Eine Herpes-simplex-Virusinfektion (HSV) ist für gesunde Erwachsene in der Regel nur mit unangenehmen, wiederkehrenden Wundbläschen verbunden. Bei Neugeborenen kann sie jedoch eine lebensbedrohliche Infektion auslösen. Diese Infektion, die als neonatale Herpes-simplex-Virusinfektion bezeichnet wird, kann schwerwiegende Folgen für das Baby haben und sogar zum Tod führen.
- Wie verbreitet sich Herpes bei Neugeborenen?
- Symptome einer Herpesinfektion bei Neugeborenen
- Diagnose einer Herpesinfektion bei Neugeborenen
- Behandlung einer Herpesinfektion bei Neugeborenen
- Prognose einer Herpesinfektion bei Neugeborenen
- Vorbeugung einer Herpesinfektion bei Neugeborenen
- Häufig gestellte Fragen
- Zusammenfassung
Wie verbreitet sich Herpes bei Neugeborenen?
Neugeborene können sich mit Herpes auf zwei Arten infizieren:
- Während der Geburt: Das Virus kann während der Geburt durch den Geburtskanal der Mutter übertragen werden, selbst wenn die Mutter keine Symptome hat.
- Nach der Geburt: Das Virus kann sich nach der Geburt durch direkten Kontakt mit einer infizierten Person verbreiten, beispielsweise durch Küssen oder durch den Kontakt mit offenen Wunden.
Die meisten Herpesinfektionen bei Neugeborenen treten während der Geburt auf. Dies liegt daran, dass das Virus häufig im Genitaltrakt der Mutter vorhanden ist, selbst wenn keine Symptome auftreten. Etwa 85% der Fälle von Herpesinfektionen bei Neugeborenen ereignen sich während der Geburt, während die restlichen 15% nach der Geburt auftreten.
Symptome einer Herpesinfektion bei Neugeborenen
Die Symptome einer Herpesinfektion bei Neugeborenen können je nach Schweregrad der Infektion variieren. Die ersten Symptome treten in der Regel zwischen der ersten und dritten Lebenswoche auf, können aber auch später auftreten. Häufige Symptome sind:
- Ausschlag mit kleinen, mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen: Diese Bläschen können sich an verschiedenen Körperstellen befinden, z. B. Im Gesicht, am Mund, an den Augen oder am Genitalbereich.
- Fieber: Ein hohes Fieber ist ein häufiges Symptom einer Herpesinfektion.
- Trägheit: Das Baby wirkt schläfrig und apathisch.
- Verringertes Muskeltonus: Das Baby wirkt schlaff und kraftlos.
- Atembeschwerden: Das Baby hat Schwierigkeiten zu atmen.
- Atemaussetzer (Apnoe): Das Baby hält für kurze Zeit den Atem an.
- Krampfanfälle: Das Baby hat unkontrollierte Muskelzuckungen.
- Gehirnschäden: In schweren Fällen kann eine Herpesinfektion zu dauerhaften Gehirnschäden führen.
Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Neugeborenen mit einer Herpesinfektion Symptome zeigen. Einige Babys entwickeln nur leichte Symptome, während andere schwere Komplikationen entwickeln können.
Diagnose einer Herpesinfektion bei Neugeborenen
Um eine Herpesinfektion bei Neugeborenen zu diagnostizieren, werden in der Regel folgende Tests durchgeführt:
- Kulturelle Tests: Eine Probe der Bläschen oder anderer Körperflüssigkeiten wird im Labor untersucht, um das Virus zu identifizieren.
- Polymerase-Kettenreaktion (PCR)-Test: Dieser Test sucht nach dem genetischen Material des Virus und kann eine schnellere Diagnose ermöglichen.
- Spinalpunktion (Lumbalpunktion): Wenn der Arzt eine Gehirninfektion vermutet, wird eine Probe der Rückenmarksflüssigkeit entnommen und untersucht.
