Kindslage vor geburt: schädellage oder beckenendlage?

Die Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit, aber auch eine Zeit voller Fragen und manchmal auch Sorgen. Eine dieser Sorgen kann die Lage des Babys im Bauch sein. Wenn sich das Baby nicht in Schädellage (Kopf nach unten) dreht, können sich viele Mütter fragen, was das für die Geburt bedeutet. In diesem Artikel werden wir uns mit dem Thema kindsdrehung vor geburt auseinandersetzen, die verschiedenen Möglichkeiten und Risiken beleuchten und Ihnen hilfreiche Informationen für die Vorbereitung auf die Geburt geben.

Inhaltsverzeichnis

Die ideale Lage: Schädellage

Die meisten Babys drehen sich irgendwann im Laufe der Schwangerschaft von alleine in die Schädellage. Dies ist die ideale Position für die Geburt, da der größte Teil des Kindes, der Kopf, zuerst geboren wird. Dies ermöglicht einen kontrollierteren und in der Regel unkomplizierteren Geburtsverlauf.

kindsdrehung vor geburt - Kann sich das Kind in der 38 SSW noch drehen

Wenn sich das Baby jedoch nicht in Schädellage dreht, spricht man von einer Beckenendlage. Das bedeutet, dass das Baby mit dem Po oder den Füssen nach unten liegt. Diese Lage kann für die Geburt einige Herausforderungen mit sich bringen.

Beckenendlage: Ursachen und Häufigkeit

Nur etwa 3% der Babys drehen sich nicht in die Schädellage. Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Baby in Beckenendlage liegen kann:

  • Form und Beschaffenheit der Gebärmutter: Eine unregelmäßige Gebärmutterform kann es für das Baby erschweren, sich zu drehen.
  • Plazentalage: Die Lage der Plazenta kann den Platz im Bauchraum für das Baby einschränken.
  • Fruchtwassermenge: Zu viel oder zu wenig Fruchtwasser kann die Bewegung des Babys beeinflussen.
  • Familiäre Häufungen: Es scheint auch eine genetische Veranlagung für Beckenendlage zu geben.

Die verschiedenen Arten der Beckenendlage

Es gibt verschiedene Arten der Beckenendlage, die sich in der Position der Beine des Babys unterscheiden:

  • Reine Steißlage: Die Beine des Kindes liegen am Körper hochgezogen an, wie bei einem Klappmesser.
  • Komplette Steiß-Fuß-Lage: Das Kind sitzt mit angezogenen Knien.
  • Vollkommene Fußlage: Die Beine des Kindes sind ausgestreckt und die Füße zeigen nach unten.
  • Mischformen: Zum Beispiel, wenn nur ein Bein nach unten gestreckt ist.

Die Wahrscheinlichkeit einer spontanen Drehung

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Baby bis zur 3Schwangerschaftswoche noch von alleine dreht, ist relativ hoch. Zwischen der 3und 3Schwangerschaftswoche liegt diese Wahrscheinlichkeit bei über 50%. Ab der 3Schwangerschaftswoche sinkt die Wahrscheinlichkeit rapide, da die Platzverhältnisse im Bauchraum für das Baby immer ungünstiger werden.

Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass es auch Fälle gibt, in denen sich Babys erst kurz vor oder sogar während der Geburt drehen. Diese Fälle sind aber extrem selten.

Hilfsmittel zur Kindsdrehung

Wenn sich das Baby bis etwa zur 3Schwangerschaftswoche nicht in Schädellage gedreht hat, können Sie mit Ihrer Hebamme verschiedene Methoden ausprobieren, um die Drehung zu fördern. Es gibt eine Reihe von Techniken, die aus dem komplementärmedizinischen Bereich stammen und wissenschaftlich nicht vollständig belegt sind. Es ist wichtig, dass Sie diese Methoden nur unter Anleitung Ihrer Hebamme anwenden.

Yoga-Übungen

Bestimme Yoga-Übungen können die Drehung des Babys fördern. Eine bekannte Übung ist die indische brücke, bei der Sie das Gesäß hochlagern. Diese Übung soll den Po des Babys aus dem Becken der Mutter herausrutschen lassen und das Baby zum Drehen animieren.

Es ist jedoch wichtig, dass Sie diese Übung nur unter Anleitung einer erfahrenen Hebamme durchführen, da sie für Schwangere in der späten Schwangerschaft sehr anstrengend sein kann. Es besteht die Gefahr, die untere Hohlvene im Rücken abzuklemmen, was zu Übelkeit und Schwindel führen kann.

Moxibustion

Moxibustion ist eine Methode aus der traditionellen chinesischen Medizin, bei der ein bestimmter Akupunkturpunkt am kleinen Zeh beider Füße mit der Hitze einer angezündeten Beifußzigarre stimuliert wird. Die Moxibustion soll die Kindsbewegungen verstärken und so die Drehung fördern.

Licht und Geräusche

Es gibt auch Versuche mit Licht und Geräuschen, um das Baby zum Drehen zu animieren. Bei der Lichtmethode wird die Schwangere mit einer Taschenlampe auf ihrem Bauch dem Baby den Weg zeigen. Bei der akustischen Variante benutzt sie ein Klanginstrument in der Hoffnung, dass sich das Baby dem Geräusch zuwendet.

Wissenschaftliche Studien zu diesen Methoden fehlen, aber sie sind weder für die Mutter noch für das Kind schädlich und können daher ausprobiert werden.

