kann nicht vollständig verhindert werden, aber das Risiko kann durch die frühzeitige Erkennung von Risikofaktoren und durch die richtige Geburtshilfe-Praxis minimiert werden.

Was passiert, wenn eine Schulterdystokie auftritt?

Wenn eine Schulterdystokie auftritt, muss schnell gehandelt werden, um die Sauerstoffversorgung des Babys zu gewährleisten und die Schulter des Babys aus dem Becken zu befreien. Die Behandlung der Schulterdystokie umfasst in der Regel eine Reihe von Manövern, die vom Geburtshelfer durchgeführt werden.

Hat Schulterdystokie langfristige Folgen für das Baby?

Schulterdystokie kann zu einer Reihe von Komplikationen für das Baby führen, darunter Sauerstoffmangel, Verletzungen des Plexus brachialis und Knochenbrüche. Die Folgen für das Baby können je nach Schweregrad der Schulterdystokie und der Art der Behandlung variieren.

Zusammenfassung

Schulterdystokie ist eine potenziell gefährliche Komplikation der Geburt, die jedoch durch frühzeitige Erkennung von Risikofaktoren und durch die richtige Geburtshilfe-Praxis minimiert werden kann. Wenn eine Schulterdystokie auftritt, muss schnell gehandelt werden, um die Sauerstoffversorgung des Babys zu gewährleisten und die Schulter des Babys aus dem Becken zu befreien.

Die Behandlung der Schulterdystokie umfasst in der Regel eine Reihe von Manövern, die vom Geburtshelfer durchgeführt werden. Die Folgen für das Baby können je nach Schweregrad der Schulterdystokie und der Art der Behandlung variieren.

Es ist wichtig, dass sich Schwangere über die Risikofaktoren und die Behandlung der Schulterdystokie informieren. Durch die richtige Vorsorge und die Zusammenarbeit mit dem Geburtshilfe-Team kann das Risiko einer Schulterdystokie minimiert werden.

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