Anmutig und leichtfüßig ziehen die Lamas über die steilen Pässe der Anden. Diese kamele der neuen welt sind wichtige Tragtiere sowie Woll- und Fleischlieferanten. Doch was macht die Lamas so besonders? In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über diese faszinierenden Tiere, von ihrem Aussehen und ihrem Lebensraum bis hin zu ihrem Verhalten und ihrer Bedeutung für den Menschen.
- Das Lama: Steckbrief und Aussehen
- Die Geschichte der Lamas: Domestizierung und Bedeutung
- Das Verhalten von Lamas: Sozialstruktur und Anpassungsfähigkeit
- Die Bedeutung der Lamas für den Menschen
- Fortpflanzung und Lebensdauer
- Die Kommunikation der Lamas
- Die Ernährung der Lamas
- Häufig gestellte Fragen zu Lamas
- Zusammenfassung
Das Lama: Steckbrief und Aussehen
Lamas gehören zur Familie der Kamele, sind aber im Gegensatz zu ihren asiatischen Verwandten höckerlos. Sie werden daher auch als neuweltkamele bezeichnet, da sie ausschließlich in Südamerika vorkommen.
Körpermerkmale und Größe
Ein Lama wird etwa 1,5 bis 2 Meter lang und wiegt zwischen 130 und 155 Kilogramm. Die Schulterhöhe liegt zwischen 80 Zentimetern und 1,2 Metern. Die Weibchen sind meist etwas größer als die Männchen. Das Fell der Lamas kann in verschiedenen Farben vorkommen: Weiß, Braun, Schwarz oder Grau. Es ist sehr dicht, weich und wollig, aber auch empfindlich gegenüber Regen. Der Rücken ist gerade, die Augen sind groß und besitzen lange Wimpern. Die Ohren sind lang und spitz, der Schwanz rund und dick. Wie bei allen Kamelen ist die Oberlippe gespalten und sehr beweglich. Auch die Füße haben ein Sohlenpolster, das ihnen beim Laufen auf unebenem Gelände hilft.
Besondere Fähigkeiten
Lamas können überraschend gut schwimmen und sogar kleine Meeresarme durchqueren. Diese Fähigkeit ist ein Beweis für ihre Anpassungsfähigkeit an verschiedene Lebensräume.
Die Geschichte der Lamas: Domestizierung und Bedeutung
Lamas wurden vor 4000 bis 5000 Jahren von den Indios aus Guanakos gezüchtet. Sie sind größer und kräftiger als ihre wilden Vorfahren und dienen noch heute als Lasttiere.
Verbreitung und Lebensraum
Lamas leben in Südamerika von Nordargentinien über Chile und Südperu bis Bolivien. Ihr bevorzugter Lebensraum sind die Hänge der Anden, von der Ebene bis in 4000 Meter Höhe. Sie kommen im Tiefland an der Küste ebenso vor wie im Hochgebirge. Lamas sind gut an die verschiedenen Lebensräume angepasst, von Grasland über Halbwüsten bis hin zu Buschsteppen.
Verwandte Arten: Guanako, Alpaka und Vikunja
Neben dem gezüchteten Lama gibt es in Südamerika noch drei weitere Neuweltkamele:
- Guanako: Die Wildform des Lamas, mit einer Schulterhöhe von bis zu 115 Zentimetern und einem Gewicht von bis zu 120 Kilogramm.
- Alpaka: Bekannt für seine feine Wolle, ebenfalls von den Indios aus dem Guanako gezüchtet.
- Vikunja: Das kleinste der südamerikanischen Neuweltkamele, mit einer Schulterhöhe von maximal 95 Zentimetern und einem Gewicht von bis zu 55 Kilogramm. Das Vikunja lebt in Höhen von 3700 bis 4600 Metern und ist dank seines stark vergrößerten Herzens und der zahlreichen roten Blutkörperchen in der Lage, auch in großer Höhe genügend Sauerstoff aufzunehmen.
Das Verhalten von Lamas: Sozialstruktur und Anpassungsfähigkeit
Lamas sind soziale Tiere, die in Gruppen leben. Ein starkes Männchen führt eine Gruppe von mehreren Weibchen an, meist ein Dutzend. Um diese Weibchen muss er gegen andere männliche Artgenossen kämpfen. Dabei rempeln sie sich an, beißen sich in die Vorderbeine und spucken sich gegenseitig Speichel und Mageninhalt ins Gesicht. Zusammen mit dem Männchen und den Weibchen leben die Jungtiere, so dass eine Lama-Herde aus etwa 30 Tieren besteht. Wenn die jungen Männchen geschlechtsreif werden, werden sie vom Leithengst aus der Herde vertrieben.
