Mithras-geburt: ursprung & kult des sonnengottes

Der Name Mithras ist eng mit dem römischen Reich und dem Mithraismus verbunden, einer Mysterienreligion, die im Jahrhundert n. Chr. Aufkam und im und Jahrhundert n. Chr. Ihren Höhepunkt erreichte. Der Gott Mithras, der als Sonnengott verehrt wurde, hatte jedoch Wurzeln in der indoiranischen Kultur und spielte eine wichtige Rolle in verschiedenen Kulturen, lange bevor er im Römischen Reich populär wurde. Seine Geschichte ist reich an Symbolen, Ritualen und Mythen, die uns Einblicke in die Überzeugungen und Praktiken der Menschen in verschiedenen Epochen geben.

Inhaltsverzeichnis

Die Ursprünge von Mithras: Von den Veden zum Avesta

Die Wurzeln des Mithras-Kults liegen in der indoiranischen Kultur, wo er als Mitra oder Mithra bekannt war. Im Rigveda, einem der ältesten heiligen Texte des Hinduismus, wird Mitra als eine der mächtigsten Gottheiten beschrieben, die für die Einhaltung von Verträgen und Eiden zuständig war. Er war der Gott des Rechts, der Ordnung und der Gerechtigkeit, der die Verbindungen zwischen der Götterwelt und den Menschen regulierte. Im Avesta, dem heiligen Text des Zoroastrismus, wird Mithra als „Herr der Länder“ und „Herr der Weide“ bezeichnet. Das zehnte Buch des Avesta, das Mihr-Yascht, ist seiner Verehrung gewidmet.

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Im Avesta wird Mithra als ein mächtiger Gott beschrieben, der wunderbaren Segen gewährt und Katastrophen für diejenigen heraufbeschwört, die sich nicht an Verträge halten, gegen Vertragspartner kämpfen oder sich nicht an Eide halten. Er ist ein Wohltäter des Menschen, der seinerseits nicht in Frieden leben kann ohne Wahrheitsliebe. Mithra beobachtet und überwacht alles ununterbrochen, was zwischen Himmel und Erde existiert. Er verkörpert ein heiliges Konzept, das essentiell für eine Gesellschaft im täglichen Leben ist. Er ist eine Gottheit für Männer mit Autorität: der Herr über das Haus, der Vorsteher des Dorfes, der Stammesführer und der Herrscher über das Land.

Im Avesta sind mehrere Charakteristiken des späteren römischen Mithras angelegt. Das zehnte Buch des Yascht zeigt die engen Verbindungen der Gottheit mit der sozialen und kosmischen Ordnung, der Sicherung von Fruchtbarkeit und der Wasserversorgung, der Bindung an die Sonne und die ethischen Bedingungen, die an die Gläubigen gestellt werden. Diese vier wichtigen Themen erscheinen in anderer, aber wieder erkennbarer Form im römischen Kult, ebenso wie die beiden avestischen Begleiter des Mithra, Rašnu und Sraoša.

Mithras in Persien: Vom Achämenidenreich zum Sassanidenreich

Im ersten persischen Großreich, dem Achämenidenreich, tritt Mitra/Mithra (altpersisch Mitra und Miθra ) erstmals in den Königsinschriften aus dem Jahrhundert v. Chr. Auf. Auf mehreren Inschriften von Artaxerxes II. aus Susa und Hamadan und einer Inschrift von Artaxerxes III. aus Persepolis wird Mitra/Mithra neben Ahuramazda und Anahita um Schutz gebeten. In den Verwaltungsarchiven von Persepolis im frühen Jahrhundert v. Chr. Wird die Gottheit nicht erwähnt, und es gibt keine Hinweise auf einen Kult.

In der Spätantike zählte Mihr (mittelpersisch Mihr und neupersisch مهر, DMG Mehr, Mihr) neben Ahuramazda und Anahita zu den wichtigen Göttern im Sassanidenreich. Mit einer Keule in den Händen und einem Strahlenkranz um sein Haupt ist Mihr auf einer Stern-Lotus-Blume stehend auf der Krönungsszene von Ardaschir II. in Taq-e Bostan dargestellt. Es ist die einzige bildliche überlieferte Darstellung von Mihr während der Herrschaft der Sassaniden. Es wird vermutet, dass die Herrschaft von Ardaschir II. Zusätzlich mit dem Gott, der die Sicherheit der Verträge garantierte, legitimiert wurde.

