Schilddrüse nach geburt: postpartum-thyreoiditis symptome & behandlung

Die Schwangerschaft ist eine Zeit großer Veränderungen für den Körper einer Frau. Nach der Geburt erfährt der Körper weitere Anpassungen, und es kann zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen kommen. Eines davon ist die Postpartum-Thyreoiditis, eine Entzündung der Schilddrüse, die einige Monate nach der Geburt auftreten kann. In diesem Artikel werden wir die Symptome, Ursachen, Diagnose und Behandlung der Postpartum-Thyreoiditis im Detail betrachten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Postpartum-Thyreoiditis?

Die Postpartum-Thyreoiditis, auch bekannt als postpartale Thyreoiditis, ist eine Entzündung der Schilddrüse, die in den Monaten nach einer Schwangerschaft auftreten kann. Es handelt sich wahrscheinlich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem das Gewebe der Schilddrüse angreift. Die Postpartum-Thyreoiditis wird oft als eine Sonderform der chronischen lymphozytären Thyreoiditis (Hashimoto-Thyreoiditis) angesehen.

Die Erkrankung verläuft in den meisten Fällen mild und heilt in der Regel innerhalb eines Jahres von selbst aus. Während der Erkrankung können Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) und einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) auftreten. Schmerzen in der Schilddrüse sind jedoch selten.

Häufigkeit und Risikofaktoren

Die Häufigkeit der Postpartum-Thyreoiditis variiert je nach Studie, liegt aber im Durchschnitt bei etwa 7%. Einige Frauen haben ein erhöhtes Risiko, an dieser Erkrankung zu erkranken, darunter:

  • Frauen mit Diabetes mellitus Typ 1
  • Frauen mit Schilddrüsenantikörpern
  • Frauen, die bereits an einer Postpartum-Thyreoiditis erkrankt waren
  • Frauen mit einer familiären Vorbelastung für Schilddrüsenerkrankungen

Frauen mit insulinpflichtigem Diabetes mellitus haben beispielsweise ein Risiko von etwa 25%, an einer Postpartum-Thyreoiditis zu erkranken. Wenn bei einer Frau bereits vor einer Schwangerschaft erhöhte Thyreoperoxidase-Antikörper (TPO-Antikörper) nachweisbar sind, liegt das Risiko, nach der Geburt an einer Postpartum-Thyreoiditis zu erkranken, bei etwa 70%.

Ursache und Entstehung

Die genaue Ursache der Postpartum-Thyreoiditis ist nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, bei der das Immunsystem das Schilddrüsengewebe angreift. Die folgenden Faktoren könnten eine Rolle spielen:

  • Genetische Veranlagung: Es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte Gene das Risiko für eine Postpartum-Thyreoiditis erhöhen können.
  • Hormongeschichten: Die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft und nach der Geburt können das Immunsystem beeinflussen und die Wahrscheinlichkeit einer Autoimmunerkrankung erhöhen.
  • Schilddrüsenantikörper: Bei etwa 80% der Frauen mit Postpartum-Thyreoiditis sind Antikörper gegen die Thyreoperoxidase (TPO-Antikörper) nachweisbar. Diese Antikörper greifen die Schilddrüse an und können zu einer Entzündung führen.
  • HLA-Antigene: Es wurde eine Assoziation zwischen Postpartum-Thyreoiditis und bestimmten HLA-Antigenen festgestellt, insbesondere HLA-DRDies deutet auf eine genetische Komponente bei der Entstehung der Erkrankung hin.

Die histologische Untersuchung des Schilddrüsengewebes zeigt eine Entzündung mit einer Invasion von Lymphozyten. Aufgrund des Verlaufs der Erkrankung und des histologischen Bildes wird die Postpartum-Thyreoiditis, wie auch die Silent-Thyreoiditis, zur Gruppe der subakuten lymphozytären Thyreoiditiden gezählt.