Behandlung einer Herpesinfektion bei Neugeborenen
Die Behandlung einer Herpesinfektion bei Neugeborenen besteht in der Regel aus der Verabreichung des antiviralen Medikaments Acyclovir. Dieses Medikament hilft, die Virusaktivität zu stoppen und die Symptome zu lindern. Die Behandlungsdauer hängt von der Schweregrad der Infektion ab.
Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung können weitere Maßnahmen erforderlich sein, z. B. Die Unterstützung der Atmung, die Versorgung mit Flüssigkeit und die Behandlung von Komplikationen wie Krampfanfällen.
Prognose einer Herpesinfektion bei Neugeborenen
Die Prognose einer Herpesinfektion bei Neugeborenen hängt von der Schweregrad der Infektion und der rechtzeitigen Behandlung ab. Ohne Behandlung kann eine Herpesinfektion bei Neugeborenen zu schwerwiegenden Komplikationen führen, darunter:
- Gehirnentzündung (Enzephalitis): Diese Komplikation kann zu dauerhaften Gehirnschäden führen.
- Blindheit: Eine Herpesinfektion kann zu einer Entzündung der Augen führen, die zur Blindheit führen kann.
- Tod: Unbehandelte Herpesinfektionen können bei Neugeborenen zum Tod führen.
Glücklicherweise kann eine rechtzeitige Behandlung mit Acyclovir die Sterberate senken und das Risiko von Komplikationen verringern.
Vorbeugung einer Herpesinfektion bei Neugeborenen
Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die ergriffen werden können, um das Risiko einer Herpesinfektion bei Neugeborenen zu verringern:
- Kaiserschnitt: Bei Frauen mit einer aktiven Herpesinfektion im Genitalbereich kann ein Kaiserschnitt die Übertragung des Virus auf das Baby während der Geburt verhindern.
- Acyclovir-Behandlung: Schwangere Frauen mit einer bekannten Herpesinfektion können in den letzten Wochen der Schwangerschaft Acyclovir einnehmen, um das Risiko eines Ausbruchs während der Geburt zu verringern.
- Hygiene: Es ist wichtig, dass Personen mit einer Herpesinfektion gute Hygienepraktiken einhalten, z. B. Häufiges Händewaschen und Vermeidung von direktem Kontakt mit Neugeborenen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Herpes simplex Virus Typ 1 (HSV-1) und Herpes simplex Virus Typ 2 (HSV-2)?
HSV-1 verursacht in der Regel Lippenherpes, während HSV-2 in der Regel Genitalherpes verursacht. Beide Viren können jedoch sowohl im Mund als auch im Genitalbereich vorkommen.

Kann Herpes bei Neugeborenen durch Stillen übertragen werden?
Ja, Herpes kann bei Neugeborenen durch Stillen übertragen werden, wenn die Mutter offene Herpesbläschen an der Brustwarze hat. Es ist daher wichtig, dass Mütter mit aktiven Herpesbläschen an der Brustwarze nicht stillen.
Wie lange ist Herpes bei Neugeborenen ansteckend?
Herpes ist bei Neugeborenen solange ansteckend, wie offene Bläschen vorhanden sind.
Was sind die Langzeitfolgen einer Herpesinfektion bei Neugeborenen?
Die Langzeitfolgen einer Herpesinfektion bei Neugeborenen können je nach Schweregrad der Infektion variieren. Einige Babys entwickeln keine Langzeitfolgen, während andere mit dauerhaften Gehirnschäden, Blindheit oder anderen Behinderungen leben müssen.
Zusammenfassung
Eine Herpesinfektion bei Neugeborenen kann eine lebensbedrohliche Erkrankung sein. Es ist wichtig, dass werdende Mütter und ihre Familien über die Risiken einer Herpesinfektion informiert sind und Maßnahmen ergreifen, um das Risiko einer Übertragung auf das Baby zu verringern.
Wenn Sie Fragen zu Herpes bei Neugeborenen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder eine andere medizinische Fachkraft.
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