Hummeln, diese gemütlich-dicken Blütenbesucher im bunten Pelz, sind ein wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Bestäubung von Pflanzen und tragen somit zur Erhaltung der Artenvielfalt bei. Doch die Lebensweise dieser faszinierenden Insekten ist von einer besonderen Dynamik geprägt, die von der Hummelgeburt bis zum Tod des Volkes einen faszinierenden Kreislauf darstellt.
Hummelgeburt: Vom Ei zur Königin
Die Hummelgeburt beginnt mit der Eiablage der Königin. Im Frühjahr, sobald die Temperaturen steigen, erwacht die Königin aus ihrem Winterschlaf und sucht nach einem geeigneten Nistplatz. Dieser kann sich in Totholzhaufen, Steinspalten, Mäuselöchern oder sogar in Vogelnestern befinden. Die Königin baut ihre erste Wabe, legt sechs bis acht Eier und versorgt die daraus schlüpfenden Larven mit Pollen und Nektar. Die Larven verpuppen sich und schlüpfen schließlich als Arbeiterinnen.
Die Arbeiterinnen übernehmen dann die Aufgaben des Nestbaus, der Brutpflege und der Nestverteidigung. Das Hummelvolk wächst stetig an und kann je nach Art zwischen 50 und einigen Hundert Arbeiterinnen umfassen. Im Sommer beginnt die Anzucht der Geschlechtstiere. Die Königin legt nun gezielt unbefruchtete Eier, die sich zu Männchen (Drohnen) entwickeln. Befruchtete Eier entwickeln sich zu Weibchen, wobei nun besonders große und begattungsfähige Weibchen entstehen - die Königinnen (Vollweibchen).
Die Hummelkönigin: Ein Leben für die Fortpflanzung
Die Königinnen verpaaren sich und suchen dann ein Winterquartier, in dem sie den Winter überleben. Das Volk stirbt, inklusive der Männchen und der alten Königin, allmählich ab. Je nach Art ist so das Nest zwischen August und Oktober ausgestorben. Es wird im nächsten Jahr nicht wiederbesiedelt und zerfällt rückstandslos.
Die jungen Königinnen, die sich im Herbst gepaart haben, überwintern und beginnen im nächsten Frühjahr den Kreislauf von neuem. Sie suchen einen neuen Nistplatz, legen Eier und gründen ein neues Volk. So beginnt der faszinierende Zyklus der Hummelgeburt und des Hummelsterbens von Neuem.
Hummeln und ihre Rolle als Bestäuber
Hummeln sind ausgezeichnete Bestäuber, die durch ihre lange Zunge und das so genannte Vibrationssammeln besonders gut tiefe Blüten bestäuben können. Sie sind daher wichtige Partner für die Landwirtschaft, da sie zur Bestäubung von Obstbäumen, Gemüsepflanzen und anderen Nutzpflanzen beitragen.
Hummeln sind jedoch auch von zahlreichen Gefahren bedroht. Der Einsatz von Pestiziden, die Zerstörung von Lebensräumen und der Klimawandel stellen eine große Gefahr für die Hummelpopulation dar. Daher ist es wichtig, dass wir uns für den Schutz dieser wichtigen Insekten einsetzen.
Hummeln ansiedeln: Ein Beitrag zum Naturschutz
Wer Hummeln helfen möchte, kann seinen Garten oder Balkon naturnah und blütenreich gestalten. Hummeln nehmen auch gerne menschengemachte Nistkästen an. Solche Kästen lassen sich recht einfach selbst basteln, man kann sie aber auch im Fachhandel kaufen.
Es gibt zwei Möglichkeiten, Hummeln anzusiedeln: die passive Ansiedlung und die aktive Ansiedlung.
Passive Ansiedlung von Hummeln
Bei der passiven Ansiedlung stellt man einen Nistkasten an einer geschützten Stelle im Garten auf. Der Nistkasten sollte den Hummeln optimale Bedingungen für ihren Nestbau und das Hummelvolk bieten. Es muss hierbei auf die Lebensbedingungen der verschiedenen Arten eingegangen werden.
Im Februar, wenn die letzten Fröste vorbei sind, stellt man den Nistkasten auf. Hummelköniginnen suchen am Boden nach Löchern und Ritzen, wo sie eine Nistmöglichkeit vermuten. Aus diesem Grund ist es von Vorteil, wenn sich das Einflugloch sehr nahe an der Erdoberfläche befindet.
Mit etwas Glück findet die Hummelkönigin den Eingang und untersucht den Gang. Wenn sie den Eingang prägt und in den folgenden Tagen Nektar und Pollen in den Nistkasten einträgt, ist die Nestgründung geglückt.