Symptome der Postpartum-Thyreoiditis

Die Symptome der Postpartum-Thyreoiditis variieren stark und hängen von der Phase der Erkrankung ab. Die Erkrankung verläuft in drei Phasen:

Phase 1: Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)

Diese Phase tritt in der Regel ein bis sechs Monate nach der Geburt auf und dauert etwa zwei Monate. Die Symptome können sein:

  • Herzrasen
  • Unruhe und Nervosität
  • Schlafstörungen
  • Gewichtsverlust
  • Hitzeempfindlichkeit
  • Durchfall
  • Tremor (Zittern)
  • Vergrößerung der Schilddrüse (Struma)

Phase 2: Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)

Diese Phase tritt vier bis acht Monate nach der Geburt auf und kann bis zu sechs Monate andauern. Die Symptome können sein:

  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Gewichtszunahme
  • Kälteempfindlichkeit
  • Verstopfung
  • Depressive Verstimmung
  • Gedächtnisstörungen
  • Trockene Haut und Haare

Phase 3: Normalisierung der Schilddrüsenfunktion

In dieser Phase normalisiert sich die Schilddrüsenfunktion wieder. Die meisten Frauen sind nach einem Jahr beschwerdefrei. In einigen Fällen kann jedoch eine dauerhafte Schilddrüsenunterfunktion auftreten.

Diagnose der Postpartum-Thyreoiditis

Um eine Postpartum-Thyreoiditis zu diagnostizieren, wird der Arzt eine körperliche Untersuchung durchführen und die Krankengeschichte der Patientin erfragen. Zusätzlich werden Blutuntersuchungen durchgeführt, um die Schilddrüsenfunktion zu beurteilen. Die folgenden Werte werden gemessen:

  • TSH (Thyroid-stimulating hormone): Dieses Hormon wird von der Hirnanhangdrüse produziert und stimuliert die Schilddrüse zur Produktion von Schilddrüsenhormonen.
  • FT4 (freies Thyroxin): Das wichtigste Schilddrüsenhormon.
  • FT3 (freies Trijodthyronin): Ein weiteres Schilddrüsenhormon.
  • TPO-Antikörper: Diese Antikörper greifen die Thyreoperoxidase an, ein Enzym, das an der Produktion von Schilddrüsenhormonen beteiligt ist.

Die Blutwerte können je nach Phase der Erkrankung unterschiedlich sein. In der Phase der Hyperthyreose sind die TSH-Werte niedrig, während die fT4- und fT3-Werte erhöht sind. In der Phase der Hypothyreose sind die TSH-Werte hoch, während die fT4- und fT3-Werte niedrig sind. Die TPO-Antikörper sind in der Regel erhöht, auch wenn die Schilddrüsenfunktion normal ist.

Zusätzlich zur Blutuntersuchung kann eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse durchgeführt werden, um die Größe und Struktur der Schilddrüse zu beurteilen. Eine Biopsie des Schilddrüsengewebes ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber in seltenen Fällen durchgeführt werden, um die Diagnose zu bestätigen.

Behandlung der Postpartum-Thyreoiditis

Die Behandlung der Postpartum-Thyreoiditis richtet sich nach den Symptomen und der Phase der Erkrankung.

Phase 1: Hyperthyreose

In der Phase der Hyperthyreose werden die Symptome in der Regel symptomatisch behandelt. Betablocker können eingesetzt werden, um die Herzfrequenz zu senken und die Symptome der Nervosität und Unruhe zu lindern. Thyreostatika, die die Produktion von Schilddrüsenhormonen hemmen, werden in der Regel nicht eingesetzt, da die erhöhten Schilddrüsenhormonwerte in dieser Phase nicht auf eine vermehrte Produktion, sondern auf eine vermehrte Ausschüttung aus dem geschädigten Schilddrüsengewebe zurückzuführen sind.

Phase 2: Hypothyreose

In der Phase der Hypothyreose kann eine Substitution mit Schilddrüsenhormonen, in der Regel mit Thyroxin, notwendig sein, um die Symptome der Schilddrüsenunterfunktion zu lindern. Die Dosis des Thyroxins wird individuell angepasst und sollte regelmäßig kontrolliert werden.

Phase 3: Normalisierung der Schilddrüsenfunktion

In dieser Phase ist in der Regel keine Behandlung erforderlich. Die Schilddrüsenfunktion normalisiert sich in den meisten Fällen innerhalb eines Jahres von selbst. Die Schilddrüsenfunktion sollte jedoch regelmäßig kontrolliert werden, um sicherzustellen, dass sich die Schilddrüse wieder normalisiert hat.