Mithras in Kleinasien: Ein Überleben nach dem Achämenidenreich

Außerhalb von Indien und dem Iran sind erste Aufzeichnungen über Mitra (Mi-it-ra-) durch Tontäfelchen aus Ḫattuša, der Hauptstadt des Hethiterreiches, bekannt. Auf diesen, in das 1Jahrhundert v. Chr. Datierten Täfelchen gilt Mitra als Schirmherr des Vertrages zwischen den Hethitern und ihrem Nachbarvolk, den Mittani. Der Vertrag zwischen Šuppiluliuma I. und Šattiwazza wird als Gebilde indo-arischer Ausprägung verstanden.

Einige lokale Kulte in Kleinasien überlebten den Kollaps des Achämenidenreichs. Dies wird deutlich über archäologische Funde, die den Gott namentlich aufführen oder bildlich darstellen. Die Funde stammen aus Kappadokien ( Mithres/Mithras ), Aspona ( Mithres ), Lykien ( Mithres/Helios Mithras ) und einigen anderen Stätten in Kleinasien aus hellenistischer Zeit und dem bis Jahrhundert n. Chr.

Da die Archäologie trotz der Funde bis heute keine Angaben über die Expansion des Kults vom Osten in den Westen machen kann, ist bis heute unklar, wie und von wo aus sich die Varianten des Kults in Kleinasien zum gesamt-römischen Mithraismus entwickeln konnten.

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Verschiedene Herrschernamen im Königreich Pontos und anderen hellenistischen Monarchien sowie der Parther lauten Mithridates = „Von Mithra Gegeben“. Der Erste, Mithridates I. aus Pontos, führte diesen Namen ab 281 v. Chr. Bekannt wurde Mithridates VI. (Eupator), der nahezu ein halbes Jahrhundert lang als Rivale zwischen dem Römischen Reich und den Parthern agierte.

Mithras im Römischen Reich: Aufstieg und Fall des Mithraismus

Der Mithraismus, der Kult des römischen Mithras, erreichte seinen Höhepunkt im und Jahrhundert n. Chr. Er verbreitete sich durch das Römische Reich, von den Britischen Inseln bis zur Küste Nordafrikas. Der Kult war ausschließlich auf Männer ausgerichtet und wurde oft von römischen Legionären verbreitet. Der Mithraismus hatte eine strenge Moral und betonte die Loyalität, Disziplin und den Mut.

Laut Plutarch lernten die Römer den Kult durch Seeräuber aus Kilikien kennen, die von Pompeius 67 v. Chr. Entscheidend bekämpft wurden. Durch römische Legionäre gelangte der sittlich strenge, ausschließlich auf Männer abgestellte Mithraskult danach in das Römische Reich.

In der modernen Forschung wird abweichend hiervon hingegen vermehrt die These vertreten, dass der römische Mithraskult vielmehr eine römische Neuschöpfung gewesen sei, die vom iranischen Kult nur peripher beeinflusst wurde. Im Jahrhundert n. Chr. Habe ein heute unbekannter Stifter diesen neuen Kult unter Rückgriff auf orientalische Elemente in Italien (genauer: in Rom) ins Leben gerufen. Neben dieser existieren noch weitere moderne Hypothesen zum Ursprung des römischen Mithraskultes.

Der Mithraismus erreichte seinen Höhepunkt im und Jahrhundert n. Chr. Und unterlag im Jahrhundert dem nunmehr staatlich geförderten Christentum, das im Jahr 380 mit dem Edikt Cunctos populos zur alleinigen römischen Staatsreligion erhoben wurde. Es dauerte allerdings noch länger, bis der Kult ganz unterdrückt worden war. In Baalbek wurde der große Haupttempel des Sol Invictus Mithras erst im Jahr 554 aufgegeben, nachdem er nach einem Blitzeinschlag ausgebrannt war.