Äußere Wendung

Wenn sich das Baby trotz aller Bemühungen bis zur 3Schwangerschaftswoche nicht in Schädellage gedreht hat, besteht die Möglichkeit einer äußeren Wendung. Dabei versucht der Arzt, das Baby von außen mit speziellen Handgriffen zu drehen. Die äußere Wendung ist ein Eingriff, der in der Regel nur von erfahrenen Geburtshelfern durchgeführt wird.

Vorbereitung und Durchführung

Vor der äußeren Wendung werden die körperlichen Voraussetzungen von Mutter und Kind geprüft. Der Arzt beurteilt unter anderem die Fruchtwassermenge, die Lage der Plazenta, die Größe des Kindes und die Position des Babys im Bauch.

Die äußere Wendung findet im Kreißsaal statt und die Schwangere sollte nüchtern sein. Die Herztöne des Babys werden während des Eingriffs ständig überwacht. Die Wendung dauert in der Regel nur wenige Minuten und kann für die Mutter unangenehm, aber nicht schmerzhaft sein.

Erfolgsrate und Risiken

Die Erfolgsrate einer äußeren Wendung liegt bei über 50%. Es hängt jedoch von der Erfahrung des Arztes und den individuellen Voraussetzungen von Mutter und Kind ab.

Die äußere Wendung ist im Allgemeinen ein sicherer Eingriff, aber es gibt auch Risiken. In seltenen Fällen kann es zu einer Plazentablösung oder einer Beschädigung der Nabelschnur kommen. Deshalb ist es wichtig, dass die äußere Wendung nur von erfahrenen Geburtshelfern durchgeführt wird.

Geburt aus Beckenendlage

Wenn sich das Baby trotz aller Versuche nicht in Schädellage dreht, ist eine Geburt aus Beckenendlage möglich. Diese Art der Geburt ist in den letzten Jahren wieder häufiger geworden, da es immer mehr Kliniken gibt, die vaginale Geburten bei Beckenendlage anbieten.

Risiken und Vorteile

Eine Geburt aus Beckenendlage ist mit einigen Risiken verbunden, die jedoch mit den Risiken eines Kaiserschnitts vergleichbar sind. Die Geburt kann länger dauern und die Pressphase kann sich verlängern. Es besteht auch ein erhöhtes Risiko für einen Dammschnitt.

Es gibt aber auch Vorteile einer vaginalen Geburt bei Beckenendlage. Die Mutter erholt sich schneller von der Geburt und die Kinder haben ein geringeres Risiko für Allergien und Darmprobleme.

Geburtsposition und Betreuung

Die meisten Hebammen empfehlen bei einer Geburt aus Beckenendlage die Vierfüßlerposition. Diese Position ist schonender für die Mutter und erleichtert den Gebärprozess. Die meisten Babys fallen in der Klappmesserposition ohne Zutun in die Arme der Hebamme.

Es ist wichtig, dass Sie während der Geburt von erfahrenen Geburtshelfern betreut werden, die Erfahrung mit Geburten aus Beckenendlage haben. Sie sollten im Vorfeld mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt besprechen, ob eine vaginale Geburt bei Beckenendlage für Sie infrage kommt.

Häufige Fragen

Kann sich das Baby noch drehen, wenn es in der 3SSW in Beckenendlage ist?

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Baby in der 3SSW noch dreht, ist sehr gering. Ab der 3SSW sinkt die Wahrscheinlichkeit einer spontanen Drehung rapide. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen sich Babys erst kurz vor oder sogar während der Geburt drehen.

Welche Methoden gibt es, um die Drehung des Babys zu fördern?

Es gibt verschiedene Methoden, um die Drehung des Babys zu fördern, z. B. Bestimmte Yoga-Übungen, Moxibustion, Licht und Geräusche. Diese Methoden sind jedoch nicht wissenschaftlich vollständig belegt und sollten nur unter Anleitung Ihrer Hebamme angewendet werden.

Was ist eine äußere Wendung?

Eine äußere Wendung ist ein Eingriff, bei dem der Arzt versucht, das Baby von außen mit speziellen Handgriffen zu drehen. Die äußere Wendung ist ein sicherer Eingriff, aber es gibt auch Risiken. Die Erfolgsrate liegt bei über 50% und hängt von der Erfahrung des Arztes und den individuellen Voraussetzungen von Mutter und Kind ab.

Wie funktioniert eine Geburt aus Beckenendlage?

Bei einer Geburt aus Beckenendlage wird das Baby mit dem Po oder den Füssen zuerst geboren. Diese Art der Geburt ist mit einigen Risiken verbunden, die jedoch mit den Risiken eines Kaiserschnitts vergleichbar sind. Die meisten Hebammen empfehlen die Vierfüßlerposition für diese Art der Geburt. Es ist wichtig, dass Sie während der Geburt von erfahrenen Geburtshelfern betreut werden, die Erfahrung mit Geburten aus Beckenendlage haben.

Ist eine Geburt aus Beckenendlage immer ein Kaiserschnitt?

Nein, eine Geburt aus Beckenendlage ist nicht immer ein Kaiserschnitt. Es gibt immer mehr Kliniken, die vaginale Geburten bei Beckenendlage anbieten. Es ist wichtig, dass Sie im Vorfeld mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt besprechen, ob eine vaginale Geburt bei Beckenendlage für Sie infrage kommt.

Fazit

Die Lage des Babys im Bauch kann für Schwangere eine große Sorge sein. Wenn sich das Baby nicht in Schädellage dreht, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Drehung zu fördern. Es ist wichtig, dass Sie sich von Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt beraten lassen und die für Sie besten Entscheidungen treffen.

Egal, ob Ihr Baby sich dreht oder nicht, es ist wichtig, dass Sie sich während der Schwangerschaft gut informieren und auf die Geburt vorbereitet sind.

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