Langzeitfolgen der Postpartum-Thyreoiditis

Die meisten Frauen erholen sich vollständig von einer Postpartum-Thyreoiditis. In einigen Fällen kann jedoch eine dauerhafte Schilddrüsenunterfunktion auftreten. Die Wahrscheinlichkeit, an einer dauerhaften Schilddrüsenunterfunktion zu erkranken, ist erhöht, wenn die Frau bereits vor der Schwangerschaft Schilddrüsenantikörper hatte. Wenn eine dauerhafte Schilddrüsenunterfunktion auftritt, muss die Frau lebenslang Thyroxin einnehmen.

Die Postpartum-Thyreoiditis erhöht auch das Risiko, später im Leben an einer Hashimoto-Thyreoiditis zu erkranken. Daher sollten Frauen, die an einer Postpartum-Thyreoiditis erkrankt sind, ihre Schilddrüsenfunktion regelmäßig kontrollieren lassen.

Was sind die häufigsten Symptome der Postpartum-Thyreoiditis?

Die häufigsten Symptome der Postpartum-Thyreoiditis sind Herzrasen, Gewichtsverlust, Unruhe, Schlafstörungen, Hitzeschwäche, Durchfall, Tremor, Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, Verstopfung und depressive Verstimmungen. Die Symptome können je nach Phase der Erkrankung unterschiedlich sein.

Wie wird die Postpartum-Thyreoiditis diagnostiziert?

Die Diagnose der Postpartum-Thyreoiditis erfolgt durch eine körperliche Untersuchung, die Erhebung der Krankengeschichte und Blutuntersuchungen zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion. Zusätzlich kann eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse durchgeführt werden.

Wie wird die Postpartum-Thyreoiditis behandelt?

Die Behandlung der Postpartum-Thyreoiditis richtet sich nach den Symptomen und der Phase der Erkrankung. In der Phase der Hyperthyreose werden die Symptome in der Regel symptomatisch behandelt. In der Phase der Hypothyreose kann eine Substitution mit Schilddrüsenhormonen notwendig sein. In der Regel normalisiert sich die Schilddrüsenfunktion innerhalb eines Jahres von selbst.

Kann die Postpartum-Thyreoiditis meine zukünftigen Schwangerschaften beeinflussen?

Frauen, die bereits an einer Postpartum-Thyreoiditis erkrankt waren, haben ein erhöhtes Risiko, in zukünftigen Schwangerschaften erneut an der Erkrankung zu erkranken. Es ist wichtig, die Schilddrüsenfunktion während der Schwangerschaft und nach der Geburt regelmäßig kontrollieren zu lassen.

Was sind die Langzeitfolgen der Postpartum-Thyreoiditis?

Die meisten Frauen erholen sich vollständig von einer Postpartum-Thyreoiditis. In einigen Fällen kann jedoch eine dauerhafte Schilddrüsenunterfunktion auftreten. Die Postpartum-Thyreoiditis erhöht auch das Risiko, später im Leben an einer Hashimoto-Thyreoiditis zu erkranken.

Fazit

Die Postpartum-Thyreoiditis ist eine relativ häufige Erkrankung, die einige Monate nach der Geburt auftreten kann. Die Erkrankung verläuft in den meisten Fällen mild und heilt in der Regel innerhalb eines Jahres von selbst aus. Die Symptome können jedoch stark variieren und reichen von Herzrasen und Gewichtsverlust bis hin zu Müdigkeit und Gewichtszunahme. Die Behandlung richtet sich nach den Symptomen und der Phase der Erkrankung. In den meisten Fällen ist keine Behandlung erforderlich. Wenn jedoch eine dauerhafte Schilddrüsenunterfunktion auftritt, muss die Frau lebenslang Schilddrüsenhormone einnehmen.

Frauen, die an einer Postpartum-Thyreoiditis erkrankt sind, sollten ihre Schilddrüsenfunktion regelmäßig kontrollieren lassen, um sicherzustellen, dass sich die Schilddrüse wieder normalisiert hat und um das Risiko für zukünftige Schilddrüsenprobleme zu minimieren.

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