Umstritten ist, wie verbreitet der Kult tatsächlich war und welche gesellschaftliche Bedeutung er besaß. Eine wirkliche Konkurrenz zu dem ganz anders ausgerichteten und strukturierten Christentum scheint er nicht gewesen zu sein – schon wegen des Ausschlusses von Frauen: Während das Christentum vielfach von Müttern an ihre Kinder weitergegeben wurde, konnte der Mithraskult neue Anhänger nur durch Mission gewinnen.

Die Mythologie des Mithras: Geburt, Stiertötung und Sonnengott

Der Mithraskult war eine Mysterienreligion, deren Anhängern streng verboten war, Konkretes über Glaubensinhalte und Rituale zu erzählen oder niederzuschreiben. Daher ist es nahezu unmöglich, Sicheres zum Mithraskult zu sagen. Fast alles ist umstritten.

Mithras wurde von einem Vatergott ausgeschickt, die Welt zu retten. Er wurde aus einem Stein in einer Felsenhöhle geboren, der von den Mythen als Petra Genetrix („Mutterfelsen“) angerufen wurde. Demnach spricht man von einer Felsgeburt. Die mithräische Ikonographie stellt Mithras als Jüngling dar, der eine phrygische Mütze trägt. Die Innenseite seines Umhangs ist oft wie ein Sternenhimmel dekoriert.

Die Stiertötung: Ein zentrales Symbol des Mithraismus

Zentral in der mithräischen Ikonographie ist das Motiv einer Stiertötung. Die Tauroktonie, wie diese Szene genannt wird, zeigt Mithras, der einen Stier tötet. Die Szene wird oft in Mithräen, den Heiligtümern des Mithraismus, dargestellt und hat verschiedene Deutungen. Einige sehen in der Szene eine Darstellung der Überwindung der Dunkelheit durch das Licht, andere interpretieren sie als Symbol für die Opferbereitschaft und den Sieg über den Tod.

Die Stiertötung wird oft in Verbindung mit anderen Symbolen dargestellt, wie zum Beispiel den zwei Hunden, dem Schlangenpaar, dem Raben und dem Skorpion. Diese Symbole haben ebenfalls verschiedene Bedeutungen und tragen zur Komplexität der mithräischen Mythologie bei.

Mithras als Sonnengott: Sol Invictus

Ähnlich wie der persische Gott Mithra Jahrhunderte zuvor schon als Sonnengott verehrt worden war, bekam Mithras auch bei den Römern oft den Beinamen Sol invictus (lat. „der unbesiegte Sonnengott“). Viele antike Abbildungen zeigen Mithras gleichrangig mit dem Sonnengott Sol oder als Sieger über diesen. Da Mithras und Sol nicht identisch waren, sollte der Beiname möglicherweise ausdrücken, dass Mithras von Sol die Rolle des Kosmokrators (Beherrschers des Kosmos) übernommen hatte.

Zwischen dem und Jahrhundert war Sol invictus Mithras eine der beliebtesten Gottheiten unter römischen Nichtchristen. Der Mithraismus bot den Menschen eine alternative Religion zum aufstrebenden Christentum. Mithras wurde als ein starker und unbesiegbarer Gott verehrt, der den Menschen Schutz und Hoffnung bot.

Die Mithräen: Heiligtümer des Mithraismus

Die Mithras-Tempel heißen Mithräen. Typischerweise enthielten sie zwei lange Reihen von Liegen, die durch einen Mittelgang voneinander getrennt waren, der vom Eingang auf das Kultbild hinführte. Dieses zeigte die Stiertötung durch Mithras, oft ergänzt um weitere Szenen und Symbole mit umstrittener Bedeutung.

Die Mithräen sind relativ klein, also auf nur kleine Kultgemeinschaften ausgerichtet, und waren offenbar oft nicht lange in Benutzung, so dass ihre große Anzahl nichts über die Zahl der Anhänger insgesamt aussagt. Offenbar durfte die Kultgemeinde eine gewisse Größe nicht überschreiten; um dies zu vermeiden, wurden oft mehrere Mithräen an einem Ort gegründet.