Aktive Ansiedlung von Hummeln
Bei der aktiven Ansiedlung muss man den Nistkasten gut vorbereiten. Das heißt, die Polsterwolle oder das Kapok locker im Nistraum verteilen und eine ca. 5 cm große Höhle hinter dem Eingang anlegen. Das Nistmaterial bis zur Oberkannte auffüllen.
Man sollte nur Königinnen nehmen, die beharrlich suchen und nicht nur nervös über dem Erdboden hin und herfliegen. Die beste Zeit ist der März und April.
Mit einem Kescher kann man die Hummel auf dem Boden fixieren. Ist dieses gelungen, zieht man die Keschernetzspitze zu einem Zipfel nach oben. Hummeln laufen zum Licht, also in die Spitze des Keschers hinein.
Mit einem Daumen und Zeigefinger umfasst man das Netz, damit die Hummel nicht entweichen kann. Die Einsetzhilfe führt man nun von unten zwischen Daumen und Zeigefinger durch und lässt die Hummel in die Einsetzhilfe laufen.
Eine weitere Möglichkeit ist, mit einem Besenstiel im Garten verteilt circa 10 cm tiefe Löcher in den Boden zu stechen. Das Loch sollte dem eines Mauselocheingangs ähnlich sein.
Sobald die Königin in so einem Loch verschwunden ist, setzt man die Einsetzhilfe auf das Loch, damit sie beim Verlassen in die durchsichtige Einlaufhilfe krabbeln kann. Jetzt hält man das Loch vorne zu und kontrolliert mit schnellem Blick ob sich evtl. Parasiten am Kragen der Hummel festgesaugt haben.
Jetzt muss es schnell gehen. Bevor die Hummel begreift, dass sie sich in gefangenschaft befindet, sollte der Einsetzvorgang abgeschlossen sein. Trotzdem ist Ruhe hierbei oberstes Gebot.
Die Einsetzhilfe setzt man so vor den Eingang des Nistkastens, dass das Röhrchen bündig aufliegt. Wie auf dem rechten Bild als Beispiel gezeigt, wird nun der Kolben vorsichtig nach vorne geschoben, damit die Hummel in den Eingang läuft. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Beinchen von der Hummel nicht eingequetscht werden. Nach etwas Übung erweist sich das Einsetzen als unproblematisch. Der schwarze Kolben wird dann noch ca. 20 Sekunden lichtdicht vor das Einflugloch gehalten, damit die Hummel Zeit hat den Gang entlang zu laufen.
Zu Hummelgeburt und Ansiedlung
Wann geben Hummeln ihr Nest auf?
Hummeln geben ihr Nest im Herbst auf, wenn das Volk stirbt. Nur die jungen Königinnen überleben den Winter und gründen im nächsten Frühjahr ein neues Volk.
Wie lange dauert es, bis ein Hummelvolk entsteht?
Es dauert etwa vier Wochen, bis die ersten Arbeiterinnen aus den Eiern schlüpfen. Das Hummelvolk wächst dann im Laufe des Sommers stetig an.
Was kann man tun, um Hummeln im Garten anzusiedeln?
Man kann einen Nistkasten aufstellen oder einen naturnahen Garten mit vielen blühenden Pflanzen schaffen. Hummeln lieben insbesondere Klee, Lavendel, Sonnenblumen und Glockenblumen.
Sind Hummeln gefährlich?
Hummeln sind nicht aggressiv, stechen aber, wenn sie sich bedroht fühlen. Man sollte sie daher nicht anfassen oder in ihren Nestern stören.

Was ist der Unterschied zwischen Hummeln und Bienen?
Hummeln sind dicker und pelziger als Bienen. Sie haben auch eine längere Zunge und können daher tiefer in Blüten gelangen.
Fazit: Hummeln - ein faszinierendes und wichtiges Insekt
Hummeln sind faszinierende Insekten, die eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem spielen. Sie sind fleißige Bestäuber und tragen zur Erhaltung der Artenvielfalt bei. Es ist wichtig, dass wir uns für den Schutz dieser wichtigen Insekten einsetzen. Jeder kann seinen Beitrag leisten, indem er seinen Garten naturnah gestaltet, einen Nistkasten aufstellt oder sich für den Schutz der Hummelpopulation einsetzt.
Wenn Sie andere Artikel kennenlernen möchten, die Hummelgeburt: faszinierender kreislauf & schutz der insekten ähneln, können Sie die Kategorie Hummelzucht besuchen.