Anpassung an die Höhe
Lamas sind perfekt an ein Leben in großer Höhe angepasst. Sie können Sauerstoff aus der Luft auf eine besondere Weise aufnehmen, was ihnen ermöglicht, auch in großen Höhen zu leben und Lasten zu tragen. Deshalb wurden sie in Südamerika bis heute nicht von den Eseln verdrängt, die von den Europäern mitgebracht wurden.
Die Bedeutung der Lamas für den Menschen
Lamas sind nicht nur Arbeitstiere, sondern auch wichtige Lieferanten von Wolle und Fleisch.
Nutzung als Lasttier
Lamas sind robuste und ausdauernde Tragtiere, die in den Anden bis heute eine wichtige Rolle spielen. Sie können steile Wege bewältigen, die für andere Tiere unzugänglich sind. Die Lasten, die sie tragen können, sind jedoch begrenzt: Maximal 50 Kilogramm schafft ein kräftiges männliches Tier, meistens sind es aber nur 35 Kilogramm. Wird einem Lama seine Bürde zu schwer, tritt es in Streik: Es legt sich hin und steht erst wieder auf, wenn seine Last verringert wird.
Wolle und Fleisch
Vor allem die Weibchen werden geschoren und liefern kostbare Wolle. Das Fleisch der Lamas wird ebenfalls gegessen.
Brennstofflieferant
Lamas setzen ihren Kot an immer den gleichen Stellen ab, so dass große Haufen entstehen, die mit der Zeit trocknen und von den Indios als Brennmaterial genutzt werden.
Fortpflanzung und Lebensdauer
Die Paarungszeit der Lamas ist von November bis Februar. Nach einer sehr langen Tragzeit von über elf Monaten bringen die Weibchen zwischen Oktober und Januar die Jungen zur Welt. Meist ist es nur ein Junges, ganz selten sind es Zwillinge. Schon nach wenigen Minuten richten sich die neugeborenen Lamas auf ihren wackeligen Beinen auf und können der Mutter folgen. Sie werden vier Monate lang gesäugt. Mit zwei bis drei Jahren sind die Jungtiere erwachsen und werden geschlechtsreif. Lamas werden 15 bis 20 Jahre alt.
Die Kommunikation der Lamas
Lamas sind sehr leise Tiere und geben kaum Laute von sich. Nur wenn sie Artgenossen vor einer Gefahr warnen wollen, geben sie dem Wiehern ähnelnde Geräusche von sich.
Die Ernährung der Lamas
Lamas ernähren sich wie Guanakos vor allem von Gräsern und Kräutern, sie fressen aber auch Blätter und Knospen von Sträuchern und jungen Bäumen sowie Flechten und Pilze. Da sie so einen langen Speisezettel haben, können sie viele unterschiedliche Lebensräume besiedeln. Anders als die Kamele in Afrika und Asien, die tage- oder wochenlang ohne Wasser auskommen, müssen die Lamas und ihre anderen südamerikanischen Verwandten regelmäßig Wasser trinken.
Häufig gestellte Fragen zu Lamas
Wie viele Junge bekommt ein Lama?
Lamas bekommen in der Regel nur ein Junges, selten Zwillinge.
Wie lange ist die Tragzeit bei Lamas?
Die Tragzeit bei Lamas ist sehr lang und dauert über elf Monate.
Wie alt werden Lamas?
Lamas werden durchschnittlich 15 bis 20 Jahre alt.
Was fressen Lamas?
Lamas ernähren sich hauptsächlich von Gräsern und Kräutern, aber auch von Blättern, Knospen, Flechten und Pilzen.
Wie hoch können Lamas springen?
Lamas können nicht springen. Sie sind dafür aber sehr gut im Laufen und Klettern.
Sind Lamas gefährlich?
Lamas sind normalerweise nicht gefährlich. Sie können jedoch spucken, wenn sie sich bedroht fühlen.
Wie viel wiegt ein Lama?
Ein Lama wiegt zwischen 130 und 155 Kilogramm.
Wie hoch ist ein Lama?
Ein Lama ist zwischen 80 Zentimetern und 1,2 Metern hoch.
Wo leben Lamas?
Lamas leben in Südamerika, vor allem in den Anden.
Welche Bedeutung haben Lamas für den Menschen?
Lamas sind wichtige Tragtiere, Woll- und Fleischlieferanten. Sie werden auch als Brennstofflieferanten genutzt.
Zusammenfassung
Lamas sind faszinierende Tiere, die sich perfekt an das Leben in den Anden angepasst haben. Sie sind robuste und ausdauernde Tragtiere, Lieferanten von hochwertiger Wolle und Fleisch, und spielen eine wichtige Rolle in der Kultur der Andenvölker. Ob als Lasttier, Wolllieferant oder einfach nur als faszinierendes Wesen – Lamas sind ein wichtiger Teil der südamerikanischen Kultur und Landschaft.
Wenn Sie andere Artikel kennenlernen möchten, die Lamas: faszinierende kamele der neuen welt ähneln, können Sie die Kategorie Tiere südamerikas besuchen.