Sie wurden mit der Christianisierung Europas und dem damit verbundenen Ende des Mithraismus weitgehend zerstört (die übrigen verfielen), aber ihre archäologischen Überreste sind heute noch im gesamten Gebiet des Römischen Reiches zu finden, von der Iberischen Halbinsel bis Kleinasien, von den Britischen Inseln bis zur Küste Nordafrikas. Etliche Mithräen wurden auch in Südwestdeutschland gefunden, etwa in Saarbrücken und in Schwarzerden im Saarland, Dieburg und Heidelberg. Auch im bosnischen Jajce gibt es Zeugnisse des Mithraskultes.

Wichtige Mithräen:

  • Santa Maria Capua Vetere (nahe Caserta, Italien): Ein besonders gut erhaltenes Mithräum, das 1924 entdeckt wurde. Die Decken sind bemalt und mit Stuck dekoriert und zeigen Motive aus dem Mithras-Mythos (unter anderem die Stiertötung durch Mithras).
  • Ostia Antica (Italien): Ein weiteres erhaltenes Mithräum, das in der Römerstadt Ostia Antica zu besichtigen ist.

Zum Mithraismus

Was ist Mithras?

Mithras ist eine römische Gottheit, die als Sonnengott verehrt wurde. Er war eine mythologische Personifizierung der Sonne und eine der wichtigsten Gottheiten im Mithraismus, einer Mysterienreligion, die im Jahrhundert n. Chr. Im Römischen Reich entstand.

Woher stammt der Mithraismus?

Der Mithraismus hat seine Wurzeln in der indoiranischen Kultur, wo der Gott als Mitra oder Mithra bekannt war. Er wurde in den Veden und dem Avesta, den heiligen Texten des Hinduismus und des Zoroastrismus, verehrt. Der Mithraismus verbreitete sich dann über Kleinasien ins Römische Reich, wo er eine eigene Form und Bedeutung entwickelte.

Was sind die wichtigsten Symbole des Mithraismus?

Die wichtigsten Symbole des Mithraismus sind die Stiertötung (Tauroktonie), die phrygische Mütze, der Sternenhimmel, die beiden Hunde, das Schlangenpaar, der Rabe und der Skorpion. Diese Symbole haben verschiedene Bedeutungen und tragen zur Komplexität der mithräischen Mythologie bei.

Was sind Mithräen?

Mithräen sind die Heiligtümer des Mithraismus. Sie waren typischerweise kleine, unterirdische Tempel, die oft in Höhlen oder unterirdischen Räumen angelegt wurden. Die Mithräen enthielten oft eine Darstellung der Stiertötung und andere Symbole des Mithraismus.

Warum wurde der Mithraismus vom Christentum verdrängt?

Der Mithraismus und das Christentum konkurrierten um Anhänger im Römischen Reich. Das Christentum wurde schließlich zur dominierenden Religion, da es eine stärkere Organisation und eine breitere Anziehungskraft auf die Bevölkerung hatte. Der Mithraismus war ausschließlich auf Männer ausgerichtet und seine Rituale waren geheim, während das Christentum Frauen und Männer gleichermaßen ansprach und seine Botschaft offen für alle war.

Mithras-Geburt: Ein bleibendes Erbe

Obwohl der Mithraismus im Laufe der Geschichte verschwunden ist, hat er ein bleibendes Erbe hinterlassen. Seine Symbole, Rituale und Mythen haben die Kunst, Literatur und Philosophie beeinflusst. Der Mithraismus zeigt uns, wie Religionen sich entwickeln und wandeln, und wie die Suche nach spiritueller Wahrheit die Menschen in verschiedenen Kulturen und Epochen verbindet.

Die Geschichte des Mithraismus ist eine faszinierende Reise durch die Geschichte der Religionen und Kulturen. Er erinnert uns daran, dass die Suche nach Sinn und Bedeutung im Leben eine universelle Erfahrung ist, die Menschen in verschiedenen Epochen und Kulturen verbindet.

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